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Drehfrucht

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Drehfrucht
Datei:2007-03-20Streptocarpus03.jpg

Drehfrucht (Streptocarpus-Hybride)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Gesneriengewächse (Gesneriaceae)
Didymocarpoide Gesneriaceae
Gattung: Drehfrucht
Wissenschaftlicher Name
Streptocarpus
Lindl.

Drehfrucht (Streptocarpus), auch eingedeutscht Streptokarpus genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae). Die etwa 135 Arten gedeihen hauptsächlich in den Wäldern des tropischen und südlichen Afrikas und Madagaskars. Viele Sorten werden als Zimmerpflanzen verwendet.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Sowohl ihren deutschsprachigen Trivialnamen Drehfrucht als auch den botanischen Namen Streptocarpus bekam diese Pflanzengattung aufgrund der spiralig gedrehten, langen Früchte, welche von den meisten Arten gebildet werden. Der botanische Gattungsname Streptocarpus leitet sich aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ab.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Streptocarpus orientalis 139-8526.jpg
Illustration von Streptocarpus orientalis
Datei:Streptocarpus polyanthus GS449.png
Illustration der Vielblütigen Drehfrucht (Streptocarpus polyanthus), die nur ein einziges lebenslang wachsendes Laubblatt ausbildet.
Datei:Streptocarpus.fruit.jpg
Der Name Drehfrucht erklärt sich mit der spiralförmigen Struktur der Frucht.

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Streptocarpus-Arten sind ein- bis mehrjährige, also monokarpe hapaxanthe Pflanzen oder meist ausdauernde, also pollakanthe, polykarpische Pflanzen. Sie wachsen als immergrüne, krautige Pflanzen, die selten an ihrer Basis verholzen. Der größere Teil der Arten ist acaulescent, das bedeutet die Sprossachse ist gestaucht. Einige Arten bilden mehr oder weniger lange Sprossachsen aus, die selbständig aufrecht, kriechend bis überhängend sind.

Laubblätter[Bearbeiten]

Die Laubblätter der meisten Arten sind in grundständigen Rosetten angeordnet. Ausnahmen sind einige Arten, welche nur ein einziges großes Blatt bilden, das durch ein Basalmeristem lebenslang wächst, wie zum Beispiel Streptocarpus wendlandii und Streptocarpus dunnii. Bei den Arten der Untergattung Streptocarpella sind die Laubblätter gegenständig an den Stängeln entlang verteilt; zu ihnen gehört beispielsweise Streptocarpus saxorum. Die meist fein behaarten und leicht brechenden Laubblätter sind bei der Untergattung Streptocarpella mehr oder weniger lang gestielt und meist ungestielt. Die einfachen Blattspreiten sind bei der Untergattung Streptocarpus meist länglich und bei der Untergattung Streptocarpella meist fast kreisförmig, selten verkehrt eiförmig bis elliptisch.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Auf seitenständig an langen Blütenstandsschäften stehen die Blüten selten einzeln, meist zu einigen bis vielen in zymösen Blütenständen.

Die einzelnen Blüten halten einen Tag bis mehrere Wochen je nach Art. Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind meist frei oder höchstens an ihrer Basis verwachsen. Die fünf Blütenkronblätter sind röhrig verwachsen und die Kronröhre endet zweilippig. Die Farben der Kronblätter reichen von blau über violett und rosa bis rot und weiß. Von den zwei Paaren Staubblättern ist nur eines fertil, von dem anderen zu Staminodien reduziertem Paar fehlt meistens ein Staminodium. Die Staubfäden sind in der Mitte oft verdickt. Die Nektarien sind ringförmig oder kurz becherförmig. Zwei Fruchtblätter sind zu einem eiförmigen bis zylindrischen, unterständigen, meist einkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die Narbe ist je nach Art unterschiedlich.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die mehr oder weniger zylindrischen, sich während der Entwicklung spiralig drehenden Kapselfrüchte, öffnen sich bei Reife mit einem Schlitz und die Spirale dreht sich auf, wenn sie alt sind. Dann springen sie in vier Klappen auf und enthalten viele Samen. Die sehr feinen (winzigen) Samen besitzen eine netzartige oder warzige Oberfläche. Ein Gramm Samen enthält circa 40.000 bis 80.000 Korn.

