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Dornige Spitzklette

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Dornige Spitzklette
Datei:Xanthium spinosum - Botanischer Garten Mainz IMG 5563.JPG

Dornige Spitzklette (Xanthium spinosum)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Heliantheae
Gattung: Spitzkletten (Xanthium)
Art: Dornige Spitzklette
Wissenschaftlicher Name
Xanthium spinosum
L.

Die Dornige Spitzklette (Xanthium spinosum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Spitzkletten (Xanthium) in der Unterfamilie der Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Xanthium spinosum sl1.jpg
Habitus, Laubblätter und Dornen
Datei:534 Xanthium spinosum.jpg
Illustration
Datei:Xanthium spinosum - staminate flowers.JPG
Von links nach rechts: weibliche und männliche Blütenkörbchen
Datei:Xanthium spinosum - pistillate flower.JPG
Weibliches Blütenkörbchen im Detail und Indument
Datei:Xanthium spinosum sl33.jpg
Stängel mit Dornen und ♀-Korb
Datei:Xanthium spinosum sl39.jpg
♀-Korb mit geraden Schnäbeln (oben)
Datei:Xanthium spinosum sl43.jpg
Oberfläche eines ♀-Korbes mit Hülldornen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Dornige Spitzklette ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 80 Zentimetern. Sie hat eine reich verzweigte, spindelförmige Wurzel.

Der aufrechte und meist vom Grunde an sparrig verzweigte Stängel ist rundlich, zerstreut anliegend behaart und weißlich mit grünen Längsstreifen. Am Stängel beiderseits des Blattstielansatzes steht je ein dreiteiliger, strohfarbener oder schwach rötlicher Dorn mit einem kurzen Fußstück und meist drei spreizenden, 10 bis 25 Millimeter langen Dornen.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und die Blattunterseite ist durch kurze sehr dicht stehende Trichome grau filzig behaart. Die Blattspreite ist im Umriss rhombisch und meist dreilappig mit verlängertem Mittellappen und schräg nach vorn gerichteten Seitenlappen. Der Mittellappen ist vorn spitz und trägt meist noch ein oder zwei Paar grobe Seitenzähne. Der Spreitengrund ist keilförmig in den Blattstiel verschmälert und trägt hier manchmal auch noch jederseits einen Zahn. Die obersten Laubblätter sind lanzettlich und ganzrandig oder beiderseits mit je einem Zahn versehen.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von August bis Oktober. Die Dornige Spitzklette ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Blütenkörbchen stehen am Ende des Stängels und der Äste und sind ganz unscheinbar. Die weiblichen Blütenkörbchen stehen im oberen Stängelteil einzeln oder zu zweien am Grund eines Blattstiels und sind zweiblütig. Die eingeschlechtigen Blüten sind tief eingesenkt in den mit hakigen Hülldornen besetzten Körbchenboden. Sie sind eng umschlossen von ihren spitzen Spreublättern. Nur die Griffel ragen heraus.

Die reifen Fruchtkörbchen sind ellipsoid, 10 bis 12 Millimeter lang und an der Spitze mit einem kürzeren und einem etwas längeren Dorn versehen. Die Oberfläche ist schwach spinnwebig behaart. Frisch ist sie grünlich und glatt, reif bräunlich und höckerig. Sie ist ringsum besetzt mit zahlreichen, 2 bis 2,5 Millimeter langen, hakigen, am Ende schwanenhalsförmig gekrümmten, kahlen, bräunlichen Dornen.

Chromosomensatz[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.

Vorkommen[Bearbeiten]

Xanthium spinosum ist ursprünglich in Nord-, Mittel- und Südamerika verbreitet<ref name="POWO" />. Sie ist in vielen subtropischen und warm gemäßigten Gebieten der Welt ein Neophyt. Sie hat ausgedehnte Vorkommen in Nordamerika, Südeuropa, Südosteuropa, Vorder- und Zentralasien, in Nord- und Südafrika sowie in Australien.

In Europa wurde die Dornige Spitzklette zuerst 1689 von Tournefort in Portugal am Ufer des Tajo beobachtet, sie war dort anscheinend damals bereits eingebürgert.<ref name="Wagenitz1979" /> Nur wenig später wird sie in Botanischen Gärten kultiviert: Paris 1694, Montpellier 1697, Leipzig 1699. Auf diese Kulturen könnten einige frühe adventive Funde zurückgehen: Florenz 1723, Verona 1745 und Montpellier 1751. Das südrussische Steppengebiet wurde später zu einem sekundären Ausbreitungszentrum, von dem aus Xanthium spinosum nach Westen vordrang. Ungeklärt aber ist, wie sie bisher nach Südrussland gelangte. Während Peter Simon Pallas in dieser Zeit 1771–1776 Xanthium spinosum noch nicht kannte, beobachtete sie Johann Anton von Güldenstädt schon 1769 am Chopjor, einem Nebenfluss des Dons und 1772 in Transkaukasien. Der erste Fund in Mitteleuropa in Straßburg 1814 ist offensichtlich auf eine Einschleppung durch russische Truppen zurückzuführen.<ref name="Wagenitz1979" />

In Mitteleuropa ist die Dornige Spitzklette in Österreich eingebürgert in Niederösterreich, Oberösterreich, im Burgenland und in der Steiermark. In Deutschland ist sie eingebürgert in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz. Außerdem gilt sie in Mitteleuropa eingebürgert in der Schweiz, in Tschechien und in Polen.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> In den übrigen Gebieten Mitteleuropas ist sie meist unbeständig. Die Dornige Spitzklette entwickelt reife Früchte in den meisten Gebieten Mitteleuropas nur an günstigen Standorten und in klimatisch günstigen Jahren. Sie wurde oft auch neu immer wieder mit Wolle eingeschleppt und kam daher häufig in der Nähe von Wollkämmereien vor.

Die Dornige Spitzklette kommt in Mitteleuropa auf Ruderalstandorten von Dörfern, in lückigen Unkrautfluren, an Wegrändern, auf Schutt- und Verladeplätzen vor. Sie gedeiht meist auf trockenen, nährstoffreichen, meist sandigen oder kiesigen Böden. Sie gedeiht vor allem in Pflanzengesellschaften der Ordnung Sisymbrietalia.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 5 (sehr nährstoffreich bis überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Xanthium spinosum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 987. Ein Synonym für Xanthium spinosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. ist Acanthoxanthium spinosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Fourr.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="InfoFlora"> Xanthium spinosum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Wagenitz1979"> Gerhard Wagenitz: Xanthium spinosum. In: . </ref> <ref name="POWO">Xanthium spinosum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 831</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dornige Spitzklette (Xanthium spinosum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien