Edingtonit
| Edingtonit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Edi<ref name="Warr">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> |
| Andere Namen |
|
| Chemische Formel | Ba[Al2Si3O10]·4H2O<ref name="StrunzNickel" /> |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Silikate und Germanate – Schichtsilikate (Tektosilikate) |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VIII/F.10 VIII/J.22-040 9.GA.15 77.01.05.06 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | Edingtonit-1O: orthorhombisch Edingtonit-1Q: tetragonal |
| Raumgruppe | Edingtonit-1O: Vorlage:Raumgruppe Edingtonit-1Q: Vorlage:Raumgruppe |
| Gitterparameter | Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator < |
| Formeleinheiten | Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator < |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 4 bis 4,5<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 2,73 bis 2,78; berechnet: 2,75 bis 2,80<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | vollkommen nach {110}<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Bruch; Tenazität | uneben bis muschelig<ref name="Dörfler" /> |
| Farbe | weiß, grau, rosa bis rötlich; farblos in dünnen Schichten |
| Strichfarbe | weiß |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Glanz | Glasglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <1,549<ref name="Mindat" />Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <1,554<ref name="Mindat" /> |
| Doppelbrechung | Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <0,016<ref name="Mindat" /> |
| Optischer Charakter | zweiachsig negativ |
| Achsenwinkel | Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator < |
| Weitere Eigenschaften | |
| Besondere Merkmale | pyroelektrisch, piezoelektrisch<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
Edingtonit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der chemischen Zusammensetzung Ba[Al2Si3O10]·4H2O<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Barium-Aluminium-Gerüstsilikat. Strukturell gehört Edingtonit zur Gerüstsilikate und dort zur Gruppe der Zeolithe.
Edingtonit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt meist pseudotetragonale Kristalle mit prismatischem, pyramidalem oder disphenoidem Habitus, aber auch körnige bis massige Aggregate von durchscheinend weißer, grauer oder rosa bis rötlicher Farbe bei weißer Strichfarbe. In dünnen Schichten kann er aber auch farblos und vollkommen durchsichtig sein.
Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]
Benannt wurde das Mineral nach dem schottischen Mineraliensammler James Edington (1787–1844).<ref name="NewDana" /><ref name="Handbookofmineralogy" />
Die Erstbeschreibung erfolgte 1825 durch Wilhelm Ritter von Haidinger, der das Mineral in den Höhlungen des Minerals Thomsonit aus der Sammlung von James Edington entdeckte und Edward Turner, der die chemischen Analysen durchführte. Der Thomsonit selbst stammte von den Kilpatrick Hills (Kilpatrickhügel) nahe Glasgow in der ehemals eigenständigen, schottischen Grafschaft Dunbartonshire.<ref name="Haidinger" />
Die Bezeichnung Antiëdrit wurde 1832 von Johann Friedrich August Breithaupt für einen tetragonal kristallisierenden, antihemiëdrisch pyramidalen Edingtonit gewählt.<ref name="Breithaupt" />
Klassifikation[Bearbeiten]
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Edingtonit zur Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate)“, wo er zusammen mit Gonnardit, Mesolith, Mountainit, Natrolith, Skolezit und Thomsonit die „Natrolith-Gruppe“ mit der System-Nr. VIII/F.10 bildete.
Im Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/J.22-40. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung der „Gerüstsilikate“, wo Edingtonit zusammen mit Boggsit, Dachiardit-Ca, Dachiardit-Na, Direnzoit, Ferrierit-K, Ferrierit-Mg, Ferrierit-Na, Gottardiit, Laumontit, Mordenit, Mutinait und Terranovait die zweite Untergruppe der „Faserzeolithe“ innerhalb der Zeolithgruppe (Gruppen-Nr. VIII/J.22) bildet (Stand 2018).<ref name="Lapis" />
Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Edingtonit in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate) mit zeolithischem H2O; Familie der Zeolithe“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach der Art der Gerüststruktur, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung der „Zeolithe mit Vierer-Ring-Ketten über ein fünftes Si verbunden“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Kalborsit die unbenannte Gruppe 9.GA.15 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Edingtonit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Gerüstsilikate: Zeolith-Gruppe“ ein. Hier ist er zusammen mit Natrolith, Tetranatrolith, Paranatrolith, Mesolith, Skolezit, Gonnardit, Cowlesit, Thomsonit-Ca, Thomsonit-Sr und Nabesit in der Gruppe „Natrolith und verwandte Arten“ mit der System-Nr. 77.01.05 innerhalb der Unterabteilung der „Echten Zeolithe“ zu finden.
Kristallstruktur[Bearbeiten]
Edingtonit kommt in zwei Modifikationen unterschiedlicher Kristallstruktur vor, die als Edingtonit-1O und Edingtonit-1Q bezeichnet werden.
- Edingtonit-1O kristallisiert orthorhombisch in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 9,55 Å; b = 9,67 Å; c = 6,52 Å sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
- Edingtonit-1Q (Tetraedingtonit) kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 9,58 Å und c = 6,53 Å sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
Eigenschaften[Bearbeiten]
Edingtonit ist pyroelektrisch und piezoelektrisch, baut also bei intervallartiger Temperaturänderung oder Verformung eine elektrische Spannung auf.
Vor dem Lötrohr lässt sich das Mineral nur schwer zu einem farblosen Glas schmelzen.<ref name="Klockmann" />
Bildung und Fundorte[Bearbeiten]
Edingtonit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in Hohlräumen und Klüften mafischer Vulkangesteine, Nephelin-Syenite oder Karbonatite, wo er unter anderem in Paragenese mit Analcim, Brewsterit, Calcit, Harmotom, Natrolith, Prehnit und Thomsonit anzutreffen ist.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="Dörfler" />
Als seltene Mineralbildung konnte Edingtonit bisher (Stand: 2011) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei rund 20 als bekannt gelten.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität Kilpatrick Hills trat das Mineral in Schottland noch in den Steinbrüchen von Loanhead (Ayrshire) und Guisachan (Highlands) auf. Weitere Fundorte im Vereinigten Königreich sind Disgwylfa Hill im englischen Shropshire und Old Radnor im walisischen Radnorshire.
Bekannt für seine reichhaltigen Funde gut ausgebildeter Kristalle in Aggregaten von mehreren Zentimetern Größe ist vor allem der Ice River Alkali-Komplex der Golden Mining Abteilung in der kanadischen Provinz British Columbia.<ref name="MindatIceRiver" /> Daneben fand sich das Mineral in Kanada aber auch in der „Brunswick No. 12 Mine“ in New Brunswick und im Steinbruch Poudrette am Mont Saint-Hilaire in Québec.
Des Weiteren wurde Edingtonit unter anderem noch in der „Jacupiranga Mine“ bei Cajati im brasilianischen Bundesstaat São Paulo, bei Staré Ransko nahe Havlíčkův Brod in der tschechischen Region Mähren, in der „Shiromaru Mine“ im Landkreis Nishitama-gun auf der japanischen Insel Honshū, an mehreren Orten in den Chibinen auf der russischen Halbinsel Kola, bei Bölet (Bölets Ängar) nahe Undenäs in Schweden sowie bei Big Creek und am Ash Creek im US-Bundesstaat Kalifornien.<ref name="Mindat" />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
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Weblinks[Bearbeiten]
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- Mineralienatlas: Edingtonit und Mineralienportrait Zeolithe – Edingtonit (Wiki)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
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Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Breithaupt"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Dörfler"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Haidinger"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2024-07-29 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Klockmann"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Mindat"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="MindatIceRiver"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="NewDana"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> </references>