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Dournazac

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Dournazac
Datei:Blason ville fr Dournazac (Haute-Vienne).svg
Dournazac (Frankreich)
Dournazac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Haute-Vienne (87)
Arrondissement Rochechouart
Kanton Rochechouart
Gemeindeverband Pays de Nexon-Monts de Châlus
Koordinaten 45° 38′ N, 0° 55′ OKoordinaten: 45° 38′ N, 0° 55′ O
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Höhe 288–498 m
Fläche –
Einwohner 672 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 87230
INSEE-Code 87060
Datei:Dournazac - Fête de la châtaigne.jpg
Dournazac während des Kastanienfestes im August

Dournazac, okzitanisch Dornasac, ist eine französische Gemeinde mit 672 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haute-Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Rochechouart und zum Kanton Rochechouart. Die Bewohner nennen sich Dournazacois oder Dournazacoises.

Etymologie[Bearbeiten]

Dournazac hieß, dem Okzitanischen vergleichbar, zwischen 1315 und 1333 Dornazac und im 14. Jahrhundert Dornazaco. Wahrscheinlich handelt es sich hier um den gallorömischen Eigennamen Durnatus bzw. Durnatius oder Dornatius, versehen mit dem typischen Suffix -acum („Wohnstätte des, Besitz des“). Dahinter dürfte sich der gallische Männername Duros oder Durnos verbergen. Das gallische Wort Duros bedeutet „Härte, Stärke“, Durnos bedeutet „Natur“, „Faust“ und im übertragenen Sinne „Befestigung“.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dournazac liegt an der Grenze zum Département Dordogne im Regionalen Naturpark Périgord-Limousin, 40 Kilometer südwestlich von Limoges. Sie grenzt im Nordwesten an Cussac (Berührungspunkt), im Norden an Champagnac-la-Rivière, im Nordosten an Châlus, im Osten an Bussière-Galant, im Süden an Firbeix, im Südwesten an Mialet und im Westen an La Chapelle-Montbrandeix. Die südliche Gemeindegrenze markiert die Dronne.

Dournazac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Champagnac-la-Rivière Châlus
La Chapelle-Montbrandeix Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Mialet (Dordogne) Firbeix (Dordogne) Bussière-Galant
Datei:Map commune FR insee code 87060.png
Lagekarte von Dournazac

Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Schlösser, Mühlen und Geländepunkte:

Arrivaud, Barboux, Bois de Piolet, Bort, Chaumeix (mit Mûhle), Chez Chirgaut, Dournadille, Fargeas, Faure du Bos, Férasse, Feuyas, Font Froide, Forêt de Lambertie, Gouhaut, L'Artige, L'Échanie, L'Éro(au)die, La Bussiêre Montbrun, La Basse Borde, La Bussière l'Épine, La Côte, La Croix-du-Bac, La Croix de la Gane, La Gane, La Garnandie, La Goudonie, La Grande Lande, La Monnerie (vormals Laumônerie), La Rougerie, La Soupèze, Lachaud, Lasnaud, Latterie, Le Chedal, Le Clos, Le Coudert, Le Genêt, Le Grand Clos, Le Grand Puyconnieux, Le Mas-du-Loup (vormals Mardalou), Le Masgiraud, Le Petit Bort, Le Petit Puyconnieux, Le Pinélou, Les Beiges (oder Les Bèges), Les Bessières, Les Brocheries, Les Cailloux, Les Chomes (oder Les Chaumes), Les Congeries, Les Côtes Noires, Les Gandilles, Les Pierres, Les Pomperies, Les Quatre Routes, Les Rivaux, Les Terrasses, Les Vergnes (mit La Grande-Vergne und La Petite-Vergne), Longeaigue, Maison Neuve, Mappas, Masminaud, Monchaty, Montbrun, Morilloux, Moulin de Feuyas, Pierre-Blanche, Poche Vergne, Prétaraud, Puygrêle, Puyroby, Thavaud (Schmiede – vormals Tavaux oder Altavaux), Trainie, Vial(l)ebesoin und Vignéras.

Topographie[Bearbeiten]

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes mit 288 Metern über dem Meer liegt bei Les Gandilles an der Einmündung des Dournaujou in die Dronne im äußersten Südwesten; der höchste Punkt mit 498 Metern befindet sich an der Nordwestecke am Grand Puyconnieux. Die maximale Höhendifferenz beträgt somit 210 Meter. Der Ortskern weist eine durchschnittliche Meerhöhe von rund 360 Meter auf (Rathaus bei 350 Meter). Die Durchschnittshöhe der gesamten Gemeinde beträgt 393 Meter.

Dournazac bildet Teil der Monts de Châlus und somit der Monts du Limousin. Im Le Grand Puyconnieux wird mit 498 Meter nahezu die 500-Meter-Marke erreicht. Zu diesem Hochgebiet in der Nordwestecke der Gemeinde zählen noch weitere Erhebungen wie Le Pinélou mit 470 Meter im Nordosten oder der Puy Aubert mit 452 Meter an der Westgrenze.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Den Ortskern von Dournazac quert als Hauptverkehrsachse in Ost-West-Richtung die D 6b (in der Dordogne D 85) von Châlus nach Nontron. Im Ortskern zweigen hiervon mehrere kleinere Quarverbindungen ab. Beispielsweise die in Nord-Süd-Richtung verlaufende D 66. Diese führt nach Norden nach Champagnac-la-Rivière und nach Süden in Richtung Mialet. Oder die D 64, die nach Osten mit der Schnellstraße N 21 Limoges-Périgueux anbindet. In westlicher Richtung zieht sie an der Burg Montbrun vorbei weiter nach La Chapelle-Montbrandeix. Die vielen Weiler der Gemeinde können über kleinere Kommunalstraßen erreicht werden.

Nahestgelegener Bahnhof für Dournazac ist La Gare der Gemeinde Bussière-Galant an der Bahnstrecke Limoges-Bénédictins–Périgueux.

Hydrographie[Bearbeiten]

Datei:87060-Dournazac-Hydro.png
Hydrographische Karte von Dournazac

Die von Nordosten kommende, mäandrierende Dronne bildet die Südgrenze der Gemeinde zu Firbeix und Mialet. Ihr ziehen von Norden mehrere rechte Seitenarme entgegen. Dies sind von West nach Ost Le Dournaujou, La Reille (fließt durch den Ortskern), Le Morillou und drei weitere kleine Bäche. Rund 95 % des Gemeindegebiets gehören folglich zum Entwässerungsnetz der Dronne, nur ein kleiner Saum entlang der Nordgrenze liegt bereits jenseits der Wasserscheide zur Tardoire (Einzugsgebiet Charente). Der ebenfalls zur Charente entwässernde Bandiat entspringt nur 1 Kilometer nordwestlich des Le Grand Puyconnieux (im Gemeindegebiet von La Chapelle-Montbrandeix).

Geologie[Bearbeiten]

Datei:AugengneissLimousin2.jpg
Massiver Augengneis von der Burg Montbrun
Datei:AugengneissLimousin.jpg
Augengneis der basalen, leptynitischen Fazies OCλ3 am Le Grand Puyconnieux nördlich von Dournazac

Die Gemeinde Dournazac liegt vollständig auf dem variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Strukturell tiefst gelegene Einheit sind Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit, die im äußersten Westen gerade noch anstehen. Der größte Teil des Gemeindegebietes liegt jedoch auf strukturell höherliegenden Augengneisen der Unteren Gneisdecke des Limousins, die Nordnordwest streichen und um 40° nach Ostnordost einfallen. Die Augengneise lassen sich generell in 7 weitere Fazies unterteilen, wobei nicht alle in Dournazac ausgebildet sind. Neben einer sehr massiven Fazies an der Burg von Montbrun erscheinen mehrere leptynitische Fazies.

Oberhalb der Augengneise folgen sodann im Ostabschnitt der Gemeinde noch Plagioklas-führende Paragneise und im Bois de Piolet gerade noch etwas an plagioklashaltigen Bändergneisen.

Mafische Gesteine treten nur als relativ kleine Scherlinsen in Erscheinung. So stehen beispielsweise im Weiler La Rougerie Merlis-Serpentinite an. Zwei gangartige Amphibolitkörper erscheinen südlich von Gouhaut nahe der Ostgrenze sowie ein weiterer Amphibolit südlich von Férasse.

Sämtliche Gesteine sind metamorph überprägt, im Westen auch zusätzlich noch kontaktmetamorph (der Saint-Mathieu-Leukogranit steht nur knapp einen Kilometer weiter westwärts an und hat das Neuerscheinen von Biotit induziert). Der Grad der Regionalmetamorphose steigt generell nach Osten an und erreicht den Grad des Disthens.

Bodenbedeckung[Bearbeiten]

Datei:87060-Dournazac-Sols.png
Bodenbedeckung in Dournazac

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Dournazac schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

  • Wälder – 44,8 %
  • heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 30,2 %
  • Wiesen – 20,6 %
  • Ackerbau - 2,3 %
  • baulich beansprucht – 1,2 %
  • Strauchwiesen - 0,9 %.

Die landwirtschaftlich genutzten Flächen inklusive Wiesen und Ackerbau stehen 2018 im Vordergrund. Sie haben mit 53,1 % gegenüber 1990 (52,4 %) nur minimal zugenommen.

Naturrisiken[Bearbeiten]

Datei:87060-Dournazac-argile.jpg
Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Dournazac

Naturrisiken manifestieren sich in Dournazac als

In den Jahren 1982 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).

Wie die Risikokarte zeigt, ist Dournazac zu 15 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen. Risikogebiete sind vor allem die rechten Seitentäler der Dronne.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

Auch Dournazac ist einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.

