Dora Hrach
Dorothea Josefa Barbara Maria „Dora“ Hrach (* 22. September 1889 in Graz; † 16. September 1960 in Wien) war eine österreichische Balletttänzerin, Operettensängerin sowie Schauspielerin bei Bühne und Film.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Dora Hrach, eine Tochter des Buchbinders Carl Hrach und seiner Frau Maria, geb. Kloi,<ref>Diözesanarchiv Graz-Seckau, Geburts- und Taufbuch der Stadtpfarre Graz-Hl. Blut, Nr. 268/1889 (online).</ref> begann ihre Bühnenkarriere zunächst als Balletttänzerin und ist erstmals 1903 im Rahmen einer Kindervorstellung am Stadttheater ihrer Heimatstadt Graz nachweisbar.<ref>Annonce. In: (Grazer) Tagespost, 28. Februar 1903, S. 12 (online bei ANNO).</ref> Bereits im Jahr darauf trat sie auch als Schauspielerin in Erscheinung.<ref>Annonce. In: (Grazer) Tagespost, 21. April 1904, S. 17 (online bei ANNO).</ref> Es folgten weitere Verpflichtungen, etwa im Frühjahr 1909 am Stadttheater Karlsbad,<ref>Meldung. In: Prager Tagblatt, 25. April 1909, S. 12 (online bei ANNO).</ref> bei denen sie immer wieder auch ihr tänzerisches Können zeigen konnte.<ref>Meldung zum „Apachentanz“. In: Prager Tagblatt, 29. Mai 1910, S. 13 (online bei ANNO).</ref> Die Kritik fand frühzeitig lobende Worte für sie: „Frl. Hrach scheint zu jenen glückhaften jungen Damen zu gehören, die überall für sich einzunehmen wissen. Sie ist hübsch, Robustheit ist ihr fremd, hat eine liebe Stimme, die sie oft mit Innigkeit und seltsam wohltuender Wärme anzuwenden weiß“, berichtete Der Humorist.<ref>Rubrik „Prager Theaterbrief“. In: Der Humorist, 20. Juni 1911, S. 4 (online bei ANNO).</ref> Bereits im Jahr 1912 konnte man Dora Hrach in Wien (am Lustspieltheater) sehen.<ref>Theaterannonce. In: Deutsches Volksblatt, 5. August 1912, S. 6 (online bei ANNO).</ref> Am Vorabend des Ersten Weltkriegs war sie am Theater in der Josefstadt verpflichtet und stand mit den Ensemblemitgliedern dieser renommierten hauptstädtischen Bühne auch vor der Kamera, als sie in dem Lustspiel Der Storch ist tot ihr Filmdebüt gab.
Dora Hrachs Leinwandabstecher beschränkten sich überwiegend auf die Jahre 1914 bis 1920, als sie nahezu ausschließlich in Komödien zu sehen war. Dennoch blieb das Theater auch in Zukunft Dorothea Hrachs Hauptbetätigungsfeld. In diesen Jahren sah man sie u. a. in Wiens Apollo-Theater, aber auch in Berlins Neuem Operettenhaus.<ref>Meldung in der Rubrik „Theater und Kunst“. In: Der Humorist, 1. Juli 1916, S. 2 (online bei ANNO).</ref> Als Soubrette in der deutschen Hauptstadt fest etabliert, sah man Dora Hrach gegen Ende des Kriegs in der Operette Graf Habenichts im Wallner-Theater. 1920 feierte Hrach noch einmal einen Erfolg in der Operette Die Csikosbaroneß<ref>Meldung in der Rubrik „Theater-Rundschau“. In: Sport im Bild, 10. September 1920, S. 975 (online bei ANNO).</ref>. Danach wurde es zunehmend ruhig um die Künstlerin, erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war sie als Fixmitglied von Otto Anders Österreichischer Länderbühne bzw. dem Künstlertheater Bad Aussee wieder regelmäßig auf Bühnenbrettern zu sehen. Zuletzt im steirischen Altaussee ansässig, starb Dora Hrach 1960 während eines Aufenthalts in Wien an einer arteriellen Thrombose.<ref>Magistrat der Stadt Wien, Sterbebuch Standesamt Wien-Innere Stadt-Mariahilf, Nr. 1053/1960.</ref>
1925 heiratete sie den kaufmännischen Direktor Johann Adam Lorenz. 1930 wurde die Ehe geschieden.<ref>Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Charlottenburg III, Nr. 90/1925 (online bei Ancestry, kostenpflichtig).</ref>
Filmografie[Bearbeiten]
- 1914: Der Storch ist tot
- 1915: In Civil
- 1916: Trudes Geheimnis
- 1917: Das Goldfischchen
- 1917: Das Hochzeitsgeschenk
- 1919: Der Kampf um die Ehe, 1. Teil: Wenn in der Ehe die Liebe stirbt
- 1919: Der Seelenkäufer
- 1919: Das Caviar-Mäuschen
- 1920: Wenn die Liebe nicht wär’
- 1930: Wien, du Stadt der Lieder
Tonträger[Bearbeiten]
Von Dora Hrach ist nur ein einziger Titel auf Schellackplatte nachweisbar: Samson! Laß dir doch die Haare schneiden, ein Duett mit Siegfried Arno aus der Operette Die rote Katze (Musik: Karl Hajos, Text: Willi Kollo) auf Homocord B 251, aufgenommen im April 1923. Sechs Titel, die sie im September 1928 für die Lindström AG aufnahm, blieben unveröffentlicht.<ref>Hrach, Dora bei der Gesellschaft für historische Tonträger, anmeldepflichtig.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Genossenschaft deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach. F. A. Günther & Sohn, Berlin 1906 ff.
- Hans Richter (Hrsg.): Filmstern. Richters Handbuch der Schauspieler, Regisseure und Schriftsteller des Films (= Kinojahrbuch. Band 4). Hans Hermann Richter Verlag, Berlin-Wilmersdorf 1921/1922, ZDB-ID 1342234-0, S. 40.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Dora Hrach bei filmportal.de
- Vorlage:IMDb/1
- Dora Hrach bei The German Early Cinema Database, DCH Cologne
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hrach, Dora |
| ALTERNATIVNAMEN | Hrach, Dorothea Josefa Barbara Maria (Geburtsname); Lorenz, Dorothea (Ehename) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Balletttänzerin, Operettensängerin und Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1889 |
| GEBURTSORT | Graz, Herzogtum Steiermark, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 16. September 1960 |
| STERBEORT | Wien, Österreich |