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Ethoxyquin

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Strukturformel
Strukturformel von Ethoxyquin
Allgemeines
Name Ethoxyquin
Andere Namen
  • 1,2-Dihydro-6-ethoxy-2,2,4-trimethylchinolin
  • E 324 (Futtermittel)<ref name="Futtermittel" />
Summenformel C14H19NO
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 202-075-7
ECHA-InfoCard 100.001.887
PubChem 3293
ChemSpider 3177
DrugBank DB16866
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 217,31 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,03 g·cm−3 (20 °C)<ref name="Sigma">Datenblatt Ethoxyquin bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Siedepunkt

zersetzt sich ab 150 °C<ref name="ppdb">Eintrag zu Ethoxyquin in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of HertfordshireVorlage:Abrufdatum</ref>

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (60 mg·l−1 bei 20 °C)<ref name="ppdb" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.001.887">Eintrag zu Ethoxyquin in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Ethoxychin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 301+312+330<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

1726 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="ppdb" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Ethoxyquin (EQ) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chinoline, die als Antioxidans Verwendung findet.

Geschichte[Bearbeiten]

Ethoxyquin wurde 1921 von Emil Knoevenagel entdeckt<ref>E. Knoevenagel: Zur Kenntnis der Keton-anile, I.: Darstellung aliphatischer Keton-anile und alkalische Spaltung von Keton-anil-Jodalkylaten. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (A and B Series). Band 54, Nr. 8, 17. September 1921, S. 1722–1730, doi:10.1002/cber.19210540807.</ref> und 1959 vom damaligen Chemiekonzern Monsanto unter dem Markennamen Santoquin als Alterungsschutzmittel für Gummi auf den Markt gebracht. Seit den 1960ern wird es auch zur Futtermittel-Konservierung eingesetzt.<ref>Janusz Skolimowski, Aleksandra Augustyniak, Alina Błaszczyk: Ethoxyquin: An Antioxidant Used in Animal Feed. 2013, abgerufen am 5. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Ethoxyquin wird ausgehend von p-Chlornitrobenzol und Natriumethanolat gewonnen. Deren Produkt wird zu p-Phenetidin hydriert, welches mit Aceton zu Ethoxyquin reagiert.<ref name="unger"></ref>

Verwendung[Bearbeiten]

Ethoxyquin ist ein Antioxidans, es verhindert die Lipidperoxidation<ref></ref> und verzögert die Oxidation von lipophilen Vitaminen (Carotine, Xanthophylle, Vitamin A und Vitamin E).<ref>Stabilizing Rendered Ingredients, Animal Feed and Pet Food</ref>

Es wird in großem Umfang zur Konservierung von Fischmehl (v. A. Futter für Fischfarmen) verwendet.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Edelfisch oder Ekelfisch? – Lachs in der Massentierhaltung (Memento vom 21. Dezember 2016 im Internet Archive), Manuskript zu einer Frontal21-Sendung vom 5. August 2014.</ref> Vor seinem Verbot als Pflanzenschutzmittel wurde Ethoxyquin auch als Nacherntebehandlung gegen Schalenbräune bei Äpfeln eingesetzt.

Fischmehl neigt zur Selbstentzündung während des Transports.<ref>Fishmeal, Eintrag auf CargoHandbook.com</ref> Um das zu verhindern, wird dem Fischmehl bereits im Herkunftsland Ethoxyquin zugesetzt. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) schreibt einen Gehalt von mindestens 100 mg/kg während des Seetransports vor.<ref>Gretel Bescoby (IFFO): Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ethoxyquin in fishmeal – does it have a future? (Memento vom 26. Februar 2017 im Internet Archive)</ref>

Ende 2016 veröffentlichte die Umweltorganisation Greenpeace eine Untersuchung von 54 Fischprodukten (z. B. Lachs, Forelle, Dorade, Wolfsbarsch) auf das Vorhandensein von Ethoxyquin. In allen 38 Speisefischen aus konventioneller Aquakultur wurde Ethoxyquin nachgewiesen. In 32 Proben der konventionellen Zuchtfische lag die Ethoxyquin-Belastung bei über 50 µg/kg (Ethoxyquin-Grenzwert für Fleisch). Den mit 881 µg/kg höchsten Messwert wies ein Lachsprodukt aus norwegischer Aquakultur auf (Angaben jeweils Summe aus Ethoxyquin und dem Abbauprodukt Ethoxyquin-Dimer).<ref>Ethoxyquin: Verbotenes Pflanzenschutzmittel in Speisefisch. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Januar 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.greenpeace.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> In der EU gibt es keinen Grenzwert für Ethoxyquin in Fisch.<ref name="gp">Ethoxyquin: Chemie in Speisefisch. Wie verbotenes Pflanzenschutzmittel in Aquakulturen landet. Greenpeace, 16. Dezember 2016.
Laborergebnisse in der Übersicht</ref> 2017 hat das Kantonslabor Genf für die Konsumentensendung «A Bon Entendeur» 18 Proben von Zuchtlachsen aus Schweizer Läden untersucht. In 15 wurden Ethoxyquine oder deren Abbauprodukte nachgewiesen. In 2 wurden hohe Konzentrationen von über 1000 µg/kg gefunden. Lediglich in einer Probe wurde kein Ethoxyquin nachgewiesen.<ref name="SRF">Fischfutter mit Pestizid: Noch immer Ethoxyquin in fast allen Zuchtlachsen In: srf.ch, 19. Dezember 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.</ref>

Umweltverhalten[Bearbeiten]

Datei:Ethoxyquin-Dimer.svg
Ethoxyquin-Dimer

Vor allem das oxidative Abbauprodukt Ethoxyquin-Dimer reichert sich in Fischgewebe an;<ref></ref> auch eine Anreicherung im menschlichen Fettgewebe und in Muttermilch wurde bereits nachgewiesen.<ref>Ethoxyquin – Zusammenarbeit mit dem ZDF. In: GALAB. 24. August 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juni 2019; abgerufen am 6. Juni 2019.</ref>

Zulassung[Bearbeiten]

Ethoxyquin ist als Pflanzenschutzmittel in der europäischen Union seit 2011 nicht mehr zugelassen, da es nicht in den Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG aufgenommen wurde.<ref>Beschluss der Kommission vom 3. März 2011 über die Nichtaufnahme von Ethoxyquin in Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG des Rates und zur Änderung der Entscheidung 2008/941/EG der KommissionVorlage:Abrufdatum</ref> Auch in der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.<ref>Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Ethoxyquin in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref> Auch nach dem Auslaufen dieser Zulassung war es als Futtermittelzusatzstoff (E 324), speziell in Fischfutter, zugelassen.<ref>bvl.bund.de: ist seit der DVO (EU) Nr.: 2017/962 Jedoch vom Markt genommen. Stoffe mit antioxidierender Wirkung</ref> In Biozuchten in der EU und der Schweiz war der Einsatz hingegen verboten.<ref name="SRF" /> Laut einer Pressemitteilung der EFSA vom 18. November 2015 kann aufgrund eines „generellen Mangels an Daten“ keine abschließende Sicherheitsbewertung der Substanz stattfinden.<ref>Pressemitteilung der EFSA vom 18. November 2015: Ethoxyquin: Sicherheitsbewertung der EFSA ohne Ergebnis</ref> Im Sommer 2017 hat die EU entschieden, die Verwendung von Ethoxyquinen zu verbieten, falls kein Nachweis erbracht wird, dass die Stoffe für den Konsumenten unbedenklich sind. Mit Inkrafttreten der Durchführungsverordnung (EU) 2022/1375 am 5. August 2022 wurde die Zulassung von Ethoxyquin als Futtermittelzusatzstoff der Funktionsgruppe „Antioxidationsmittel“ schließlich rechtsgültig verweigert.<ref>Europäische Kommission (Hrsg.): DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2022/1375 DER KOMMISSION vom 5. August 2022 zur Verweigerung der Zulassung von Ethoxyquin als Futtermittelzusatzstoff der Funktionsgruppe „Antioxidationsmittel“ und zur Aufhebung der Durchführungsverordnung (EU) 2017/962. 5. August 2022 (europa.eu).</ref>

Handelsnamen[Bearbeiten]

Santoquin, Stop-Scald

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Futtermittel"> Register of Feed Additives pursuant to Regulation (EC) No 1831/2003. (PDF) Annex I: List of additives. In: Europäische Kommission. European Union, 2021, S. 94, abgerufen am 21. November 2021. </ref> </references>