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Elly Schlein

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Datei:Elly Schlein 2023 (cropped).jpg
Elly Schlein, 2023

Elena Ethel „Elly“ Schlein (* 4. Mai 1985 in Lugano, Schweiz) ist eine italienische Politikerin. Sie ist seit März 2023 Parteivorsitzende (segretaria) des sozialdemokratischen Partito Democratico (PD). Seit Oktober 2022 ist sie Mitglied der italienischen Abgeordnetenkammer. Zuvor war sie von 2014 bis 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments und von 2020 bis 2022 Vizepräsidentin der Region Emilia-Romagna.

Leben[Bearbeiten]

Schlein wurde im Tessin, im italienischsprachigen Teil der Schweiz, als Tochter eines Universitätsprofessorenpaars geboren. Ihre italienische Mutter Maria Paola Viviani Schlein lehrte Öffentliches Recht an der norditalienischen Universität Insubrien, ihr Vater Melvin Schlein stammt aus den Vereinigten Staaten und ist emeritierter Professor für Internationale Beziehungen an der Franklin University Switzerland in Lugano. Der antifaschistische Widerstandskämpfer und sozialistische Senator Agostino Viviani (1911–2009) war ihr Großvater. Ihre Großeltern väterlicherseits waren als Juden aus Litauen und Galizien in die USA ausgewandert.<ref>Elly Schlein: «O il Pd cambia o è finita. Io non ho nulla da perdere e per questo vincerò». In: Corriere della Sera, 18. Februar 2023.</ref> Ihr älterer Bruder ist der Mathematiker Benjamin Schlein (* 1975) und ihre Schwester Susanna Schlein (* 1978) eine italienische Diplomatin.

Elly Schlein besitzt neben der italienischen auch die Staatsbürgerschaften der Vereinigten Staaten und der Schweiz. Sie wuchs im Tessin auf, ging in Agno zur Schule und machte ihre Maturität am Kantonsgymnasium in Lugano. Anschließend zog sie zum Studium nach Bologna und besuchte zunächst die Fakultät für Kunst, Musik und Schauspiel DAMS – Akronym für Discipline delle arti, della musica e dello spettacolo – an der Universität Bologna, bevor sie sich entschied, Rechtswissenschaften zu studieren.<ref>Michele Novaga: Elly Schlein, un po’ di Svizzera nella politica italiana. In: tvsvizzera.it. 3. Februar 2020, abgerufen am 28. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ihr Jurastudium schloss sie 2011 mit einer Arbeit im Verfassungsrecht ab.

Datei:Elly Schlein-Manifestazione contro il JA del 25.10.2014 a Roma (cropped).jpg
Elly Schlein bei einer Demonstration gegen die Arbeitsrechtsreform „Jobs Act“, 2014

Schlein bezeichnet sich als bisexuell und gab 2020 an, in einer Beziehung mit einer Frau zu leben.<ref>Matthias Rüb: Linker Star in Italien: Aufbauhelferin aus dem Regenbogenhimmel. In: Frankfurter Allgemeine (online). 13. Februar 2020, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. Dezember 2022]).</ref><ref name=":0" />

Politik[Bearbeiten]

Zur US-Präsidentschaftswahl 2008 engagierte sie sich als Wahlkampfhelferin für Barack Obama. 2011 gehörte sie zu den Gründern der Studentenvereinigung Progrè in Bologna. Ab 2013 engagierte sie sich beim Partito Democratico. Dabei rief sie im Rahmen der Kampagne #OccupyPD dazu auf, möglichst viele Positionen in der Partei mit jungen, linksgerichteten Mitgliedern zu besetzen, die die „Große Koalition“ der Regierung Letta ablehnten. Bei der offenen Vorwahl des PD-Vorsitzenden unterstützte sie die Kandidatur von Giuseppe Civati. Matteo Renzi gewann die Vorwahl und war von Februar 2014 bis Dezember 2016 Ministerpräsident.

Bei der Europawahl 2014 wurde Schlein auf der Liste des PD im Wahlkreis Nordostitalien in das Europäische Parlament gewählt. Dort gehörte sie der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) an, war stellvertretende Vorsitzende der Delegation für den Parlamentarischen Stabilitäts- und Assoziationsausschuss EU-Albanien und Mitglied im Ausschuss für Entwicklung. Sie war Kritikerin des Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Renzi, trat im Juli 2015 aus dem PD aus und schloss sich der neuen, von Civati initiierten Partei Possibile an, die sich links der PD positioniert. Sie blieb im Europaparlament Mitglied der S&D-Fraktion und behielt auch ihre Ausschussposten. Sie trat bei der Europawahl am 26. Mai 2019 nicht zur Wiederwahl an und im Juni 2019 aus der Partei Possibile aus.

Am 26. Januar 2020 wurde sie in den Regionalrat Emilia Romagna gewählt, wobei sie insgesamt 22.098 Vorzugsstimmen erhielt (Bologna 15.975, Reggio Emilia 3.896 und Ferrara 2.227). Kandidiert hatte sie auf der Liste Emilia-Romagna Coraggiosa Ecologista e Progressista („mutige, ökologistische und fortschrittliche Emilia-Romagna“), die von den Parteigruppierungen Articolo Uno, Sinistra Italiana, èViva und realtà politico-associative locali gebildet wurde. Sie war damit vor Kandidaten der größeren Parteien die Kandidatin mit den meisten Vorzugsstimmen der gesamten Region. Der Regionalpräsident Stefano Bonaccini (PD) ernannte Schlein daraufhin zu seiner Stellvertreterin und berief sie als Beigeordnete für den Kampf gegen Ungleichheiten und für einen ökologischen Wandel in seine Regionalregierung. Dort war sie bis zu ihrem Einzug ins Abgeordnetenhaus im Oktober 2022 für den Klimapakt und für Wohlfahrt, Wohnungspolitik, Jugendpolitik, internationale Entwicklungszusammenarbeit, internationale Beziehungen sowie Beziehungen zur EU zuständig.

Auf der Liste des PD und verbündeter Parteien zog Schlein bei der vorgezogenen Parlamentswahl im September 2022 als Vertreterin der Emilia-Romagna ins Abgeordnetenhaus ein. Nach der Wahlniederlage des Mitte-links-Lagers und der Rücktrittsankündigung des Parteivorsitzenden Enrico Letta trat Schlein wieder in den PD ein.

Im Dezember 2022 bewarb sie sich für den Vorsitz des PD.<ref name=":0">Oliver Meiler: Parteivorsitz der Sozialdemokraten – Italiens Linke hofft auf die «Anti-Meloni» aus Lugano. In: Tages-Anzeiger. 5. Dezember 2022, abgerufen am 6. Dezember 2022.</ref> Bei der PD-Basiswahl kam sie in der ersten Runde nur für Mitglieder mit 52.637 Stimmen (34,9 %) auf Platz zwei hinter dem Favoriten Stefano Bonaccini.<ref>Giovanna Vitale: Congresso Pd, Bonaccini vince nei circoli: 18 punti di vantaggio. Ma Schlein lo supera (di poco) nelle grandi città. In: repubblica.it. 20. Februar 2023, abgerufen am 28. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In der zweiten Runde im Februar 2023, die auch Parteilosen offenstand, gewann Schlein überraschend mit 587.010 Stimmen (53,8 %) vor Bonaccini (46,2 %).<ref>Elly Schlein prima donna a guidare il Pd. Meloni: ‘Una giovane donna può aiutare la sinistra a guardare avanti’. In: ansa.it. 27. Februar 2023, abgerufen am 28. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 7. Oktober 2023 begann der Krieg in Israel und Gaza. Spanien und Norwegen anerkannten im Mai 2024 Palästina als Staat. Schlein forderte, dass Italien dem Beispiel folgen sollte.<ref>Alessia Peretti: Italian opposition urges government to recognise Palestinian State. In: Euractiv. 29. Mai 2024, abgerufen am 10. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • La nostra parte: per la giustizia sociale e ambientale, insieme. Mondadori, Mailand 2022, ISBN 978-88-04-73075-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Elly Schlein – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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