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Ellbogenaplasie

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Klassifikation nach ICD-10
Q74.0 Sonstige angeborene Fehlbildungen der oberen Extremität(en) und des Schultergürtels
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Ellbogenaplasie ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit dem Hauptmerkmal einer Aplasie des Ellbogengelenks und entsprechend fehlender Beweglichkeit. Es ist mindestens ein Unterarmknochen mit dem Oberarmknochen knöchern verbunden (Synostose).<ref name="Martini">C. J. Wirth, L. Zichner, A. K. Martini: Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. In: W. Winkelmann (Hrsg.): Tumoren, tumorähnliche Erkrankungen. Georg Thieme Verlag, 2003, ISBN 3-13-126181-1</ref>

Synonyme sind: Angeborene Ankylose; Humeroradiale Synostose; Humeroradiale Fusion; Humeroradioulnare Synostose

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv X-chromosomal.<ref name="Orpha">Eintrag zu Synostose, humero-radiale isolierte. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref> Bislang wurde über wenige Hundert Patienten berichtet. Das männliche Geschlecht ist etwas häufiger betroffen, in nahezu der Hälfte tritt die Aplasie beidseits auf.<ref name="Martini" />

Ursache[Bearbeiten]

Die Ursache ist bislang nicht bekannt.<ref>Humeroradial Synostosis. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref><ref>Humeroradial Synostosis. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>

Formen[Bearbeiten]

Nach dem Ausmaß der Synostose können unterschieden werden:<ref name="Martini" />

  • Humeroradiale Synostose, häufigste Form
  • Humeroulnare Synostose, seltenste Form, Umwendbewegung des Unterarmes erhalten
  • Humeroradioulnare Synostose

Bei einer radioulnaren Synostose ist das Gelenk und damit die Beweglichkeit erhalten.

Klassifikation[Bearbeiten]

Folgende Klassifikation nach Pfeiffer und Braun-Quentin ist gebräuchlich:<ref>R. A. Pfeiffer, C. Braun-Quentin: Genetic nosology and counseling of humeroradial synostosis. In: Genetic counseling (Geneva, Switzerland), Band 5, Nr. 3, 1994, S. 269–274, PMID 7811427.</ref>

  • Ellenbogenaplasie im Rahmen generalisierter Fehlbildungen mit Synostosen
  • Humeroradialsynostose ohne Oligodaktylie
  • Humeroradialsynostose mit Oligodaktylie.

Klinische Erscheinungen[Bearbeiten]

Klinische Kriterien sind:<ref name="Martini" />

  • Verkürzung des Armes mit Beugung im Ellenbogen oft in Pronationsstellung
  • Unterentwickelte Muskulatur des Armes, häufig mit narbiger Einziehung dorsal
  • Oft zusätzliche Fehlbildungen an Elle, Mittelhand und Finger, aber auch an den Füßen, eventuell Pterygium

Diagnose[Bearbeiten]

Im Röntgenbild kann die Fusion erst nach einigen Monaten infolge der fortschreitenden Verknöcherung des Knorpels erkannt werden, während im Ultraschall der fehlende Gelenkspalt bereits vorgeburtlich (intrauterin) erkennbar ist.<ref>G. Savoldelli, A. Schinzel: Prenatal ultrasound detection of humero-radial synostosis in a case of Antley-Bixler syndrome. In: Prenatal diagnosis, Band 2, Nr. 3, Juli 1982, S. 219–223; PMID 7145849.</ref>

Im Rahmen von Syndromen[Bearbeiten]

Ellenbogenaplasien können bei einigen Syndromen auftreten:<ref name="Martini" /><ref name="Leiber"></ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • J. D. McIntyre, A. Brooks, M. K. Benson: Humeroradial synostosis and the multiple synostosis syndrome: case report. In: Journal of pediatric orthopedics. Part B, Band 12, Nr. 3, Mai 2003, S. 192–196; doi:10.1097/01.bpb.0000060287.16932.ec, PMID 12703033.
  • J. C. Ramer, R. L. Ladda: Humero-radial synostosis with ulnar defects in sibs. In: American journal of medical genetics, Band 33, Nr. 2, Juni 1989, S. 176–179; doi:10.1002/ajmg.1320330207, PMID 2669480 (Review).
  • R. B. Surana, S. M. Sinkford: Humero-radial synostosis. In: Clinical genetics, Band 13, Nr. 2, Februar 1978, S. 169–170, PMID 627108.
  • R. Romanus: Ein Fall von angeborener Ankylose im Ellenbogengelenks. In: Acta Orthopaedica Scandinavica, Band 4, 1933, S. 291–305.
  • A. Mouchet, L. St. Pierre: Ankylose congenitale hereditaire et symetrique des deux coudes. In: Revue Orthopédique, Band 18, 1931, S. 210–218.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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