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Emma Bonino

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Datei:Emma Bonino - World Economic Forum on Europe 2010.jpg
Emma Bonino (2010)

Emma Bonino (* 9. März 1948 in Bra, Piemont; † 11. September 2026 in Rom<ref name="bio2">È morta Emma Bonino, pasionaria dei diritti col sogno degli Stati Uniti d'Europa nel cuore. In: rainews.it. 11. September 2026, abgerufen am 11. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war eine italienische Politikerin und eine der führenden Vertreterinnen der Radicali Italiani. Von 1995 bis 1999 war sie Europäische Kommissarin für Verbraucherschutz, Fischerei und Humanitäre Hilfe. Von Mai 2006 bis Mai 2008 war sie Handels- und Europaministerin im zweiten Kabinett von Romano Prodi. In der Legislaturperiode 2008–13 war sie eine der vier Vizepräsidenten des Italienischen Senats. Von April 2013 bis Februar 2014 war Bonino italienische Außenministerin im Kabinett Letta. Von 2018 bis 2022 war sie erneut Senatorin.

Bildung[Bearbeiten]

Bonino wuchs in einer bäuerlichen Familie auf. Ihr Vater Filippo Bonino war später im Holzhandel tätig, ihre Mutter hieß Catterina Barge.<ref name="corriere2026">Roberto Gressi: Emma Bonino, le battaglie e la malattia: l'eredità della «contadinotta di Bra» diventata leader radicale. In: Corriere della Sera. 12. September 2026, abgerufen am 18. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach dem Abitur am klassischen Gymnasium Gandino in ihrer Geburtsstadt Bra absolvierte Bonino ab 1967 ein Linguistikstudium an der Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi in Mailand, das sie 1972 mit einer Diplomarbeit über die Autobiografie von Malcolm X abschloss.

Politik[Bearbeiten]

Anfänge bei den italienischen Radikalen[Bearbeiten]

Datei:PERTINI BONINO2.jpg
Bonino (vorne links) mit Staatspräsident Sandro Pertini auf einem Friedensmarsch (1985)

Ausgangspunkt von Boninos politischem Engagement war eine ungewollte Schwangerschaft im Jahr 1974: Ein Arzt hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass sie unfruchtbar sei, und sie erlebte selbst die Schwierigkeiten eines damals illegalen Schwangerschaftsabbruchs.<ref name="guardian2026">John Foot: Emma Bonino obituary. In: The Guardian. 15. September 2026, abgerufen am 18. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie schloss sich der Radikalen Partei und der italienischen Frauenbewegung an.

Im Jahr 1975 wurde Bonino Mitbegründerin des Informationszentrums für Sterilisierung und Abtreibung (Centro di Informazione Sterilizzazione e Aborto, CISA). Gemeinsam mit Adele Faccio und Gianfranco Spadaccia organisierte sie Schwangerschaftsabbrüche und begleitete Frauen zu entsprechenden Einrichtungen in Florenz.<ref name="corriere2026" /> Das Netzwerk des CISA vermittelte Schwangerschaftsabbrüche, die nach damaligem italienischem Recht strafbar waren.<ref name="guardian2026" />

Nachdem ein Florentiner Richter einen Haftbefehl gegen Bonino wegen der Organisation illegaler Schwangerschaftsabbrüche erlassen hatte, ließ sie sich im Juni 1975 nach der Stimmabgabe bei einer Regionalwahl in Bra demonstrativ festnehmen.<ref name="guardian2026" /> Sie wurde im Florentiner Gefängnis Le Murate inhaftiert; zu einer Gerichtsverhandlung gegen sie kam es in dieser Sache nicht.<ref name="guardian2026" /> Ihre Inhaftierung verschaffte der Kampagne zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs große öffentliche Aufmerksamkeit.

1976 trat die libertär-antiklerikale Radikale Partei zum ersten Mal zur Parlamentswahl an. Mit nur 28 Jahren wurde Emma Bonino Abgeordnete. Bei fünf darauffolgenden Wahlen wurde sie wiedergewählt, sodass sie der Camera dei deputati bis 1995 angehörte.

