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Davidpsalm

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Datei:Codex binding Louvre MR373.jpg
Mittelalterliche Darstellung, wie David die Psalmen diktiert.
Datei:David in gebed, RP-P-1987-161.jpg
David betet – hier dargestellt auf einer Radierung Rembrandts
Datei:Ambrosius Lobwasser Psalmen Davids.jpg
Ambrosius Lobwassers Vertonung der Psalmen Davids, 1698

Ein Davidpsalm ist ein Psalm aus dem biblischen Buch der Psalmen, der in seinem ersten Vers auf den israelitischen König David verweist. Davidisierung des Psalters bezeichnet die Verbindung der Psalmen mit dem Leben und Wirken Davids, sodass der Leser David als Vorbild betrachten kann, dessen Darstellung sich im Gegenzug poetisierte.

Die Angabe lautet in der hebräischen Fassung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (mizmor ledavid). Der Ausdruck wird traditionell als Angabe einer Urheberschaft („le auctoris“) verstanden und mit „von David“ übersetzt (beispielsweise in der Einheitsübersetzung und der Lutherbibel). Die Präposition {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (le) kann sich aber auch auf die Richtung beziehen, sodass der Ausdruck mit „für/über David“ oder „dem David zugehörig“ wiederzugeben ist. Damit wird dann die messianische Bedeutung des Psalms für das jüdische Volk ausgedrückt. In vierzehn der Davidpsalmen wird diese Angabe durch biographische Angaben über David entsprechend den Samuelbüchern ergänzt. Dadurch wird David nicht nur zur Identifikationsfigur für den Psalmenbeter, sondern David poetisiert dargestellt. In der redaktionsgeschichtlichen Forschung seit dem 19. Jahrhundert werden diese Psalmenüberschriften in der Regel als sekundär eingestuft.

Die Davidpsalmen sind die größte namentlich markierte Psalmengruppe vor den zwölf Asafpsalmen und den zwölf Korachpsalmen.<ref name=":3">Erich Zenger: Einleitung in das Alte Testament. 9. Auflage. Kohlhammer Verlag, 2015, ISBN 978-3-17-030351-5, S. 436.</ref>

Sammlung und Gliederung[Bearbeiten]

Hebräische Bibel[Bearbeiten]

73 Psalmen der hebräischen Bibel werden als „Davidpsalmen“ bezeichnet; ihre Position innerhalb des Psalters ist gegliedert:

  • Psalm 3–41 (Davidpsalter I)
  • Psalm 51–72 (Davidpsalter II)
  • Psalm 86
  • Psalm 101–103 (Davidpsalter III)
  • Psalm 108–110 (Davidpsalter IV)
  • Psalm 138–145 (Davidpsalter V)

Nähere biographische Verweise enthalten folgende vierzehn Psalmen (Übersetzung nach der textkritischen Elberfelder Bibel)

Septuaginta[Bearbeiten]

In der griechischen Übersetzung, der Septuaginta, werden zehn weitere Psalmen als „Davidpsalmen“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) benannt; insgesamt also 83.

Psalm 151, der in den Septuagintahandschriften mit enthalten ist, wird in der (hebräischen) Großen Psalmenrolle 11QPsa von Qumran auch als „Davidpsalm“ bezeichnet. In ihr heißt es auch, David habe 3.600 Loblieder (tehilim) verfasst.

Die Davidisierung kann also als Prozess betrachtet werden, der das Psalmendichten dem David ebenso zuspricht wie dem König Salomo die Weisheit.

Neues Testament[Bearbeiten]

Im Neuen Testament werden an einigen Stellen unter Berufung auf David Zitate aus weiteren Psalmen angeführt: Vorlage:Bibel/Link aus Psalm 2, Vorlage:Bibel/Link aus Psalm 16, Vorlage:Bibel/Link aus Psalm 32, Vorlage:Bibel/Link aus Psalm 69, Vorlage:Bibel/Link aus Psalm 95, Vorlage:Bibel/Link und Parallelstellen sowie Vorlage:Bibel/Link aus Psalm 110.

Theologisches Profil[Bearbeiten]

Die meisten Davidpsalmen sind individuelle Klage- und Bittgebete in feindlicher Bedrängnis, denen stets Lob- und Dankpsalmen zugeordnet sind, die die Erhörung der Klage bzw. Errettung aus der Not beschreiben. Das betende Ich der Davidpsalmen ist verschieden: manchmal ist es königlich-hoheitlich mit einem ebensolchen JHWH-Bild, dabei wird die Rettung vom Tempel erhofft, in anderen Fällen steht das verfolgte Ich als arm und gerecht da, welches hofft, dass JWHW Gerechtigkeit durchsetzen wird.<ref>Vgl. Erich Zenger: Das Buch der Psalmen. In: Erich Zenger u. a. (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 8. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-17-020695-3, S. 433 f.</ref>

Entstehungszeit[Bearbeiten]

Es besteht in der Forschung ein Konsens, dass die Davidpsalmen nicht von David verfasst sind. Die tatsächliche Entstehungszeit der Davidpsalmen ist jedoch sehr umstritten und meist nicht mit letzter Sicherheit zu klären. Teilweise wird ihre Entstehung in der exilischen und nachexilischen Zeit vermutet.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Davidpsalmen oder auch die „Psalmen Davids“ kollektiv für den ganzen Psalter sind Gegenstand von Vertonungen, Nachdichtungen und anderen künstlerischen Werken, siehe dazu die Übersicht unter Psalmen Davids.

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank-Lothar Hossfeld, Erich Zenger: Die Psalmen I. Psalm 1–50. (= NEB.AT 29) Echter, Würzburg 1993, ISBN 3-429-01503-0.
  • Frank-Lothar Hossfeld, Erich Zenger: Die Psalmen II. Psalm 51–100. (= NEB.AT 40) Echter, Würzburg 2002, ISBN 978-3-429-02359-1.
  • Frank-Lothar Hossfeld, Erich Zenger: Psalmen. Psalm 51–100. (= HThKAT) 3. Auflage. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2007, ISBN 978-3-451-26826-7.
  • Frank-Lothar Hossfeld, Erich Zenger: Psalmen. Psalm 101–150. (= HThKAT) Herder, Freiburg/Basel/Wien 2008, ISBN 978-3-451-26827-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />