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Digoxin

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Strukturformel
Strukturformel von Digoxin
Allgemeines
Name Digoxin
Summenformel C41H64O14
Kurzbeschreibung

farblose, vier- bis fünfseitige, trikline Plättchen<ref name="Römpp">Eintrag zu Digoxin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <
EG-Nummer 244-068-1
ECHA-InfoCard 100.040.047
PubChem 2724385
ChemSpider 2006532
DrugBank DB00390
Wikidata [[:d:Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.|Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code
  • C01AA02
  • C01AA05
  • C01AA08
Wirkstoffklasse

Herzglykoside

Eigenschaften
Molare Masse 780,94 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Römpp" />

Schmelzpunkt

260–265 °C (Zersetzung)<ref name="Römpp" />

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (0,065 g·l−1 bei 25 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Datei:GHS-pictogram-skull.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+330
P: 264​‐​301+330+331​‐​260​‐​304+340​‐​310​‐​405<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

Vorlage:ToxDaten

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

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Digoxin ist eine natürlich in Form von Digitalisglycosiden in Fingerhut-Arten vorkommende chemische Verbindung mit Wirkung auf den Herzmuskel. Digoxin zählt zu den endogenen (körpereigenen) Glycosiden, die als Hormone in Säugetieren fungieren.<ref>W. Schoner, G. Scheiner-Bobis: Endogenous and exogenous cardiac glycosides and their mechanisms of action. In: American Journal of Cardiovascular Drugs. Band 7, Nummer 3, 2007, S. 173–189, PMID 17610345. (Review).</ref> Aus pflanzlichen, primären Digitalisglycosiden kann Digoxin durch enzymatische Hydrolyse als Sekundärglycosid gewonnen werden. In der Verbindung sind drei Hexosen (Digitoxose) mit dem steroidischen Aglycon Digoxigenin verknüpft. Vom strukturell ähnlichen Digitoxin unterscheidet es sich durch eine Hydroxygruppe am C-12 des Aglycons.<ref name="Römpp" />

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Digitalis purpurea - Purple Foxglove - Roter Fingerhut - Hesse - Germany - 07.jpg
Digoxin wird seit dem Mittelalter unter anderem aus dem Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) gewonnen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Digoxin wurde erstmals 1930 von Sydney Smith bei Burroughs Wellcome in England aus den Blättern von Digitalis lanata isoliert.<ref>Barceloux, Donald G. "FOXGLOVE (DIGITALIS PURPUREA L.): History and Toxicity." CliniCians (2010): 13. http://socalclinicians.org/periodical/Volume%204.pdf#page=15</ref>

Wirkung[Bearbeiten]

Es zeigt eine positiv inotrope (Kontraktionskraft steigernde), negativ chronotrope (Herzfrequenz senkende), negativ dromotrope (Reizleitungsgeschwindigkeit senkende) und positiv bathmotrope (Erregbarkeit steigernde) Wirkung auf das Herz. Dadurch entsteht insgesamt ein höheres Schlagvolumen, was in einer besseren Nierendurchblutung und einer höheren Harnausscheidung resultiert.

Dem Wirkmechanismus liegt (bei ausreichend hohem Kaliumgehalt im Blut) eine Hemmung der Natrium-Kalium-ATPase und einer deshalb erhöhten Calciumkonzentration in den Herzmuskelzellen zugrunde. Im Gegensatz zu Digitoxin ist die Wirkdauer kürzer und die Elimination geschieht hauptsächlich über die Niere.

Das Bakterium Eggerthella lenta inaktiviert Digoxin durch Reduktion der Doppelbindung im Lacton-Ring, wodurch das Glycosid seine Wirkung am Herzmuskel verliert.<ref>Spektrum der Wissenschaft, November 2012, S. 33.</ref><ref>Hermann Feldmeier: Mikrobiom: Lebenswichtiges Getümmel im Darm. Meldung in der Pharmazeutischen Zeitung, Ausgabe 47/2012.</ref>

Indikation[Bearbeiten]

Haupteinsatzgebiete von Digoxin sind die akute und die chronische Herzinsuffizienz und supraventrikulären Tachyarrhythmien wie bei Vorhofflimmern (mit schneller atrioventrikulärer<ref>Anne Paschen: Herz. In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin. 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 185–283, hier: S. 230.</ref> Überleitung)<ref>Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 55.</ref> bzw. Vorhofflattern. Die Wirkung des Medikaments (zum Beispiel bei einem erwachsenen Menschen mit einer Dosierung von 0,25 mg sofort und danach 0,75 bis 1,5 mg pro 24 Stunden verabreicht<ref>Anne Paschen: Herz. 2016, S. 230.</ref>) zeigt sich jedoch vor allem bei einer gesunden Herzmuskelfaser. Deswegen und aufgrund besserer Alternativen wurde Digoxin in den letzten Jahren immer weiter vom Markt verdrängt. Eine neue Studie zeigt sogar, dass die Sterberate bei Patienten mit Herzinsuffizienz unter Digoxin höher ist als unter anderen Präparaten.<ref name="DOI10.1161/CIRCOUTCOMES.111.000079">J. V. Freeman, J. .. Yang, S. H. Sung, M. A. Hlatky, A. S. Go: Effectiveness and Safety of Digoxin Among Contemporary Adults With Incident Systolic Heart Failure. In: Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes. 6, 2013, S. 525–533, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden..</ref>

Es gibt auch Hinweise, dass das Medikament das Wachstum von Prostatatumoren hemmen könnte.<ref>Wissenschaft aktuell: Herzmedikament hemmt Prostatakrebs, abgerufen am 4. April 2011.</ref>

Unerwünschte Wirkungen[Bearbeiten]

Aufgrund der geringen therapeutischen Breite von Digoxin, weswegen es relativ häufig zu unerwünschten Wirkungen und Vergiftungen kommt, sind individuelle Dosierungen und regelmäßig Blutspiegelkontrollen unter laufender Behandlung notwendig. Häufig treten Appetitlosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Benommenheit auf. Seltener kommt es zu Verwirrtheit, Desorientierung, Wahrnehmungsstörungen, Psychosen, Sehstörungen und Bauchschmerzen.

In sehr seltenen Fällen wird von einer Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, Krämpfen, Überempfindlichkeitsreaktionen und Blutbildstörungen berichtet.

Handelsnamen[Bearbeiten]

Monopräparate

Digacin (D), Lanicor (D), Lenoxin (D) sowie Generika (D)<ref>Rote Liste online, Stand: September 2009.</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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