Die Radikalen setzten ihre Kampagnen für Bürgerrechte mit zivilem Ungehorsam und Volksabstimmungen um, für deren Einleitung nach der italienischen Verfassung 500.000 Unterschriften erforderlich waren.<ref name="guardian2026" /> Im Rahmen der Kampagne gegen illegale Schwangerschaftsabbrüche traf Bonino in Frankreich die damalige Gesundheitsministerin Simone Veil, die dort die Liberalisierung des Abtreibungsrechts vorangetrieben hatte.<ref name="corriere2026" /> Mit dem Gesetz Nr. 194 wurde der Schwangerschaftsabbruch in Italien 1978 unter bestimmten Voraussetzungen legalisiert. Ein Referendum zur Aufhebung des Gesetzes scheiterte 1981.<ref name="guardian2026" />

Boninos parlamentarisches Engagement umfasste auch Fragen der Justiz und des Rechtsstaats. 1978 forderte sie nach Korruptionsvorwürfen den Rücktritt von Staatspräsident Giovanni Leone, entschuldigte sich jedoch 1998 öffentlich bei ihm, nachdem sich zahlreiche Vorwürfe als unbegründet erwiesen hatten.<ref name="guardian2026" /> Die Radikalen engagierten sich zudem im Fall des Fernsehmoderators Enzo Tortora, der 1983 aufgrund falscher Aussagen über angebliche Verbindungen zum Drogenhandel und zur Camorra verhaftet worden war und dessen Verurteilung 1987 im Berufungsverfahren aufgehoben wurde.<ref name="guardian2026" />

Im Jahr 1979 gewann Bonino einen Sitz im Europäischen Parlament, dem sie für zwei aufeinanderfolgende Legislaturperioden bis 1988 angehörte. Zunächst war sie Mitglied der Fraktion für die technische Koordinierung und Verteidigung der unabhängigen Gruppen und Abgeordneten, in deren Vorstand sie bis 1980 saß, ab 1984 war sie fraktionslos.

Am Anfang der 1980er Jahre setzte sie sich für Sensibilisierungskampagnen für den Schutz der Menschenrechte im Ostblock und die Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofs ein. 1981 nahm sie an der Gründung von Food and Disarmement International teil, amtierte einige Jahre lang als Sekretärin dieser Bewegung und leitete weltweite Informationskampagnen über die Hungersnot.

Transnationale Radikale Partei[Bearbeiten]

Die italienische Radikale Partei löste sich 1989 auf und wandelte sich in die Transnationale Radikale Partei (TRP) um, eine bei den Vereinten Nationen akkreditierte Nichtregierungsorganisation (NGO). Bonino fungierte von 1989 bis 1993 als Präsidentin, anschließend bis 1995 als Sekretärin der TRP.

1992 ließ Bonino sich in New York beim Verteilen von sterilen Spritzen verhaften, um gegen ein US-amerikanisches Gesetz, das den Verkauf von Spritzen nur mit ärztlicher Verschreibung zuließ, zu protestieren. 1993 wurde Bonino Promotorin einer Kampagne für die Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien, indem sie UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali 5.000 Unterschriften aus der ganzen Welt vorlegte.

Im Jahr 1993 gründete sie die Nichtregierungsorganisation „No Peace Without Justice“, die sich für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte, der Demokratie, des Rechtsstaats und der internationalen Justiz einsetzt. Insbesondere unterstützte die NGO die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien und warb für die Errichtung eines internationalen Gerichtshofs, um Verbrechen gegen die Menschheit wie Völkermord weltweit zu urteilen.

Im selben Jahr traf sie den Dalai Lama und hielt mit ihm eine Pressekonferenz über die Mobilisierung für die Rechte und die Freiheit des tibetanischen Volkes und die Demokratie in China ab. 1994 leitete sie eine Delegation der italienischen Regierung an der UN-Generalversammlung für die Initiative des „Moratoriums der Todesstrafe“.

EU-Kommissarin[Bearbeiten]

In Italien kooperierten die Radikalen bei der Parlamentswahl 1994 mit dem Mitte-rechts-Bündnis Polo delle Libertà von Silvio Berlusconi, das die Wahl auch gewann. Die Zusammenarbeit stieß insbesondere bei Teilen der italienischen Linken auf Kritik, die Bonino zuvor vor allem im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung der 1970er-Jahre erlebten.<ref name="guardian2026" />

Im Januar 1995 schlug Berlusconi, der inzwischen Ministerpräsident war, Bonino als italienische EU-Kommissarin vor. In der von 1995 bis 1999 amtierenden Kommission des Präsidenten Jacques Santer war sie für Verbraucherschutz, Fischerei und das Europäische Amt für Humanitäre Hilfe (ECHO) zuständig.

Am 26. Januar 1995 flog sie als erstes Mitglied der EU-Kommission seit Beginn des Bosnienkrieges nach Sarajevo und Mostar in Bosnien-Herzegowina. Im Zusammenhang mit dem Bosnienkrieg vertrat sie trotz ihrer gewaltfreien politischen Tradition die Auffassung, dass ein militärisches Eingreifen der internationalen Gemeinschaft zum Schutz der Bevölkerung unter bestimmten Umständen gerechtfertigt sein könne.<ref name="corriere2026" />

Nach dem Völkermord in Ruanda reiste sie 1996 mehrmals durch die Region der Großen Seen in Afrika, um durch den europäischen Einsatz in der Region die humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge zu unterstützen. Gleichzeitig versuchte sie, für Somalia einen Ausweg aus der Krise zu finden. Im Jahr 1997 führte sie eine Mission im kurdischen Teil Iraks. Als amtierende EU-Kommissarin wurde Emma Bonino mit ihrer Delegation einige Stunden lang in Kabul von der Talibanregierung (Islamisches Emirat Afghanistan) festgenommen. Außerdem förderte sie eine Sensibilisierungskampagne über die Unterdrückung der afghanischen Frauen.

Am 15. März 1999 trat sie mit der ganzen Kommission Santer zurück, nachdem diese von einem Korruptionsskandal um die Kommissarin Édith Cresson erschüttert worden war. Obschon Emma Bonino von den Hauptanklagen gegen die Kommission nicht betroffen war, wurden ihr im Untersuchungsbericht der „Weisen“ einige Mängel in der Geschäftsführung des ECHO vorgeworfen. Santers Nachfolger Romano Prodi, der selbst Italiener war, bestätigte sie nicht in ihrem Amt, da Italien nur Anspruch auf zwei Kommissionsposten hatte und Mario Monti Wettbewerbskommissar bleiben sollte.

EU-Abgeordnete und Nahost-Engagement[Bearbeiten]

Nach ihrem Ausscheiden aus der EU-Kommission lancierte sie die Kampagne „Emma for President“, mit der sie ihre Wahl zur Staatspräsidentin Italiens forderte. Sie erhielt letztlich nur 15 von 1010 Stimmen in der Wahlversammlung (Parlament und Regionalvertreter), während der Wirtschaftsminister Carlo Azeglio Ciampi mit einer sehr breiten Mehrheit zum Staatsoberhaupt gewählt wurde.

Die von ihr angeführte radikale Liste konnte bei den Europawahlen im Juni 1999 mit 8,5 % der Stimmen in Italien das beste Ergebnis in der Geschichte der radikalen Bewegung in Italien erzielen und sieben Abgeordnete ins Europäische Parlament entsenden.<ref name="guardian2026" /> Im Europäischen Parlament war sie 1999–2001 Mitglied der Technischen Fraktion der unabhängigen Abgeordneten, anschließend fraktionslos.

Nachdem die Radikalen zwölf Jahre lang als transnationale NGO bestanden hatten und zu italienischen Wahlen nur mit Personenlisten (Lista Pannella oder Lista Bonino) angetreten waren, gründeten sie sich 2001 wieder als politische Partei nach italienischem Recht unter der Bezeichnung Radicali Italiani. Zwar hatte Bonino in dieser Partei offiziell kein Spitzenamt inne, jedoch wurde sie in der Öffentlichkeit – neben Marco Pannella – als deren faktische Anführerin angesehen und in italienischen Medien mit dem Anglizismus leader bezeichnet. Die von ihr angeführten Listen scheiterten bei den Parlamentswahlen im Mai 2001 mit 2,2 % an der Einzugshürde.

Im Dezember 2001 ließ sich Bonino in Kairo nieder, um die arabische Sprache und Kultur zu erlernen. Während ihres mehrjährigen Aufenthalts in Ägypten war sie auch Gastprofessorin an der American University in Cairo.<ref name="ansa2026">Paola Lo Mele: Emma Bonino, protagonista in prima linea per i diritti. In: ANSA. 11. September 2026, abgerufen am 18. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gleichzeitig förderte sie „StopFgm“, eine Kampagne gegen die in afrikanischen Ländern verbreitete weibliche Genitalverstümmelung.

Im Juni 2004 wurde sie als EU-Abgeordnete wiedergewählt und trat der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) bei. Bis 2006 war sie Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten und des Haushaltsausschusses sowie Delegierte in der gemischten parlamentarischen Kommission EU-Türkei und der Delegation an der Euromediterranen Parlamentarischen Versammlung. Außerdem hatte sie den Posten der Vizepräsidentin der Delegation für die Beziehungen mit den Maschrekländern inne.

2005 bereiste sie Afghanistan als Chefin einer Delegation der Europäischen Union für die Beobachtung der Lokalwahlen. Im selben Jahr bewarb sie sich um das Amt der Hohen Flüchtlingskommissarin der Vereinten Nationen, das schließlich António Guterres übernahm.<ref name="ansa2026" />

Handels- und Europaministerin[Bearbeiten]

Datei:Emma Bonino.jpg
Bonino 2008

2006 entschieden sich die Radicali Italiani, mit der sozialdemokratischen Splitterbewegung SDI die neue politische Kraft Rosa nel Pugno („Rose in der Faust“) im Rahmen von Romano Prodis Mitte-links-Wahlbündnis L’Unione zu gründen. Emma Bonino führte die Wahlkampagne der neuen linksliberalen Bewegung, die sich auf den Grundsatz einer klaren Trennung von Staat und Kirche und der Modernisierung der Gesellschaft stützte.

Mit nur 2,6 Prozent der Wählerstimmen erhielt die Bewegung 18 Abgeordnete, aber keinen einzigen Senator. Emma Bonino optierte am 27. April 2006 für das italienische Parlament und gab ihr Mandat im Europäischen Parlament auf. Kurz vor den Wahlen wurde in den Medien über sie als mögliche Außenministerin der Regierung Prodi gesprochen. Dennoch erhielt sie stattdessen ein für sie eingerichtetes Handels- und Europaministerium. Dieses leitete sie bis zum Sturz der Regierung Prodi im Mai 2008.

Bonino gehörte 2007 zu den Gründungsmitgliedern des European Council on Foreign Relations (ECFR) und war eine der Ko-Vorsitzenden.

Senatorin[Bearbeiten]

Zur Parlamentswahl 2008 schied Bonino nach sieben Legislaturperioden aus der Abgeordnetenkammer aus, wurde aber in die andere Parlamentskammer, den Senat, gewählt. Dieser wählte sie am 6. Mai 2008 neben drei weiteren Kandidaten zur Vizepräsidentin. Zugleich war sie in der Legislaturperiode bis 2013 Vorsitzende des Senatsausschusses für Gleichstellung und Chancengleichheit.

Zur Regionalwahl in Latium im März 2010 trat Bonino als Spitzenkandidatin des Mitte-links-Bündnisses aus Partito Democratico, Italia dei Valori, Radicali, Sinistra Ecologia Libertà und weiteren Parteien an. Mit 48,3 % der Stimmen unterlag sie der Mitte-rechts-Kandidatin Renata Polverini.

Präsidentschaftskandidatur und Außenministerin[Bearbeiten]

Datei:Italian Minister of Foreign Affairs (10473015394).jpg
Bonino mit dem britischen Außenminister William Hague (2013)

Die von Marco Pannella geführte radikale Liste Amnistia Giustizia Libertà scheiterte bei den Parlamentswahlen 2013 mit nur 0,2 % der Stimmen, sodass Bonino aus dem Parlament ausschied.

Bei der Wahl des Staatspräsidenten im April 2013 erhielt sie öffentliche Unterstützung aus mehreren politischen Lagern, unter anderem vom damaligen Ministerpräsidenten Mario Monti, der PdL-Politikerin und ehemaligen Gleichstellungsministerin Mara Carfagna sowie dem stellvertretenden PD-Vorsitzenden Ivan Scalfarotto. Die Partito Socialista nominierte sie als Kandidatin. Ihre Kampagne Emma Bonino Presidente wurde zudem von Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Medien unterstützt.