Nutzung[Bearbeiten]

Von einigen Drehfrucht-Arten und -Hybriden werden Sorten als Zimmerpflanzen verwendet.<ref name="Botanica2003" />

Die Hauptblütezeit der Sorten reicht von Februar bis Oktober, die einzelnen Blüten halten einen bis mehrere Tage je nach Sorte. Die Blütenfarben der Sorten reichen von blau über violett und rosa bis rot und weiß. Auch Züchtungen mit mehrfarbigen Blüten gibt es.

Pflege im Zimmer[Bearbeiten]

Die Sorten der Drehfrucht mögen es entsprechend ihrer tropischen Herkunft ganzjährig warm ohne direkte Sonne und haben gern eine hohe Luftfeuchtigkeit. Beim Gießen ist darauf zu achten, nur auf die Erde, nicht aber auf oder zwischen die Blätter zu gießen, da dies zur Fäulnis führen kann. Bei mäßigem Gießen blüht die Drehfrucht lange und intensiv. Die Drehfrucht ist ein Lichtkeimer. Meist wird sie jedoch durch Blattstecklinge vermehrt.<ref name="Botanica2003" />

Datei:Streptocarpus cyaneus 139-8521.jpg
Illustration von Streptocarpus cyaneus
Datei:Streptocarpus denticulatus.jpg
Illustration von Streptocarpus denticulatus
Datei:Streptocarpus eylesii ssp eylesii by Ron Myhr.jpg
Streptocarpus eylesii
Datei:Streptocarpus formosus01.jpg
Streptocarpus formosus
Datei:Streptocarpus gardenii.jpg
Illustration von Streptocarpus gardenii
Datei:Curtis's botanical magazine (Tab. 8150) (9600930518).jpg
Illustration von Streptocarpus holstii
Datei:S.kentaniensis.jpg
Streptocarpus kentaniensis
Datei:Streptocarpus kirkii.jpg
Illustration von Streptocarpus kirkii
Datei:Streptocarpus liliputana flowers.JPG
Streptocarpus lilliputana
Datei:Streptocarpus modestus KirstenboschBotGard09292010A.jpg
Streptocarpus modestus
Datei:Streptocarpus myoporoides 18 (32521196640).jpg
Streptocarpus myoporoides
Datei:Streptocarpus parviflorus.jpg
Illustration von Streptocarpus parviflorus
Datei:Streptocarpus polyanthus.jpg
Illustration von Streptocarpus polyanthus
Datei:Streptocarpus primulifolius, blomme, Walter Sisulu NBT, a.jpg
Illustration von Streptocarpus primulifolius
Datei:Streptocarpus prolixus - (Soilikki), (Kornettblomma), (Cape primrose) C IMG 3661.JPG
Streptocarpus prolixus
Datei:Streptocarpus rexii by Dirk Bellstedt.jpg
Streptocarpus rexii
Datei:Streptocarpus saxorum 160 Lavender Blvd Palm Lakes North Creek Rd Ballina NSW L1020618.jpg
Streptocarpus saxorum bildet hängende Sprossachsen und wird selten auch als Zimmerpflanze und dann als „Ampelpflanze“ verwendet.
Datei:Streptocarpus stomandrus 1.jpg
Streptocarpus stomandrus
Datei:Streptocarpus vandeleurii, habitus, Skeerpoort, a.jpg
Streptocarpus vandeleurii

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Streptocarpus wurde 1828 durch John Lindley in Botanical Register; Consisting of Coloured Figures of Exotic Plants Cultivated in British Gardens; with their History and Mode of Treatment, London, Band 14, Tafel 1173 aufgestellt. Die Typusart ist Streptocarpus rexii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Bowie ex Hook.) Lindl. Es gibt bei den Moosen ein Homonym Streptocarpus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Poech, das ein Synonym von Encalypta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hedw. in der Moosfamilie Encalyptaceae ist.<ref name="Tropicos" />

Die Verwandtschaftsgruppe Streptocarpus, Acanthonema, Colpogyne, Hovanella, Linnaeopsis, Nodonema, Saintpaulia, Schizoboea und Trachystigma wird kontrovers diskutiert. Nach Nishii et al. 2015 gehören alle diese Gattungen in eine einzige erweiterte Gattung Streptocarpus. Sie ist gegliedert in die zwei Untergattungen Streptocarpus und Streptocarpella mit einigen Sektionen.<ref name="Nishii2015" /> Diese erweiterte Gattung Streptocarpus s. l. gehört zur Subtribus Streptocarpinae aus der Tribus Trichosporeae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nees innerhalb der Familie der Gesneriaceae.<ref name="Weber2020" /> Bei manchen Autoren sind auch die Arten der Gattung Saintpaulia in die Gattung Streptocarpus eingegliedert. Die vier asiatischen Arten gehören wahrscheinlich zu anderen Gattungen mit gedrehten Früchten. Die Gattung Streptocarpus ist in die zwei Untergattungen Streptocarpus (2n = meist 32 und Vielfache davon: 64, 96, 128) und Streptocarpella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Engl. (2n = meist 30) gegliedert.

In der Gattung Streptocarpus s. l. gibt es etwa 135 Arten (hier mit Angabe des Heimatlandes):<ref name="GesneriaceaeChecklist" />

Datei:2007-03-20Streptocarpus02.jpg
Streptocarpus ×hybridus
Sorte 'Marleen'

Forschungsobjekt[Bearbeiten]

Die Gattung Streptocarpus ist seit langem ein Forschungsobjekt, bei dem verschiedene Aspekte der Botanik wie die Phylogenie und Ontogenie verschiedener Arten unter anderem mit Hilfe biochemischer und molekularbiologischer Methoden untersucht werden. Dieter Heß entdeckte 1961 die mRNA als Auslöser der Blühinduktion bei Streptocarpus wendlandii.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kanae Nishii, Mark Hughes, Marie Briggs, Elspeth Haston, Frieda Christie, Margaret J. DeVilliers, Thea Hanekom, Wiets G. Roos, Dirk U. Bellstedt, Michael Möller: Streptocarpus redefined to include all Afro-Malagasy Gesneriaceae: Molecular phylogenies prove congruent with geographical distribution and basic chromosome numbers and uncover remarkable morphological homoplasies. In: Taxon, Volume 64, Issue 6, Dezember 2015, S. 1243–1274. doi:10.12705/646.8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GesneriaceaeChecklist"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Checkliste der Gesneriaceae – für eine Liste aller Arten den Gattungsname in die Suchmaske eingeben. (Memento vom 16. Juni 2012 im Internet Archive) </ref> <ref name="Tropicos"> Streptocarpus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica: Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 862–863. </ref> <ref name="Nishii2015"> Kanae Nishii, Mark Hughes, Marie Briggs, Elspeth Haston, Frieda Christie, Margaret J. DeVilliers, Thea Hanekom, Wiets G. Roos, Dirk U. Bellstedt, Michael Möller: Streptocarpus redefined to include all Afro-Malagasy Gesneriaceae: Molecular phylogenies prove congruent with geographical distribution and basic chromosome numbers and uncover remarkable morphological homoplasies. In: Taxon, Volume 64, Issue 6, Dezember 2015, S. 1243–1274. doi:10.12705/646.8 </ref> <ref name="Weber2020"> Anton Weber, David J. Middleton, John L. Clark, Michael Möller: Keys to the infrafamilial taxa and genera of Gesneriaceae. In: Rheedea, Volume 30, Issue 1, Mai 2020, S. 5–47. doi:10.22244/rheedea.2020.30.01.02 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Drehfrucht (Streptocarpus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien