Ernst Lemberger
Ernst Lemberger (* 9. Juli 1906 in Wien, Österreich-Ungarn; † 3. Dezember 1974 ebenda) war österreichischer Rechtsanwalt, Diplomat und Widerstandskämpfer. Er war unter anderem Botschafter in Brüssel, Washington, D.C. und Paris.
Leben[Bearbeiten]
Ernst Lemberger war ein Sohn des Gewerkschafters Adolf Lemberger und der Gewerkschafterin Bertha Wiesner. Lemberger studierte Jura an der Universität Wien und wurde 1930 promoviert. Er wurde Mitglied der SDAP und des Republikanischen Schutzbundes. Bereits 1934 beteiligte sich Lemberger an den sogenannten Februarkämpfen in Wien.<ref name="Heumos">Europäischer Sozialismus im Kalten Krieg: Briefe und Berichte 1944–1948 (= Peter Heumos [Hrsg.]: Quellen und Studien zur Sozialgeschichte. Nr. 20). Campus, Frankfurt / New York 2004, ISBN 978-3-593-37470-3, S. 180 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> 1943 trat Lemberger, der als Kohlenarbeiter in Carmaux tätig war,<ref>Tilly Spiegel: Österreicher in der belgischen und französischen Resistance. Europa, Wien / Frankfurt / Zürich 1969, S. 26.</ref> der französischen Résistance unter dem Decknamen Jean Lambert bei.<ref></ref> Von 1944 bis 1945 wurde er Auslandsvertreter des Provisorischen Österreichischen Nationalkomitees (POEN) und später Mitglied der SPÖ. Nach dem Ende des Kriegs fuhr Lemberger als Abgesandter der SPÖ nach Schweden, um den Politiker und späteren österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky aus dem politischen Exil zu holen.<ref>Barbara Liegl, Anton Pelinka: Chronos und Ödipus. Der Kreisky-Androsch-Konflikt. Braumüller, Wien 2004, ISBN 978-3-7003-1476-9, S. 183 (Kapitel online auf der Website von Hannes Androsch [PDF; 58 kB]).</ref><ref>Biographie. In: kreisky.org. Verein Bruno Kreisky Archiv, abgerufen am 18. Januar 2018 (siehe Unterpunkt 1940).</ref> Zwar blieb Kreisky vorerst in Schweden, sah in Lemberger von nun an allerdings einen politischen Vertrauten, durch den er beispielsweise im Dezember 1961 ein „Assoziationsansuchen“ Österreichs an die EWG überreichen ließ,<ref>Michael Gehler: Geschichte und Identität. Festschrift für Robert Kriechbaumer zum 60. Geburtstag (= Franz Schausberger [Hrsg.]: Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek. Nr. 35). Böhlau, Wien 2008, ISBN 978-3-205-78187-5, S. 439 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> und bei dessen Beerdigung Kreisky eine Trauerrede hielt.<ref>Reden von Bruno Kreisky. In: kreisky.org. Verein Bruno Kreisky Archiv, abgerufen am 18. Januar 2018.</ref> Im November 1945 trat er in den diplomatischen Dienst ein und wurde später österreichischer Botschafter in Brüssel (ab 1958), Washington, D.C. (ab 1965) und Paris (ab 1969).<ref name="Heumos" /> Er wurde am Friedhof der Feuerhalle Simmering bestattet (Abt. 8, Ring 3, Gruppe 3, Nr. 113).<ref name="verstorbenensuche">Vorlage:Verstorbenensuche Wien</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Lemberger, Ernst, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. Saur, München 1980, S. 430.
Weblinks[Bearbeiten]
- Ernst Lemberger im Online-Archiv der Österreichischen Mediathek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lemberger, Ernst |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Diplomat |
| GEBURTSDATUM | 9. Juli 1906 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 3. Dezember 1974 |
| STERBEORT | Wien |
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- Österreichischer Botschafter in Belgien
- Österreichischer Botschafter in den Vereinigten Staaten
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