Diurese
Der medizinische Ausdruck Diurese ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bezeichnet die „Harnbildung und die Harnausscheidung durch die Nieren.“<ref>Medizin-Duden: Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe. 10. Auflage, Dudenverlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-411-04837-3, S. 243.</ref> Die Diurese beträgt beim erwachsenen Menschen physiologisch etwa einen bis eineinhalb Liter pro Tag oder circa 0,5 bis 1,0 Milliliter pro Minute.<ref>Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 269. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2023, ISBN 978-3-11-078334-6, S. 403.</ref>
Die Diurese wird im Rahmen medizinischer Maßnahmen beeinflusst:
- Die Diurese kann durch die Gabe harntreibender Mittel, sogenannter Diuretika, gesteigert werden. Dieses Vorgehen ist bei verschiedenen Nieren- und Herz-Kreislauferkrankungen sinnvoll, um die Kreislaufbelastung durch ein relativ zu hohes Blutvolumen zu reduzieren, z. B. bei Herzinsuffizienz.
- Im Rahmen intensivmedizinischer Entgiftungsmaßnahmen wurde früher die forcierte Diurese durchgeführt, die das Ziel verfolgte, giftige und wasserlösliche Substanzen durch eine starke Harnproduktion (Uropoese) aus dem Organismus zu entfernen. „Eine forcierte Diurese zur Beschleunigung der renalen Elimination wird auf Grund der damit verbundenen Nebenwirkungen und Risiken und fehlendem Effektivitätsnachweis nicht mehr empfohlen.“<ref>Gerd Harald Herold: Innere Medizin 2026. Selbstverlag, Köln 2026, ISBN 978-3-9821166-5-5, S. 940.</ref>
- Das Hormon Adiuretin (ADH), das im Hypothalamus produziert und im Hypophysenhinterlappen gespeichert wird, ist verantwortlich für die Rückresorption von Wasser im Mittelstück der Nierenkanälchen in den Nieren und damit diuresehemmend.
Auch auf den Körper wirkende physikalische Größen können die Diurese beeinflussen, so steigert sich die Aktivität bei Kälte- oder Druckbelastung (zum Beispiel im Wasser) oder bei niedrigem Luftdruck (zum Beispiel über ca. 3000 m Höhe). Die Kältediurese wird durch eine verminderte Produktion von ADH ausgelöst.<ref>Lothar Ullrich (Herausgeber): Thiemes Intensivpflege und Anästhesie mit DVD. Georg Thieme Verlag 2005, ISBN 978-3-13-130910-5, S. 553.</ref>
Es wird zudem unterschieden zwischen einer Wasserdiurese (Aquarese) und einer osmotischen Diurese (Filtrationsdiurese).<ref>Joachim Frey: Harnmengenänderungen. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 905–910, hier: S. 908.</ref>
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat veröffentlicht, dass Kaffee zwar kurzfristig harntreibende Wirkung hat, aber nicht dauerhaft entwässert, da der Körper entsprechend gegensteuert.<ref>Kaffee ist besser als sein Ruf: Neue Ergebnisse entlasten den beliebten Muntermacher. Auf: wissenschaft.de vom 5. April 2005.</ref><ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Studie: Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. ( vom 27. Januar 2007 im Internet Archive)</ref> Auch schwarzer Tee hat keine entwässernde Wirkung. Dieser Gewöhnungseffekt tritt auch bei einigen Diuretika auf, wenn sie als Dauertherapie gegeben werden.
Das Gegenteil der Diurese ist die Antidiurese durch eine vermehrte tubuläre Rückresorption des Primärharns als Ergebnis der Wirkung des antidiuretischen Hormons (ADH) durch die Wirkung eines anderen Antidiuretikums. Der Normalzustand bei einem Menschen, der Flüssigkeit sparen will (und häufige Toilettengänge vermeiden will), ist die Antidiurese.
In der neueren Fachliteratur wird ein Syndrom der inadäquaten Antidiurese (SIAD) beschrieben.<ref>Julie Refardt, Sophie Monnerat, Mirjam Christ-Crain: SGLT2-Inhibitoren: Ein neues Therapieprinzip bei SIAD? In: Nephro-News, Forum für Nephrologie und Hypertensiologie, 25. Jahrgang, Ausgabe 4/2023, Bruck an der Mur, S. 1–5.</ref>
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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