Doula
Eine Doula (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine nichtmedizinische Helferin. Sie steht einer werdenden Mutter vor, während und nach der Geburt emotional und körperlich zur Seite.
Geschichte des Berufsbildes[Bearbeiten]
In der westlichen Kultur wurde das Konzept der Doula zunächst in den USA wiederbelebt. Der Begriff wurde 1969 in einer anthropologischen Studie von Dana Raphael verwendet. Die Schülerin von Margaret Mead hatte den Begriff Doula von einer älteren griechischen Frau übernommen.<ref>Maggie Jones: Dana Raphael Opened Up the Mysteries of Nursing – The New York Times. In: nytimes.com. 21. Dezember 2016, abgerufen am 12. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In den USA gibt es seit jeher nur sehr wenige Hebammen in den Krankenhäusern.<ref>Sabrina Ebitsch: Beruf der Woche: Doulas – Bis zum schönen Ende. In: zeit.de. 6. August 2009, abgerufen am 10. Januar 2019.</ref> Wenn es keine Komplikationen gibt, werden Mütter kurz nach der Geburt nach Hause entlassen.<ref>Christina Horsten: Deutsche Doula in New York: Hebamme in einem Land ohne Hebammen. In: aerztezeitung.de. 27. Dezember 2018, abgerufen am 10. Januar 2019.</ref> In Deutschland und Österreich waren Doulas in den 2010er Jahren noch nicht sehr bekannt. In der Schweiz hat sich der Bekanntheitsgrad deutlich vergrößert.
Aufgaben[Bearbeiten]
Doulas verstehen sich als Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettbegleiterin. Sie kümmern sich vor, unter und nach der Geburt eines Kindes um die Frau, unterstützen den Partner und helfen beiden, emotional mit der Situation zurechtzukommen.<ref>Claudia Hamburger: Geburtsbegleitung: Was macht eigentlich eine Doula? In: t-online.de. 12. September 2018, abgerufen am 10. Januar 2019.</ref> Während der Geburt können sie eine kontinuierliche 1:1-Betreuung gewährleisten. Dabei übernehmen Doulas keine medizinischen Tätigkeiten und ersetzen weder Hebamme noch ärztliche Geburtshelfer. In manchen Kulturen sind neben der Hebamme eine oder mehrere Doulas zur Unterstützung bei der Geburt anwesend.
Die praktische Unterstützung von Eltern und Neugeborenen nach der Geburt einschließlich der Versorgung der Geschwister ist eher Teil der häuslichen Wöchnerinnen- und Säuglingspflege. Im Vergleich dazu befasst sich eine Doula mit emotionalen Geschehnissen vor und unmittelbar nach der Geburt. Die Schwangere nimmt selbst Kontakt zu einer Doula auf und bezahlt diese privat.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Deutscher Hebammenverband: Positionspapier Doulas ( vom 10. Januar 2019 im Internet Archive)</ref> Die Kosten für eine Doula werden in Deutschland nicht von den Krankenkassen getragen.
Ausbildung[Bearbeiten]
Der Begriff Doula ist nicht geschützt, daher kann auch ohne entsprechende Ausbildung als Doula gearbeitet werden.
In Deutschland und Österreich wird auch eine Doula-Ausbildung von privaten Vereinen organisiert. Die Zugangsvoraussetzungen sind unterschiedlich, und die Ausbildung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht staatlich organisiert. Sie muss privat bezahlt werden. Die Ausbildung erfolgt in Kursen, die in etwa über ein Jahr verteilt sind. Bestandteil der Ausbildung sind praktische Erfahrungen.
Doulas arbeiten haupt- oder nebenberuflich. Als grundlegende Voraussetzung für die Tätigkeit wird weithin angesehen, dass eine Doula selbst ein Kind geboren hat. Einige Vereine in der Schweiz, Österreich und Deutschland bieten die Ausbildung nur für Frauen an. Seit 2017 gibt es aber auch Ausbildungsmöglichkeiten für Männer und für Frauen ohne Geburtserfahrung. Es gibt vereinzelt männliche Doulas.<ref>Haushalt: Männliche Doula?? In: forum.wireltern.ch. Abgerufen am 10. Januar 2019.</ref><ref>Yaniv Kubovich: Birth instructor suspected of sexually abusing patients – Haaretz – Israel News. In: haaretz.com. 27. Dezember 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Januar 2019; abgerufen am 10. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Die Ausbildung zur Hebamme steht hingegen auch Männern vorbehaltlos offen. In Deutschland gab es 2022 geschätzt 22 männliche Hebammen<ref>"Motivation ist alles im Kreißsaal". 29. Juni 2022, abgerufen am 14. August 2024.</ref>.
Im Gegensatz verläuft die Qualifizierung zur Hebamme im Rahmen eines Studiums, das durch Hebammengesetze in Deutschland und Österreich reguliert wird.
Doula-Vereinigungen[Bearbeiten]
Der Verein DONA International ist die größte und älteste Doula-Vereinigung weltweit. Sie besteht seit 1992 und hatte bis 2019 mehr als 12.000 Doulas in mehr als 50 Ländern zertifiziert.<ref>About DONA International. In: dona.org. Abgerufen am 10. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es mehrere Doula-Vereinigungen und mehrere Anbieter für eine Doula-Ausbildung.
Wochenbetthilfe in China[Bearbeiten]
Traditionell wird der Wöchnerin in China eine 30- bis 40-tägige Ruhezeit nach der Geburt empfohlen. Dabei übernimmt eine Betreuungsperson – ein älteres Familienmitglied oder eine professionelle Wochenbettbetreuerin, yuesao (月嫂) genannt – rund um die Uhr die Versorgung des Neugeborenen, das Kochen und die Hausarbeit, damit sich die Mutter erholen kann. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts hat der Anteil der professionellen yuesao zugenommen.<ref>Siyi Chen: “Yuesao”: A Distinct Postnatal Doula in Contemporary China. In: thepolyphony.org. 20. Januar 2025, abgerufen am 11. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine Verordnung aus dem Jahr 2015 sieht Qualitätsstandards für Mutter-Kind-Betreuungsdienste vor, einschließlich einer in sechs Qualifizierungsstufen aufgebauten Qualitätsskala für yuesao.<ref>Sun Jiahui: Maternal Instinct. In: theworldofchinese.com. 14. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Viele Mütter sind im Wochenbett zuhause, es gibt aber auch private Kliniken, die Mütter für die Dauer dieser Ruhezeit aufnehmen.<ref>S. S. Tsai, H. H. Wang: Role changes in primiparous women during 'doing the month' period. In: Midwifery. Band 74, Juli 2019, S. 6–13, doi:10.1016/j.midw.2019.03.007, PMID 30908975.</ref>
Begriffliche Abgrenzung[Bearbeiten]
In abweichender Wortverwendung wird eine Sterbebegleitung bisweilen auch als Doula bzw. Delirium Doula bezeichnet.<ref>Michele C. Balas, Melissa Gale, Sarah H. Kagan: Delirium Doulas. An Innovative Approach to Enhance Care for Critically Ill Older Adults. In: ccn.aacnjournals.org. August 2004, abgerufen am 12. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Amy L. Gilliland: Beyond holding hands: the modern role of the professional doula. J Obstet Gynecol Neonatal Nurs 31 (2002), S. 762–769, PMID 12465873 doi:10.1177/0884217502239215
- Marshall H. Klaus, John H. Kennell, Phyllis H. Klaus: Doula, der neue Weg der Geburtsbegleitung. Mosaik Verlag, München 1995.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />