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Eliza Lucas Pinckney

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Elizabeth „Eliza“ Lucas Pinckney (* 28. Dezember 1722 auf der Plantage Poorest Antigua; † 26. Mai 1793 in Philadelphia)<ref name="ANB" /> war eine amerikanische Pflanzerin. Als Sechzehnjährige übernahm sie während der kriegsbedingten Abwesenheit ihres Vaters die Leitung seiner drei Plantagen in South Carolina. Ihr wird gewöhnlich Anbau und Verbreitung der Indigopflanze in den späteren Vereinigten Staaten zugeschrieben. Der blaue Farbstoff war in Europa sehr gefragt und veränderte die Wirtschaft South Carolinas gravierend. Indigo wurde nach Reis zur zweitwichtigsten Exportware der Kolonie und deckte mehr als ein Drittel der Einnahmen durch Exporte ab. Während Eliza selbst ursprünglich Großbritannien loyal war, kämpften ihre Söhne Charles Cotesworth Pinckney und Thomas Pinckney im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Die Abschriften ihrer Briefe in ihrem Notizbuch zählen zu den wenigen persönlichen Zeitdokumenten amerikanischer Frauen des 18. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und frühe Jugend[Bearbeiten]

Elizabeth (Betsey) wurde als eines von vier Kindern von George Lucas im Central Valley nordwestlich von Willoughby Bay auf Antigua geboren. Ihr Vater war Vorsitzender der Assembly von Antigua und betrieb hier eine Zuckerrohrplantage von 155 ha<ref>Lorri Glover, Eliza Lucas Pinckney. An independent Woman in the Age of Revolution. New Haven, Yale University Press 2020, 9. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Sein Vater, John Lucas, hatte sich in den 1660er Jahren auf der Insel niedergelassen<ref>Lorri Glover, Eliza Lucas Pinckney. An independent Woman in the Age of Revolution. New Haven, Yale University Press 2020, 12. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref> und vererbte seinem Sohn über 200 Sklaven<ref>Megan L. Hatfield: A family upon the deep blue sea: The Atlantic life of Eliza Lucas Pinckney. Dissertation University of Miami, Coral Gables 2015, 3. ProQuest Dissertations Publishing, ProQuest 3719961</ref>. Ann Mildrum war die Mutter ihrer jüngeren Geschwister, im Taufregister von George Lucas Jr. von 1725 wird sie als Lucas’ Geliebte bezeichnet, das Paar scheint aber später geheiratet zu haben. Es ist nicht klar, ob Elizabeth ihre Tochter war oder aus einer früheren Ehe von Georg Lucas stammte.<ref>Lorri Glover: Eliza Lucas Pinckney, an independent Woman in the Age of Revolution. New Haven, Yale University Press 2020, 11. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref> Ihr Vater konnte seinen Besitz auf 200 ha vergrößern und kaufte ein Haus in St. John’s, der Inselhauptstadt<ref>Lorri Glover: Eliza Lucas Pinckney. An independent Woman in the Age of Revolution. New Haven, Yale University Press 2020, 10. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>.

Sowohl Eliza als auch ihre Brüder Tom und George wurden in London unterrichtet, wo sie ab 1732 sieben Jahre bei Richard und Mary Boddicott<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 3</ref>, einem Zuckerhändler und Freund der Familie<ref name="roberts3" /> bzw. in dem Internat von Mrs. Pearson in London lebte<ref>Constance Schulz: Eliza Lucas Pinckney and Harriott Pinckney Horry, a South Carolina Revolutionary-Era Mother and Daughter. In: Marjorie Julian Spruill, Valinda W. Littlefield, Joan Marie Johnson (Hrsg.), South Carolina Women, Their Lives and Times. Athens, University of Georgia Press 2009, 84. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Hier lernte sie Französisch, Geschichte, Geographie, Botanik, Nadelarbeiten, Kurzschrift und Tanz sowie die Grundlagen des Rechts<ref>Lorri Glover: Eliza Lucas Pinckney. An independent Woman in the Age of Revolution. New Haven, Yale University Press 2020, 19. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Im Herbst 1737 kehrte sie im Alter von 15 Jahren nach Antigua zurück<ref>Megan L. Hatfield: A family upon the deep blue sea: The Atlantic life of Eliza Lucas Pinckney. Dissertation, University of Miami, Coral Gables 2015, xi. ProQuest Dissertations Publishing, ProQuest 3719961</ref>, während ihre Brüder in England blieben. Kurz nach ihrer Rückkehr siedelte Lucas, der auf Antigua Schulden gemacht hatte<ref>Barbara L. Bellows: Eliza Lucas Pinckney: The Evolution of an Icon. In: South Carolina Historical Magazine 106/2–3, 2005, 154</ref>, mit seiner Frau, Eliza und seine jüngste Tochter Mary, genannt Polly, im Jahr 1738 nach South Carolina über, in der Hoffnung, dass das dortige Klima der Gesundheit seiner kränklichen Frau zuträglich sein würde. Er ließ sich etwa 10 km von Charles Town am Wappoo Creek in der Nähe des Stono Rivers<ref>George C. Rogers: Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 120. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>, mit seiner Familie auf der Plantage seines Vaters John Lucas nieder<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 4</ref>.

Lucas ermutigte Eliza nicht, sich mit den für Damen der damaligen Zeit üblichen Handarbeiten zu beschäftigen. Tatsächlich hegte er ein gewisses Misstrauen gegen nähende und stickende Frauen und soll gesagt haben, dass er „niemals Damen über ihren Handarbeiten reden sehen konnte, ohne zu argwöhnen, dass sie Schabernack ausheckten“.<ref name="ravenel11" /> 1739 brach Krieg zwischen England und Spanien (1739–1748) aus und Lucas kehrte nach Antigua zurück. Um ein Offizierspatent in dem 38th Regiment of Foot, 1st Battalion, South Staffordshire Regiment<ref>Barbara L. Bellows: Eliza Lucas Pinckney: The Evolution of an Icon. In: South Carolina Historical Magazine 106/2–3, 2005, 154</ref> zu kaufen, nahm er Hypotheken nun auch auf seine Plantagen und Sklaven auf dem Festland auf<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 4, 79. Pro Quest Dissertations, https://www.proquest.com/dissertations-theses/materiality-mastery-eliza-lucas-pinckney/docview/2781055093/se-2 , Zugriff am 12. Juli 2023</ref>. Er wurde 1739 Lieutenant Colonel der britischen Armee und 1742 Lieutenant Governor von Antigua<ref>George C. Rogers, Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 120. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Die Leitung der Plantagen in South Carolina überließ er seiner sechzehnjährigen Tochter Eliza, da die Gesundheit seiner Frau sich nicht verbessert hatte.<ref name="ANB" /> Es handelte sich dabei um:

  • Waccamaw: 600 ha am Waccamaw River bei Georgetown. Hier wurden Pech, Teer und gepökeltes Schweinefleisch hergestellt
  • Garden Hill/Combahee River, 1200 ha Land Combahee River mit über 70 Sklaven, hier wurde Reis angebaut<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 79</ref>
  • Wappoo (Bluff Plantation), 240 ha, der Wohnsitz von Lucas. Das Gebiet heißt heute West Ashley, die Gebäude sind nicht erhalten<ref>https://south-carolina-plantations.com/charleston/wappoo-hall.html South Carolina Plantation, Zugriff am 14. Juli 2023</ref>. Hier arbeiteten mindestens 20 Sklaven<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 77</ref>. James Nicholas Cromwell, der Indigo-Experte, den Lucas angestellt hatte, beschwerte sich in einem Brief an Charles Pickney über den schlechten Gesundheitszustand der Sklaven, die in Wappoo für ihn arbeiteten<ref>”ye Rubage of ye negroes... they are all defictive and helpless... som are Lame some blind some half rotten”, zitiert nach Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 80, Originalschreibung</ref>.

Waccamaw und Garden Hill wurden durch Aufseher verwaltet, Wappoo durch Lucas selber<ref>Lorri Glover: Eliza Lucas Pinckney, an independent Woman in the Age of Revolution. New Haven, Yale University Press 2020, 45. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Lucas musste Geld erwirtschaften, um die Schulden ihres Vaters abzuzahlen. Neben der Leitung der Plantagen unterrichtete Eliza nach einem Brief von 1742 ihre Schwester Polly und zwei Sklavenkinder, die, wenn sie die Erlaubnis ihres Vaters bekam, auch den anderen „Negerkindern“ Lesen und Schreiben beibringen sollten<ref>„two black girls who I teach to read, and if I have my Papa’s approbation (my Mamas I have got) I intend [them] for school mistres’s for the rest of the Negroe children.“ Zitiert nach Constance B. Schulz: Eliza Lucas Pinckney and Harriott Pinckney Horry, a South Carolina Revolutionary-Era Mother and Daughter. In: Marjorie Julian Spruill, Valinda W. Littlefield, Joan Marie Johnson (Hrsg.), South Carolina Women, their Lives and Times. Athens, University of Georgia Press 2009, 85. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Sie übte sich ferner in Musik, Kurzschrift und Französisch und las viel. Außerdem half sie gelegentlich armen Nachbarn bei der Abfassung von Testamenten.

Anbauversuche[Bearbeiten]

Wie ihr Vater interessierte sich Eliza für botanische Experimente und begann mit Versuchen, diverse Pflanzen von den West Indies in South Carolina anzubauen. Mit 19 Jahren hielt sie fest, dass sie Feigenbäume gepflanzt hatte, um die Früchte zu trocknen und zu verkaufen<ref name="roberts3" />, wie später Thomas Jefferson<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 93</ref>. Auch legte sie einen Baumgarten mit Eichen zum Bau von Schiffen an<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 90</ref>. Ihre anderen Experimente waren die Aussaat von Ingwer, Baumwolle und Luzerne. Obwohl Freunde und Verwandte ihre Projekte amüsiert betrachteten, ließ sich Eliza nicht beirren und schrieb ihrer Freundin Mary Bartlett, der Nichte ihres späteren Ehemannes Charles Pinckney:

„Dein Onkel meint: ‚Sag der kleinen Visionärin, dass sie in die Stadt kommen und an jenen Vergnügungen teilnehmen soll, die ihrem Alter entsprechen.‘ Bitte richte ihm aus, dass, was er jetzt als Marotten und Projekte betrachtet, sehr wohl nach und nach gedeihen könnte. Von den vielen wird eines bestimmt Erfolg haben.“<ref name="roberts4" />

Datei:Indigofera tinctoria0.jpg
Blüte der Indigopflanze

Im Juli 1739 schrieb Eliza über ihre ersten Versuche, Indigo anzubauen.<ref name="ravenel7" /> Der Farbstoff wurde für englische Uniformen benötigt und Eliza hoffte, auf diese Weise die englischen Kolonien sowie England vom französischen Indigo unabhängig zu machen. Zudem wäre es eine nützliche Einnahmequelle für South Carolina, dessen einzige nennenswerte Exportgüter Reis, Tierhäute und Holz waren. Ihre ersten Versuche schlugen fehl, teils wegen Frost, der ihre Ernte vernichtete, teils aufgrund angeblicher Sabotage durch ihren Farbstoffhersteller Nicholas Cromwell.<ref name="roberts4" /><ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 80 mit dem Text des Briefes von 1785 an ihren Sohn Thomas Pinckney</ref> Dennoch setzte sie ihre Versuche fort und im September 1742 berichtete sie ihrem Vater stolz: „Wir werden genug übrig behalten, um nächstes Jahr eine Ernte zu haben.“<ref name="ANB" />

Im Jahr 1744 konnte Eliza schließlich 17 Pfund Indigo ernten und verarbeiten. Sie sandte sechs Pfund davon nach England, wo es als qualitativ gleichwertig mit französischem Indigo eingestuft wurde.<ref name="ANB" /> Um die Pflanze zu verbreiten, verteilte Eliza die Samen unter anderen Plantagenbesitzern. Indigo konnte gut zusammen mit Reis angebaut werden, da die jeweils arbeitsintensivsten Zeiten in verschiedene Monate fielen. So konnte die Ausbeutung der Sklaven intensiviert werden. Die Ernte erhöhte sich ständig, so dass im Jahr 1747 Indigo erstmals als Exportgut nach England verschifft wurde. England förderte den Anbau in Carolina finanziell, um Frankreich auszustechen, was die Wirtschaft und die Anpflanzungen weiter ankurbelte. Innerhalb der nächsten dreißig Jahre entwickelte sich die Indigopflanze nach Reis zum wichtigsten Exportgut South Carolinas. Kurz vor dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg war der jährliche Export von Indigo auf 1.107.660 Pfund<ref name="roberts6" /> (etwa 502 kg) angewachsen, mehr als einem Drittel der Exporte South Carolinas.

Auch als verheiratete Frau setzte Eliza ihre unternehmerischen Experimente fort, inzwischen auf der Plantage ihres Mannes, Belmont am Charleston Neck und am Cooper River. Sie ließ Hanf und Flachs anbauen<ref>Constance B. Schulz: Eliza Lucas Pinckney and Harriott Pinckney Horry, a South Carolina Revolutionary-Era Mother and Daughter. In: Marjorie Julian Spruill, Valinda W. Littlefield, Joan Marie Johnson (Hrsg.), South Carolina Women, their Lives and Times. Athens, University of Georgia Press 2009, 88. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Der Krieg mit Spanien beeinträchtigte den Handel mit England und die Kolonien waren gezwungen, ihre Stoffe selber herzustellen. Eliza organisierte Webstühle für ihre Plantagen, auf denen die Sklaven Baumwolle und Wolle zu Stoffen verarbeiten mussten und versuchte sich in der Seidenproduktion. Sie erntete die Seidenfäden persönlich und hatte immerhin so viel Erfolg, dass sie später drei Kleider anfertigen lassen konnte.<ref name="roberts7" />

Ehe und Familienleben[Bearbeiten]

Während der Abwesenheit ihres Vaters freundete Eliza sich mit dem benachbarten Rechtsanwalt und Plantagenbesitzer Charles Pinckney und seiner englischen Frau Elizabeth Lamb Pinckney sowie deren Nichte Mary Bartlett, die ungefähr in ihrem Alter war, an. Das Ehepaar lud Eliza oft zu sich nach Charles Town ein und stellte ihr ihre Bibliothek zur Verfügung, Pinckney war außerdem Mitglied der Bibliotheksgesellschaft von Charleston. Elizabeth las bei den Pinckneys sowohl Samuel Richardsons Pamela<ref>Barbara L. Bellows: Eliza Lucas Pinckney: The Evolution of an Icon. In: South Carolina Historical Magazine 106/2–3, 2005, 155</ref>, aber auch Plutarch und die Werke Vergils und John Lockes, letztere auf Anregung Charles Pinckneys.<ref name="roberts4" />

Im Jahr 1744 beschloss Lucas, seine Familie nach Antigua zurückzuholen. Im Januar 1744 starb Elizabeth Pinckney nach längerer Krankheit, und vier Monate nach deren Tod heiratete Pinckney Eliza am 27. Mai 1744, was einigen Klatsch auslöste<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 5</ref>. Pinckney war fünfundvierzig Jahre alt, Eliza zweiundzwanzig. Pinckney war von 1736 bis 1740 Präsident<ref>speaker</ref> des Common House of Assembly gewesen<ref>George C. Rogers: Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 120. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref><ref name="ANB" /> Es scheint sich um eine Liebesheirat gehandelt zu haben, da Eliza in einem ihrer Briefe schrieb: „Ich empfand so große Zuneigung zu ihm, wie sie ein menschliches Herz fühlen kann. Dies, gemeinsam mit seinen Tugenden und seiner Vorliebe für mich, schuf den stärksten Bund, der zwischen Sterblichen existieren kann.“<ref name="roberts9" />. Zu ihrer Mitgift gehörten 20 Sklaven von Wappoo<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 79</ref>. Wappoo wurde nach ihrer Heirat mit Pinckney 1744 verkauft, um die Schulden ihres Vaters zurückzuzahlen<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 82</ref>, die Beschreibung in der South Carolina Gazette vom 11. Juni 1744 liefert einige Informationen über die Anlage. Sie enthielt demnach ein Wohnhaus, eine Scheuer, Schuppen und einen guten Garten. Sie lag in der Nähe von Verkehrswegen und hatte Bestände von Holz sowie Böden, die zum Anbau verschiedener Pflanzen geeignet waren.

In den ersten Jahren nach der Hochzeit beaufsichtigte Eliza weiterhin die verbliebenen beiden Plantagen ihres Vaters und erzog ihre Kinder. Das Geburtsdatum des ersten Sohnes, Charles Cotesworth Pinckney, wird in diversen Quellen unterschiedlich angegeben. Laut der American National Biography erblickte er am 14. Februar 1745 das Licht der Welt.<ref name="ANB1" /> In einem Brief an Mrs Bartlett bat Eliza um bestimmte Spielsachen, die ihrem Sohn das Lernen erleichtern sollten, da sie und ihr Ehemann ihrem Sohn das Alphabet beibringen wollten, sobald er sprechen konnte. „Sie bemerken wahrscheinlich, dass wir frühzeitig beginnen, denn er ist noch keine vier Monate alt.“<ref name="ravenel113" /> Elizas Vater George Lucas starb am 11. Januar 1747 in Brest als französischer Kriegsgefangener<ref>Constance B. Schulz: Eliza Lucas Pinckney and Harriott Pinckney Horry, a South Carolina Revolutionary-Era Mother and Daughter. In: Marjorie Julian Spruill, Valinda W. Littlefield, Joan Marie Johnson (Hrsg.), South Carolina Women, their Lives and Times. Athens, University of Georgia Press, 85. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Sie erfuhr davon im Juni 1747 durch einen Brief und erlitt eine Frühgeburt. Das Kind, George Lucas, wurde nach ihrem Vater benannt, aber starb nach fünf Tagen<ref>Constance B. Schulz: Eliza Lucas Pinckney and Harriott Pinckney Horry, a South Carolina Revolutionary-Era Mother and Daughter. In: Marjorie Julian Spruill, Valinda W. Littlefield and Joan Marie Johnson (Hrsg.), South Carolina Women, their Lives and Times. Athens, University of Georgia Press, 89. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. 1745 ließen die Pinckney am Colleton Square in der East Bay Street in Charles Town ein prächtiges Haus (Mansion House) errichten<ref>George C. Rogers: Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 120. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Hier wurden 1749 die Tochter namens Harriot geboren und 1750 der jüngste Sohn Thomas. Pinckney wurde 1750 Mitglied des Royal Council, und 1752 oberster Richter von South Carolina<ref>George C. Rogers: Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 121. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>.

1753 bemühte sich Pinckney erfolgreich um den Posten des Commissioner of the Colony (zu deutsch: Bevollmächtigter der Kolonie) in London, eine Mittlerfunktion zwischen South Carolina und den englischen Handels- und Plantagenbeauftragten. Die Familie zog nach England um, wo Pinckney von seinem Bruder ein Landgut bei Durham geerbt hatte. Ihr Haus in Charleston vermieteten sie an den neuen Gouverneur James Glen<ref>George C. Rogers: Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 121. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Die Familie wurde überraschenderweise von der verwitweten Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg empfangen. Als Geschenke überreichte Elizas Tochter Harriot der Prinzessin einen Witwenvogel, einen Papstfinken und einen Gold-Waldsänger,<ref name="ravenel146" /> die sie aus Amerika mitgebracht hatten. Eliza schenkte der Prinzessin eines der drei Kleider aus selbst geernteten Seide.<ref name="roberts7" /> Nach kurzem Aufenthalt in London siedelte die Familie nach Ripley in Surrey um, wo sie fünf Jahre lang lebten. Während dieser Zeit verlor Pinckley seinen Posten als oberster Richter an Peter Leigh, der durch die Krone bestellt worden war.<ref>George C. Rogers: Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 121. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>

Rückkehr nach South Carolina und Unabhängigkeitskrieg[Bearbeiten]

Die Pinckneys hatten vorgehabt, in England zu bleiben, bis ihre Söhne die Ausbildung in der Westminster School beendet hatten. Als aber der Siebenjährige Krieg in Nordamerika ausbrach, kehrten Pinckney, Eliza und Harriot im Mai 1758 nach South Carolina zurück, während ihre Söhne weiterhin in London die Schule und danach die Universität Oxford besuchten. Trotz ihrer Loyalität zu England war Eliza empört zu sehen, wie wenig das Mutterland seine Kolonien in Kriegszeiten schützte. Sie und ihr Mann planten daher, ihre Plantagen zu verkaufen und ihr Geld in einem sichereren Land anzulegen.<ref name="roberts8" /> Pinckney starb jedoch am 12. Juli 1758 an Malaria. Eliza blieb in Charleston, um ihre Plantagen zu überwachen, die in ihrer Abwesenheit schlecht bewirtschaftet worden waren. In den folgenden zehn Jahren widmete sich Eliza vor allem der Verwaltung ihrer Plantagen und ihrer Tochter, die am 15. Februar 1768 den verwitweten Hugenotten Daniel Huger Horry geheiratet hatte<ref>Thomas Pinckney, Jack L. Cross: Letters of Thomas Pinckney, 1775–1780. In: South Carolina Historical Magazine 58, 1957, 19. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>, den Besitzer der Reisplantage Hampton am Santee.

1769, fast elf Jahre, nachdem sie ihn zuletzt gesehen hatte, kehrte ihr Sohn Charles aus England zurück. Er und sein Bruder hatten in England vehement gegen den Stamp Act protestiert. 1774 kam auch Thomas zurück, um sich ein Jahr später der amerikanischen Armee anzuschließen. Auf die Frage, auf welcher Seite der Kriegsparteien Eliza gestanden habe, antwortete ihre Enkeltochter, sie habe „zu Gott gebetet, sie [ihre Söhne] recht zu leiten, doch gab sie weder Ratschläge noch versuchte sie Einfluss zu nehmen; denn da sie, als die beiden Kinder waren, ihr Bestes getan hätte, gute und weise Männer aus ihnen zu machen, erkannte sie nun dankbar an, dass sie sie nicht nur an Größe, sondern auch Weisheit überträfen.“<ref name="ravenel270" /> Während des Krieges wurden die Plantage Auckland 1779 von britischen Dragonern geplündert und gebrandschatzt und die Pferde und Sklaven “gestohlen”<ref>Auckland Plantation – Walterboro – Colleton County</ref>, im September 1780 wurde der Besitz der Familie beschlagnahmt und Elizabeth musste Charleston verlassen<ref>George C. Rogers: Charleston in Age of the Pinckneys. Columbia, University of South Carolina Press 1980, 124. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)</ref>. Sie zog zu ihrer Tochter auf die Hampton Plantage und spendete £4000.00 an die Regierung von South Carolina, um den Krieg zu unterstützen<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 5</ref>. Eliza bezeichnete nun die Taten der Briten als grausam und den Sieg der Amerikaner als „großartige Befreiung“.<ref name="ravenel310" /> Als während des Krieges 1799/80 die Pocken ausbrachen, leitete sie ein kleines Krankenhaus und verlor laut eigenen Angaben nur einen von fünfzehn Patienten.<ref name="roberts9" />

Die letzten Jahre[Bearbeiten]

Datei:Hampton-plantation-south-facade-sc1.jpg
Hampton Plantation mit der George-Washington-Eiche links

Kurz nach Kriegsende starb Elizas Schwiegersohn Horry und sie lebte fortan mit ihrer verwitweten Tochter Harriot auf der Hampton Plantage. Ungefähr zur gleichen Zeit verlor ihr Sohn Charles seine Frau Sarah, worauf Eliza sich sowohl um seine drei Töchter als auch um Harriots Tochter kümmerte. In den folgenden Jahren widmete sie sich ganz ihren Enkelkindern. Um 1791 absolvierte sie ihren letzten öffentlichen Auftritt, als Präsident George Washington sie und ihre Familie auf der Hampton Plantation, besuchte und mit ihnen frühstückte.<ref name="ravenel311" /> Eine Eiche, die der Präsident Harriot bat, nicht zu fällen, wurde George-Washington-Eiche genannt und steht heute noch.

Am 10. April 1793 reiste Eliza mit ihrer Tochter und drei Enkeltöchter nach Philadelphia. Sie war an Brustkrebs erkrankt und hoffte, in Philadelphia geschickte Ärzte und möglicherweise ein Heilmittel zu finden. Bei ihrer Ankunft war sie bereits schwer krank Sie starb am 26. Mai und wurde einen Tag später auf dem St. Peter’s Churchyard beerdigt. Die Behauptung, George Washington sei zu Ehren ihrer Söhne ein Sargträger gewesen<ref name="ravenel317" /> scheint von ihrem Großenkel C. C. Pinckney 1895 in einer Biographie seines Großvaters Thomas Pinckney die Welt gesetzt worden zu sein und wird von zeitgenössischen Quellen nicht gestützt<ref>Barbara L. Bellows: Eliza Lucas Pinckney: The Evolution of an Icon. In: South Carolina Historical Magazine 106/2–3, 2005, 159</ref>. 1989 wurde sie als erste Frau in die South Carolina Business Hall of Fame aufgenommen.<ref name="smithsonian" />

Briefe[Bearbeiten]

Eliza war, besonders vor ihrer Hochzeit, eine eifrige Briefschreiberin. Zwischen 1739 und 1762 legte sie Abschriften einiger ihrer Briefe in drei Notizbüchern (“Letterbooks”) an. Sie werden heute von der South Carolina Historical Society aufbewahrt<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 8</ref>. Ca. 100 ihrer Briefe sind in anderen Archiven überliefert. In den 1893 erschienenen Erinnerungen ihrer Enkeltochter Harriott Horry Ravenel sind weitere Briefe abgedruckt. Insgesamt sind 281 Briefe und ein Kochbuch erhalten<ref>Kirsten Thomas Iden: The Materiality of Mastery: Eliza Lucas Pinckney and the Production of Plantation Culture in the Eighteenth-Century South. PhD Auburn University, Auburn, Alabama 2016, 9</ref>.

Nachkommen[Bearbeiten]

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Mit Charles Pinckney hatte Eliza vier Kinder:

  • Charles Cotesworth Pinckney (* 14. Februar 1745;<ref name="ANB1" /> † 16. August 1825); ⚭ 1773 Sarah Middleton
  • George Lucas Pinckney (*/† Juni 1747)
  • Harriot Pinckney (1749–1830); ⚭ 15. Februar 1768 Daniel Huger Horry
  • Thomas Pinckney (* 23. Oktober 1750; † 2. November 1828); ⚭ 1779 Elizabeth Motte

Literatur[Bearbeiten]

  • David Coon: Eliza Lucas Pinckney and the reintroduction of Indigo Culture in South Carolina. In: Journal of Southern History 42/1, 1976, 61–76. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
  • Jana Lucas: Die geheimen Pionierinnen der Wirtschaft – Außergewöhnliche Frauen, die unsere Wirtschaftswelt nachhaltig geprägt haben, Redline Verlag, München 2021, S. 57–72, ISBN 978-3-86881-849-9.
  • Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. In: Women of Colonial and Revolutionary Times. South Carolina Heritage Series No. 10. The Reprint Company 1967. HarperCollins, ISBN 978-0-06-078002-9.
  • Cokie Roberts: Founding Mothers. The Women who raised our Nation. Perennial 2005, ISBN 0-06-009025-1.
  • George Rogers: Charleston in the Age of the Pinckneys. University of South Carolina Press 1980.
  • Frances Leigh Williams: A founding family: the Pinckneys of South Carolina. Harcourt Brace Jovanovich 1978, ISBN 0-15-131503-5.
  • Marvin R. Zahniser (Hrsg.): The Letterbook of Eliza Lucas Pinckney. Women’s Diaries and Letters of the Nineteenth-Century South Series. University of South Carolina Press 1972, ISBN 1-57003-186-X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="ANB">Elise Pinckney: Pinckney, Elizabeth Lucas. In: American National Biography Online. Oxford University Press 2000, Online-Edition. Zugriff am 6. Januar 2016</ref> <ref name="ANB1">Marvin Zahniser: Pinckney, Charles Cotesworth. In: American National Biography Online. Oxford University Press 2000, Online-Edition. Zugriff am 6. Januar 2016</ref> <ref name="smithsonian">Dress from the Pre-Revolutionary War-Era Added to Smithsonian Costume Collection, Zugriff am 14. Januar 2016</ref> <ref name="roberts3">Cokie Roberts: Founding Mothers. The Women who raised our Nation. Perennial 2005, S. 3</ref> <ref name="roberts4">Cokie Roberts: Founding Mothers. The Women who raised our Nation. Perennial 2005, S. 4</ref> <ref name="roberts6">Cokie Roberts: Founding Mothers. The Women who raised our Nation. Perennial 2005, S. 6</ref> <ref name="roberts7">Cokie Roberts: Founding Mothers. The Women who raised our Nation. Perennial 2005, S. 7</ref> <ref name="roberts8">Cokie Roberts: Founding Mothers. The Women who raised our Nation. Perennial 2005, S. 8</ref> <ref name="roberts9">Cokie Roberts: Founding Mothers. The Women who raised our Nation. Perennial 2005, S. 9</ref> <ref name="ravenel7">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 7</ref> <ref name="ravenel11">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 11</ref> <ref name="ravenel113">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 113</ref> <ref name="ravenel146">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 146</ref> <ref name="ravenel270">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 270</ref> <ref name="ravenel310">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 310</ref> <ref name="ravenel311">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 311</ref> <ref name="ravenel317">Harriet Horry Ravenel: Eliza Pinckney. The Reprint Company 1967, S. 317</ref> </references>

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