Dieter Neitzert
Dieter Neitzert (geboren 4. August 1932; gestorben 27. Juni 2026<ref>Wir trauern um Dr. Dieter Neitzert. In: Institut für Historische Landesforschung. Universität Göttingen, abgerufen am 10. Juli 2026.</ref><ref>Drei Traueranzeigen im Göttinger Tageblatt, 11. Juli 2026, S. 45 und S. 48; Digitalisate auf trauer-anzeigen.de, abgerufen am 11. Juli 2026.</ref>) war ein deutscher Historiker und Hochschuldozent.
Leben[Bearbeiten]
Dieter Neitzert studierte in der Nachkriegszeit an der Universität Göttingen und lebte ab 1959 im Historischen Colloquium, einem selbstverwalteten Wohnheim.<ref>Jan Renken: Hermann Heimpel und das „Historische Colloquium“. Selbstentnazifizierung und demokratischer Aufbruch einer „historisch-politischen Arbeitsgemeinschaft“ (1947–1965). In: Petra Terhoeven, Dirk Schumann (Hrsg.): Strategien der Selbstbehauptung. Vergangenheitspolitische Kommunikation an der Universität Göttingen (1945–1965). Wallstein, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-3836-4, S. 142–234, insb. Anm. 281.</ref> Nach langer Tätigkeit in der Lehrerausbildung an der Pädagogischen Hochschule Göttingen wirkte Neitzert von 1988<ref name=":1">Ernst Böhme: Dieter Neitzert zum 90. Geburtstag. Vorsitzender des Geschichtsvereins von 1993 bis 2004. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 70, 2022, S. 5–10, hier S. 5.</ref> bis Ende der 1990er Jahre als akademischer Oberrat<ref>Georg-August-Universität Göttingen – Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Dieter Neitzert, Akademischer Oberrat i.R. In: uni-goettingen.de. Institut für Historische Landesforschung, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> am Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen<ref>Peter Aufgebauer (Hrsg.): Festgabe für Dieter Neitzert zum 65. Geburtstag (= Göttinger Forschungen zur Landesgeschichte, Bd. 1). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1998, ISBN 3-89534-224-6.</ref> und prägte dort „Generationen von Geschichtsstudenten“.<ref name=":0">Hans Otte, in seiner Besprechung zu Neitzerts Festschrift von 1998, in: Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte, Bd. 93, 1999, S. 323 (Digitalisat auf jahrbuch-wkg.de, abgerufen am 25. Februar 2026).</ref> Seine Arbeitsgebiete waren das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit.<ref name=":0" /> 1991 wurde er mit seiner Dissertation Die Stadt Göttingen führt eine Fehde 1485/86. Untersuchung zu einer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte von Stadt und Umland bei Ernst Schubert zum Dr. phil. promoviert.<ref name="DNB">Vergleiche die Angaben nebst Querverweisen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.</ref>
Dieter Neitzert war seit 1978<ref name=":1" /> Mitglied im Geschichtsvereins für Göttingen und Umgebung und wurde noch im selben Jahr 1978<ref>Waltraut Hammermeister: 100 Jahre Geschichtsverein für Göttingen und Umgebung 1892–1992. Goltze Druck, Göttingen 1992, S. 147.</ref> in dessen Beirat berufen. Von 1993 bis 2004 war er Vorsitzender,<ref>StadtA GOE Dep. 18 - Geschichtsverein für Göttingen und Umgebung e. V. In: arcinsys.niedersachsen.de. Niedersächsisches Landesarchiv, abgerufen am 6. April 2026.</ref> wurde 2008 Ehrenmitglied<ref>Ernst Böhme: Dieter Neitzert zum 90. Geburtstag. Vorsitzender des Geschichtsvereins von 1993 bis 2004. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 70, 2022, S. 5–10, hier S. 6.</ref> und war bis 2019 im Redaktionsausschuss (davon 1997–2007 leitend<ref name=":1" />) des vom Verein herausgegebenen Göttinger Jahrbuchs.<ref>Vergleiche Göttinger Jahrbuch bis Ausgabe 2019 auf der Seite geschichtsverein-goettingen.de, zuletzt abgerufen am 14. Juni 2023.</ref>
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
(Veröffentlichungen von Dieter Neitzert, auf der Website des Instituts für Historische Landesforschung, abgerufen am 11. Juli 2026)
Als Autor
- Der Lehrer als Büttel. Zur Geschichte des öffentlichen Strafvollzuges im Königreich Hannover. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Jg. 49, 1977, S. 249–264 (Digitalisat auf historische-kommission.niedrsachsen.de, abgerufen am 1. März 2026).
- Bürgerrecht und Ratsgewalt. Der Prozeß des Paul von Brakel gegen die Städte Göttingen und Frankfurt (1420–1430). In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 29 (1981), S. 125–172.
- Wilhelm Kircher aus Konstanz. Ein Jurist auf dem Basler Konzil. In: Staat und Gesellschaft in Mittelalter und früher Neuzeit. Gedenkschrift für Joachim Leuschner. Hrsg. Historisches Seminar der Universität, Redaktion Katharina Colberg, Hans-Heinrich Nolte, Herbert Obenaus. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1983, S. 119–134.
- Die Stadt Göttingen führt eine Fehde 1485/86. Untersuchung zu einer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte von Stadt und Umland (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Bd. 30) (zugleich: Dissertation, 1991, Universität Göttingen). Lax, Hildesheim 1991, ISBN 978-3-7848-3660-7 (Inhaltsverzeichnis).
- (mit Peter Aufgebauer, Helga-Maria Kühn): Göttingen im Dritten Reich. Stadtarchiv Göttingen, Göttingen 1994.
- Göttinger Boten und Gesandte. Reichweite und Intensität städtischer Kommunikation zwischen 1400 und 1450 (= Göttinger Forschungen zur Landesgeschichte. Bd. 22). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2019, ISBN 978-3-7395-1202-0.
Als Herausgeber
- Hartmut Boockmann: Wege ins Mittelalter. Historische Aufsätze. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46241-3.
Literatur[Bearbeiten]
- Peter Aufgebauer (Hrsg.): Festgabe für Dieter Neitzert zum 65. Geburtstag (= Göttinger Forschungen zur Landesgeschichte. Bd. 1). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1998, ISBN 3-89534-224-6 (Besprechung von Hans Otte: Teil 1, Teil 2).
- Ernst Böhme: Dieter Neitzert zum 90. Geburtstag. Vorsitzender des Geschichtsvereins von 1993 bis 2004. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 70, 2022, S. 5–10. (Mit Veröffentlichungsliste)
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Dieter Neitzert im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Dr. Dieter Neitzert, Website an der Georg-August-Universität Göttingen
- Nachruf, auf der Website des Instituts für Historische Landesforschung
- Neitzert, Dieter. Publikationen in der bibliografischen Datenbank der Regesta Imperii.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neitzert, Dieter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker und emeritierter Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 4. August 1932 |
| STERBEDATUM | 27. Juni 2026 |