Dror Mishani
Dror A. Mishani ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); geboren 1975 in Cholon) ist ein israelischer Schriftsteller. Er ist Autor einer Reihe von Kriminalromanen um den Ermittler Avi Avraham.
Leben[Bearbeiten]
Dror Mishani lebt mit Frau und zwei Kindern in Tel Aviv. Er arbeitet als Übersetzer und Literaturdozent, der sich auf die Geschichte der Kriminalliteratur spezialisiert hat,<ref>Bio auf der Seite von Dror A. Mishani.</ref> und lehrt an der Universität Tel Aviv. Seine Magisterarbeit schrieb er über die Entwicklung der Mizrachim in der israelischen Literatur,<ref name="krimi-couch">„Traue keinem Ermittler“. Interview mit Dror Mishani auf Krimi-Couch.de, August 2013.</ref> einer Bevölkerungsgruppe, der er selbst entstammt. Seine Doktorarbeit blieb bislang unvollendet und wurde durch die Arbeiten an seinen ersten beiden Romanen unterbrochen.<ref name="haaretz">The big mystery: Dror Mishani on why Israelis don't write crime novels. In: Haaretz vom 16. Mai 2013.</ref>
Werk[Bearbeiten]
Die Reihe um den Ermittler Avi Avraham aus Cholon ist nach den Worten des Autors eine „literarische Krimi-Serie“. Er habe das Genre des Kriminalromans verwendet, aber versucht Literatur zu schreiben, die über das Verbrechen hinausgeht, und „über die Gesellschaft, über Sprache, über Literatur, über das Genre an sich“ berichtet.<ref name="krimi-couch" /> Dabei zieht er den Vergleich zur Maigret-Serie von Georges Simenon und möchte seinen Ermittler in einem Proust’schen Sinne durch sein ganzes Leben von der Jugend bis zur Rente begleiten.<ref name="haaretz" /> Neben Maigret wird der Ermittler aufgrund der Tristesse seines Privatlebens mit Henning Mankells Wallander verglichen.<ref>Thomas Klingenmaier: Völlige Hilflosigkeit. In: Stuttgarter Zeitung vom 9. August 2013.</ref> Tobias Gohlis hingegen vergleicht die „elegante, realitätstüchtige Kriminalliteratur, die ihre literarischen Bedingungen mitreflektiert“, mit Arne Dahl.<ref>Tobias Gohlis: Anfang mit Avraham. In: Die Zeit vom 1. August 2013.</ref>
Zu Beginn des ersten Romans Vermisst stellt Avraham die Frage, warum es keine Kriminalromane aus Israel gebe.<ref>Elmar Krekeler: Auch in Israel kann man normal ermordet werden. In: Die Welt vom 29. Juli 2013.</ref> Mishani sieht, trotz der Ausnahmeerscheinung Batya Gur, die Kriminalliteratur nicht in der hebräischen Literatur verwurzelt,<ref>Heike Karen Runge: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Dror Mishani: Vermisst ( vom 3. Dezember 2014 im Internet Archive). In: fluter – Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung vom 24. Januar 2014.</ref> eine Tatsache, der er mit seinen Romanen Abhilfe verschaffen möchte. Seine Romanfigur hat zahlreiche, auch biografische Ähnlichkeiten mit ihrem Autor, die von der Beziehung zu Eltern und Frauen bis zur gemeinsamen Theorie reicht, dass alle literarischen Ermittler falschliegen und in jedem Kriminalroman auch eine andere Auflösung als die präsentierte denkbar ist.<ref>Dror Mishani: Vermisst. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2013, S. 207–208 (dort erläutert am Beispiel von Hercule Poirot). Siehe dazu auch: „Traue keinem Ermittler“. Interview mit Dror Mishani auf Krimi-Couch.de.</ref> Der Debütroman erzielt laut Katharina Granzin seine „Spannung allein aus der Diskrepanz zwischen Schein und Sein“.<ref>Katharina Granzin: Männer mit Geheimnissen. In: die tageszeitung vom 7. September 2013.</ref> Udo Feist urteilt: „Funken schlagende Spannung, die ohne Psychopathen und Zyniker auskommt.“<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.WDR 2 Krimi-Tipp - Dror Mishani ( vom 18. Dezember 2013 im Internet Archive). Auf WDR 2 vom 9. Dezember 2013.</ref> Der Roman gewann 2013 den Schwedischen Krimipreis für den besten ins Schwedische übersetzten Kriminalroman.
In einem Artikel für die Tageszeitung Haaretz kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 riet Mishani, Israel solle „statt Gaza anzugreifen, eher den eigenen Schmerz verarbeiten und überlegen, wie sich die nächste Katastrophe verhindern ließe.“<ref>Martin Klingst: Dror Mishani: "Wir Israelis sollten den ersten Schritt machen". In: Die Zeit. 5. Oktober 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. Oktober 2024]).</ref> Seine Befürchtungen in Bezug auf den Krieg in Israel und Gaza seit 2023 veröffentlichte er in seinem Tagebuch Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv.<ref>S. W. R. Kultur: Dror Mishani – Fenster ohne Aussicht. 21. August 2024, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Tik Ne’edar (2011)
- auf Deutsch: Vermisst. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-552-05645-9.
- Efsharut shel Alimut (2013)
- auf Deutsch: Die Möglichkeit eines Verbrechens. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Zsolnay, Wien 2015, ISBN 978-3-257-24687-2.
- Ha isch she raza lada’at (2015)
- auf Deutsch: Die schwere Hand. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Zsolnay, Wien 2018, ISBN 978-3-552-05884-2.
- Shalosh (2018)
- auf Deutsch: Drei. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Diogenes Verlag, Zürich 2019, ISBN 978-3-257-60986-8.<ref>Carsten Hueck: Ein Mann für alle Lebenslagen, Rezension auf Deutschlandfunk Kultur vom 31. August 2019, abgerufen am 4. September 2019.</ref>
- Emuna (2021)
- auf Deutsch: Vertrauen. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Diogenes Verlag, Zürich 2022, ISBN 978-3-257-07177-1.
- auf Deutsch: Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Diogenes Verlag, Zürich 2024, ISBN 978-3-257-07308-9.
- a"le o hizdamnut lefani achrona (2024)
- auf Deutsch: Nicht. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Diogenes Verlag, Zürich 2026, ISBN 978-3-257-07388-1.
Hörbuch[Bearbeiten]
- Drei. Gelesen von Franz Dinda, 8 Std. 19 Min. Diogenes, 2019
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Dror Mishani im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage von Dror A. Mishani
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Dror Mishani bei Perlentaucher
- „Traue keinem Ermittler“. Interview mit Dror Mishani auf Krimi-Couch.de, August 2013.
- The big mystery: Dror Mishani on why Israelis don't write crime novels. In: Haaretz vom 16. Mai 2013.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mishani, Dror |
| ALTERNATIVNAMEN | Mishani, Dror A.; דרור משעני (hebräisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | israelischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 1975 |
| GEBURTSORT | Cholon |