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Erwin Lademann

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Erwin Lademann (* 13. April 1923 in Wittenberge; † 20. Februar 2015 in Crivitz) war ein deutscher Schriftsteller und Journalist in der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde 1923 als Sohn des Arbeiters Richard Lademann in Wittenberge (Westprignitz) geboren. Auf den Besuch der Volksschule folgte eine kaufmännische Lehre, die er 1941 abschloss,<ref name="VNL">Verlag Neues Leben (Hrsg.): Lademann, Erwin. Berlin 16. Juli 1956 (Verlagsinformation).</ref> und die Einberufung zur Kriegsmarine.<ref name="Demnächst">Demnächst im Lexikon? Porträts junger Autoren. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1961, Erwin Lademann, S. 43.</ref> Nach Kriegsende lebte er von 1945 bis 1950 in Bremen und betätigte sich als Arbeiter und Angestellter im Baugewerbe. In diese Zeit fielen seine ersten literarischen Versuche.<ref name="VNL" /> Anfang 1951 siedelte Lademann in die DDR über<ref name="VNL" /> und arbeitete als Verkaufsstellenleiter in Wittstock/Dosse.<ref name="Steyer2">Elfriede Steyer: Erwin Lademann. In: Neue Deutsche Bauernzeitung. Nr. 18/1965. Berlin 30. April 1965, S. 25.</ref> Im Oktober 1951 wurde er vom Schriftsteller Erwin Strittmatter in die Potsdamer Arbeitsgemeinschaft Junger Autoren eingeladen, die ihm zur Publikation erster Gedichte und Kurzgeschichten verhalf.<ref name="VNL" /><ref name="Ostsee">Oeffnet die Tore. In: Ostsee-Zeitung. Nr. 180/1953. Rostock 4. August 1953.</ref> Noch im selben Jahr las er in diesem Kreis ein Kapitel aus seinem Romanentwurf über den Kampf der Bremer Hafenarbeiter.<ref name="Schirrmeister">Hermann Schirrmeister: „Oeffnet die Tore“. Erschienen im Verlag Neues Leben Berlin. In: Märkische Volksstimme. Potsdam 15. Mai 1954, Literaturkritik und Bibliographie.</ref> Daraus entstand 1953 sein Roman-Debüt Öffnet die Tore, der zunächst in Fortsetzungen als Vorabdruck in der Ostsee-Zeitung in Rostock erschien.<ref name="Ostsee" /> Lademann arbeitete dann als Kunsterzieher<ref name="Steyer2" /> im Perleberger Haus der Jungen Pioniere<ref name="Demnächst" /> sowie 1953 in der Konsumgenossenschaft Perleberg<ref name="Ostsee" /> und studierte zwei Jahre lang<ref name="Demnächst" /> bis 1956<ref name="Steyer1">Elfriede Steyer: Eine gewisse Familie Schulz. Über eine Familiengeschichte sprach Elfriede Steyer mit dem Schriftsteller Erwin Lademann. In: Neue Deutsche Bauernzeitung. Nr. 18/1965. Berlin 30. April 1965, S. 24.</ref> am Institut für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig, wo er literaturhistorische Zusammenhänge und marxistische Auslegungen erlernte.<ref name="Bokisch">Brigitte Bockisch: Um die Poesie unserer Tage. Notizen zwischen gestern und morgen. In: Schweriner Volkszeitung. 10. Januar 1969, Vorgestellt und gefragt: Was macht die Kunst?, S. 4.</ref>

1959<ref>Bodo Becker: Die Lehnitzer bauen sich ein Haus für die Kultur. In: kulturhaus-lehnitz.de. Torsten Reipert, 2018, abgerufen am 20. April 2018.</ref> nahm Lademann als Delegierter an der ersten Bitterfelder Konferenz teil.<ref name="Bokisch" /> Dem schloss sich eine mehrjährige journalistische Arbeit als Kreisredakteur der Schweriner Volkszeitung in Wittenberge an,<ref name="Demnächst" /> wo er bis Frühjahr 1960 zusammen mit leitenden Funktionären vor den ansässigen Bauern für die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften warb.<ref name="Bokisch" /> Diese Tätigkeit bot ihm gleichzeitig die Gelegenheit zur Stoffansammlung für geplante Romane.<ref name="Steyer1" /> Die SED nominierte ihr Parteimitglied<ref name="cw">cw: Grunderlebnis Gegenwart. NdZ-Gespräch mit dem Schriftsteller Erwin Lademann. In: Norddeutsche Zeitung. Schwerin 17. April 1966.</ref> Lademann als Abgeordneten für den Kreistag, in dem er dann als Vorsitzender der Kommission Kultur fungierte.<ref name="Demnächst" /> Ab 1965 arbeitete er auch als Bezirksvorsitzender<ref name="Bokisch" /> und Parteisekretär im Deutschen Schriftstellerverband in Schwerin.<ref>Erwin Lademann: Glauben an den Wert des Menschen. In: Schweriner Volkszeitung. 3. September 1965.</ref> 1969 verpflichtete er sich als Mitglied der Kulturkommission zur Mitarbeit in der „Kooperation Plate“,<ref name="Bokisch" /> einer Ausbildungsgemeinschaft von zahlreichen LPGs und Betrieben der Region.<ref>Carola Mackowiak: Erste Polytechnik-Stunden bei Genossenschaftsbauern. Für 7. Klassen aus drei Schulen begann die Ausbildung in Plate. In: Neues Deutschland. 1. Oktober 1988, S. 11.</ref>

Lademann betreute als Fernsehkritiker auch eine Rubrik namens „Mit Ihnen sah Erwin Lademann“ in der Schweriner Volkszeitung.<ref>Erwin Lademann: „Wenn es darauf ankommt, tun sie etwas ganz Starkes“. In: Schweriner Volkszeitung. 16. November 1972, Mit Ihnen sah Erwin Lademann.</ref>

Er starb am 20. Februar 2015 in Crivitz.<ref>Traueranzeige in der Schweriner Volkszeitung, 25. Februar 2015 (Online: trauer.svz.de).</ref>

Stil und Rezeption[Bearbeiten]

Die Bücher Lademanns wurden in der DDR als „sozialistische Nationalliteratur“<ref name="Bokisch" /> beziehungsweise als „sozialistische Heimatliteratur“<ref name="Ullrich">Gert Ullrich: Mehr als eine Liebesgeschichte. Erste Gedanken zu Erwin Lademanns „Die Liebe der Haberlands“. In: Schweriner Volkszeitung. 27. März 1965.</ref> bezeichnet. Als Auslöser für seine Schreibbetätigung gab Lademann die Lektüre von Maxim Gorkis Die Mutter an.<ref name="Bokisch" /> Als Vorbilder nannte er neben seinem Mentor Erwin Strittmatter<ref name="cw" /> wiederholt Lion Feuchtwanger, dessen „Schreibweise“<ref name="cw" /> und „schöne, umfassende Sicht im historischen Geschehen“ er bewundere.<ref name="Bokisch" />

Öffnet die Tore hat den Streik der Bremer Hafenarbeiter und Schauerleute 1951 zum Thema. Bemängelt wurden an dem Roman die schwachen Figurenzeichnungen. Der eine Protagonist sei „[e]in Held der Retorte, ein ‚Schemen‘“, der andere wandele sich „ohne ständige innere Kämpfe […] über Nacht“.<ref name="Schirrmeister" /> Dies wirke unglaubhaft.<ref name="Neuhaus1">Wolfgang Neuhaus: Schematismus am typischen Beispiel. „Oeffnet die Tore“. – Ein Roman über den Bremer Hafenarbeiterstreik. In: Sächsische Zeitung Dresden. Nr. 200/1953, 29. August 1953, Kritik und Bibliographie.</ref><ref name="Neuhaus2">Wolfgang Neuhaus: „Öffnet die Tore“. Ein Roman über den Bremer Hafenarbeiterstreik. Organ des Bundesvorstandes des FDGB. In: Tribüne. Nr. 208/1953. Berlin 9. September 1953.</ref><ref name="Neuhaus3">Wolfgang Neuhaus: „Öffnet die Tore“. Ein Roman über den Bremer Hafenarbeiterstreik. In: Junge Welt. Nr. 294/1953. Berlin 28. Oktober 1953, Kritik und Bibliographie.</ref> Außerdem treffe Lademann nicht die authentische Sprache der bremischen Arbeiterschaft.<ref name="nn.">-nn.: Mehr Reportage als Roman. In: Thüringer Neueste Nachrichten. Nr. 191/1953, 19. August 1953.</ref> Aus all diesen Gründen weise das Werk eher einen Reportage-Charakter auf<ref name="Schirrmeister" /><ref name="nn." /> oder sei eine Szenen-Aneinanderreihung.<ref name="Neuhaus1" /><ref name="Neuhaus2" /><ref name="Neuhaus3" />

In Zwei Mädchen und ein junger Mann geht es um einen Verkaufsleiter, der diejenige Verkäuferin zu seiner Liebsten machen möchte, die sich als das größere Verkaufstalent erweist. Die Figurenzeichnung sei diesmal „lebendig und plastisch“, wenngleich auch hier Glaubwürdigkeitszweifel bezüglich des bizarren „Liebeswettbewerbs“ aufkämen. Die Sprache sei „locker und knapp, wenn auch teilweise nicht knapp genug“. Da fast ausschließlich die direkte Rede verwendet werde, fehlten dem Leser Anhaltspunkte für wichtige und weniger wichtige Passagen. Alles in allem sei es eine „heitere Erzählung“ und ein Beleg für schriftstellerische Weiterentwicklung.<ref>St.: Zwei Mädchen und ein junger Mann. In: Schweriner Volkszeitung. Nr. 163/1955, 15. Juli 1955.</ref>

Die Liebe der Haberlands behandelt einen Vater-Sohn-Konflikt im Jahr 1958, zur Zeit der Bauernenteignungen und LPG-Gründungen. Lademanns Sprachstil erfuhr einerseits Kritik: Er sei schwülstig, hieß es. Dem wurde entgegengehalten, dass die Ausdrucksweise bilderreich und volkstümlich sei.<ref name="LitDisk">Erwin Lademann, Hans Wandt, Leonore Krenzlin, Holdine Stachel, Ingeborg Havemann, Erich Wiesner, (Rudolf) Schaller: Um „Die Liebe der Haberlands“. In: Schweriner Volkszeitung. 6. Juni 1965, Literaturdiskussion. Neue Literatur im Gespräch, S. 4 f.</ref> Ein Rezensent meinte, Lademann setze auf die „Sinnlichkeit der Alltagssprache“.<ref name="Ullrich" /> Die Meinung der Neues-Deutschland-Rezensentin Leonore Krenzlin, die Motive für das Verhalten des jungen Protagonisten seien nicht klar herausgearbeitet, ebenso werde der LPG-Alltag nur oberflächlich geschildert, wurde überwiegend nicht geteilt.<ref name="LitDisk" /> Ein Fazit lautete, die Kombination von geschildertem Dorfleben und herzlicher Sprache mache daraus ein „echtes Heimatbuch“.<ref>Siegfried Spantig: Ich sage ja. Erste Meinungen zu den Vorschlägen der Verleihung des „Fritz-Reuter-Kunstpreises“ 1965. In: Schweriner Volkszeitung. 3. Oktober 1965, Meinungen.</ref>

Werke[Bearbeiten]

Romane und Erzählungen[Bearbeiten]

  • 1953: Öffnet die Tore. Roman. Verlag Neues Leben, Berlin.
  • 1954: Zwei Mädchen und ein junger Mann. Eine heitere Erzählung aus unseren Tagen. Illustriert von Gerhard Vontra, Verlag. Neues Leben, Berlin.
  • 1956: Der zweite Kuß für Tanta Anna. Schutzumschlag, Einband und Illustrationen: Heinz Bormann, Verlag Neues Leben, Berlin.
  • 1958: Der Anruf. Novelle. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) (= Treffpunkt heute).
  • 1965: Die Liebe der Haberlands. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale).
  • 1970: Der Mann aus dem Süden. Roman. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale).

Zeitschriftenbeiträge[Bearbeiten]

  • 1953: Schlafe, Kind (Gedicht). In: Neues Deutschland, 9. August 1953, S. 4.
  • 1955: Der Bau des Kulturhauses hat begonnen (Artikel) und Frühling (Gedicht). In: Unsere Heimat. Aus dem Kulturleben der Geschichte des Kreises Perleberg. Herausgegeben vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. Kreisleitung Perleberg und Rat des Kreises, Abteilung Kultur, Heft 1, S. 12–13, 21.
  • 1955: Kinderlied (Gedicht). In: Unsere Heimat. Aus dem Kulturleben der Geschichte des Kreises Perleberg. Herausgegeben vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. Kreisleitung Perleberg und Rat des Kreises, Abteilung Kultur, Heft 2, S. 35.
  • 1955: Nütze die Zeit und lerne (Gedicht) und Wittenberge gestern und heute (Artikel). In: Unsere Heimat. Aus dem Kulturleben der Geschichte des Kreises Perleberg. Herausgegeben vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. Kreisleitung Perleberg und Rat des Kreises, Abteilung Kultur, Heft 3, S. 79, 118–121.
  • 1955: Herbstlied (Gedicht). In: Unsere Heimat. Aus dem Kulturleben der Geschichte des Kreises Perleberg. Herausgegeben vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. Kreisleitung Perleberg und Rat des Kreises, Abteilung Kultur, Heft 7, S. 217.
  • 1958: Blätter aus der Geschichte des Volkes (Artikel). In: Unsere Heimat. Blätter aus der Prignitz, Heft 6, S. 161–163.
  • 1961: Veritas. Der Weltmarkt steht ihr offen. In: Urania-Universum – Wissenschaft, Technik, Kultur, Sport, Unterhaltung. Urania-Verlag, Leipzig/Jena/Berlin, Band 7, S. 388–422.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Literatur[Bearbeiten]

  • Unsere Autoren. In: Harald Korall (Hrsg.): Literatur 71. Almanach. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) Januar 1971, Lademann, S. 225–236, hier S. 227.

Weblinks[Bearbeiten]

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