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Eskimoit

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Eskimoit
Datei:Eskimoite-Gustavite-170109.jpg
Eskimoit, verwachsen mit Gustavit, aus dem Gebiet Siglitz-Bockhart im Gasteinertal, Österreich (Gesamtgröße: 3,8 cm × 2,4 cm × 1,3 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1976-005<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Ekm<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Ag7Pb10Bi15S36<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/E.31-050

2.JB.40b
03.06.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m oder monoklin-domatisch; m
Raumgruppe C2/m (Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12 oder Cm (Nr. 8)Vorlage:Raumgruppe/8<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 13,46 Å; b = 4,10 Å; c = 30,19 Å
β = 93,4°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung lamellare Zwillinge nach [001]<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3 bis 3,5;<ref name="Lapis" /> (VHN50 = 162 bis 223)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) berechnet: 7,12<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit nicht definiert
Bruch; Tenazität nicht definiert
Farbe grau; in polierten Sektionen unter Auflicht „galenitweiß“<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe nicht definiert
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Eskimoit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ag7Pb10Bi15S36<ref name="StrunzNickel" />, ist also eine Verbindung aus Silber, Blei, Bismut und Schwefel, die strukturell zu den Sulfosalzen gehört.

Eskimoit ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und konnte bisher nur in Form lamellarer Körner und Mineral-Aggregate von grauer, metallisch glänzender Farbe gefunden werden. In polierten Sektionen erscheint das Mineral unter dem Auflichtmikroskop allerdings „Galenitweiß“.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Eskimoit in der Kryolith-Lagerstätte von Ivittuut im Südwesten Grönlands und beschrieben 1977 durch E. Makovicky und S. Karup-Møller, die das Mineral nach der Volksgruppe der Eskimos benannten, die als erste Grönland besiedelten.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Eskimoit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/E.31-050. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze (S : As,Sb,Bi = x)“, wo Eskimoit zusammen mit Gustavit, Jasrouxit, Lillianit, Oscarkempffit, Ourayit, Schirmerit (diskreditiert), Terrywallaceit, Treasurit, Vikingit und Xilingolith die „Lillianitreihe“ mit der Systemnummer II/E.31 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Eskimoit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Sulfosalze mit PbS als Vorbild“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Galenit-Derivate mit Blei (Pb)“ zu finden, wo es zusammen mit Aschamalmit und Heyrovskýit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.JB.40b bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Eskimoit die System- und Mineralnummer 03.06.02.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,0 < z/y < 2,49 und der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j [By Cz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 03.06.02.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Eskimoit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe C2/m (Raumgruppen-Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12 oder Cm (Nr. 8)Vorlage:Raumgruppe/8 mit den Gitterparametern a = 13,46 Å; b = 4,10 Å; c = 30,19 Å und β = 93,4° sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Eskimoit bildet sich in Kryolith-Lagerstätten Berryite, kann aber auch allgemein in gold-, silber- und bleihaltigen Erzlagerstätten entstehen. Als Begleitminerale treten unter anderem Aikinit, Enargit, Galenit und Pyrit auf.

Als seltene Mineralbildung konnte Eskimoit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2014) etwas mehr als 10 Fundorte bekannt sind.<ref name="MindatAnzahl" /> Seine Typlokalität Ivittuut ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in Grönland.

In Deutschland konnte Eskimoit bisher nur in der Grube „Friedrich-Christian“ bei Bad Rippoldsau-Schapbach in Baden-Württemberg und im Steinbruch „Buchberg“ bei Naundorf im Landkreis Mittelsachsen gefunden werden.

In Österreich fand man das Mineral unter anderem in der antiken Silbergrube „Milleiten“ bei Zirknitz in der Goldberggruppe in Kärnten sowie in der Grube Erzwies im Gasteinertal und am Rauriser Goldberg bei Kolm-Saigurn im Hüttwinkltal (Raurisertal) in Salzburg.

Daneben kennt man Eskimoit noch aus dem Steinbruch La Mothe bei La Roche-Ballue im Département Loire-Atlantique in Frankreich, aus der Ikuno Mine bei Asago auf der japanischen Insel Honshū, in der Lagerstätte „Văratec“ bei Băiuț in Rumänien, in der Au-Ag-Te-Lagerstätte Kochbulak bei Angren in Usbekistan sowie einige Orte in verschiedenen Bundesstaaten der USA.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Eskimoite – Sammlung von Bildern
  • Mineralienatlas:Eskimoit (Wiki)
  • Eskimoite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • David Barthelmy: Eskimoite Mineral Data. In: webmineral.com. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Eskimoit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Mindat – Anzahl der Fundorte für Eskimoit </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 143. </ref> </references>