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Einbeeren

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Einbeeren

Blühende Paris polyphylla

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Germergewächse (Melanthiaceae)
Tribus: Parideae
Gattung: Einbeeren
Wissenschaftlicher Name
Paris
L.

Die Einbeeren (Paris) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Germergewächse (Melanthiaceae). Bekannteste Art in Europa ist die Vierblättrige Einbeere, kurz Einbeere.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Paris quadrifolia0.jpg
Illustration der Vierblättrigen Einbeere (Paris quadrifolia)

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Die Einbeeren-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Das monopodiale (= mit durchgehender Hauptachse) Rhizom dieses Geophyten ist unterschiedlich dick je nach Art. Aus Knospen in den Achseln von Niederblättern werden an der Rhizom-Oberseite aufrechte, unverzweigte Stängel gebildet, die meist einige Jahre nicht blühen und nach der Samenbildung absterben. An einem Stängel stehen in nur einem Quirl je nach Art, selten drei, vier bis mehrere, gestielte Laubblätter. Die einfachen Laubblätter sind lanzettlich bis eiförmig. Auf der Blattspreite sind drei Hauptnerven und dazwischen Netznerven vorhanden. Der Blattrand ist glatt.

Blüten, Früchte und Samen[Bearbeiten]

An jedem Stängel wird nur eine endständige, gestielte Blüte gebildet. Die zwittrige, radiärsymmetrische Blüte ist vier- bis elfzählig. Es sind meist zwei Kreise mit je vier bis elf freien Blütenhüllblättern vorhanden. Die äußeren Blütenhüllblätter sind lanzettlich bis eiförmig und sind grün oder selten mehr oder weniger weiß. Die inneren Blütenhüllblätter sind fadenförmig, selten fehlen sie. Es sind zwei Kreise mit vier bis elf Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind dünn und flach. Vier bis elf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Der kurze Griffel endet in vier bis elf langlebige Narbenlappen.

Es werden einzeln stehende, gestielte, vier- bis elffächrige, vielsamige, Beeren oder beerenähnliche Kapselfrüchte gebildet, die einige oder viele Samen enthalten. Die Samen einiger Arten sind von einem Arillus umgeben.

Erbgut[Bearbeiten]

Das Erbgut von Paris japonica enthält 150 Milliarden Basenpaare (etwa 50 mal so viele wie das menschliche Genom enthält) und ist damit nach derzeitigem Stand das größte Genom der Lebewesen, falls sich die Ergebnisse für die Amöbe Polychaos dubium 1968 wie verschiedentlich erwartet als veraltet bzw. falsch erweisen.<ref>| Spektrum der Wissenschaft: Die zehn erstaunlichsten Genome, Wissen 30.9.2019 abgerufen am 11. Januar 2024</ref>

Inhaltsstoffe und Giftigkeit[Bearbeiten]

Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Früchte. Die Einbeeren enthalten giftige Saponine: Steroidsaponine und Glykoside: Paridin, Paristyphnin, Pennogenin.

Die ganze Pflanze wurde früher in der Volksmedizin als Mittel gegen ansteckende Krankheiten angewandt (Pestbeere). Die Rhizome vieler Arten werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, die Droge wird Rhizoma Paridis genannt.<ref name="Liu2006" />

Systematik und Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gattung Paris wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Die Herkunft des Gattungsnamens Paris ist nicht geklärt. Der Name ist allerdings alt. Schon Leonhart Fuchs (1501–1566) kannte die Vierblättrige Einbeere unter dem Namen: Herba Paris.<ref name="Baumann2001" />

Die Gattung Paris ist in Eurasien verbreitet. Arten sind in Bhutan, China, Indien, Japan, Korea, Laos, Mongolei, Myanmar, Nepal, Sikkim, Thailand, Vietnam, Russland und Europa beheimatet. In China kommen 22 Arten vor, davon sind 12 dort endemisch. Die Arten wachsen meist in der Krautschicht von Wäldern oder seltener an feuchten Stellen entlang von Flüssen.

