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Dschaf

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Datei:Dschaf-Kurden im Irak und Iran.png
Dschaf-Kurden leben zwischen Halabdscha, Kifri, Penjwin, Sanandadsch und Dschawanrud.

Die Dschaf bzw. Dschāf oder Jāf (persisch جاف, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) sind eine kurdische Stammesföderation im Norden Iraks und im Westen Irans. Im Irak sind sie in den Provinzen Sulaimaniya und Halabdscha, im Iran zwischen Sanandadsch (Provinz Kordestān) und Dschawanrud (Javanrud, Provinz Kermanschah) verbreitet. Die irakischen Dschaf werden auch als Muradi, die iranischen Dschaf als Dschawanrudi (Javanrudi) bezeichnet.<ref name="Franz">Erhard Franz: Kurden und Kurdentum – Zeitgeschichte eines Volkes und seiner Nationalbewegungen, Seiten 58, 116, 190 und 196. Mitteilungen 30, Deutsches Orient-Institut Hamburg 1986</ref><ref name="Iranica">Encyclopedia Iranica: Jaf</ref> Der Sitz des Stammes befindet sich in den Jaff Towers, die sich in Sulaimaniyya befinden und als Hauptsitz des Stammes dienen. Sie gelten als die höchsten Gebäude des Irak.

Geografische Verteilung[Bearbeiten]

Die Dschaf leben in folgenden Städten und Gemeinden: Helebce, Kalar, Kelar, Silêmanî, Ravansar, Sine, Ciwanrro, Selas-bawecanî, Kirmaşan, Xaneqîn.<ref name=":04">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Jaf.] In: Iranica Online. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="usmap19442">[[Archibald Roosevelt|Vorlage:Cite book/Name]]Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kurdish tribal map of Iraq : showing the Iraq portion of Kurdistan and the major Kurdish tribal divisions within Iraq.] Yale University, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name=":12">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Country Policy and Information Note Iraq: Blood feuds.] United States Department of Justice, , S. 14–16, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Muradi im Irak[Bearbeiten]

Datei:Sirwan al-Jaf (1988).jpg
Sirwan al-Dschaf (1988)

Die Muradi, die so bezeichnet wurden, seit sie 1638 dem osmanischen Sultan Murad IV. bei der Rückeroberung Bagdads von den persischen Safawiden geholfen hatten<ref name="Iranica" />, verließen um 1772 die persischen Weidegebiete.<ref name="Franz" /> Sie wanderten in den osmanisch beherrschten Irak ein, breiteten sich in der Region Sulaimaniya bis nach Kalar aus und unterwarfen oder verdrängten die ebenfalls nomadischen Dschalali-Kurden (Jalali), die Tilekuhi und einige weitere Stämme.<ref name="Franz" /> Ihr Winterquartier nahmen sie fortan bei Kifri (Provinz Diyala), ihr Sommerquartier bei Penjwin, im Frühling und Herbst bei Halabdscha.<ref>Abdul Mabud Khan: Encyclopaedia of the world Muslims – tribes, castes and communities, Band 2, Seite 609. Global Vision Pub. House, Michigan 2001</ref> Die Dschaf dienten den Osmanen fortan als Grenzwächter gegen aus Persien einfallende Nomaden.<ref name="Iranica" /> Nach Ende der osmanischen Herrschaft beteiligten sie sich wiederholt an kurdischen Aufständen gegen Briten und Iraker, bekämpften aber 1919–1924 den Kurdenführer Mahmud Barzandschi.<ref name="HDK" /><ref>Wadie Jwaideh: The Kurdish National Movement – Its Origins and Development, Seiten 179–198 und 353. Syracuse University Press, New York 2006</ref> Von 1983 bis 1989 stellten sie mit Yahya al-Dschaf bzw. Sirwan al-Dschaf die Regierungschefs der von Irak eingerichteten Kurdischen Autonomen Region<ref name="Franz" />, ehe sie durch Dschafar al-Barzandschi verdrängt wurden.<ref>Universität Tel Aviv: Middle East Contemporary Survey, Vol. XIII 1989, Seite 397. Holmes & Meier, New York 1991</ref>

Dschawanrudi in Iran[Bearbeiten]

Von den in ihrem Sommerweidegebiet bei Dschawanrud verbliebenen Dschaf-Kurden spalteten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nochmals sieben kleinere Clans ab und schlossen sich den Gorani-Kurden an.<ref name="Franz" /><ref name="Iranica" /> Die verbliebenen zwölf<ref name="Franz" /> Dschawanrudi-Clans beteiligten sich wiederholt an kurdischen Aufständen bzw. Aufständen gegen die Herrschaft der persischen Kadscharen- und Pahlavi-Schahs. Mit Unterstützung irakischer Dschaf-Kurden kämpften sie beispielsweise 1907–1911 in der Jungpersischen Revolution und auf Seiten des mit einer Dschaf-Prinzessin verheirateten persischen Thronanwärters Sālār ad-Dawla<ref name="Iranica" /> sowie zuletzt 1950<ref name="Franz" /> und 1956 gegen Mohammad Reza Pahlavi.<ref name="Iranica" />

Religion und Sprache[Bearbeiten]

Die Dschaf-Kurden sind sunnitische Muslime (Schāfiʿiten), von denen ein großer Teil den Orden der Qādirīya und Naqschbandīya folgt.<ref name="Iranica" /> Ihre Sprache ist Sorani, ihr Sorani-Dialekt wird als Dschafi (Jafi) bezeichnet.<ref name="Iranica" /> Zumindest ein Teil der Dschaf spricht Gorani<ref name="Franz" /> bzw. ein mit Gorani vermischtes Sorani.<ref name="Iranica" />

Geschichte[Bearbeiten]

Die Dschaf waren ursprünglich Nomaden<ref name="Franz" /><ref name="Iranica" /> nördlich und westlich des Sirwan-Flusses<ref name="Franz" /> (Diyala) in Persien (Iran). Sie führten ihre Abstammung auf den kurdischstämmigen Sultan Saladin zurück<ref name="HDK">Michael M. Gunter: Historical Dictionary of the Kurds, Seite 148. Scarecrow Press, Lanham 2010</ref>. Anderen Überlieferungen zufolge soll Tamerlan (Ende des 14. Jahrhunderts) die Dschaf-Clans der Qobādi and Bāwajāni (Bābājāni) aus osmanischen Gebieten (Anatolien) verschleppt und in Persien angesiedelt haben, während wiederum der Tāyšaʾi-Clan von Christen aus Armenien abzustammen behauptete.<ref name="Iranica" /> Etwa seit der Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Dschaf-Kurden unter der Führung der Begzadeh-Sayyids vereint.<ref name="Franz" />

Bemerkenswerte Mitglieder[Bearbeiten]

Führer und Politiker

Künstler, Dichter, Sänger

  • Khanai Qobadi Jaff (ca. 1700–1759), ein Jaff-Dichter des 18. Jahrhunderts.
  • Nali Jaff (1797 oder 1800–1855 oder 1856), Dichterin, die dazu beitrug, Sorani zur literarischen Sprache Südkurdistans zu machen.
  • Tara Jaff (geboren 1958), Sängerin und Musikerin mit Schwerpunkt Harfe.<ref>BBC - Radio 3 World on Your Street - Musicians' Stories: Tara Jaff (1). Abgerufen am 15. September 2023.</ref>

Gelehrte und Akademiker

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Commons: Dschaf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

<references />