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Emil Nacke

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Emil Hermann Nacke (* 29. Oktober 1843 in Großwiederitzsch; † 30. Mai 1933 in Kötzschenbroda) war ein deutscher Maschinenbau-Ingenieur, Unternehmer und Weingutsbesitzer. Er erwarb sich große Verdienste um die Entwicklung der Papierindustrie, indem er Stroh nutzbar machte und daraus verschiedene feine Papiere herstellte, und er war mit dem Coswiga der erste Automobil-Hersteller in Sachsen.

Datei:Emil Nacke - Porträt.jpg
Emil Nacke Porträt aus schätzungsweise der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts
Datei:Emil Nacke - erste Strohkocherei.jpg
Emil Nackes Strohkocherei – Nacke war maßgeblich beteiligt, die erste Anlage zur Aufschließung von Stroh und zur Gewinnung des Strohstoffs als Ausgangsbasis für die Herstellung feiner Papiere zu entwickeln und zu erbauen.
Datei:Raffineur bzw. Refiner von Emil Nacke - Außenansicht.jpg
Der von Emil Nacke entwickelte Raffineur zerfaserte Hackschnitzel aus Holz oder Stroh mit Hilfe rotierender Mahlsteine.
Datei:Bleich- und Waschholländer von Emil Nacke - Zeichnungen.jpg
Bleich- und Waschholländer nach dem System Emil Nacke – Schema
Datei:Bleich- und Waschholländer von Emil Nacke - Beschreibung.jpg
Beschreibung des Bleich- und Waschholländers nach dem System Emil Nacke
Datei:Chlorkalkauflöser nach System Emil Nacke.jpg
Chlorkalkauflöser nach System Emil Nacke (cropped)
Datei:Chlorkalkschleifer nach System Emil Nacke (cropped).jpg
Chlorkalkschleifer nach System Emil Nacke
Datei:Nacke Coswiga 1910.jpg
Emil Nacke hinter dem Steuer eines Coswiga, 1910
Datei:Nacke Coswiga 1903.jpg
Emil Nacke hinter dem Steuer eines Coswiga, um 1903. Mitfahrer: Pfarrer Schüttoff und Familie aus Constappel bei Gauernitz<ref name="EHK">Emil Hermann Nacke – Sachsens erster Automobilbauer</ref>

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nacke wurde 1843 als ältester Sohn eines königlich sächsischen Steueraufsehers geboren. Nach Besuch der Realschule in Leipzig studierte er am Polytechnikum Dresden Maschinenbau. Seine ersten Erfahrungen als Ingenieur machte Nacke in einer Maschinen- und Lokomotivfabrik.

Verdienste um die Papierproduktion: der Strohstoff als Rohmaterial für feine Papiere[Bearbeiten]

Nacke ging in die Geschichte der Papierherstellung ein als derjenige, der die Strohstoffindustrie in Deutschland einführte und den Beweis erbrachte, dass Strohstoff nicht nur rationell zu gewinnen war, sondern sich zudem für die Herstellung feiner Papiere eignete.

Im Jahre 1869 suchte der Generalbevollmächtigte der Thodeschen Papierfabrik in Hainsberg namens Schüler einen Ingenieur zur Umsetzung einer Idee, die die Papierfabrik von einem Ingenieur namens Weber aus Kopenhagen gekauft hatte: diese Idee bestand darin Stroh aufzuschließen und für die Herstellung von Feinpapier nutzbar zu machen. Der damalige Direktor des Polytechnikums Dresden, des direkten Vorgängers der heutigen Technischen Universität Georg Heinrich Judenfeind-Hülße hatte Nacke, damals noch Student, vorgeschlagen und vom Studium beurlaubt.<ref>Dipl.-Ing. Uhlemann (Vorname nicht zu ermitteln, schrieb mehrere historische Beiträge in »Der Papierfabrikant«). Emil Nacke : ein Beitrag zur Geschichte der Papierfabrikation. In »Der Papierfabrikant« 22.1924, Fest- und Auslandsheft = Nr. 24A im Technischen Teil, S. 120</ref>

Die konkrete Aufgabe Nackes bestand darin, zusammen mit dem damaligen Direktor der Papierfabrik Kaufmann eine bereits begonnene Anlage zur Gewinnung von Strohstoff zu entwerfen und in einen betriebsbereiten Zustand zu überführen. Die Papierfabrik hatte die Idee von einem Ingenieur Weber aus Dänemark erwarben. Der zunächst mit der Errichtung der Anlage nach der Idee Webers in Heinsdorf betraute Ingenieur starb während der Bauarbeiten starb, ohne konkrete Pläne zu hinterlassen. Somit musste die Papierfabrik erst einen neuen Entwurf erarbeiten. Das taten offensichtlich Nacke und der Fabriksdirektor.

Die Erzeugung des gelben Strohhalbstoffes war schon seit Jahrzehnten mit steigendem Erfolg durchgeführt worden. Dass aber aus Stroh auch eine Zellulose erzeugt werden konnte, die bleichfähig war und für die Herstellung feiner bis feinster Papiere verwendet werden konnte, war ein Markstein in der Entwicklung der Papierfabrikation in Deutschland.

Die Fabrik zur Herstellung des Strohstoffes wurde innerhalb eines halben Jahres erbaut und nahm 1869 ihre Arbeit auf. Zunächst mussten aber noch diverse Kinderkrankheiten überwunden werden, bis die Anlage einen zumindest brauchbaren Strohstoff herstellte.<ref>Die Ausräumung dieser Kinderkrankheiten ist wesentlich das Verdienst des Leiters der Papierfabrik Kaufmann, sodass nach Ansicht von Walter Sembritzki in einer Entgegnung zur Würdigung Nackes durch Uhlemann (in »Der Papierfabrikant« 22.1924, technischer Teil, S. 580) nur Kaufmann der Lorbeer für die Einführung der Strohstoffproduktion gebühre.</ref> Das Aufschließen des Strohes erfolgte in dieser Anlage mit Natron in rotierenden Kugelkochern, die mit direktem Dampf beheizt wurden.

Nachdem die Anlage in Heinsdorf in den Regelbetrieb überführt worden war, legte Nacke am Polytechnikum seine Abschlussprüfung ab. Für seine besonders guten Ergebnisse wurden ihm die silberne Medaille und ein Reisestipendium zuerkannt. Diese Reise führte Nacke nach Paris, von wo aus ihn englische Studienfreunde mit nach England nehmen wollten, um ihn in der Baumwollindustrie in Manchester unterzubringen. Doch Nacke kehrte nach Deutschland zurück und arbeitete zunächst im Magdeburger Grusonwerk. Dort entwarf er als Konstrukteur eine verwindungsfreie leicht transportable Hebevorrichtung für schwere Kruppsche Geschütze zur Seeverteidigung. Diese wurden dann u. a. in der Seefestung Friedrichsort in Schleswig-Holstein eingesetzt.<ref>Zu dem gesamten Absatz siehe Dipl.-Ing. Uhlemann (Vorname nicht zu ermitteln, schrieb mehrere historische Beiträge in »Der Papierfabrikant«). Emil Nacke : ein Beitrag zur Geschichte der Papierfabrikation. In »Der Papierfabrikant« 22.1924, Fest- und Auslandsheft = Nr. 24A im Technischen Teil, S. 120</ref>

Nacke ging aber von Paris nach Dresden zurück und ließ sich dort als Zivilingenieur nieder. Der Ingenieur Weber, der die Technologie für den Aufschluss des Strohs entwickelt hatte, bot Nacke an, mit ihm zusammen die Strohstofffabrikation in Deutschland voranzutreiben. Zu diesem Zwecke verkaufte Weber Nacke die Lizenz für sein Verfahren in ganz Deutschland. Nacke propagierte daraufhin die Technologie und schon bald errichtete er für die Peniger Patentpapierfabrik eine Anlage zur Gewinnung des Rohstoffs für die Herstellung feiner Papiere. Die Fabrik in Penig war damals noch im Besitz der Firma Ferdinand Flinsch in Leipzig.

Nachdem auch die Anlage in Penig problemlos lief, unterbreitete der Inhaber der Firma Flinsch, Heinrich Flinsch, Nacke den Vorschlag, die Strohstofffabrikation in Deutschland weiter voranzutreiben, wobei er die Finanzierung dieses Projektes übernehmen wollte.<ref>Dipl.-Ing. Uhlemann (Vorname nicht zu ermitteln, schrieb mehrere historische Beiträge in »Der Papierfabrikant«). Emil Nacke : ein Beitrag zur Geschichte der Papierfabrikation. In »Der Papierfabrikant« 22.1924, Fest- und Auslandsheft = Nr. 24A im Technischen Teil, S. 120a</ref>

In der Folge der intensivierten Bewerbung entstanden in rascher Folge Strohstofffabriken für die Firma Kallert in Altöls bei Sprottau, für die Firma Scheerer in Göritzhain, für die Firma Hahn & Roth in Dohna und die Firma Carl August Linke in Hirschberg in Schlesien.

Weitere Entwicklungen für die Papierindustrie: der Hacke-Raffineur und sein Bleich- und Waschholländer[Bearbeiten]

Als niedergelassener Ingenieur entwickelte Nacke einen Raffineur, eine Vorrichtung zur mechanischen Bearbeitung von Holz oder Stroh, indem erzeugte Hackschnitzel mechanisch zerfasert und die Fasern mechanisch bearbeitet werden, mit horizontaler Welle und vertikalen Steinen, wofür er ein Patent erhielt (D.R.P. 69077). Die Firma J. M. Voith in Heidenheim erwarb die Lizenz und vermarktete den Raffineur zusammen mit einer ebenfalls von Nacke entwickelten Maschine zur Schärfung der im Refiner eingesetzten Mahlsteine.<ref>zu diesem Raffineur/Refiner siehe Ernst Kirchner. Das Papier. Band III, S. 103-105 & 100 für eine weitere Abbildung </ref>

Eine weitere Entwicklung Nackes war sein Bleich- und Waschholländer. Bleichholländer wurden insbesondere bei der Verarbeitung von Lumpen zu Papierrohstoffen verwendet. In ihnen wurden die zunächst gekochten und dann in sogenannten Halbzeugholländern gemahlenen Lumpen in Chlor gebleicht und im Waschholländer gewaschen, also von Schmutz befreit.<ref>siehe kurz und bündig Ludwig Utz. Moderne Fabrikanlagen. Leipzig : Uhlands technischer Verlag Otto Politzky 1907, S. 90</ref> Das Besondere an Nackes Bleich- und Waschholländer war ein neuartiger Zirkulationsapparat, mit dem der Lumpenbrei bewegt wurde, und dass er ohne Walze auskam. Die Waschtrommel in diesem Gerät wurde durch den im Bleichholländer in Bewegung versetzten Lumpenbrei bewegt.<ref>zur Erklärung der Funktionsweise inklusive 2 Abbildungen - Querschnitt und Aufsicht - siehe Die Praxis der Papierfabrikation mit besonderer Berücksichtigung der Stoffmischungen und deren Kalkulationen : Praktisches Handbuch für Papierfabrikanten, technische und kaufmännische Direktoren, Werkführer, sowie zum Unterricht in Fachschulen (3., vermehrte und verbesserte Auflage des Buches »Die Praxis der Papierfabrikation« von Max Schubert, vermehrt und ergänzt durch Prof. Ernst Müller in Dresden). Berlin : Krayn 1922, S. 128–130 mit Abbildungen 68 & 69</ref> Ferner konstruierte Nacke die Zubereitungsanlage für das Chlorwasser (Bleichflüssigkeit) und die Waschlauge für den Waschholländer.

Nacke als Unternehmer in der Papierherstellung[Bearbeiten]

In den 1870er Jahren wollte Nacke selbst in die Papierherstellung einsteigen, nachdem ihm der Inhaber der Firma Kallert in Altöls bei Sprottau angeboten hat, als Teilhaber in seine Firma einzusteigen. Nacke sah aber davon ab und wollte vielmehr in der Nähe von Dresden eine eigene große Strohstofffabrik neu errichten, um Feinpapierfabriken im großen Stil mit erstklassigem Strohstoff zu beliefern. In Heinrich Flinsch fand er einen Teilhaber und mit dessen Unterstützung kaufte Nacke ein passendes Grundstück in Kötitz bei Dresden. Die Errichtung der eigentlichen Fabrik jedoch zögerte sich jedoch aufgrund einiger Turbulenzen in den Geschäften Heinrich Flinschs noch bis wahrscheinlich 1884 heraus. Bis dahin musste Nacke das zusammen mit Flinsch erworbene Grundstück von diesem auslösen und einen neuen Teilhaber finden. Diesen fand er in dem Inhaber der Firma Kallert in Altöls Achilles. Eine Bedingung Achilles’ für seinen Eintritt als Teilhaber bei Nacke war, dass Nacke zuvor Teilhaber der Firma Kallert werden musste. In dieser Eigenschaft zeichnete Nacke verantwortlich für die Reorganisation der Abläufe und neue Maschinen in der Firma Kallert, was zu einer Steigerung des Gewinns der Firma um 50 % führte.<ref>Dipl.-Ing. Uhlemann (Vorname nicht zu ermitteln, schrieb mehrere historische Beiträge in »Der Papierfabrikant«). Emil Nacke : ein Beitrag zur Geschichte der Papierfabrikation. In »Der Papierfabrikant« 22.1924, Fest- und Auslandsheft = Nr. 24A im Technischen Teil, S. 120b</ref>

