Zum Inhalt springen

Eierkratzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Letohrádek Kinských - Musaion 774.jpg
Durch Ritztechnik mit Herz- und Floralmotiven verziertes Osterei aus Tschechien (Böhmen).
Datei:Letohrádek Kinských - Musaion 783.jpg
Mit Floralmotiven verziertes tschechisches Osterei.

Eierkratzen (manchmal auch Eierschnitzen genannt)<ref name="TW">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Oster-Tradition im Burgenland, Österreich: Ostereier kratzen in Stinatz (Memento vom 24. Mai 2013 im Internet Archive), 4. April 2012</ref> ist ein insbesondere slawischer Osterbrauch, bei dem mithilfe von Kratz- oder Ritztechnik Ostereier verziert werden. Bekannt ist das Eierkratzen bei den Kroaten in Zentralkroatien, Polen, Slowaken in der Zips, Tschechen in Böhmen und Sorben in der Lausitz, aber auch in Ungarn und in Siebenbürgen.<ref>Emese Kerkay: HÍMESTOJÁS Hungarian Decorated Easter Eggs. In: magyarmuseum.org. American Hungarian Museum, 25. März 2015, abgerufen am 31. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Burgenland, beispielsweise in Stinatz, wo es seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg von Burgenlandkroatinnen und deren Nachfahrinnen praktiziert wird, ist es vom Aussterben bedroht.<ref name="TW" /><ref>Außergewöhnliche Entdeckungsreisen im Burgenland. Die Presse, 3. Mai 2012</ref> Der Brauch wurde im Kriminalfilm Eierkratz-Komplott (2026) mit Thomas Stipsits basierend auf dessen gleichnamigem Roman verarbeitet.<ref name="eierkratz_komplott100">Thomas Stipsits untersucht im ORF ein „Eierkratz-Komplott“. In: ORF.at. 7. Mai 2025, abgerufen am 31. März 2026.</ref>

Außerdem ist es seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Kanton Solothurn in der Schweiz verbreitet.<ref>Felicitas Oehler: Im Kleinen ganz gross: Ostereier, Scherenschnitte und Naive Malerei in der Schweiz heute. Orell Füssli, Zürich 1997, ISBN 395210843X Online</ref><ref>Heimatwerk, Bände 30–32, 1965, S. 221 [1].</ref><ref>Traditionelle Schweizer Osterbräuche in der Karwoche (70er-Jahre). In: SRF-Archiv, Sendung «Karussell» vom 7. April 1977, auf Youtube.</ref>

Technik[Bearbeiten]

Die Kratz- oder Ritztechnik gehört zu den aufwändigsten und filigransten Verzierungstechniken. In zuvor mit Stoff- oder Batikfarben oder durch Beizen gefärbte Eier mit besonders widerstandsfähiger und dicker Schale werden dabei mit scharfen, geschliffenen Gegenständen wie Nägeln, Messern (Solothurn),<ref>Schweizer Heimatwerk (Hrsg.): Heimatwerk. Band 30–32, 1965, S. 214 (google.de): „Und doch ist das Eierkratzen eine überaus gewinnende, schlichte Kunstfertigkeit. So wie es für den Kerbschnitt bei den Holzverzierungen nichts braucht als ein scharfes Messerlein, so benötigt man auch zum Eierkratzen einzig ein solches.“</ref> Feilen oder ähnlichem entsprechende Ornamente in die Schale geritzt. Durch Variation in der Ritztiefe können dabei entsprechende Farbnuancen bis hin zum Weiß der Eischale erzeugt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />