Emil Homann
Emil Homann (* 1. September 1862 in Wien; † 9. Februar 1945 in Leoben, Steiermark), seit 1912 Ritter Homann von Herimberg, 1918 bis 1919 Freiherr Homann von Herimberg, war ein österreichischer Verwaltungsbeamter und Minister für öffentliche Arbeiten.
Leben[Bearbeiten]
Homann studierte Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien und absolvierte Bergbaustudien an der Bergakademie in Leoben. 1887 ging er in Leoben in den bergbehördlichen Dienst des Ackerbauministeriums. 1888 nach Wien versetzt, wurde er 1893 bis 1899 dem Revierbergamt in Graz zugeteilt. Anschließend übernahm er die Abteilung für administrative Angelegenheiten des Bergwesens im Ackerbauministerium in Wien.<ref name="ÖBL">Homann von Herimberg, Emil Frh. (1862–1945), Verwaltungsbeamter. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 411 f. (Direktlinks auf S. 411, S. 412).</ref> 1891 heiratete er in Leoben seine Frau Hermine (* 1868).<ref>Genealogisches Handbuch des Adels. Starke, Limburg an der Lahn 1957, S. 168.</ref>
1907 zum Ministerialrat befördert, wechselte Homann 1908 zusammen mit der montanistischen Abteilung in das neu errichtete Ministerium für öffentliche Arbeiten. Seit 1909 Sektionschef, war er insbesondere verantwortlich für die Erdölförderung in Galizien und für die Errichtung der Bergwerksinspektion im Ministerium. 1912 als Ritter Homann von Herimberg nobilitiert, 1916 zum Geheimen Rat ernannt, übernahm er am 23. Juni 1917 die provisorische Leitung des Ministeriums für öffentliche Arbeiten. Er amtierte von 30. August 1917 bis 11. November 1918 schließlich als Minister für öffentliche Arbeiten in den drei letzten Regierungen der Monarchie, den Kabinetten Seidler, Hussarek und Lammasch.<ref name="ÖBL" />
Mit Abberufung der Regierung am 11. November 1918 wurde Homann von Kaiser Karl I. noch zum Freiherrn ernannt. Dies gilt als die allerletzte Standeserhebung der Habsburgermonarchie.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die letzte Standeserhebung der Monarchie. ( des Vorlage:IconExternal vom 19. Oktober 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Österreichisches Staatsarchiv vom 1. Februar 2009.</ref> Außerdem war er seit 1918 Dr.mont.h.c. der montanistischen Hochschulen in Příbram und Leoben.
1919 und 1920 fungierte er als Leiter des liquidierenden Kriegsministeriums. 1927 bis 1935 war er Präsident des Dorotheums, ab 1921 auch Präsident des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins.<ref name="ÖBL" />
Mit Einmarsch der deutschen Wehrmacht im März 1938 wurde Homann verhaftet, aber nach persönlicher Intervention von Edmund Glaise-Horstenau bei Gestapoleiter Reinhard Heydrich wenige Tage später wieder entlassen.<ref>Peter Broucek (Hrsg.): Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Band 2: Minister im Ständestaat und General im OKW. Böhlau, Wien/Graz 1983, ISBN 3-205-08743-7, S. 279.</ref>
Schriften[Bearbeiten]
- Die Kohlenversorgung in Österreich während des Krieges. Hölder-Pichler-Tempsky, Wien 1925.
Literatur[Bearbeiten]
- Wladimir Fischer-Nebmaier, Anatol Schmied-Kowarzik: Einleitung. In: Die Protokolle des cisleithanischen Ministerrates 1867–1918, VIII/2: 1914–1918, 22. November 1916 – 11. November 1918. Hrsg. Wladimir Fischer-Nebmaier. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2025, ISBN 978-3-7001-9298-5, S. XI‒CLIV, hier XX (mrp.oeaw.ac.at).
Weblink[Bearbeiten]
- Die Protokolle bzw. Tagesordnungspunkttitel der Zeit Homanns im Ministerrat und erste erhaltene Ministerratssitzung unter seiner Teilnahme.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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Ministerpräsident: Ernst Seidler von Feuchtenegg
Minister: Karl von Banhans | Ludwig Cwiklinski | Karl Czapp von Birkenstetten | Moritz Ertl | Anton Höfer | Emil Homann | Ivan Horbaczewski | Viktor Mataja | Ludwig Paul | Hugo von Schauer | Ernst Emanuel von Silva-Tarouca | Friedrich von Toggenburg | Julius von Twardowski-Skrzypna | Friedrich von Wieser | Ferdinand von Wimmer | Ivan von Žolger
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Ministerpräsident: Max Hussarek von Heinlein
Minister: Karl von Banhans (Eisenbahnen) | Karl Czapp von Birkenstetten (Landesverteidigung) | Kazimierz Gałecki (Galizien) | Edmund von Gayer (Inneres) | Emil Homann (Öff. Arbeiten) | Ivan Horbaczewski (o.Port., ab 8/1918 Volksgesundheit) | Georg von Madeyski-Poray (Kultus u. Unterricht) | Viktor Mataja (Soziale Fürsorge) | Hugo von Schauer (Justiz) | Ernst Emanuel von Silva-Tarouca (Ackerbau) | Friedrich von Wieser (Handel) | Ferdinand von Wimmer (Finanzen) | Ivan von Žolger (Slowenen)
Sowie: Ludwig Paul (Volksernährung)
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Ministerpräsident: Lammasch
Minister: Banhans (Eisenbahnen) | Galecki (Galizien) | Gayer (Inneres) | Hampe (Kultus u. Unterricht) | Homann (Öff. Arbeiten) | Horbaczewski (Volksgesundheit) | Lehne (Landesverteidigung) | Paul (Volksernährung) | Redlich (Finanzen) | Seipel (Soziale Fürsorge) | Silva-Tarouca (Ackerbau) | Wieser (Handel) | Vittorelli (Justiz)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Homann, Emil |
| ALTERNATIVNAMEN | Homann von Herimberg, Emil Josef Felix Freiherr; Homann-Herimberg, Emil |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Beamter und Minister |
| GEBURTSDATUM | 1. September 1862 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 9. Februar 1945 |
| STERBEORT | Leoben |
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