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Der schwarze Sergeant

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Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1960
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe

</ref>

Produktions­unternehmen Warner Bros.
Stab
Regie John Ford
Drehbuch
Produktion
Musik Howard Jackson
Kamera Bert Glennon
Schnitt Jack Murray
Besetzung

Der schwarze Sergeant (Alternativtitel: Mit einem Fuß in der Hölle; Originaltitel: Sergeant Rutledge) ist ein US-amerikanisches Western-Gerichtsdrama unter Regie von John Ford aus dem Jahre 1960. Er basiert auf der Kurzgeschichte Shadow of the Noose von John und Ward Hawkins aus dem Jahre 1955.

Handlung[Bearbeiten]

Sommer 1881: Die junge Lucy Dabney und ihr Vater, der kommandierende Offizier Major Curtis Dabney, sind ermordet worden. Verdächtigt wird ein afroamerikanischer Sergeant namens Braxton Rutledge, der seit sechs Jahren in der Armee dient und bislang einen guten Ruf genoss. Rutledges Vorgesetzter Lt. Tom Cantrell trifft im Lager der amerikanischen Kavallerie ein, wo die Verhandlung stattfinden soll, um seinen Soldaten zu verteidigen. Der Prozess gilt als brisant, vor allem da Lucy nicht nur brutal ermordet, sondern auch geschlagen und vergewaltigt wurde. Schaulustige vor dem Gericht würden Rutledge am liebsten sofort lynchen. Das Gericht unter Leitung von Colonel Fosgate beginnt mit der Anhörung, bei der Ankläger Captain Shattuck zunächst eine Reihe von Zeugen aufruft. Die Zeugen werden vernommen, dabei wird in Rückblenden von den Geschehnissen des Mordtages berichtet.

Rutledge verteidigt sich, er habe Lucy schon tot aufgefunden. Ausgerechnet da sei Major Dabney ins Zimmer gekommen, hätte ihn, Rutledge, für den Mörder gehalten und auf ihn geschossen. Daraufhin habe er den Major in Notwehr erschossen. Rutledge floh zuerst, wurde dann aber aufgegriffen und wegen des angeblichen Mordes an den Dabneys festgenommen. Als Rutledge nochmals fliehen konnte, sei er wieder zur Armee zurückgekehrt, um sie vor dem Angriff eines Apachenstamms zu warnen. Rutledge kämpfte heldenhaft, musste aber nach der Auseinandersetzung mit den Indianern erneut wegen Mordverdachtes festgenommen werden. Während Cantrell dies als Akt der Tapferkeit von Rutledge wertet, sieht Ankläger Shattuck in der angeblichen Heldenhaftigkeit nur den Versuch von Rutledge, das Mitleid des Gerichtes beim Prozess zu erwirken.

Durch verschiedene Beweise versucht Cantrell die Unschuld von Rutledge zu beweisen. Der Verteidiger hält stattdessen einen anderen, inzwischen toten jungen Mann namens Chris Hubble für den Täter. Der Vater von Chris geht in den Zeugenstand und erklärt, dass sein toter Sohn den Mord begangen hätte. Es stellt sich aber heraus, dass die Jacke, welche der Täter trug, zu groß für Chris war. Der Vater von Chris kann am Ende als wahrer Mörder von Lucy identifiziert werden. Nach seiner Freilassung führt Sergeant Rutledge wieder stolz seine Soldaten an.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Drehbuch verfassten Willis Goldbeck, der Produzent des Films, und James Warner Bellah. Der bekannte Westernschriftsteller Bellah (1899–1976) hatte viele Kurzgeschichten in der Saturday Evening Post publiziert, die anschließend bereits mehrfach als Vorlagen für Filme von John Ford dienten. So basieren alle drei Filme von Fords Kavallerie-Trilogie von Ende der 1940er-Jahre auf Erzählungen von Bellah. Zeitgleich zur Veröffentlichung des Kinofilms publizierte Bellah auch eine Romanfassung unter gleichem Titel.<ref>Sergeant Rutledge | WorldCat.org. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref> Auch John Ford brachte sich in das Drehbuch ein, so soll laut Goldbeck die Rahmenhandlung vor Gericht Fords Idee gewesen sein.<ref name="afi">Sergeant Rutledge. In: American Film Institute. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref>

Die Dreharbeiten fanden zwischen dem 16. Juli und dem 31. August 1959 statt (Ford blieb sogar acht Tage unter dem Drehplan); Arbeitstitel waren Captain Buffalo sowie The Trial of Sergeant Rutledge, ehe der Titel Sergeant Rutledge festgelegt wurde.<ref name="afi" /> John Ford inszenierte die Außenszenen von Der schwarze Sergeant vor allem im Monument Valley, das zuvor bereits Schauplatz vieler John-Ford-Filme gewesen war. Zudem wurde an der Felsformation Mexican Hat am San Juan River in Utah gedreht.