Datei:Paris incompleta kz01.jpg
Untergattung Paris: Paris incompleta
Datei:Paris japonica 02.jpg
Untergattung Paris: Paris japonica
Datei:Paris quadrifolia 050505.jpg
Untergattung Paris: Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia) mit Blüte von oben
Datei:Paris quadrifolia 2011 G2.jpg
Untergattung Paris: Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia) mit Frucht
Datei:Paris tetraphylla 2.JPG
Untergattung Paris: Paris tetraphylla mit Blüte
Datei:Paris verticillata (flower).JPG
Untergattung Paris: Paris verticillata mit Blüte
Datei:Paris polyphylla BotGardBln07122011G.JPG
Untergattung Daiswa: Paris polyphylla
Datei:Paris thibetica.jpg
Untergattung Daiswa: Blühende Paris thibetica

Früher wurde die Gattung Paris zu den Familien der Spargelgewächse (Asparagaceae) oder der Liliengewächse (Liliaceae) gestellt. Heute gehört die Gattung Paris in die Tribus Parideae, die den Umfang der früheren Familie Trilliaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chevall. besitzt, und gehört damit in die Familie der Germergewächse (Melanthiaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Batsch ex Borkh.). Die Gattung Paris ist nah mit der Gattung Trillium verwandt. Die Blüten der Gattung Trillium sind aber wie die meist Einkeimblättrigen dreizählig. Die Blüten der Gattung Paris sind dagegen vier- bis elfzählig.

Ob die Arten der Gattung Daiswa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf. als Untergattung Daiswa innerhalb der Gattung Paris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. enthalten sind, wird diskutiert. Hier die Darstellung mit den zwei Untergattungen Daiswa und Paris. Wenn die Untergattung Daiswa nicht enthalten ist, dann enthält die Gattung Paris nur etwa elf Arten. Auch die einzige Art der ehemaligen monotypischen Gattung Kinugasa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tatew. & Sutô gehört dabei zur Gattung Paris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.

Es gibt etwa 28 Paris-Arten in zwei Untergattungen<ref name="Key">Li Heng: Bestimmungsschlüssel zur Gattung Paris wenn Daiswa als Untergattung enthalten ist.</ref> (Liste ohne Einteilung in Sektionen):<ref name="WCSP" />

  • Untergattung Daiswa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Raf.) H.Li: Sie besitzen dicke Rhizome, einkammerige Fruchtknoten mit Parietalplazentation, beerenartige Kapselfrüchte und Samen mit einem sukkulenten Arillus. Mit etwa 12 bis 16 Arten:
    • Paris caobangensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Y.H.Ji, H.Li & Z.K.Zhou: Sie wurde 2006 aus dem nördlichen Vietnam erstbeschrieben.<ref name="WCSP" /><ref name="ParisCaobangensis2006" />
    • Paris cronquistii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Takht.) H.Li: Sie kommt vor im südwestlichen Guangxi, in Guizhou, Sichuan und im südöstlichen Yunnan in Höhenlagen zwischen 900 und 2100 Metern.<ref name="FoC" />
    • Paris daliensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Li & V.G.Soukup: Es ist ein Endemit des westlichen Yunnan in Höhenlagen von etwa 2600 Metern.<ref name="FoC" />
    • Paris delavayi Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franchet: Sie kommt vor in Vietnam und den chinesischen Provinzen Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangxi, Sichuan und Yunnan in Höhenlagen zwischen 1300 und 2000 Meter.<ref name="FoC" />
    • Paris dunniana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Lév.: Sie kommt vor in Guizhou, Hainan und Yunnan in Höhenlagen von nahe Meereshöhe bis 1100 Meter.<ref name="FoC" />
    • Paris fargesii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franchet: Sie kommt vor in Vietnam und den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangxi, Sichuan und Yunnan in Höhenlagen zwischen 500 und 2100 Metern.<ref name="FoC" />
    • Paris luquanensisDie Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Li: Es ist ein Endemit des nördlichen zentralen Yunnan in Höhenlagen zwischen 2100 und 2800 Metern.<ref name="FoC" />
    • Paris mairei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Lév.: Sie kommt vor in Guizhou, im westlichen Sichuan und im nördlichen Yunnan in Höhenlagen zwischen 1800 und 3500 Metern.<ref name="FoC" />
    • Paris marmorata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Stearn: Sie kommt vor in Bhutan, im nördlichen Indien, Nepal, südliches Tibet und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan.<ref name="FoC" />
    • Paris polyandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.F.Wang: Es ist ein Endemit des südwestlichen Sichuan in Höhenlagen zwischen 1200 und 1600 Metern.<ref name="FoC" />
    • Paris polyphylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sm. (inkl. Paris birmanica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Takht.) H.Li & Noltie): Sie kommt mit mehreren Varietäten in Bhutan, Indien, Laos, Myanmar, Nepal, Sikkim, Thailand, Vietnam, Taiwan, Tibet und den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Gansu, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Shanxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang vor.<ref name="FoC" />
    • Paris stigmatosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Shu-dong Zhang: Mit dreizähligen Blüten. Es ist ein Endemit des östlichen Yunnan und gedeiht in Höhenlagen von selten 2500 bis meist 2600 bis 2900 Metern.<ref name="FoC" />
    • Paris tengchongensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Y.H.Ji, C.J.Yang & Yu L.Huang: Sie wurde 2017 aus Yunnan erstbeschrieben.<ref name="Ji2006" />
    • Paris thibetica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franchet (Syn.: Paris wenxianensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Z.X.Peng & R.N.Zhao): Sie kommt vor in Bhutan, Myanmar, Sikkim, südlichen Tibet und den chinesischen Provinzen südliches Gansu, Guizhou, Sichuan sowie nordwestliches Yunnan.<ref name="FoC" />
    • Paris undulata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Li & V.G.Soukup: Es ist ein Endemit des zentralen Sichuan.<ref name="FoC" />
    • Paris vietnamensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Takht.) H.Li: Sie kommt vor in Vietnam und den chinesischen Provinzen Guangxi und Yunnan.<ref name="FoC" />
    • Paris xichouensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(H.Li) Y.H.Ji, H.Li & Z.K.Zhou (Syn.: Paris cronquistii var. xichouensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Li): Dieser Endemit gedeiht in immergrünen Wäldern an den Hängen im tropischen Karst in Höhenlagen von 1400 bis 1500 Metern nur in Xichou Xian im südöstlichen Yunnan.<ref name="FoC" />