Kurz nach Fertigstellung der Strohstofffabrik Tännich in Kötitz kam es zu massiven Absatzproblemen für Strohstoff, in erster Linie im Zusammenhang mit der Einführung von Strafzöllen auf Strohstoff bei Exporten ins Russische Reich. Das führte dazu, dass mehrere Strohstofffabriken an Achilles und Nacke herantraten mit der Idee, ihre Kräfte zu bündeln und ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. So entstanden die Vereinigten Strohstoff-Fabriken mit Sitz in Dresden, ein Zusammenschluss von insgesamt 8 Strohstofffabriken, darunter

Nacke als Hersteller von Maschinen für die Papierfabrikation: Chlorkalkauslöser und -schleifer[Bearbeiten]

In diesem Konsortiums wirkte Nacke von 1885 als Vorstandsmitglied sowie als technischer Leiter der Fabriken in Kötitz und Altöls. (Weitere Vorstandsmitglieder waren Anton Unger in Dohna und Carl August Linke in Hirschberg.) 1890 zog er sich in beiden Funktionen aus den Vereinigten Strohstofffabriken zurück.<ref>Dipl.-Ing. Uhlemann (Vorname nicht zu ermitteln, schrieb mehrere historische Beiträge in »Der Papierfabrikant«). Emil Nacke : ein Beitrag zur Geschichte der Papierfabrikation. In »Der Papierfabrikant« 22.1924, Fest- und Auslandsheft = Nr. 24A im Technischen Teil, S. 120c</ref>

Nach dem Ausscheiden aus der Strohstoffproduktion betrieb Nacke mit einem Kompagnon zunächst seine schon in den 1870er Jahren gegründete Papiermaschinenfabrik in Dresden, die ab 1891 als „Maschinenfabrik E. Nacke“ in Kötitz (späterer Ortsteil von Coswig) ansässig war und Maschinen für die Papierindustrie herstellte. In dieser Maschinenfabrik begann er mit der Produktion von Kolben- und Kreiselpumpen, Kondenswasserabscheidern und Anlagen für die Zellstofffabrikation.<ref>Dipl.-Ing. Uhlemann (Vorname nicht zu ermitteln, schrieb mehrere historische Beiträge in »Der Papierfabrikant«). Emil Nacke : ein Beitrag zur Geschichte der Papierfabrikation. In »Der Papierfabrikant« 22.1924, Fest- und Auslandsheft = Nr. 24A im Technischen Teil, S. 120</ref>

Besondere Verbreitung fanden seine Anlagen zur Auflösung der Fasern mittels Chlorkalk (Chlorkalkauflöser und Chlorkalkschleifer). Beide Maschinen sind in Erwin Kirchners Handbuch Das Papier (Teil 3, Kapitel C »Die Strohstoff- und Holzzellstoffproduktion«), das 1907 als Gratisbeilage zu der von ihm herausgegebenen Zeitschrift »Der Papierfabrikant« erschien, ausführlich in ihrer Funktionsweise beschrieben.<ref> Kirchner, Ernst: Das Papier. Band III, Kapitel B. Zellstoff.und C Die Strohstoff- und Holzzellstoff-Fabrikation. Biberach : Seib 1907, S. 525–527</ref>

1895 waren 35 Arbeiter angestellt und die Fabrik wurde Stück für Stück erweitert, so dass schon 1905 ungefähr 80 Arbeiter die Produktion bewältigten.

Die PKW-Produktion[Bearbeiten]

Nackes großes Interesse galt dem sich gerade entwickelnden Automobilbau. Von seinem Besuch der Pariser Automobil-Ausstellung brachte er einen Zweisitzer der französischen Marke Panhard & Levassor mit. In der Maschinenfabrik wurde daraufhin eine Abteilung Automobilbau eingerichtet, und noch 1900 wurde der erste sächsische Personenwagen fertiggestellt. Nacke benannte seine ersten Automobile nach dem Produktionsort „Coswiga“. Die Produktion bestand 1901 aus vier verschiedenen PKW-Typen, und im Prospekt von 1910 umfasste das Programm bereits sieben verschiedene PKW-Typen.

