Eber
Eber, beim Hausschwein insbesondere oberdeutsch Saubär, beim Wildschwein Keiler, bezeichnet das männliche Geschlecht des Schweins.
Bei einigen Arten sowie in stilisierten Darstellungen unterscheidet sich der Eber von der Sau äußerlich durch ausgeprägte Eckzähne.
Zur Benennung[Bearbeiten]
Eber (von althochdeutsch ëbur, ëpar „männliches Wildschwein, Eber“<ref>Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg.: Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 150 f.</ref>) ist dem lateinischen Wort Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. („Eber, Wildschwein“) verwandt. Es steht in unklarem Zusammenhang zu Bezeichnungen von Herrschern und Helden und ist früh namensbildend (wie bei Eberhard).<ref name="Grimm-Eber">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> Alte Wortformen sind auch Eberschwein und Schweineber.<ref name="Grimm2-Eberschwein">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>
Saubär, Bär oder Bän sind alte Ausdrücke, aber im oberdeutschen Sprachraum und insbesondere im baierischen und österreichischen Dialekt noch lebendig. Der Begriff bezeichnet das unkastrierte, für die Zucht bestimmte, männliche Hausschwein (Endstufeneber), während die meisten männlichen Ferkel (Jungtiere) für die Mast bestimmt sind und daher in den ersten Lebenstagen bereits kastriert werden.<ref>Schwein Bauernsprache. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> Das Wort, ahd. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., mhd. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., hat dieselbe Wurzel wie das englische Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. ‚Eber‘ und ist mit dem Wort ‚Bär‘ nicht verwandt.<ref name="Grimm2-Bär">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>
Hacksch ist ebenfalls speziell das unkastrierte männliche Hausschwein.<ref>Günter Bergmann: Kleines sächsisches Wörterbuch. Bibliographisches Institut, Leipzig 1989. „Vorlage:Str trim“</ref> Ein weiteres altes Wort ist Watz.<ref> duden.de (Link nicht mehr verfügbar)</ref>
Der kastrierte Eber wird Altschneider oder Borg genannt, je nach Zeitpunkt der erfolgten Kastration.
Bei Schwarzwild, also Wildschweinen, heißt das männliche Tier jagdlich Keiler, veraltet auch Keuler.<ref name="Grimm2-Keuler">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> Männliche Wildschweine bis zu einem Jahr heißen Frischling, bis zum zweiten Lebensjahr Überläufer, so dass man von ‚Keiler‘ erst ab dem dritten Jahr spricht. Eine humorvolle Bezeichnung für zwei- bis dreijährige männliche Wildschweine ist Hosenflicker. Vermutlich leitet sich der Begriff aus der Angriffslust der jungen Keiler ab.<ref name="Grimm2-Hosenflicker">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>
In der Kunst spricht man beim Keiler auch von Wildeber.<ref name="beyars"/>
Einige dieser Namen werden auch im übertragenen Sinn als Schimpfwort, wie die weibliche Form ‚Sau‘, verwendet.
Rezeption[Bearbeiten]
Der Eber gilt allgemein in Form des Wildschwein-Ebers als Symbol des kraftvollen und aggressiven, als Inbild des Kampfesmutes<ref name="chrhuck">Tiersymbole, am Beispiel des chinesischen Tierkreises. Nach Herders Symbollexikon. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. abgerufen am 6. Februar 2016.</ref> und ungezügelter Naturkraft,<ref name="beyars">Symbol: Eber. In: Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> was wohl aus seiner Stellung als Jagdwild herkommt – und sich vom Schwein im Allgemeinen mit seinem als Erdwühler im europäischen Kulturkreis eher zweifelhaften Bild unterscheidet. In Asien hingegen ist das Schwein mit seinem ausgeprägten Sozialleben das Symbol der Familie und Gesellschaft (vergl. etwa die 12 Erdzweige, die chinesischen Tierkreiszeichen), das gilt für die weiblich dominierten Rotten ebenso wie die Eberrotten. Besonders verehrt wurde der Eber beispielsweise in der griechischen Antike (Erymanthischer Eber, Kalydonischer Eber)<ref name="beyars"/> und im alten Japan.<ref name="chrhuck"/> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Typischer alter germanischstämmiger Name ist Eberhard (‚stark wie ein Eber / der den Eber jagen kann‘).
In der Wappenkunde ist der heraldische Eber eines der selteneren Wappentiere, er zeigt sich sowohl als Bild seiner selbst wie als Jagdtier und wird insgesamt heute tendenziell als Keiler, also Wildschwein, dargestellt.
Siehe auch[Bearbeiten]
- Hausschwein, Wildschwein – zur Biologie der Unterarten der Echten Schweine
- Schweineproduktion – zum Schwein als Nutztier
- Ebermast als Alternative zur Kastration
- Liste von Bezeichnungen für Haus- und Wildtiere – ein Überblick zu anderen Tieren
Literatur[Bearbeiten]
- Heinrich Beck, Karl Horst Schmidt: Eber. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 6, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1986, ISBN 3-11-010468-7, S. 328–336.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
Weblinks[Bearbeiten]
Vorlage:Wikidata-Registrierung
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- Linkkatalog zum Thema Ebermast bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>