Erich Madsack
Foto von Carl Dransfeld, circa 1930er Jahre; Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Erich Madsack (* 25. September 1889 in Riga, Russisches Kaiserreich; † 8. Januar 1969 in Hannover) war ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Verleger,<ref name="HBL">Hugo Thielen: Madsack, (2) Erich. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 242.</ref> Chefredakteur und Historiker.<ref name="DNB">Vergleiche die Angaben nebst Querverweisen unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek</ref>
Leben[Bearbeiten]
Erich Madsack wurde zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs geboren als Sohn des Verlegers August Madsack, der unter anderem 1893 die Zeitung Hannoverscher Anzeiger gründete. Erichs älterer Bruder war Paul Madsack.<ref name="HBL"/>
Nach seinem Abitur im Jahr 1913 arbeitete Erich Madsack zunächst als Volontär beim Stuttgarter Neuen Tagblatt. Anschließend studierte er Germanistik, Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität München, in Berlin sowie an der Universität Leipzig. Während er im letzten Jahr des Ersten Weltkrieges bereits 1918 als Feuilleton-Redakteur seine Tätigkeiten beim Hannoverschen Anzeiger begann,<ref name="HBL"/> legte er jedoch erst zu Beginn der Weimarer Republik 1919 seine Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig ab zum Thema Der Antimachiavell [...].<ref name="DNB"/>
Im Jahr 1920 stieg Eric Madsack zum Feuilletonchef auf und erhielt 1921 Prokura.<ref name="HBL"/>
Im Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten führte Erich Madsack nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1933 den Verlag weiter, bis dieser im Februar 1943 infolge des Zweiten Weltkrieges<ref name="HBL"/> mit der „Niedersächsischen Tageszeitung“ zwangsfusioniert wurde.<ref>Dieter Tasch: Zeuge einer stürmischen Zeit: 100 Jahre Verlagsgesellschaft Madsack. Verlagsgesellschaft Madsack, Hannover 1993, S. 105.</ref> Madsack trat zum 1. Mai 1937 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 4.138.811)<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/26950236</ref> und war zeitweise förderndes Mitglied der SS.<ref>"Der lange Weg der Madsacks - Historiker arbeitet Familien- und Firmengeschichte auf", Hannoversche Allgemeine, 30. September 2019</ref> Durch die Luftangriffe auf Hannover wurde das Verlagsgebäude beschädigt, doch nach 1945 konnte Madsack mit Genehmigung der Britischen Militärbehörden mit dem Wiederaufbau des zerstörten Verlagsgebäudes beginnen.<ref name="HBL"/>
1949 gründete Erich Madsack die Verlagsgesellschaft Madsack als GmbH & Co. KG neu und nahm den Betrieb in denselben Gebäuden in Hannover wieder auf.<ref>Madsack.de: Geschichte</ref> Nachfolger des Hannoverschen Anzeigers wurde nun die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ),<ref>Dieter Tasch: Zeuge einer stürmischen Zeit ..., S. 128 ff.</ref> die er am 25. August 1949 als erste Ausgabe herausbrachte.<ref name="HBL"/> Damit legte er den Grundstein für die Madsack Mediengruppe, heutzutage der größte Medienkonzern Niedersachsens.
Zusätzlich verlegte Erich Madsack die Peiner Allgemeine Zeitung sowie das Wochenblatt Land und Garten<ref name="HBL"/> und integrierte die beiden Schriften in die Verlagsgesellschaft.<ref>Hugo Thielen: Madsack, (2) Erich. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 419.</ref>
Im Jahr 1969 übernahm seine Frau Luise Madsack (1911–2001), geborene Wirts, die Geschäftsführung des Verlags sowie die Herausgeberschaft der HAZ.<ref>Hugo Thielen: Madsack, (3) Luise. In: Stadtlexikon Hannover, S. 420</ref>
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
- Der Antimachiavell. Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte und Kritik des Antimachiavell (= Historische Studien, Heft 141), Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig, 1919
- Nachdruck der Erstausgabe: Vaduz: Kraus, 1965
- Münzen aus einer norddeutschen Privatsammlung. Eine kleine Auswahl numismatischer Schönheiten von etwa 500 v. Chr. bis ins 19. Jahrhundert, 30 Blatt mit Abbildungen, Hannover: Madsack, 1963
Literatur[Bearbeiten]
- Deutsche Biographische Enzyklopädie, Bd. 6 (1997), S. 557
- Jens Flemming, Nadine Freund: Die Madsacks und der "Hannoversche Anzeiger" : eine bürgerliche Großstadtzeitung zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus, 1893-1945. Göttingen : Wallstein, 2019, ISBN 978-3-8353-3586-8
Weblinks[Bearbeiten]
- Madsack.de: Geschichte der MADSACK Mediengruppe
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Madsack, Erich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Verleger |
| GEBURTSDATUM | 25. September 1889 |
| GEBURTSORT | Hannover, Deutschland |
| STERBEDATUM | 8. Januar 1969 |
| STERBEORT | Hannover, Deutschland |
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