Im Jahr 1902 erfand Nacke das Prinzip der Innenbackenbremse.<ref name="NDB">Frieder Schmidt: Nacke, Emil. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 18. Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref>

Ab 1929 machten sich die Weltwirtschaftskrise und veraltete Produktionsmethoden in dem Unternehmen bemerkbar, das damals 250 Beschäftigte hatte, und 1930 musste die Nutzfahrzeugfertigung eingestellt werden.

Danach führten Nackes Schwester Clara und deren Sohn Reinhold Toller die Maschinenfabrik weiter. 1945 wurde das Unternehmen unter Treuhandschaft gestellt und fast vollständig demontiert. Mit der Übernahme in Volkseigentum erlosch 1948 die Firma Maschinenfabrik E. Nacke im Handelsregister.

Aus der langen Produktionszeit ist das Fahrgestell eines 1927 gebauten 4,5-Tonnen-Lkws mit Schneckenradantrieb im Verkehrsmuseum Dresden das einzig bekannte Fahrzeug der Automobilfabrik E. Nacke, Coswig i. S., das noch erhalten ist.<ref name="Fahrgestell Verkehrsmuseum" />

Soziale Taten[Bearbeiten]

1897 erwarb Nacke das Weingut Johannisberg in Naundorf, in dem er bis zu seinem Lebensende auch wohnte. Dieses Weingut beziehungsweise der Weinberg ist Namensgeber für die sächsische Weinbaulage Radebeuler Johannisberg. Nebenher war Nacke auch ein erfolgreicher Winzer. Im Kötzschenbrodaer General-Anzeiger vom 3. September 1903 bestätigte ihm die Kommission zur Reblauskontrolle: „… dieser wirklich mit vielen Geldopfern, prächtig angelegte Weinberg verdient die höchste Anerkennung und zeichnen sich die Reben durch äußerst üppigen, kräftigen Wuchs aus. …“ Der Johannisberg war einer der wenigen Weinberge in der Lößnitz, der vor der Reblaus verschont blieb.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Auf den Spuren von Emil Hermann Nacke. (vierteiliger Beitrag im Coswiger Stadtanzeiger) (Memento vom 22. Oktober 2009 im Internet Archive)</ref>

Nacke war ein sozial engagierter Mensch; dies zeigen die bereits 1904 errichteten Werkswohnungen in Kötitz, heute Coswig, zu denen generell ein kleiner Garten gehörte, sowie die von Nacke Anfang der 1910er Jahre im benachbarten Naundorf errichtete Siedlung der Vereinigten Strohstoff-Fabriken Coswig. Er spendete für die örtliche Schule und Kirchgemeinde. Für seine Arbeiter und deren Kinder gab es alljährlich vor Ostern und Weihnachten besondere Zuwendungen ebenso wie für langjährige Betriebszugehörigkeit. Auch die überlieferte Anrede „Vater Nacke“ spricht für sich.

Nacke starb auf seinem Weingut und wurde auf dem Friedhof von Constappel beigesetzt. Seine Schwester wurde auf dem Friedhof Naundorf-Zitzschewig beerdigt, das Grab ist inzwischen aufgelöst.

Patente[Bearbeiten]

Nacke erhielt eine Reihe von Patenten auf unterschiedlichen Gebieten:<ref name="NDB" />

  • DRP 39 534 von 1886: Papierstoff-Holländer mit vertikal oder schräg stehender Welle
  • DRP 69 077 von 1892: Papierstoff-Raffineur mit horizontaler Welle und vertikalen Steinen
  • DRP 86 659 von 1895: Gasmaschine mit extra Kompressionsraum und erhitztem Verbindungskanal
  • DRP 129 115 von 1901
  • DRP 129 663 von 1901: Antrieb für Motorwagen
  • DRP 152 330 von 1903: Antrieb für Motorwagen
  • DRP 143 154 von 1902: Hinterradbremse für Motorwagen, Innenbackenbremse<ref>Patent DE143154C: Hinterradbremse für Motorwagen. Angemeldet am 16. September 1902, veröffentlicht am 30. Juli 1903, Erfinder: Emil Hermann Nacke.‌</ref>
  • DRP 146 283 von 1903: Reibungskupplung
  • DRP 189 744 von 1906: Reibungskupplung

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Fahrgestell Verkehrsmuseum"> Joachim Breuninger, Katja Margarethe Mieth; Sächsische Landesstelle für Museumswesen (Hrsg.): Verkehrsmuseum Dresden. Dresden. Mobile Welt erleben (= Sächsische Museen. Band 22). Janos Stekovics, 2012, ISBN 978-3-89923-302-5, S. 171. </ref> </references>

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