Erstgenannt im Vorspann ist Jeffrey Hunter, mit dem Ford einige Jahre zuvor den Filmklassiker Der Schwarze Falke gedreht hatte. Die 75-jährige Billie Burke, eine bekannte Bühnen- und Filmschauspielerin ihrer Zeit, spielte als Richtergattin Mrs. Fosgate ihre letzte Filmrolle. Die Titelrolle hatte der afroamerikanische Schauspieler Woody Strode inne, der für seinen Auftritt im selben Jahr in Spartacus für den Oscar nominiert wurde. Beide Filme machten aus Strode zwar einen bekannten und respektierten Schauspieler, aber keinen Filmstar.<ref>Woody Strode? He Wasn't the Star But He Stole the Movie’ (Published 1971). 19. September 1971 (nytimes.com [abgerufen am 12. Januar 2026]).</ref> Offenbar war Hollywood zu diesem Zeitpunkt noch nicht reif für einen schwarzen Actionhelden, auch John Ford hatte Strode vorab gesagt: „Woody, ich kann aus dir einen Charakterdarsteller machen, aber keinen Star.“<ref>Scott Eyman: Print the Legend: The Life and Times of John Ford. Simon and Schuster, 2015, ISBN 978-1-4767-9772-4 (google.de [abgerufen am 12. Januar 2026]).</ref>

Das Titellied des Filmes trägt den Titel Captain Buffalo (siehe dazu Buffalo Soldier) und wurde von Mack David und Jeffrey Livingston geschrieben. Die Kostüme entwarf Marjorie Best, für das Szenenbild war Eddie Imazu leitend.

Der Film kam am 25. Mai 1960 in die Kinos von New York City, drei Tage später landesweit (eine offizielle Premiere gab es nicht). In Deutschland wurde das Werk im Januar 1961 in die Kinos gebracht.<ref>Der schwarze Sergeant – Release Info Internet Movie Database, abgerufen am 23. Mai 2021</ref>

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand anlässlich der Kinopremiere bei der RIVA Synchron GmbH in München.<ref>Der schwarze Sergeant. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 14. Februar 2021.</ref>

Rolle Darsteller Deutsche Synchronstimme
Lt. Tom Cantrell Jeffrey Hunter Manfred Heidmann
Sgt. Braxton Rutledge Woody Strode Paul Klinger
Mary Beecher Constance Towers Maria Landrock
Cordelia Fosgate Billie Burke Erna Großmann
Sergeant Skidmore Juano Hernández Walter Jokisch
Colonel Otis Fosgate Willis Bouchey Klaus W. Krause
Captain Shattuck Carleton Young Wolfgang Eichberger
Lt. Mulqueen Judson Pratt Siegfried Lowitz
Chandler Hubble Fred Libby Wolf Ackva

Rezeption[Bearbeiten]

Der schwarze Sergeant erhielt von seiner Veröffentlichung bis in die Gegenwart hauptsächlich gute Kritiken und trägt filmhistorische Bedeutung als erster großer Hollywood-Western, der einen Afroamerikaner als Held hat.<ref>Sergeant Rutledge. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 23. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch in dem umfangreichen Regiewerk von John Ford ist dies ein Alleinstellungsmerkmal. An den amerikanischen Kinokassen blieb der Film seinerzeit hinter den Erwartungen zurück, außerhalb der Staaten war er erfolgreicher. Ford schrieb dies der schlechten Werbung des Studios für den Film zu.<ref>Scott Eyman: Print the Legend: The Life and Times of John Ford. Simon and Schuster, 2015, ISBN 978-1-4767-9772-4 (google.de [abgerufen am 12. Januar 2026]).</ref>

Die New York Times lobte den Film im Allgemeinen: „Dies ist ein guter Film – nachdenklich, gut gespielt, bissig, interessant und anregend –, in dem die ruhige Hand eines alten Profis wie Mr. Ford in jeder Szene deutlich zu spüren ist. Das Drama, das sich in malerischen Farben in einer abgelegenen Kavallerie-Festung auf dem zerklüfteten Boden des alten Apachenlandes entfaltet, ist aufregend, wenn auch nicht überwältigend. Sergeant Rutledge mag nicht zu Mr. Fords besten Werken gehören, aber es ist sicherlich das beste von Mr. Strode.“<ref>The Screen: In Pursuit of Success in the Big City; The Rat Race' Has Premiere at Capitol. 26. Mai 1960, abgerufen am 12. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Lexikon des internationalen Films zeigte sich überzeugt: „John Ford handelt diesen Beitrag zur Rassenfrage im Rahmen eines gescheit angelegten, visuell perfekt inszenierten Western ab, wobei die optische Brillanz nie zum Selbstzweck, sondern immer der Geschichte förderlich eingesetzt wird.“<ref>Mit einem Fuß in der Hölle. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 23. Mai 2021.</ref>

Das österreichische Filmmuseum schrieb: „Parallel zum Aufbruch der US-Bürgerrechtsbewegung präsentiert Ford in Sergeant Rutledge seinen ersten afroamerikanischen Titelhelden, der in der Verhandlung zur Projektionsfläche rassistischer Vorstellungen der Weißen gemacht wird (darunter Mae Marsh, einst Opfer eines schwarzen Angreifers in der berüchtigtsten Szene von The Birth of a Nation). Ein erstaunlicher Western auch in der Form: Zur ungewöhnlichen Gerichtssaalthriller-Struktur kommt John Fords brillant expressiver Umgang mit Farbe, welche hier hohe emotionale Wirkung entfaltet. Ein weiterer Film über die Früchte des Zorns.“<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Österreichisches Filmmuseum (Memento vom 3. Mai 2016 im Internet Archive)</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang The Tornado | The Fighting Gringo | The Trail of Hate | The Scrapper | The Soul Herder | Cheyenne’s Pal | Straight Shooting | The Secret Man | A Marked Man | Bucking Broadway | The Phantom Riders | Wild Women | Thieves’ Gold | The Scarlet Drop | Hell Bent | A Woman’s Fool | The Craving | Three Mounted Men | Roped | The Fighting Brothers | A Fight for Love | Rustlers | Bare Fists | Gun Law | By Indian Post | The Gun Packer | Riders of Vengeance | The Last Outlaw | The Outcasts of Poker Flat | Ace of the Saddle | Rider of the Law | A Gun Fightin’ Gentleman | Marked Men | The Prince of Avenue A | The Girl in Number 29 | Hitchin’ Posts | Just Pals | The Big Punch | The Freeze-Out | The Wallop | Desperate Trails | Action | Sure Fire | Jackie | Little Miss Smiles | Silver Wings | The Village Blacksmith | The Face on the Bar-Room Floor | Banditenrache | Der feindliche Gast | Unter den Wölfen von Alaska | Hoodman Blind | Das eiserne Pferd | Hearts of Oak | Lightnin’ | Kentucky Pride | Thank You | Die Millionenfaust | The Shamrock Handicap | Drei rauhe Gesellen | Bis zur Entscheidung | Upstream | Mother Machree | Four Sons | Hangman’s House | Napoleon’s Barber | Riley the Cop | Strong Boy | Die schwarze Garde | U 13 | Born Reckless | Up the River | Unter der See | The Brat | Arrowsmith | Air Mail | Ring frei für die Liebe | Pilgrimage | Dr. Bull | Die letzte Patrouille | Das Leben geht weiter | Judge Priest | Stadtgespräch | Der Verräter | Mit Volldampf voraus | Der Gefangene der Haifischinsel | Maria von Schottland | Der Pflug und die Sterne | Rekrut Willie Winkie | … dann kam der Orkan | Vier Mann – ein Schwur | Submarine Patrol | Ringo | Der junge Mr. Lincoln | Trommeln am Mohawk | Früchte des Zorns | Der lange Weg nach Cardiff | Tabakstraße | Schlagende Wetter | Schlacht um Midway | Der 7. Dezember | Schnellboote vor Bataan | Faustrecht der Prärie | Befehl des Gewissens | Bis zum letzten Mann | Spuren im Sand | Der Teufelshauptmann | So ein Pechvogel | Westlich St. Louis | Rio Grande | Der Sieger | What Price Glory | Wem die Sonne lacht | Mogambo | Mit Leib und Seele | Keine Zeit für Heldentum | Der schwarze Falke | Dem Adler gleich | The Rising of the Moon | Chefinspektor Gideon | Das letzte Hurra | Der letzte Befehl | Der schwarze Sergeant | Zwei ritten zusammen | Der Mann, der Liberty Valance erschoß | Das war der Wilde Westen | Die Hafenkneipe von Tahiti | Cheyenne | Cassidy, der Rebell | Sieben Frauen Vorlage:Klappleiste/Ende