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Dyckia

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Dyckia
Datei:Dyckia encholirioides.jpg

Dyckia encholirioides

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Pitcairnioideae
Gattung: Dyckia
Wissenschaftlicher Name
Dyckia
Roem. & Schult.

Dyckia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Pitcairnioideae innerhalb der Familie Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa 176 Arten sind in Brasilien, Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay weitverbreitet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Datei:Dyckia milagrensis - Berlin Botanical Garden - IMG 8737.JPG
Habitus und bewehrte Laubblätter von Dyckia milagrensis
Datei:Dyckia maritima 3.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes von Dyckia maritima
Datei:Dyckia seringeriana Holotype plant.jpg
Holotypexemplar von Dyckia seringeriana
Datei:Dyckia velascana (TS) 2-05357.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blüten im Detail von Dyckia velascana

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Die Dyckia-Arten wachsen terrestrisch oder lithophytisch als ausdauernde Xerophyten. Sie bilden kräftige, sprossbürtige Wurzeln. Die Pflanzen wachsen stammlos und sind durch seitliche Kindel oder lange unterirdische Rhizome horstbildend.

Die meist dicken Laubblätter stehen in einer grundständigen, dichten, ausgebreiteten Rosette. Die oft starren, harten Blattspreiten sind lanzettlich und laufen in eine scharfe Spitze aus. Die Blattränder sind sehr hart und dornig gesägt. Meist sind die Laubblätter (mindestens die Unterseite) silberweiß beschuppt. Es ist keine scharfe Abgrenzung von Wasserspeichergewebe und Assimilationsparenchym vorhanden.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Als Ausnahme unter den Bromeliaceae befinden sich die Blütenstände immer seitenständig, es können also mehrere Blütenstände (im zeitlichen Abstand) von einer Blattrosette gebildet werden. Die einfachen oder verzweigten, traubigen, ährigen oder rispigen Blütenstände sind je nach Art 0,2 bis zu 2 Meter hoch. Entlang der Blütenstände befinden sich extraflorale Nektarien.

Die gestielten bis fast sitzenden Blüten sind geruchlos oder duften schwach. Die Blüten sind meist zwittrig; Ausnahmen sind beispielsweise Dyckia maritima, Dyckia selloa und Dyckia hebdingii, deren Blüten funktional eingeschlechtig sind. Die Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Es sind drei Kelchblätter vorhanden. Die drei nur an ihrer Basis verwachsenen, oft genagelten Kronblätter sind meist gelb über orangefarben bis rot, selten grün. Es sind zwei Kreise mit je drei fertilen Staubblättern vorhanden. Die relativ dicken Staubfäden sind frei, an ihrer Basis bis auf dem großen Teil ihrer Länge mit den Kronblättern verwachsen. Meist überragen die Staubblätter, die Kronblätter nicht, manchmal ragt der obere Bereich der Staubbeutel aus der Blütenkrone heraus und selten überragen die Staubblätter die Kronblätter deutlich. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Der zylindrische, gerade Griffel endet in einer dreilappigen Narbe. Viele Arten sind selbstfertil.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die dreifächerigen Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die keilförmigen Samen sind durch einen Hautrand geflügelt. Die Samenausbreitung erfolgt durch den Wind.

Standorte[Bearbeiten]

Dyckia-Arten wachsen in warmen, sonnigen Bereichen zwischen Felsen in Höhenlagen von bis zu 2000 Meter. In Brasilien gedeihen Dyckia-Arten meist in Höhenlagen von 0 bis über 1000 Metern, meist in sonnenexponierten Nischen der Vegetationseinheiten Mata Atlântica (Atlantischer Wald), Restinga, Caatinga, Campos Rupestres und Cerrado.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung der Gattung Dyckia erfolgte 1830 durch Johann Jacob Römer und Julius Hermann Schultes Systema Vegetabilium, 7, 2, S. 65, 1194<ref name="RömerSchultes1830" />. Als Lectotypusart wurde 1955 Dyckia densiflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schult. f. durch Lyman B. Smith (in ING Card No. 00365.) festgelegt.<ref name="Tropicos" /> Der Gattungsname Dyckia ehrt den deutschen Amateurbotaniker und Gärtner Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck. Die Namensgebung wird in der Erstbeschreibung wie folgende kommentiert: “Nomen in honorem serenissimi Principis Jos. ad Salm-Reifferscheidt-Dyck etc. etc., qui amabili scientiae templum splendidissimum in terris suis dicavit, atque innumeris nitidissimisque thesauris locupletavit.” (übersetzt etwa: Der Name ehrt seine Durchlaucht Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck, der den glänzenden Tempel der Wissenschaft in seinem Land in Auftrag gab und ihn mit den prächtigsten Schätzen ausschmückte.)<ref name="Grant1998" /> Synonyme für Dyckia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schult. & Schult. f. sind: Garrelia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gaudich., Prionophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.Koch.<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Dyckia erstreckt sich über fast ganz Südamerika. Hauptsächlich (etwa 83 %) kommen die Arten in Brasilien vor, einige Arten finden sich noch in Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay. In Brasilien kommen Arten in allen Regionen vor. Insgesamt gibt es in Brasilien 115 Arten und vier Varietäten, von denen 99 nur dort vorkommen. Die größte Artenvielfalt (37 Arten) befindet sich im südöstlichen Brasilien. Im Bundesstaat Minas Gerais gibt es 32 Arten, von denen 26 nur dort vorkommen.<ref name="Guarçoni2012" />

Nach Gouda et al. gibt es 2024 etwa 186 Arten und zwölf Varietäten in der Gattung Dyckia:<ref name="Luther2014" /><ref name="Gouda_Butcher_Online" /><ref name="BromeliadEncyclopaedia" /><ref name="Klein2013" />
Datei:Dyckia braunii (16497489078).jpg
Habitus von Dyckia braunii im Habitat
Datei:Dyckia brevifolia 01.jpg
Habitus und bewehrte Laubblätter von Dyckia brevifolia
Datei:Dyckia burle-marxii.jpg
Habitus und bewehrte Laubblätter von Dyckia burle-marxii
Datei:20110403 d choristaminea flowers.jpg
Blüte von Dyckia choristaminea
Datei:Dyckia distachya BotGardBln07122011D.jpg
Habitus und seitenständige, verzweigte Blütenstände von Dyckia distachya
Datei:Dyckia encholirioides 2.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit dreizähligen Blüten von Dyckia encholirioides
Datei:Gardenology.org-IMG 4456 hunt0904.jpg
Habitus und Blütenstände von Dyckia fosteriana
Datei:Dyckia goehringii (TS) 2-00041.jpg
Blattrosette von Dyckia goehringii
Datei:Dyckia hebdingii BotGardBln08112010A.JPG
Habitus und Blütenstand von Dyckia hebdingii
Datei:Dyckia leptostachya - San Francisco Botanical Garden - DSC09793.JPG
Habitus und bewehrte Laubblätter von Dyckia leptostachya
Datei:Dyckia maracasensis HabitusInflorescence BotGardBln0906a.jpg
Habitus und Blütenstände von Dyckia maracasensis
Datei:Dyckia maritima 2.jpg
Habitus und bewehrte von Dyckia maritima terrestrisch wachsend
Datei:Dyckia maritima 5.jpg
Habitus und Blütenstände von Dyckia maritima an Felsen wachsen
Datei:Dyckia maritima.jpg
Habitus und Blütenstand von Dyckia maritima
Datei:Dyckia marnier-lapostollei (5922640648).jpg
Habitus und beschuppte Laubblätter von Dyckia marnier-lapostollei
Datei:Dyckia platyphylla 1.jpg
Habitus und Blütenstände von Dyckia platyphylla
Datei:Dyckia platyphylla 4.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes von Dyckia platyphylla
Datei:Dyckia rariflora 20060514.jpg
Blütenstand von Dyckia rariflora
Datei:Dyckia remotiflora HRM3.JPG
Blütenstand von Dyckia remotiflora
Datei:Dyckia trichostachya.jpg
Blütenstand von Dyckia trichostachya
Datei:Dyckia tuberosa tube.jpg
Ausschnitt eines Blütenstand von Dyckia tuberosa mit fast sitzenden Blüten, gut zu erkennen sind die drei Kelch- und Kronblätter
Datei:Dyckia velascana (TS) 2-05355.jpg
Habitus und seitenständige Blütenstände von Dyckia velascana
Nicht mehr zur Gattung Dyckia gehört:

Quellen[Bearbeiten]

  • Werner Rauh: Bromelien – Tillandsien und andere kulturwürdige Bromelien. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-6371-3. (Abschnitt Beschreibung)
  • Lyman B. Smith, Robert Jack Downs: Pitcairnioideae (Bromeliaceae) – Flora Neotropica, Monograph 14, Part 1, Hafner Press, New York, 1974. Dyckia ab S. 500.
  • Elton M. C. Leme, O. B. C. Ribeiro, Z. J. G. Miranda: New species of Dyckia (Bromeliaceae) from Brazil. In: Phytotaxa, Volume 67, 2012, S. 9–37. (Abschnitte Beschreibung, Vorkommen und Systematik)
  • Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 4, 2018. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Dyckia klicken. zuletzt eingesehen am 30. März 2021 (Abschnitt Systematik mit Verbreitung der Arten)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Grant1998"> Jason R. Grant: An Annotated Catalogue of the Generic Names of the Bromeliaceae. In: The Marie Selby Botanical Gardens, 1998. (Herkunft der Gattungsnamen in der Familie der Bromeliaceae in englischer Sprache) online. </ref> <ref name="BromeliadEncyclopaedia"> Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 4, 2018. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Dyckia klicken. zuletzt eingesehen am 30. März 2021 </ref> <ref name="Gouda_Butcher_Online"> Eric J. Gouda, Derek Butcher (fortlaufend updated): A List of Accepted Bromeliaceae Names. online, University Botanic Gardens, Utrecht. zuletzt eingesehen am 30. März 2021 </ref> <ref name="Luther2014"> Harry E. Luther: An Alphabetical List of Bromeliad Binomials, XIV - 2014 in The Marie Selby Botanical Gardens, Sarasota, Florida, USA. Veröffentlicht durch The Bromeliad Society International. </ref> <ref name="Tropicos"> Dyckia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="RömerSchultes1830"> Johann Jacob Römer, Julius Hermann Schultes Systema Vegetabilium, 7, 2, 1830, S. 65, 1194. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Klein2013"> Luiz Filipe Klein Varella, Jacques Klein: The Bromeliads in the Atlantic Forest of the Northeast Coast of Rio Grande do Sul / Brazil (final part ). In: Die Bromelie, 2013, 2, S. 74–85. </ref> <ref name="Guarçoni2012"> Elidio A. E. Guarçoni, Marcos A. Sartori, Claudio C. de Paula: Dyckia inflexifolia (Bromeliaceae), a New Species from Brazil. In: Annales Botanici Fennici, Volume 49, Issue 5–6, 2012, S. 407–411. doi:10.5735/085.049.0616 </ref> <ref name="Braun2008"> P. J. Braun, E. E. Pereira, U. Scharf: Dyckia joanae-marcioi. Eine neue, sukkulente Bromelie aus dem nördlichen Minas Gerais, Brasilien. In: Die Bromelie, 2008, Heft 1, S. 33–46. </ref> <ref name="LemeKollmann2011"> Elton M. C. Leme, L. J. C. Kollmann: New species and a new combination of Brazilian Bromeliaceae. In: Phytotaxa, Volume 16, 2011, S. 1–36. </ref> <ref name="Krapp2013"> Florian Krapp: The silver ghost of Serra do Lenheiro: Dyckia mezii, nom. nov. (Bromeliaceae). In: Annales Botanici Fennici, Volume 50, Issue 1–2, 2013, S. 73–74. doi:10.5735/085.050.0112 </ref> <ref name="DyckiaExcelsa2015"> Gecele M. Paggi, Rafael B. Louzada, Iria H. Ishii, Adriana Takahasi, Rosani C. O. Arruda, Aline P. Lorenz-Lemke: Rediscovering Dyckia excelsa (Bromeliaceae) in Mato Grosso do Sul, Brazil: Taxonomy, Geographic Distribution, and Notes on Leaf Anatomy. In: Systematic Botany, Volume 40, Issue 1, 2015, S. 129–135. doi:10.1600/036364415X686422 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dyckia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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