In der Wahlversammlung, die aus beiden Parlamentskammern sowie Vertretern der Regionen besteht, erhielt Bonino jedoch nur 13 der 1007 Stimmen und gab nach dem dritten Wahlgang auf. Letztlich wurde der 87-jährige Amtsinhaber Giorgio Napolitano für eine weitere Amtszeit gewählt.

Stattdessen wurde Bonino am 28. April 2013 zur Außenministerin im Kabinett Letta ernannt. Im Zuge der Kabinettsumbildung am 22. Februar 2014 wurde sie durch Federica Mogherini abgelöst.

Spätere Jahre[Bearbeiten]

Datei:Emma Bonino 2017 crop.jpg
Bonino im Jahr 2017

Am 12. Januar 2015 wurde bekannt, dass Bonino an Lungenkrebs erkrankt war. Im Jahr 2023 erklärte sie, die Krebserkrankung überwunden zu haben.<ref name="ansa2026" />

Ab Juli 2015 war sie Vorstandsmitglied der Open Society Foundations. Zudem gehörte sie dem Kuratorium der International Crisis Group an.

Ebenfalls im Juli 2015 erfolgte ein öffentlicher Bruch zwischen Bonino und ihrem jahrzehntelangen politischen Weggefährten Marco Pannella. Er warf ihr auf Radio Radicale vor, sich nicht mehr an der radikalen Basisarbeit zu beteiligen und sich nur noch für den „internationalen Jetset“ zu interessieren.<ref>Tommaso Labate: Pannella divorzia da Emma Bonino. La «signora» espulsa in diretta. Lei replica: «Io fuori? Siete scemi?» In: Corriere della Sera, 28. Juli 2015.</ref><ref>Silvio Buzzanca: Pannella "espelle" Emma Bonino: "Non è più radicale". In: La Repubblica, 28. Juli 2015.</ref> Zu einer Versöhnung kam es bis zu Pannellas Tod im Mai 2016 nicht mehr.<ref name="corriere2026" /> Anschließend trennten sich auch die Radicali Italiani, die zu Bonino standen, und die Transnationale Radikale Partei, die zu Pannella hielt.

Bonino setzte ihr Engagement für Bürgerrechte auch außerhalb parlamentarischer Ämter fort. Ab 2017 unterstützte sie die Kampagne Ero straniero („Ich war ein Fremder“), die eine Reform des italienischen Einwanderungsrechts und insbesondere der sogenannten Bossi-Fini-Gesetzgebung anstrebte.<ref name="ansa2026" /> Darüber hinaus setzte sie sich für die Legalisierung von Cannabis und ein Recht auf selbstbestimmtes Lebensende ein.<ref name="ansa2026" />

Zur Parlamentswahl 2018 war sie an der Gründung des proeuropäischen Bündnisses Più Europa beteiligt.<ref name="ansa2026" /> Als dessen Kandidatin gewann Bonino den Senatswahlkreis von Rom-Gianicolo, den sie in der Legislaturperiode bis Oktober 2022 im Oberhaus des Parlaments vertrat. Sie gehörte dem Ausschuss für EU-Politik und dem außerordentlichen Ausschuss für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte an.

Während eines schweren innerparteilichen Streits verließ sie Più Europa im März 2021,<ref>Terremoto in +Europa, lascia Bonino e Della Vedova si dimette da segretario. La senatrice: "Me ne vado prima che infanghino il mio nome". 14. März 2021, abgerufen am 5. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> kehrte allerdings bereits im Juli desselben Jahres wieder in die Partei zurück.<ref>Più Europa, Magi presidente e Della Vedova segretario. Bonino torna nel partito. Rai - Radiotelevisione Italiana Spa, 18. Juli 2021, abgerufen am 22. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zu ihren politischen Zielen gehörte bis zuletzt eine stärkere europäische Integration bis hin zu einem föderal verfassten Europa.<ref name="ansa2026" />

Im November 2024 besuchte Papst Franziskus Bonino in ihrer Wohnung in Rom, obwohl beide in Fragen wie dem Schwangerschaftsabbruch und dem Verhältnis von Kirche und Staat unterschiedliche Positionen vertraten.<ref name="guardian2026" />

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Freiheit verpflichtet. Gespräche mit Giovanna Casadio. Übersetzt von Davide Miraglia und Bettina Jänisch. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2015, ISBN 978-3-86393-054-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Emma Bonino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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