Zum Inhalt springen

Emma Gumz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Gedenktafel Knesebeckstr 17 (Charl) Emma und Franz Gumz.JPG
Berliner Gedenktafel am Haus Knesebeckstraße 17, in Berlin-Charlottenburg

Emma Gumz (* 31. Dezember 1899 in Graben, Kreis Neustettin als Emma Martha Friederike Rieck<ref>Heiratsurkunde Nr. 323/1927 Sta Charlottenburg 2</ref>; † 5. Januar 1981 in Berlin) war eine deutsche Wäschereiinhaberin und Gerechte unter den Völkern.

Leben[Bearbeiten]

Emma Gumz und ihr Mann Franz (1899–1945) lebten in Berlin-Charlottenburg in der Knesebeckstraße 17. Im selben Haus betrieben sie eine Wäscherei, die im Jahr 1898 von Karl Gumz zunächst in der Grolmanstraße gegründet worden war, später wurde sie in die Knesebeckstraße verlegt. Zu den Kunden gehörten Anwohner, Offiziere, Behörden und auch das Deutsche Opernhaus.<ref name="Wäscherei Gumz">Vorlage:LuiseLexBez</ref>

Franz Gumz war Anhänger der Ernsten Bibelforscher und Gegner des Nationalsozialismus; seine Abneigung verbarg er nicht.

Im Jahr 1933 zog die jüdische Familie Deutschkron nach Charlottenburg und wurde Kunde der Wäscherei Gumz.<ref>Stefan Schomann: Gedenkstätten. Berlin. In: www.merian.de. JAHRESZEITEN VERLAG GmbH, September 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Dezember 2012; abgerufen am 7. Juli 2026.</ref> Martin Deutschkron floh 1939 nach Großbritannien; seine Frau Ella und die Tochter Inge blieben in Berlin zurück. Emma und Franz Gumz versorgten nach Beginn des Zweiten Weltkriegs Juden mit Lebensmitteln und anderen Waren und ließen sie bei sich „Feindsender“ hören.

1941 begann die Deportation von Juden aus Deutschland. Emma Gumz nahm Ella Deutschkron das Versprechen ab, sich nicht deportieren zu lassen und bot weitere Hilfe an. Sie hatte von einem Nachbarssohn, der Soldat in Polen war, vom Schicksal deportierter Juden erfahren: „Er hat gesehen, was sie dort mit den Juden machen“, sagte sie zu Ella Deutschkron.<ref name="Deutschkron">Inge Deutschkron: Überleben als Verpflichtung. Den Nazi-Mördern entkommen. Butzon & Bercker, Kevelaer 2010, ISBN 978-3-7666-1398-1 (Digitalisat. In: download.e-bookshelf.de. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Juli 2026.@1@2Vorlage:Toter Link/download.e-bookshelf.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive))</ref> Am 15. Januar 1943 tauchten Ella und Inge Deutschkron unter und lebten für sechs Wochen in der Wäscherei des Ehepaars Gumz in einem kleinen Raum. Emma Gumz empfing sie mit den Worten „Ich bin ja so stolz, daß ich Sie dazu überreden konnte.“<ref name="Deutschkron" /> Nachdem Nachbarn des Ehepaars Verdacht geschöpft hatten, kamen Ella und Inge Deutschkron bei anderen Helfern unter, wobei Emma Gumz sie weiter unterstützte und mit Lebensmitteln versorgte.

Franz Gumz starb nach Ende des Zweiten Weltkriegs am 10. Dezember 1945. Im Januar 1971 wurde Emma Gumz als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet.<ref>Righteous Among the Nations Honored by Yad Vashem By 1 January 2011. (PDF; 202 kB) Germany. In: www1.yadvashem.org. Yad Vashem, 1. Januar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. November 2011; abgerufen am 7. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Emma Gumz starb im Januar 1981, im selben Jahr wurde die Wäscherei geschlossen.<ref name="Wäscherei Gumz" />

Würdigung[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 wurde am Haus Knesebeckstraße 17 eine Gedenktafel für Emma und Franz Gumz enthüllt.<ref>Gedenktafel für Emma und Franz Gumz. In: berlin.de, Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Gumz, Emma. In: Daniel Fraenkel, Jackob Borut (Hrsg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern. Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005, S. 132 ISBN 3-89244-900-7
  • Inge Deutschkron: Sie blieben im Schatten. Ein Denkmal für „stille Helden“. Ed. Hentrich, Berlin 1996, ISBN 3-89468-223-X, S. 44–55

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Emma Gumz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />