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Duane Allman

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Datei:Duane Allman.jpg
Duane Allman am 6. Juni 1971 in Fillmore East

Howard Duane Allman (* 20. November 1946 in Nashville, Tennessee; † 29. Oktober 1971 in Macon, Georgia) war ein US-amerikanischer Rock- und Blues-Gitarrist.

Er gilt als Slide-Gitarren-Legende und einer der besten Rock- und Blues-Gitarristen. Auf der Liste der sogenannten 100 Greatest Guitarists of All Time der amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone findet sich Allman auf Rang 2.<ref>David Fricke: 100 Greatest Guitarists: David Fricke's Picks. In: Rolling Stone. 3. Dezember 2010, abgerufen am 11. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Leben[Bearbeiten]

Nachdem Duane Allman im Alter von etwa 14 Jahren von seinem Bruder Gregg die ersten Gitarrengriffe gelernt hatte, spielten die Brüder zusammen in verschiedenen, vor allem psychedelischen Rhythm and Blues aufführenden<ref>Siegfried Schmidt-Joos, Barry Graves: Rock-Lexikon. 1975/78, S. 26.</ref> Gruppen, wobei Duane seinen Bruder, was das Können auf der Gitarre anbelangt, schon bald übertraf. Dieser wechselte dann auch im Lauf der Zeit zu Orgel und Klavier über; später, bei den Allman Brothers, sollte Gregg auch das Gros der Stücke für die Gruppe komponieren.

Ihre musikalischen Anregungen bezogen die Brüder zu Beginn der 1960er Jahre aus den Nachtprogrammen örtlicher Rhythm-and-Blues-Sender. Zu ihren Favoriten zählten Muddy Waters, Bobby Bland, J. B. Hutto und Little Walter, daneben ältere Bluesmusiker wie Robert Johnson, Blind Lemon Jefferson und Blind Willie Johnson. Erste Erfahrungen als professionelle Musiker sammelten sie in einer Band namens House Shakers.<ref name="sounds573-16">Michael Wallossek: Die Allman Brothers Band: No Easy Road. In: Sounds. Nr. 5, Mai 1973, S. 16.</ref>

1965 gründeten die Allman-Brüder die Band Allman Joys, die Ende 1966 eine Single mit einer psychedelisch aufbereiteten Fassung von Willie Dixons Spoonful herausbrachte, an die sich beide später nur höchst ungern zurückerinnerten. Im Februar 1967 war mit den Allman Joys Schluss. Gregg und Duane zogen nach Los Angeles und gründeten dort The Hour Glass. Für Liberty Records nahm die Gruppe zwei Alben auf, die später gemeinsam auf einer Doppel-LP erschienen. Den Covertext für eines davon verfasste Neil Young, der damals noch bei Buffalo Springfield spielte. Zugleich lernten die Brüder hier die Abhängigkeiten des Plattengeschäfts kennen. Die Firma schickte ihnen einen Stapel Demobänder, aus denen sie die Stücke für ihr nächstes Album auswählen sollten, und ging auf ihre abweichenden Vorstellungen nicht ein.<ref name="sounds573-16f">Michael Wallossek: Die Allman Brothers Band: No Easy Road. In: Sounds. Nr. 5, Mai 1973, S. 16–17.</ref>

Einen neuen Abschnitt in Duane Allmans Laufbahn eröffnete Rick Hall, der Inhaber der FAME Studios in Muscle Shoals, Alabama, als er ihn zu einer Aufnahmesession mit Wilson Pickett holte. Allman spielte die Leadgitarre auf der späteren Hit-Single Hey Jude. Pickett war von seiner Spielweise so angetan, dass er ihn gleich für die übrigen Aufnahmen des Albums dabehielt. Anschließend arbeitete Allman nahezu ein Jahr lang als Studiomusiker in Muscle Shoals und wirkte an den Aufnahmen zahlreicher Interpreten mit, die damals bei Atlantic unter Vertrag standen, darunter Aretha Franklin, Arthur Conley, King Curtis und Boz Scaggs. Unter den übrigen Musikern von Muscle Shoals, die sein Gitarrenspiel bewunderten, blieb er der einzige Hippie. „Man fragte mich, weshalb ich alles liegen und stehen lassen und mich kaputt machen wollte, wo ich hier in aller Bequemlichkeit 500 Dollar die Woche als Studiomusiker verdienen könnte“, erinnerte er sich später. „Aber dieser Lebensstil lag mir einfach nicht.“<ref name="sounds573-17">Michael Wallossek: Die Allman Brothers Band: No Easy Road. In: Sounds. Nr. 5, Mai 1973, S. 17.</ref>

Zwischen den Sessions spielte Duane, der inzwischen nach Florida gegangen war, mit dem Schlagzeuger Butch Trucks, der Band des Gitarristen Dickey Betts und dem Schlagzeuger Jai Johanny „Jaimoe“ Johanson.<ref>Siegfried Schmidt-Joos, Barry Graves: Rock-Lexikon. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1973, aktualisierte und erweiterte („6.“) Auflage 1975, Neudruck 1978, ISBN 3-499-16177-X, S. 26.</ref> Als Allman sich durch die Routine der Studioarbeit eingeengt fühlte, entschloss er sich, wieder eine eigene Band zu gründen. Den Anstoß dazu gab unbeabsichtigt Rick Hall mit der Frage, ob er nicht ein Soloalbum aufnehmen wolle. Als Begleitmusiker holte sich Allman einen Teil der alten Hour-Glass-Besetzung sowie den aus Chicago stammenden Bassisten Berry Oakley, den er in Florida kennengelernt hatte. „Wir nahmen einige Stücke auf, doch kam dabei nichts Vernünftiges heraus, außer dem Wunsch, wieder eine Band aufzumachen“, berichtete Allman später. „Berry Oakley nahm an der Session teil, und wir sprachen die Sache durch. Dann kam Jai Johanny Johanson runter nach Muscle Shoals und stieß als erster zu uns. Daraufhin erklärte ich Rick Hall, daß mir die Studioarbeit auf die Nerven ginge und daß ich nach Florida zurück wollte, um endlich wieder kreativer arbeiten zu können.“ In Florida kamen Dickey Betts als zweiter Leadgitarrist und Butch Trucks als zweiter Schlagzeuger hinzu. Was der Gruppe noch fehlte, war ein profilierter Sänger.<ref name="sounds573-17" />

Nach einer Jam-Session im Green House in Jacksonville (Florida) und dem Hinzukommen von Duanes Bruder Gregg aus Kalifornien war die Allman Brothers Band komplett. Neben Duane (Lead-Gitarre, Slide-Gitarre, Gesang) und Gregg Allman (Lead-Gesang, Orgel, Klavier) bestand die Band aus Dickey Betts (Lead-Gitarre, Slide-Gitarre, Gesang), Berry Oakley (E-Bass, Gesang) sowie den beiden Schlagzeugern Jai Johanny Johanson (Schlagzeug, Congas, Perkussion) und Butch Trucks (Schlagzeug, Timpani). Auch war es Duane, der Don Felder, dem späteren Gitarristen der Eagles, die Slide-Gitarre näher brachte.

Duane Allman nahm zusammen mit der Ur-Besetzung der Allman Brothers Band insgesamt vier Alben – davon zwei Doppelalben – auf. Daneben war Allman bei Atlantic längst zum gefragten Sessiongitarristen aufgestiegen und konnte sich aussuchen, auf wessen Alben er mitspielte. Er wirkte unter anderem an Aufnahmen von John Hammond, Ronnie Hawkins, Laura Nyro und Delaney & Bonnie mit und trat als Gastsolist auf dem 1970 produzierten Layla-Album von Eric Clapton/Derek and the Dominos auf, das seinen Namen auch einem breiteren Publikum bekannt machte.<ref name="sounds573-17" />

Den Kontakt zu Clapton stellte der Produzent Tom Dowd her, der nach dem Debütalbum sämtliche Platten der Allman Brothers Band produzierte. Dowd hatte mit Clapton bereits zur Zeit von Cream gearbeitet und erwähnte beiläufig, wie froh er sei, für das Album von Derek and the Dominos wieder mit ihm zusammenzuarbeiten. Allman wollte bei den Aufnahmen zusehen, bestand aber darauf, dass Dowd dies vorher mit Clapton abklärte. „Ich möchte nichts tun, was ihn brüskieren könnte oder ihm zu der Vermutung Anlaß gibt, ich wolle ihn kopieren“, begründete er das. Clapton reagierte seinerseits interessiert und bat Dowd, ihm zu sagen, wo Allman spiele, damit er ihn sehen könne. Als die Allman Brothers Band wenige Tage später in Miami auftrat, saß Clapton in der ersten Reihe. Nach dem Konzert lud er Allman ins Studio ein, wo die beiden bis zum Morgengrauen zusammen spielten.<ref name="sounds573-18">Michael Wallossek: Die Allman Brothers Band: No Easy Road. In: Sounds. Nr. 5, Mai 1973, S. 17–18.</ref>

In den letzten beiden Jahren vor seinem Tod hatte Allman mit der Allman Brothers Band erreicht, dass die Gruppe nicht nur zu einer der herausragenden Livebands ihrer Zeit wurde, sondern auch allgemein als solche anerkannt war. So trat sie am letzten Abend vor der Schließung des Fillmore East als Hauptgruppe auf und wurde von Bill Graham als „die Besten der Besten“ angekündigt. Obwohl Allman die Band gegründet hatte, betrachtete er sie nie als seine Band.<ref name="sounds573-16" />

Duane Allman, der mit Drogen experimentierte und häufig riskante Motorradjagden unternahm,<ref>Siegfried Schmidt-Joos, Barry Graves: Rock-Lexikon. 1975, S. 26.</ref> verunglückte am 29. Oktober 1971 bei einem Motorradunfall in Macon tödlich. Die Band hatte sich nach mehr als zwei Jahren mit Auftritten Woche für Woche gerade die erste längere Pause gegönnt. Allman war auf dem Rückweg von einer Geburtstagsfeier und musste einem Lastwagen ausweichen, der kurz zuvor aus einer Seitenstraße eingebogen war und den er zu spät gesehen hatte. Seine Maschine geriet ins Schleudern, überschlug sich und schleifte ihn etwa zwanzig Meter mit. Drei Stunden später war er tot. Nach Angaben des behandelnden Notarztes hätte jede einzelne der erlittenen Verletzungen zum Tod führen können, darunter ein eingedrückter Brustkorb mit schweren inneren Verletzungen, eine zerrissene Arterie des Herzkreislaufs und ein schwerer Leberschaden, sodass von Anfang an kaum Überlebenschancen bestanden. Für die Allman Brothers Band bedeutete sein Tod persönlich wie musikalisch einen unersetzlichen Verlust. Ihn durch einen neuen Gitarristen zu ersetzen, stand für die Gruppe nie zur Debatte.<ref name="sounds573-16" /> Postum wurde das zu seinen Lebzeiten begonnene Doppelalbum Eat a Peach vom Rest der Band fertiggestellt und veröffentlicht.

Ein Jahr nach Duanes Tod verunglückte der Bassist der Gruppe, Berry Oakley, ebenfalls mit dem Motorrad an fast derselben Stelle wie Duane tödlich. Die Allman Brothers Band bestand – unterbrochen von mehr oder weniger langen Pausen – bis 2014.

Musikalisches Werk[Bearbeiten]

Als Gitarrist, vor allem mit der Slide-Gitarre, verband er blueslastige Rockmusik mit Elementen des Jazz sowie der Gospel- und Countrymusik.<ref>Siegfried Schmidt-Joos, Barry Grave: Rock-Lexikon. 2. Auflage (6. Ausgabe) 1975, S. 26.</ref>

Die Gitarren, die Duane Allman spielte, waren zu Zeiten der Allman Brothers Band entweder eine 1957er Gibson Les Paul Goldtop, eine 59er Gibson Les Paul Darkburst oder eine 68er Gibson SG Standard.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Eintrag über Duane Allman bei hotguitarist.com (Memento vom 19. September 2009 im Internet Archive)</ref> Für die Aufnahme des allerersten Allman-Brothers-Albums The Allman Brothers Band verwendete er eine Gibson ES-345. Als Verstärker benutzte er hauptsächlich einen 50-Watt Marshall Bass Head, als Slide ein Coricidinfläschchen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.10 Things You Gotta Do to Play Like Duane Allman von Jesse Gress bei guitarplayer.com (Memento vom 1. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Nach Allmans Tod schrieb der amerikanische Musikkritiker Jon Landau in einem Nachruf, der Tod sei für dessen engere Freunde nicht überraschend gekommen, denn Allman habe zu oft buchstäblich mit dem Tod geflirtet. Sie seien schockiert gewesen, als eine Ausgeburt der Fantasie Wirklichkeit wurde, aber nicht überrascht. Allman sei in vieler Hinsicht nicht für die Realität gewappnet gewesen und habe so sehr an sich geglaubt, dass er sich verhalten habe, als stehe er über den Folgen seiner Handlungen. „Frauen, Drogen, Gitarren, Shows und die Leute, mit denen er Kontakt hatte, vermochten seinen unstillbaren Durst nicht zu löschen und sein Verlangen nach mehr nicht zu befriedigen. Je größer er wurde, um so stärker wurde sein Bedürfnis, immer neue Höhen zu erleben.“ Ein ihm nahestehender Freund fasste seine Beobachtungen in dem Satz zusammen, der alte Duane sei in Wahrheit mit seiner Musik verheiratet gewesen.<ref name="sounds573-14">Michael Wallossek: Die Allman Brothers Band: No Easy Road. In: Sounds. Nr. 5, Mai 1973, S. 14 (Landau-Zitat in deutscher Übersetzung).</ref> Die Zeitschrift Sounds urteilte 1973, mit Allman habe die Musikwelt einen ihrer wenigen wirklich großen Gitarristen verloren.<ref name="sounds573-16" />

Diskografie[Bearbeiten]

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found Die Zahlen geben das Jahr der ersten Veröffentlichung an.

Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Solo-Alben / Kompilationen[Bearbeiten]

  • Dialogs – 1972
  • An Anthology – 1972
  • An Anthology – Volume II – 1974
  • The Best of Duane Allman – 1979
  • Skydog – The Duane Allman Retrospective 7 CD – 2013 bei Rounder Records/Universal

Interviews[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Schmidt-Joos und Barry Graves: Rock-Lexikon. Rowohlt-Verlag, Reinbek, 3. Auflage, 1974, ISBN 3-499-16177-X.
  • Scott Freeman: Midnight Riders. Little Brown & Co., New York 1996, ISBN 0-316-29452-7.
  • Randy Poe: Skydog – The Duane Allman Story. Backbeat Books, San Francisco 2006, ISBN 0-87930-891-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Duane Allman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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