Egbert Kankeleit
Egbert Kankeleit (* 16. April 1929 in Hamburg; † 23. Dezember 2022 in Darmstadt<ref>Traueranzeige. Abgerufen am 18. Januar 2023.</ref>) war ein deutscher Physiker und Hochschullehrer.
Werdegang[Bearbeiten]
Kankeleit studierte in München Kernphysik und promovierte 1961 in der Gruppe von Heinz Maier-Leibnitz (München).<ref>Egbert Kankeleit: Untersuchung von Konversionselektronen beim Mößbauer-Effekt am Wolfram-182 mit einem magnetischen Spektrometer. In: Zeitschrift für Physik. 164, 1961, S. 442–455, doi:10.1007/BF01679805.</ref> Auf Einladung von Rudolf Mößbauer und Felix Boehm ging er 1962 ans CalTech, Pasadena. Von dort folgte er 1967 einem Ruf an die TH Darmstadt, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1997 blieb. 1977 wurde er Fellow der American Physical Society (APS).<ref>APS Fellow Archive. Abgerufen am 9. Februar 2020.</ref>
Insbesondere die Mößbauerspektroskopie prägte sein wissenschaftliches Leben. Er ist der Begründer der Konversionselektronen-Mößbauer-Spektroskopie, die er zunächst in der Kernphysik (Kernmomente) und später verstärkt auch in der Materialwissenschaft (Isomerieverschiebungen) einsetzte.
Das Studium myonischer Atome am CERN sowie der Paritätsverletzung beim Gammazerfall und die Positronenforschung bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) gehörten ebenfalls zu seinen Forschungsschwerpunkten.
Das miniaturisierte Mößbauer-Spektrometer (MIMOS) wurde in der Arbeitsgruppe von Egbert Kankeleit entwickelt. MIMOS wird erfolgreich bei den aktuellen Marsmissionen eingesetzt.
Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit IANUS<ref>Forschungsbericht aktuell: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zentrum für interdisziplinäre Technikforschung (IANUS) ( vom 11. Juni 2007 im Internet Archive)</ref> wurde von Egbert Kankeleit gemeinsam mit Kollegen aus anderen Fakultäten ins Leben gerufen. Ausgehend von wissenschaftlich-technischen Themen, die die Basis der Forschungsgruppe bilden, beleuchtet IANUS auch ethische Fragen wie die nach der Rolle und Verantwortung des Wissenschaftlers im Atomzeitalter. Im Rahmen der Friedensforschung beschäftigt sich IANUS beispielsweise mit Fragen der Nichtverbreitung von Nuklearmaterialien. Die Gruppe wurde im Jahre 2000 durch den Göttinger Friedenspreis ausgezeichnet.
Weblinks[Bearbeiten]
- Gedenkseite für Egbert Kankeleit
- Nachruf auf IANUS-Begründer Prof. Dr. Egbert Kankeleit (1929-2022)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.TUD intern, Zeitung der Technischen Universität Darmstadt ( vom 1. August 2012 im Internet Archive) (PDF-Datei; 4,22 MB)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Mößbauer-Antrieb und Verstärker im Deutschen Museum Bonn ( vom 2. Mai 2015 im Webarchiv archive.today)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Mars Moessbauer Group, Universität Mainz ( vom 9. Mai 2013 im Internet Archive)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Unberücksichtigte Risiken auf dem Risikopfad ( vom 4. Juli 2007 im Internet Archive) (PDF-Datei; 150 kB)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Laudatio auf IANUS ( vom 6. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kankeleit, Egbert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Physiker |
| GEBURTSDATUM | 16. April 1929 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 2022 |
| STERBEORT | Darmstadt |
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- Person (CERN)
- Physiker (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Technische Universität Darmstadt)
- Träger des Göttinger Friedenspreises
- Fellow der American Physical Society
- Deutscher
- Geboren 1929
- Gestorben 2022
- Mann
- Kernphysiker