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Dobberzin

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Dobberzin
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Höhe: 46 m
Einwohner: 395 (Dez. 2020)<ref>MOZ.de: Geburt: Weniger Geburten, mehr Einwohner in Angermünde. 18. Januar 2021, abgerufen am 4. April 2023.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 16278
Vorwahl: 03331
Dobberzin (Brandenburg)
Dobberzin (Brandenburg)
Lage von Dobberzin in Brandenburg
Datei:Dobberzin 09-20.jpg
Dobberzin.
Datei:Dobberzin, Feldsteinkirche.jpg
Feldsteinkirche in Dobberzin.
Datei:Lake de muendesee.jpg
Mündesee von Dobberzin aus gesehen.

Dobberzin mit etwa 400 Einwohnern ist seit 1974 ein Ortsteil von Angermünde<ref>Service Brandenburg (Hrsg.): Erwähnung als Ortsteil von Angermünde im Kommunalverzeichnis Brandenburg.</ref> Das Dorf liegt beiderseits der Bundesstraße 2 von Angermünde nach Schwedt am Südostrand der Uckermark im Nordosten Brandenburgs.

Die Umgebung Dobberzins ist hügelig und von weiten Feldfluren, Seen und Wiesen gekennzeichnet. Der größte See ist der Mündesee, dessen Ostspitze vom Ort und einer Wochenendhaussiedlung umgeben ist. Zu den Seen in der unmittelbaren Umgebung zählen der Petschsee, der Dobberziner See und der Mudrowsee.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname Dobberzin geht vermutlich auf das slawische Wort „dobr-sin“ zurück, was so viel bedeutet wie „Ort eines Wenzel“.

Die Ortsgründung wird um 1250 vermutet, 1314 ist Dobberzin bereits als Kirchdorf belegt. Zeitgleich entwickelte sich ein gutsherrlicher Besitz am Ort. Zwischen 1480 und 1625 waren die Herren von Greiffenberg Besitzer Dobberzins. Um 1578 zählte man im Dorf Dobberzin 16 Bauern, 13 Kossäten, 1 Schmied, 1 Pachtschäfer und einen 1 Hirten, durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pest sank die Einwohnerzahl des Ortes in den folgenden Jahren stark ab.

Das Dorf bestand mehrere Jahrhunderte aus der Ortsgemeinde und dem rechtlich unabhängigen Gutsbezirk. Bereits ab 1625 war die uradelige brandenburgische Familie von Buch mit Stammsitz in Stolpe als Besitzer des Rittergutes. Der Rittersitz brannte 1687 nieder, dadurch fielen die zugehörigen Bauernhöfe sowie der Braukrug wüst. 1734 konnten die Einwohnerzahl des Dorfes wieder annähernd erreicht werden, damals zählte man 10 Bauern, 13 Kossäten, 2 Häuslinge, 1 Schmied, 1 Schäfer und 3 Hirten.

Erster nachweisbarer Gutsherr nach dieser zeit war Adolf Friedrich von Buch-Tornow (1685–1733) auf Stolpe mit Dobberzin und fünf weiteren Gütern in der Umgegend, wie etwa Criewen. Er war dreimal verheiratet, aus der dritten Ehe mit der früh verstorbenen Sophie Magdalene von Vieregge (1711–1737) stammten die Erben. So für Dobberzin der Gesandte am sächsischen Hof in Dresden, Adolf Friedrich von Buch-Stolpe (1733–1811), dann dessen Sohn. Dies war der kgl. preuß. Kammerherr und Ober-Zeremonienmeister sowie Schlosshauptmann zu Schwedt Georg Karl Vollrat von Buch (1767–1836), der auch in Dobberzin lebte.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1912. Dreizehnter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1911, S. 176, S. 180.</ref>

Für 1861 ist eine Einwohnerzahl von 260 überliefert. Zu diesem Zeitpunkt beinhaltete das Rittergut etwa 724 ha, der v. Buch`sche Hauptsitz in Stolpe um die 579 ha. 1872 ist brandendenburgweit die gutsherrliche Gerichtsbarkeit vollend an den Staat übergegangen. 1879 war das kreistagsfhige Rittergut in Dobberzin 901 ha groß, davon waren u. a. 187 ha Wald, 44 ha Wasser.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 4–5, doi:10.18452/377 (Digitalisat). Reprint: ISBN 3-226-00787-4.</ref> Gutsbesitzer war damals das Mitglied des Preußischen Herrenhauses und Landrat Alexander von Buch (1814–1885). Ihm folgte Johann (Johann Georg) von Buch (1845–1914).<ref>Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer`s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Kreis Angermünde, Reichenbach`sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 12 f.</ref> Letzter Gutsherr<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. (Letzte Ausgabe), In: Niekammer`s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Kreis Angermünde, Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 12.</ref> bis 1945 war Johann Siegfried von Buch (1881–1961), der mit seiner Familie nach Niedersachsen ging.<ref>Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1973. Band XII, Band 55 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, ISSN 0435-2408, S. 98 f.</ref>

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden etwa 700 ha Landbesitz enteignet und durch Neubauern aufgesiedelt. Bereits 1955 wurde eine LPG gegründet.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde Dobberzin nach Angermünde eingemeindet.<ref>Statistisches Bundesamt (StBA-Wiesbaden) (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref> Seine Einwohnerzahl betrug zu jenem Zeitpunkt 320.

Feldsteinkirche[Bearbeiten]

Die Dobberziner Feldsteinkirche stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Rundfenster über dem Portal in der Westfassade ist bei uckermärkischen Dorfkirchen dabei eher selten anzutreffen. Der Dachturm ist mit Brettern verkleidet, die Glocke kam 1885 aus Stettin. Neben dem erhaltenen Taufe-Fragment aus der Zeit des Kirchenbaues ist der Kanzelaltar mit seinen aufwändigen Schnitzereien bemerkenswert.<ref>Die Dorfkirche Dobberzin in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg, Abruf am 17. Dezember 2024.</ref>

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister Dobberzins ist Wilfried Belde.<ref>Ortsbeirat | Dobberzin.de. Abgerufen am 31. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Vereinsleben im Ort wird bestimmt vom Dorfverein Dobberzin e. V. und dem SV Grün-Weiß e. V. Dobberzin.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII: Uckermark, Hermann Böhlau Nachfolger, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2. Nachdruck: De Gruyter, Berlin/Boston 2021/2022, ISBN 978-3-11-252947-8, ISBN 978-3-11-252948-5, S. 159.
  • Kerstin Kirsch: Slawen und Deutsche in der Uckermark. Vergleichende Untersuchungen zur Siedlungsentwicklung vom 11. bis zum 14. Jahrhundert. Zugleich Diss. HU-Berlin 2000, In: Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa. Band 21; Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08604-8, S. 362.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dobberzin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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