Diphosgen
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Struktur von Diphosgen | |||||||||||||||||||
| Kristallsystem |
monoklin<ref name="Arce"></ref> | ||||||||||||||||||
| Raumgruppe |
P21/n (Nr. 14, Stellung 2)<ref name="Arce" /> | ||||||||||||||||||
| Gitterparameter |
a=5,5578(5) Å, b=14,2895(12) Å, c=8,6246(7) Å, β=102,443(2)°, Z=4<ref name="Arce" /> | ||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Diphosgen | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C2Cl4O2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose, stechend riechende Flüssigkeit<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 197,85 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,65 g·cm−3 (14 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Trichlormethylchlorformiat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
−57 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
128 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
13,33 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Brechungsindex |
1,4584<ref>Chlorameisensäure-trichlormethylester (Diphosgen). In: Kohlensäure-Derivate (= Methoden der organischen Chemie. Erweiterungs- u. Folgebd. zur 4. Aufl., Band E4). Thieme Verlag, 1983, ISBN 3-13-217404-1, II. Dikohlensäure-Derivate mit Orthokohlensäure-Funktionen: a) mit einer Orthokohlensäure-Funktion, S. 1204, doi:10.1055/b-0035-112295 (In der Vorschau einsehbar).</ref> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten |
3200 mg·m−3 (LC50, Mensch, Inh., 1 min)<ref name="roempp" /> | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | |||||||||||||||||||
Vorlage:Hinweisbaustein Diphosgen ist eine chlorhaltige, giftige chemische Verbindung. Sie wurde wie Phosgen im Ersten Weltkrieg als Lungenkampfstoff verwendet. Es wird auch als Perstoff bezeichnet.
Geschichte[Bearbeiten]
Diphosgen wurde zum ersten Mal am 23. Juni 1916 von deutschen Truppen bei Verdun im Raum Fort Souville und Fort Tavannes an der Westfront als Grünkreuzkampfstoff in Granatfüllungen eingesetzt.
Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]
Technische Herstellung[Bearbeiten]
Disphosgen wird technisch meist durch Photochlorierung von Ameisensäuremethylester unter UV-Licht hergestellt.<ref name="COFGT">Alan R. Katritzky, Richard J K Taylor (Hrsg.): Comprehensive Organic Functional Group Transformations II. 2. Auflage. Elsevier Science, 2004, ISBN 978-0-08-044256-3, S. 955 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Man nutzt für die Erzeugung von UV-Licht häufig Quecksilber-Hochdrucklampen und führt die Reaktion in Rührkesselreaktoren durch.<ref name="COFGT" />
Labormaßstab[Bearbeiten]
Wegen der hohen Flüchtigkeit des Methylformiats und dessen hoher, mitunter explosiver Reaktionsfreudigkeit wird zumindest im Labor die radikalische Chlorierung von Chlorameisensäuremethylester vorgezogen. Dieser ist preiswert erhältlich und wird aus Phosgen und Methanol gewonnen:
Chemische Eigenschaften[Bearbeiten]
Diphosgen zersetzt sich beim Erwärmen in zwei Moleküle Phosgen (Thermolyse).
Verwendung[Bearbeiten]
Diphosgen wird als weniger gefährlicher Ersatz für Phosgen z. B. bei der Herstellung von Chlorameisensäureestern, Carbonaten, Isocyanaten und Isocyaniden verwendet. Militärisch wurde es unter dem Namen Grünkreuz als Kampfstoff verwendet.
Außerdem dient es im Labor als Syntheseäquivalent für Phosgen („dimeres Phosgen“); in der Praxis ist das Triphosgen jedoch besser handhabbar.
Biologische Bedeutung[Bearbeiten]
Symptome der Vergiftung mit Phosgen oder Diphosgen sind Stunden nach dem Einatmen quälender Husten, bräunlicher Auswurf durch Blutbeimischung, Blauanlaufen der Haut (Zyanose) und Lungenödeme. Unbehandelt endet die Vergiftung mit Phosgen oder Diphosgen in qualvollem Ersticken.
Sicherheitshinweise[Bearbeiten]
Diphosgen ist hochgiftig. Die letale Dosis LD100 beträgt 6 mg/l bei einer Einwirkzeit von einer Minute, der LCt50 3200 mg·min·m−3 und der ICt50 1600 mg·min·m−3.
Nachweis[Bearbeiten]
Das entstehende Phosgen kann mit Prüfröhrchen nachgewiesen werden.
Siehe auch[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Ätzender Stoff
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Trichlormethylverbindung
- Kohlensäureester
- Säurechlorid
- Lungenkampfstoff
- Gaskrieg im Ersten Weltkrieg