Ökologie[Bearbeiten]

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Schutzgebiet des Typus 1
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Schutzgebiete des Typus 2

Naturpark[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dournazac bildet seit 1998 einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Ein Schutzgebiet des kontinentalen Typus 1 (ZNIEFF 1) ist der 702,41 Hektar große Bois des Essarts am Nordrand der Gemeinde. Der Wald betrifft aber vor allem die Gemeinde Champagnac-la-Rivière mit dem Ruisseau de Brie, aber auch das benachbarte La Chapelle-Montbrandeix um den Étang de Masselièvre, sowie Châlus und Cussac. Es handelt sich um einen alten Kastanienwald, der saproxylische Insekten beherbergt.

Das Schutzgebiet des Typus 2 (ZNIEFF 2) wird von dem Réseau Hydrographique de la Haute Dronne gebildet. Unter Schutz steht hier vor allem der gesamte Oberlauf der Dronne von seiner Quelle bis nach Saint-Pardoux-la-Rivière. Hierin eingeschlossen sind aber auch die rechtsseitigen Seitenarme der Dronne im Gemeindegebiet von Dournazac, wie beispielsweise der Dournaujou mit seinen beiden unteren rechten Nebenbächen, der Morillou, ein weiterer Bach weiter ostwärts südlich von La Rougerie und das Gebiet linksseitig der Dronne um Monchaty.

Vermittels der Dronne ist Dournazac als Auffanggebiet automatisch in dem riesigen Biosphärenreservat der Dordogne mit eingeschlossen. Das 5070 Quadratkilometer große Einzugsbecken der Dordogne steht unter dem Schutz von Natura 2000.

Fernwanderwege[Bearbeiten]

Der Westen des Gemeindegebiets wird vom GR 4 von Royan nach Grasse durchquert. Der GR 4 fällt hier nahezu mit dem GR 654 zusammen – dem Jakobsweg (Via Lemovicensis), der von Châlus kommend den Ostteil der Gemeinde Richtung Firbeix und La Coquille durchzieht.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten erhaltenen Bauwerke in der Gemeinde Dournazac stammen aus dem 12. Jahrhundert – darunter die Burg Montbrun (Baubeginn 1179), die Kirche Saint-Sulpice, die mittlerweile zerstörte Abtei Thavaud (gegründet 1178), von der nur noch Reste erhalten sind, sowie die nicht mehr erhaltene Burganlage bei Latterie.

Die Besiedlung reicht aber wesentlich weiter zurück zu den Gallorömern und ins ausgehende Neolithikum. Gallische defensive Erdwälle von bis zu 5 Meter Höhe finden sich bei Dournadille, Férasse und Mourillon. Gallorömisch ist beispielsweise die Fundstätte Les Couvents, die aber bereits zum Gebiet der Nachbargemeinde La Chapelle-Montbrandeix gehört (Villenkomplex mit Metallverarbeitung). Ferner befinden sich weitere römische Ruinen bei La Bussière-Montbrun. Auch der Grand Puyconnieux war von Römern besiedelt, wie Ziegel- und Keramikreste belegen.<ref>André Lecler: Extraits du Dictionnaire Historique et Géographique de la Haute-Vienne. Lafitte Reprints, 1994 ([1]).</ref>

Das Endneolithikum wird durch den Fund eines Steindolchs angezeigt, der mit dem Artenacien assoziiert wird und rund 4.500 Jahre alt sein dürfte. Ferner fanden sich bei Les Landiers-de-Loup an der Grenze zu Châlus zwei neolithische Tumuli.

Dournazac litt unter den Hugenottenkriegen und später der Französischen Revolution. So wurde beispielsweise unter Gaspard II. de Coligny 1569 die Abtei Thavau zerstört und im selben Jahr die Kirche Saint-Sulpice geplündert und schwer beschädigt. Während der Französischen Revolution wurden ortsansässige Priester deportiert, die Archive der Burg Montbrun niedergebrannt und Besitztümer 1794 requiriert und sodann als Nationalgüter (Bien national) weiterverkauft.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Dournazac
Jahr Einwohner

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2020 669
2023 672

Die Bevölkerungszahlen von Dournazac sind seit 1962 generell rückläufig (Bevölkerungsverlust von 49 %). Die Situation hat sich aber seit 2014 stabilisiert und die Bevölkerung ist sogar wieder sehr langsam am Ansteigen.

Seine höchste Bevölkerungszahl hatte Dournazac im Jahr 1901 mit 2508 Einwohnern (aktueller Gesamtverlust 73,2 %).

Bei einer Fläche von 35,97 Quadratkilometer beträgt die Bevölkerungsdichte 19 Einwohner/km² (genauer 18,7 Einwohner/km²).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister in Dournazac ist seit April 2014 der parteilose Tierarzt Christian Bonnat, der im Mai 2020 wiedergewählt wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dournazac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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