Edwin von Hacke
Edwin Carl Wilhelm Graf von Hacke (* 18. Dezember 1821 in Berlin; † 3. Februar 1890 in Palermo) war Rittergutsbesitzer, Zuckerfabrikant und Mitglied des Deutschen Reichstags.
Leben[Bearbeiten]
Hacke war ein Sohn des Wilhelm Georg Werner Graf von Hacke (1785–1841) und der Julie geb. von Marschall-Altranft (1795–1854), Tochter der Julie von Münchhausen-Remeringhausen und des preuß. Kammerherrn Carl von Marschall auf Altranft mit gutsherrlichen Zubehör. Hans Christoph Friedrich von Hacke war sein Urgroßvater.
Edwin von Hacke besuchte die Erziehungsanstalt der evangelischen Brüdergemeinde in Niesky und das Köllnische Realgymnasium in Berlin. Er studierte Rechtswissenschaften und Verwaltungswissenschaften an den Universitäten Heidelberg und Berlin. 1847 wurde er Auskultator in Naumburg an der Saale und 1850 Regierungsreferendar in Erfurt.
Ab 1852 war er Landwirt und in Kreiskommunalämtern tätig, ab 1854 bewirtschaftete er das Rittergut Altranft, wo er auch Mitinhaber der Altranfter Zuckerfabrik H. Jung & Co. war und später der Vorstand der Zucker-Berufs-Genossenschaft wurde.<ref>Anzeigeblatt zu den Amtlichen Nachrichten des Reichs-Versicherungsamts. Jahrgang III, №. 9, Berlin, den 1. Mai 1887, S. 17.</ref> Er wurde als Landwehroffizier öfter zum Dienst eingezogen und 1863 als Premier-Lieutenant verabschiedet.
Von 1861 bis 1866 und 1877 bis 1882 war er Vertreter des 5. Potsdamer Wahlbezirks (Kreise Ober- und Niederbarnim) im Preußischen Abgeordnetenhaus und gehörte dem linken Zentrum an, später der nationalliberalen Partei.<ref>Bernhard Mann, Martin Doerry, Cornelia Rauh, Thomas Kühne: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 160.</ref> Zwischen 1874 und 1877 und von 1884 bis 1887 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Regierungsbezirk Potsdam 5 (Oberbarnim) und die Nationalliberale Partei. 1878 ließ er das 1820 von seiner Familie erworbene Herrenhaus Altranft durch Umbau in seine heutige Gestalt bringen.<ref>Vgl. Gerhard Vinken, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil: Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio Nachf./Dehio-Vereinigung e. V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 15–16.</ref> Seit 1860 war er mit Veronika Franziska von Flemming verheiratet.<ref>Ad. M. Hildebrandt: Der Deutsche Herold. Jahrgang XXI, Nr. 3, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin 1890, S. 42.</ref> Der Ehe entstammten drei Kinder, die zwei älteren Söhne Erich (1862–1926) und Wilhelm (1867–1930). Erich wurde Offizier und Erbe, Wilhelm studierte Jura und wurde nachfolgend Diplomat. Die Tochter<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1871. Jahrgang 44, Justus Perthes, Gotha 1870, S. XV.</ref> Freda (1870–1912), die 1892 Arnold Freiherrn von Eckhardtstein auf Klosterdorf heiratete.<ref>Edwin Karl Wilhelm Graf von Hacke. In: Stammreihen.de. Jens Kästner-Brandes, abgerufen am 7. April 2026.</ref>
Nacherbe auf Altranft blieb der Sohn Erich Graf von Hacke,<ref>Vgl. Dietloff von Hake-Kleinmachnow: Geschichte der brandenburgischen Familie von Hake. DNB. Band 1: Allgemeiner Teil, die Häuser Machnow, Geltow II, Flatow und Draulitten. C. A. Starke, Görlitz 1928, S. 339.</ref> seit 1895 Ehrenritter<ref>Erster Nachtrag zur Königlich Preußischen Ordens-Liste. 1895. Enthält Verleihungen vom 1. April 1895 bis 31. Januar 1896. Johanniter-Orden (Ehrenritter), Reichsdruckerei, Berlin 1896, S. 128.</ref> des Johanniterordens, u. a. aktiver Husaren-Offizier in Hannover und Teilnehmer am 1. Familientag in Erfurt. Später übernahm Graf Erich von Hacke das Gut in Bugk mit Nebenbesitzung in Groß Schauen, Landkreis Beeskow-Storkow, gab es 1926 an seinen Sohn Graf Egon von Hacke, dessen Nachfahren wiederum fast sämtlich in die USA gingen.<ref>Walter von Hueck, Erik Amburger: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1973. Band VII, Band 56 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, ISSN 0435-2408, S. 212 f.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Georg Hirth: Deutscher Parlaments-Almanach. 15. Ausgabe 15--- November 1884, Mit: Die Mitglieder des Deutschen Reichstages. Vita: Graf von Hacke, Edwin Carl Wilhelm. Selbstverlag Hirth, München und Leipzig 1884, S. 154.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1872. Jahrgang 45, Justus Perthes, Gotha 1871, S. 307.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1893. Jahrgang 66, Justus Perthes, Gotha 1892, S. 391.
- Curt Bogislav Graf von Hacke: Entwurf zu einer Geschichte der Grafen von Hacke. Aus archivalischen Quellen zusammengestellt. C. A. Starke Verlag, Görlitz 1911. 386 S. DNB
- Hermann Kalkoff (Hrsg.): Nationalliberale Parlamentarier 1867–1917 des Reichstages und der Einzellandtage. Schriftenvertriebsstelle der nationalliberalen Partei Deutschlands, Berlin 1917.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1958. Band III, Band 18 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg an der Ostsee 1958, ISSN 0435-2408, S. 191 f.
- Bernhard Mann, (Mitarbeit): Martin Doerry, Cornelia Rauh, Thomas Kühne: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7.
- Bernd Haunfelder: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1849–1867. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 5, Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5181-5.
Weblinks[Bearbeiten]
- Graf von Hacke, Edwin Carl Wilhelm, in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Biografie von Edwin Carl Wilhelm Graf-Comte Hacke. In: Heinrich Best: Datenbank der Abgeordneten der Reichstage des Kaiserreichs 1867/71 bis 1918 (Biorab – Kaiserreich)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hacke, Edwin von |
| ALTERNATIVNAMEN | Hacke, Edwin Carl Wilhelm Graf von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rittergutsbesitzer, Zuckerfabrikant und Politiker (NLP), MdR |
| GEBURTSDATUM | 18. Dezember 1821 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 3. Februar 1890 |
| STERBEORT | Palermo |
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- Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich)
- Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses
- NLP-Mitglied
- Familienmitglied des brandenburgischen Adelsgeschlechts Hake
- Deutscher
- Geboren 1821
- Gestorben 1890
- Mann