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Diallylphthalat

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Strukturformel
Strukturformel von Diallylphthalat
Allgemeines
Name Diallylphthalat
Andere Namen
  • Phthalsäurediallylester
  • Benzol-1,2-dicarbonsäurediprop-2-enylester
  • DAP
  • 1,2-Benzoldicarbonsäuredi-2-propenylester
Summenformel C14H14O4
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit angenehmem Geruch<ref name="GESTIS">Eintrag zu Diallylphthalat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 205-016-3
ECHA-InfoCard 100.004.562
PubChem 8560
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 246,26 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="GESTIS" />

Dichte

1,12 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

−70 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

290 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

0,002 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

sehr schwer in Wasser (0,18 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,519 (20 °C)<ref name="Sigma">Datenblatt Diallyl phthalate, 97% bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.004.562">Eintrag zu diallyl phthalate in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​332​‐​317​‐​410
P: 261​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352​‐​304+340+312<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Diallylphthalat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phthalsäureester.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Diallylphthalat wird konventionell durch Verestern von Phthalsäureanhydrid mit Allylalkohol oder Allylchlorid hergestellt.<ref name="Hans-Georg Elias">Hans-Georg Elias: Makromoleküle Band 3: Industrielle Polymere und Synthesen. John Wiley & Sons, 2009, ISBN 3-527-62652-2, S. 230 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="HSDB">Eintrag zu Diallyl phthalate in der Hazardous Substances Data Bank (via PubChem)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Eigenschaften[Bearbeiten]

Diallylphthalat ist eine brennbare, schwer entzündbare, ölige, farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit angenehmem Geruch, die sehr schwer löslich in Wasser ist.<ref name="GESTIS" /> Es enthält im Molekül zwei ungesättigte Gruppen und kann daher direkt zu vernetzten Produkten polymerisieren.<ref name="AVK">AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe: Handbuch Faserverbundkunststoffe/Composites Grundlagen, Verarbeitung, Anwendungen. Springer, 2014, ISBN 978-3-658-02755-1, S. 59 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die Polymerisation verläuft stark exotherm. Beim einer durch TBPB initiierten Polymerisation wurde ab 80 °C eine Polymerisationswärme von −245,8 kJ·mol−1 bzw. −998 kJ·kg−1 sowie durch AIBN initiiert eine Polymerisationswärme von −179,3 kJ·mol−1 bzw. −728 kJ·kg−1 gemessen.<ref name="Huang">Hai-Lin Zhou; Ye-Cheng Liu, Yan Tang; Juan Zhai; Yen-Chun Cheng; Chi-Min Shu; Zhi-Xiang Xing; Jun-Cheng Jiang; An-Chi Huang: Utilizing thermokinetic and calorimetric methods to assess the impact of an initiator on the thermal hazard of diallyl phthalate in J. Therm. Anal. Calorim. 148 (2023) 5017–5027, doi:10.1007/s10973-022-11819-1.</ref>

Verwendung[Bearbeiten]

Diallylphthalat kann zur Herstellung (Polymerisierung) von Allylharzen mittels peroxidischer Katalysatoren verwendet werden. Es wird auch vielfach Polyester-Formmassen an Stelle des Styrols zugesetzt. Für die eigentlichen Diallylphthalat-Formmassen aber wird das monomere Diallylphthalat an einer der beiden Doppelbindungen durch ein besonderes Verfahren vorpolymerisiert. Dieses Prepolymere wird wie andere Harze zum Aufbereiten von härtbaren Formmassen entweder im Schmelzfluss- oder Flüssigharzverfahren (Harzlösung) eingesetzt. An der zweiten Doppelbindung kann das vorpolymerisierte Produkt dann weiter polymerisiert werden.<ref name="AVK" /> Diallylphthalat-Polymerisate werden wegen ihrer ausgezeichneten Eigenschaften für vielfältige Zwecke verwendet (Radarhauben, Bauteile für die Kern- und Raketentechnik, …).<ref name="Fritz Weigel">Fritz Weigel: Chemie für Maschinenbauer und Elektrotechniker Lehrbuch für Studenten des Maschinenbaus und der Elektrotechnik ab 1. Semester. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-85458-2, S. 124 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Risikobewertung[Bearbeiten]

Im Vergleich zu Phthalsäureestern mit gesättigten Alkoholen ist Diallylphthalat relativ toxisch. Bei einmaliger und wiederholter oraler Verabreichung treten vor allem periportal gelegene Leberzellnekrosen und fibrotische Läsionen auf. Diallylphthalat wirkt mäßig haut- und schleimhautreizend.<ref name="MAK">The MAK-Collection for Occupational Health and Safety. Wiley-VCH, Weinheim 2002, ISBN 978-3-527-60041-0, Diallylphthalat [MAK Value Documentation in German language, 1994].</ref>

Diallylphthalat erwies sich in Bakterien als nicht mutagen. In Säugerzellen wurde bei zum Teil zytotoxischen Dosierungen ein klastogenes Potential beobachtet. In einer Kanzerogenitätsstudie erwies sich Diallylphthalat bei männlichen Ratten und weiblichen Mäusen als nicht kanzerogen. Die Ergebnisse bei weiblichen Ratten bzw. männlichen Mäusen wurden als fraglich positiv bewertet.<ref name="MAK" />

Diallylphthalat wurde 2012 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Diallylphthalat waren die Besorgnisse bezüglich der Einstufung als CMR-Stoff, Verbraucherverwendung und weit verbreiteter Verwendung. Die Neubewertung fand ab 2013 statt und wurde von Spanien durchgeführt. Anschließend wurde ein Abschlussbericht veröffentlicht.<ref>Europäische Chemikalienagentur (ECHA): Substance Evaluation Conclusion and Evaluation Report.</ref><ref>Community Rolling Action Plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): Diallyl phthalateVorlage:Abrufdatum </ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />