Emil Baader
Emil Baader (* 18. Februar 1891 in Göschweiler; † 2. November 1967 in Lahr/Schwarzwald) war ein deutscher Lehrer, Volkskundesammler<ref>Renate Liessem-Breinlinger: Baader Emil – Detailseite. LEO-BW, Landeskunde entdecken online, abgerufen am 27. Juni 2026.</ref> und Heimatforscher.
Werdegang[Bearbeiten]
Baader kam als Sohn des Gastwirts und Bierbrauers Kornel Baader (1858–1909) und dessen Ehefrau Rosina, geb. Binninger, (1859–1927) zur Welt. Er besuchte ab 1897 die Volksschule in Göschweiler und wechselte 1901 auf die Realschule in Waldshut, die er 1907 abschloss. Dort war zeitweilig (1905–1906) der spätere Maler Arthur Grimm sein Lehrer. Es folgte eine zweijährige Ausbildung am Lehrerseminar in Ettlingen, die er 1909 mit den Lehramtsprüfungen für Volksschulen beendete. In den folgenden Jahren unterrichtete er unter anderem an Volksschulen in Weiterdingen, Konstanz, Radolfzell, Karsau, Emmendingen und Ubstadt. Sein Kriegseinsatz in der Artillerie unterbrach zwischen 1915 und 1918 seinen beruflichen Werdegang. Von 1920 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1956 war er Lehrer an Volksschulen in Bretzingen, Buchen und Lahr.
Neben seinem Beruf als Lehrer war er als Heimatforscher tätig. Er veröffentlichte zur Geschichte der Ortenau und des Odenwaldes und war Herausgeber von Der Wartturm, Heimatblatt für das badische Frankenland. Im badischen Land richtete er, zumeist in Gasthäusern, über 200 »Heimat- und Gedächtnisstuben« ein.<ref>Martin Hesselbacher: Emil Baader † Dem Schöpfer d. Heimatstuben ein Dankesgruß. In: Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg – Organ der Staatlichen Ämter für Denkmalpflege. Band 11, Nr. 4, 1968, S. 111–112 (uni-heidelberg.de [abgerufen am 27. Juni 2026]).</ref> Diese, einst rund 250 Heimatstuben sind heute meist nicht mehr als solche erhalten, die Objekte kamen großteils in die jeweiligen Museen.
Personengebundene Heimatstuben (Auswahl)[Bearbeiten]
Im Zuge seiner Arbeit initiierte Baader rund 250 Heimat- und Gedächtnisstuben. Ein Großteil dieser Stuben war nicht nur allgemein der Dorfgeschichte gewidmet, sondern konkret auf das Leben und Wirken bedeutender regionaler Persönlichkeiten ausgerichtet. Da viele dieser Stuben auf einfache Art in lokalen Dorfgasthäusern oder alten Rathäusern untergebracht waren, wurden sie im Zuge von Wirtshausschließungen und den Gemeindereformen der 1970er Jahre oft aufgelöst, in größere Stadtmuseen integriert oder eingelagert.<ref>Emil Baader: Ländliche Kulturpflege in Baden. Heimatstuben zwischen Bodensee und Main. In: Ekkhart – Jahrbuch für das Badner Land. 1966, S. 101–110.</ref>
- Heinrich Hansjakob – Hagnau am Bodensee
- Lucian Reich – Hüfingen
- Burkard von Hohenfels – Sipplingen (Haldenhof)
- Franz Anton Mesmer – Iznang am Untersee
- Abraham a Sancta Clara – Kreenheinstetten
- Emil Lugo – Stockach
- Ernst Würtenberger – Stockach und Steißlingen
- Johann Peter Hebel – Odelshofen (Willstätt)
- Johann Michael Moscherosch – Willstätt
- Heinrich Medicus – Lichtenau (Baden)
- Adolf Hildenbrand – Löffingen
- Wachsmuth von Künzingen – Löffingen
- Grafen von Zimmern – Meßkirch
- Ferdinand Hasenfratz – Untereggingen
- Emil Baader (ihm selbst posthum gewidmet) – Göschweiler
- Jakob Ebner (in seiner Nachfolge eingerichtet) – Albbruck-Unteralpfen
- Hans Friedle Albiez, Gustav Adolph Müller, Josua Leander Gampp, Meinrad Vogelbacher – Buch, Gasthaus Engel
- Joseph Victor von Scheffel – Zell am Harmersbach (Hotel Hirschen)
- Hans Müller von Bulgenbach – Grafenhausen
- Franz Xaver Winterhalter und Hermann Winterhalter – Menzenschwand
- Hans Thoma – Berau
- Emil Gött -Jechtingen am Kaiserstuhl, existiert noch
- Alban Stolz – Bühl
- Joseph Bader, Heinrich Kaminski, Hermann Simon, Friedrich Hecker – Schloss Tiengen
- Adolf Hildenbrand, Steinmar, Heinrich Hansjakob. Richard Stocker, Paul Körber, Hermann Kupferschmid, Karl Asal – Waldshut (einst drei 'Stuben')
- Hans Martin Grüninger, Wilhelm Burger, Franz Heinrich Gref, Johann Martin Morath – Stühlingen (eingerichtet durch Gustav Häusler)
- Ferdinand Fechtig von Fechtenberg – Krenkingen (eingerichtet durch Gustav Häusler)
- Karl Albiker – Ühlingen
- Karl Friedrich Würtenberger – Küssnacht
- Heinrich Ernst Kromer – Riedern am Wald
- Joseph II. – Gasthaus Adler in Oberlauringen
- Einungsmeister aus der Familie Ebner – Weilheim
- Johann Baptist Roder, Albert Welti – Rheinheim<ref>Emil Baader: Neue Heimatstuben am Hochrhein. In: Heimat am Hochrhein, Band 2, 1965/66, S. 144.</ref>
- Johann Georg Duttlinger – Weizen
- Emil Riesterer, Hans Müller-Brandeck – Grießen
- Christian Gotthard Hirsch – Höchenschwand
- Raymund Netzhammer, Robert Leiber, Maximilian Stoll – Erzingen
- Joseph Weißhaar, Matthias Starck – Lottstetten
- Andreas Josias von Kilian – Waldshut
eröffnet am 19. August 1967 seine letzte 'Stube'
Sachbezogene Heimatstuben (Auswahl)[Bearbeiten]
- Klosterdorf-Heimatstube – Schuttern (Friesenheim)
- Historische Ratsstube – Löffingen
- Historische Schul- und Ortsstube – Bretzingen
- Weinbau-Heimatstube – Auggen
- Ortsgeschichtliche Heimatstube – Weisweil
- Junghans – heute im Junghans Terassenbau Museum in Schramberg
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- Arthur Grimm, ein Maler des Odenwaldes: Der Wartturm Heimatblätter des badischen Frankenlandes; Juli 1931
- Land und Leute in der oberen Ortenau, 1937
- Besonntes Geroldsecker Land, 1947
- Land der hohen Himmel. Ein Heimatbuch der Erinnerungen. (Reprint Schauenburg-Verlag, Lahr/Schwarzwald 1991)
- Land und Leute des Amtsbezirks Buchen. Verlag Karl Volk, Buchen (Odenwald) 1928 (Reprint 1983)
- Franz Xaver Winterhalter (1805–1873), der europäische Fürstenmaler. In: Landesverein Badische Heimat (Hrsg.): Badische Heimat. Mein Heimatland. 40. Jahrgang, Heft 3, Freiburg im Breisgau 1960, S. 367–376.
- Landesverein Badische Heimat e.V. Freiburg i.Brsg. (Hrsg.): Badische Heimatstuben. Neue Wege ländlicher Kulturpflege, Stätten der Besinnung zwischen Bodensee und Main. Mit einem Verzeichnis der 105 Heimatstuben an 93 Orten. In: Ekkart Jahrbuch für das Badner Land. , S. 120–141
Ehrungen[Bearbeiten]
- 1965: Heimatpreis des Kreises Lahr
- 1966: Ehrenbürger von Göschweiler
- 1967: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
- Ehrenmitglied der Badischen Heimat
Literatur[Bearbeiten]
- Badische Biographien NF 1, S. 23–24
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:LeoBW
- Literatur von und über Emil Baader im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Emil Baader in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Eintrag im Kalliope-Verbund
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baader, Emil |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Lehrer, Heimatforscher und Volkskundesammler |
| GEBURTSDATUM | 18. Februar 1891 |
| GEBURTSORT | Göschweiler |
| STERBEDATUM | 2. November 1967 |
| STERBEORT | Lahr/Schwarzwald |
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- Schullehrer
- Heimatforscher (Baden-Württemberg)
- Volkskundesammler
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Ehrenbürger im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
- Deutscher
- Person (Löffingen)
- Geboren 1891
- Gestorben 1967
- Mann