Desmidorchis
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| Datei:Caralluma acutangula Bild0685.jpg | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Desmidorchis | ||||||||||||
| Ehrenb. |
Die Gattung Desmidorchis gehört zur Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae) in der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die Blüten dieser sukkulenten Pflanzen verströmen einen unangenehmen Geruch.
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Desmidorchis-Arten wachsen als stammsukkulente, ausdauernde Pflanzen. Die sukkulenten, 1 bis 5 cm breiten, blau-grünen oder hell-braunen, zylindrischen Sprossachsen sind glatt, unbehaart, besitzen vier scharfe Kanten; sie erreichen Wuchshöhen von 20 bis zu 120 cm und stehen in Pulks zusammen. Sie enthalten klaren Milchsaft. Die nur 0,5 bis 2 mm langen, zu eiförmigen Schuppen reduzierten, ungestielten, sukkulenten Blätter stehen horizontal bis etwas nach oben gerichtet ab und fallen schnell ab; sie sind fleischig oder bilden bei Desmidorchis foetida und Desmidorchis speciosa Stacheln. Die Nebenblätter sind zu wenigen Haaren reduziert.
Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]
Die endständigen, einfachen, pseudodoldigen Blütenstände enthalten meist zehn bis 80 (bei Desmidorchis acutangula bis zu 200) höchstens sehr kurz gestielte Blüten, die sich alle gleichzeitig öffnen. Die unangenehm nach Mist riechenden Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch, fünfzählig mit einem doppelten Perianth. Die fünf freien Kelchblätter sind höchstens gleich lang wie die Kronröhre. Die fünf fleischigen, 1,5 bis 3 cm langen Kronblätter sind flächig bis glockenförmig zwischen einem Viertel bis der Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die Ränder der Kronzipfel sind glatt oder bewimpert. Die Innenseite der Kronblätter ist grün oder gelb über braun bis purpurfarben, einfarbig oder purpurfarben gefleckt; die Oberfläche kann glatt (Desmidorchis flava), warzig, runzelig, papillös (Desmidorchis foetida, Desmidorchis awdeliana) oder behaart (Desmidorchis acutangula) sein. Die Außenseite der Kronblätter ist grün. Das „Gynostegium“ ist höchstens sehr kurz gestielt. Die Nebenkrone ist in staminale und interstaminale Nebenkrone gegliedert. Die aufrechten Pollinien sind kugel-, ei- oder D-förmig. Es sind zwei glatte, freie, oberständige Fruchtblätter vorhanden. Der Narbenkopf ist weiß. Es wird kein Nektar gebildet.
Früchte und Samen[Bearbeiten]
Die meist paarig in einem Winkel von 0 bis 60° zueinander, mehr oder weniger aufrecht angeordneten Balgfrüchte sind glatt, mit einem Durchmesser von 6 bis 10 mm schlank, im Querschnitt eiförmig, spindel- bis bleistiftförmig und mit 10 bis 15 cm oft recht lang. Die von hell- bis dunkel-braunen Samen sind eiförmig, 5 bis 9 mm lang, 3 bis 6 mm breit. Sie besitzen 2,5 bis 3,5 cm lange, reinweiße Flughaare.
Chromosomenzahlen[Bearbeiten]
Die Chromosomenzahlen betragen 2n = 22 (untersucht bei Desmidorchis foetida und Desmidorchis flava).
Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordafrika bis zur Arabischen Halbinsel und nach Westafrika.
Der Gattungsname Desmidorchis wurde 1829 von Christian Gottfried Ehrenberg in Linnaea, Band 4, S. 94 zum ersten Mal gültig und 1832 in Abhandlungen der Koniglichen Akademie der Wissenschaften in Berlin 1829, Band 31, Seite 39 erneut veröffentlicht. Alle Arten wurden in die Gattung Caralluma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br. eingegliedert und 1990 von Michael George Gilbert in Bradleya, Band 8, Seite 19 in eine Untergattung Caralluma subg. Desmidorchis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Ehrenb.) M.G.Gilbert gestellt. Die Gattung Caralluma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.R.Br. wurde von Darrel Charles Herbert Plowes 1995<ref> Darrel Charles Herbert Plowes: A reclassification of Caralluma R.Brown (Stapelieae: Asclepiadaceae). in Haseltonia, 3, 1995, S. 49–70.</ref> in acht Gattungen aufteilt.<ref>Ulrich Meve & Sigrid Liede-Schumann: A molecular phylogeny and generic rearrangement of the stapelioid Ceropegieae (Apocynaceae-Asclepiadoideae. Pl. Syst. Evol.), 234, 2002, S. 171–209. </ref> Die Gattung Desmidorchis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrenb. wurde reaktiviert. Typusart ist Desmidorchis retrospiciens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrenb. Für Desmidorchis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrenb. gibt es die Synonyme Crenolluma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Plowes und Sarcocodon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.N.E.Br.
Die Gattung Desmidorchis gehört zur Subtribus Stapeliinae aus der Tribus Ceropegieae in der Unterfamilie Asclepiadoideae innerhalb der Familie der Apocynaceae.
Es gibt etwa zehn bis vierzehn Desmidorchis-Arten:
- Desmidorchis adenensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Deflers) Meve & Liede: Sie kommt vom Jemen bis zum südlichen Oman vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis arabica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(N.E.Br.) Meve & Liede: Sie kommt auf der Arabischen Halbinsel vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis aucheriana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Decne.) Kuntze: Sie kommt auf der südlichen Arabischen Halbinsel vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis awdeliana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Decne.) Liede & Meve: Sie kommt im Jemen vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis edithiae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(N.E.Br.) Plowes: Sie kommt vom östlichen Äthiopien bis ins nördliche Somalia vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis flava Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(N.E.Br.) Meve & Liede: Sie kommt auf der Arabischen Halbinsel vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis foetida Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(E.A.Bruce) Plowes: Sie kommt von Kenia bis ins nördliche Uganda vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis impostor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jonkers: Die 2010 erstbeschriebene Art kommt im Oman vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis lavrani Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Rauh & Wertel) Meve & Liede: Sie kommt vom südlichen Jemen bis zum südlichen Oman vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis penicillata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Deflers) Plowes: Sie kommt im nordöstlichen tropischen Afrika und auf der südwestlichen und südlichen Arabischen Halbinsel vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis retrospiciens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrenb. (Syn.: Desmidorchis acutangulus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Decne.): Sie kommt von der Sahara bis zum südwestlichen Arabischen Halbinsel vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis somalica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(N.E.Br.) Plowes: Sie kommt in Somalia vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis speciosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(N.E.Br.) Plowes: Sie kommt im nordöstlichen und im östlichen tropischen Afrika vor.<ref name="WCSP" />
- Desmidorchis tardellii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mosti & Raffaelli: Sie kommt im Oman vor.<ref name="WCSP" />
Belege[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Bert Jonkers: On the gender of Desmidorchis. Asklepios, 70, 8. 1997
- Sigrid Liede-Schumann & Ulrich Meve: The Genera of Asclepiadoideae, Secamonoideae and Periplocoideae (Apocynaceae), 2006: Zur Gattung Desmidorchis – Online bei INTKEY databases of the DELTA System. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
- Ulrich Meve & Sigrid Liede-Schumann: A molecular phylogeny and generic rearrangement of the stapelioid Ceropegieae (Apocynaceae-Asclepiadoideae.) in Pl. Syst. Evol., 234, 2002, S. 171–209.
- Roy Mottram: (1889) Proposal to conserve the name Desmidorchis (Apocynaceae, Asclepiadoideae) with a conserved type., in Taxon, 58, 2009, S. 648–649.
- Darrel Charles Herbert Plowes: The nomenclatural status and typification of Desmidorchis Ehrenberg (Stapelieae: Asclepiadaceae)., in Excelsa, 17, 1996, S. 68–78.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts (Hrsg.): Desmidorchis - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 7. November 2017. </ref> </references>