Weitere Arten (ohne Zuordnung zu einer Untergattung):

Literatur[Bearbeiten]

  • Liang Songyun, Victor G. Soukup: Paris., S. 88 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000. ISBN 0-915279-83-5 (Abschnitte Beschreibung, Systematik und Verbreitung)
  • Yunheng Ji, Peter W. Fritsch, Heng Li, Tiaijiang Xiao, Zheku Zhou: Phylogeny and Classification of Paris (Melanthiaceae) Inferred from DNA Sequence Data. In: Annals of Botany, Volume 98, Issue 1, 2006, S. 245–256: Online. doi:10.1093/aob/mcl095
  • Zhang Shu-dong: A New Species of Paris (Melanthiaceae) from Northeastern Yunnan, China. In: Novon, Volume 18, Issue 4, 2008, S. 550–554 PDF.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="FoC"> Liang Songyun, Victor G. Soukup: Paris., S. 88 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. </ref> <ref name="ParisCaobangensis2006"> Y. H. Ji, H. Li, Z. K. Zhou: 2006. Paris caobangensis Y. H. Ji, H. Li & Z. K. Zhou (Trilliaceae), a new species from northern Vietnam. In: Acta Phytotaxonomica Sinica, S. 44, Issue 6, S. 699–702. </ref> <ref name="Baumann2001"> B. Baumann, H. Baumann, S. Baumann-Schleihauf: Die Kräuterbuchhandschrift des Leonhart Fuchs. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3538-8, Seite 222. </ref> <ref name="Liu2006"> Hai Liu, Yun Huang, Qiang Wang, Ting Zhang, Yue Song: Detection of saponins in extracts from the rhizomes of Paris species and prepared chinese medicines by high performance liquid chromatography-electrospray ionization mass spectrometry, In: Planta Medica, 2006, Volume 72, Nr. 9, S. 835–841. ISSN 0032-0943 </ref> <ref name="Ji2006"> Yun Heng Ji, Cheng Jin Yang, Yu Ling Huang: A new species of Paris sect. Axiparis (Melanthiaceae) from Yunnan, China. In: Phytotaxa, Volume 306, Issue 3, 2017, S. 234. doi:10.11646/phytotaxa.306.3.6 </ref> </references>

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Susan B. Farmer & Edward E. Schilling: Phylogenetic Analyses of Trilliaceae based on Morphological and Molecular Data. In: Systematic Botany, Volume 27, Issue 4, 2002, S. 674–692: Online. (PDF; 545 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Einbeeren (Paris) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien