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Eugen Gans zu Putlitz

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Hofseite Gutshaus Laaske. 2020.

Eugen Ferdinand Gans Edler Herr zu Putlitz (* 9. Dezember 1832; † 30. Januar 1893 auf Gut Laaske, Groß Pankow, Prignitz) war ein deutscher Gutsbesitzer, Unternehmer und Politiker. Seit 1890 war er bis zu seinem Lebensende Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Familie[Bearbeiten]

Eugen Gans Edler Herr zu Putlitz stammte aus dem märkischen Uradelsgeschlecht Gans zu Putlitz in der Prignitz. Die Familie hatte das Ehrenamt der Erbmarschalls der Kurmark Brandenburg inne, der seit 1854 zu einem erblichen Sitz im Preußischen Herrenhaus berechtigt.

Eugen zu Putlitz war Kind des Gutsbesitzers und Herrenhausmitglied Eduard Gans zu Putlitz (1789–1881) und dessen Ehefrau Caroline von Guretzky. Sein älterer Bruder Gustav war Schriftsteller und Theaterintendant und lebte in Retzin/Prignitz.

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Wappen der Gans Edle (Barone) Herren zu Putlitz.

Eugen zu Putlitz heiratete am 24. Mai 1861 Sophie Amalie Luise von Rohr-Dannenwalde (1841–1902), Schwester des Friedrich von Rohr-Levetzow zu Dannenwalde.<ref>Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Elfter Jahrgang, Verlag Friedrich Irrgang, Brünn/Göttingen 1885, S. 446.</ref> Das Paar hatte mehrere Kinder, u. a.:

  • Eugen Siegfried (1862–1862)
  • Emmy Karoline Ehrengard (* 25. September 1863; † 15. Januar 1865)
  • Armgard Eva (* 18. Februar 1865; † 3. September 1887) ⚭ 1886 Eberhard von Faber du Faur (* 15. Februar 1856; † 12. Oktober 1895), Rittmeister, Sohn des Otto von Faber du Faur
  • Helene Ida Emilie Eva (* 8. November 1866; † 7. Februar 1892) ⚭ 1889 Rudolf von Katte, Major
  • Elisabeth (Elly) Eva Anna (* 2. Februar 1869) Autorin<ref>Ortrud Wörner-Heil: Adelige Frauen als Pionierinnen der Berufsbildung. Die ländliche Hauswirtschaft und der Reifensteiner Verband. Mit: Der Weg zur Wissenschaft der Landfrau Elly Gans Edle Herren zu Putlitz (1869–1924). Auflage-Online-Ressource, University Press, Kassel 2010, S. 255 ff.</ref>
  • Kaspar Otto Walther (* 12. Oktober 1873; † 10. Januar 1937), Herr auf Laaske, Burghof-Putlitz, verheiratet mit Adelhaid Freiin Hofer von Lobenstein (* 1875), Kinder, u. a.
    • Wolfgang zu Putlitz-Laaske (* 16. Juli 1899; † 3. September 1975), Ritterakademie, Militär, Studium, Diplomat, 1939 nach England geflohen, erbte nur ein Teil von Laaske-dort vom NS-Regime enteignet,<ref>Dietrich Miller: Die Junker und die preußisch-deutsche Geschichte. Auf den Spuren einer untergegangenen Gesellschaftsklasse. Auflage-Online-Ressource, Pro Business, Berlin 2016, S. 267.</ref> nach Rückkehr in den 1950er Jahren Kiel u. Ostberlin, Grab Groß Kreutz b. Potsdam
    • Gebhard (* 13. Januar 1901; † 28. September 1948), Verwalter und Gutsbesitzer in Laaske, Putlitz-Burghof, ermordet Speziallager 4 Bautzen; verheiratet m. Friedrike-Wilhelmine von Plato verwitwete von Alexander von Stiegler, vier Kinder
    • Armard (* 14. Dezember 1903), bis 1930 verheiratet mit Adolf von Pilgrim, ermordet vom NS-Regime 1942, Enkel d. Adolf von Pilgrim; in den 1960er Jahren war Armgard Dir. e.Int. Studentenheims in West-Berlin
    • Walter Hans Dietrich (* 1906), Gutsverwalter Groß Langerwisch-dann in Panker, verheiratet m. d. Landratstochter Theodora Gräfin von Limburg-Stirum, vier Kinder

Leben[Bearbeiten]

Eugen zu Putlitz, der die jüngere Laasker Linie begründete, übernahm von seinem Vater 1859 das Gut Laaske bei Putlitz. Er war Mitbegründer und Mitglied im Verwaltungsrat der Landwirtschaftlichen Vereinsbank für die Prignitz e. G. in Pritzwalk und außerdem auch Vorstandsmitglied des Landwirtschaftsvereins Pritzwalk. Er war Kreisdeputierter des Landkreises Ostprignitz und vertrat gelegentlich den Landrat der Ostprignitz in seinen Amtsgeschäften, so im August/September 1888.

Gemeinsam mit seinem Neffen Konrad Gans zu Putlitz setzte er sich zu Beginn der 1880er Jahre für den Bau und die Finanzierung der Eisenbahnlinie Perleberg-Wittstock ein, die bis 1885 realisiert wurde.

Nach dem Tod seines älteren Bruders Gustav wurde Eugen zu Putlitz 1890 Senior der Familie und damit Erbmarschall der Kurmark Brandenburg und Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit.

Das Kreisblatt für die Westprignitz (Nr. 18 vom 31. Januar 1893) druckte folgenden Nachruf nach seinem Tode ab: „In der Nacht vom 29. zum 30. Januar verschied zu Laaske sanft nach kurzem aber schwerem Leiden der Rittergutsbesitzer Frhr. zu Putlitz-Laaske. In ihm hat der Tod einen der besten Männer getroffen. Welches Prignitzer Kind sollte ihn nicht kennen, den alten Herrn mit dem wackern Herzen und der stets helfenden Hand. Wie manchem hat er mit Rath und That zur Seite gestanden. Wie manchen, den die Ungunst der letzten Jahre schwer getroffen hatte, hat er durch sein Einschreiten vorm wirthschaftlichen Ruin gerettet. Man frage unter den Bauern, man frage unter den Bürgern der umliegenden Städte und Flecken, man frage unter den Granden des Landes. Er war ein Edelmann im besten Sinne des Wortes. Den Vater der Prignitz hörte man ihn oftmals nennen, fürwahr ein stolzer Name für einen Gutsbesitzer. In unserer Zeit des Materialismus und des selbstsüchtigen Strebens sind Erscheinungen wie die des Laasker Barons selten geworden. Doppelt Ehre darum dem Andenken des Geschiedenen.“<ref>Zitiert nach Internetauftritt der Gemeinde Groß Pankow.</ref>

Datei:JoKreuz.jpg
Johanniter-Rechtsritterkreuz.

Eugen Gans zu Putlitz fand 1867 Aufnahme in den Johanniterorden und wurde sogleich Rechtsritter der Kongregation, was sehr selten vorkam, sonstig wurde man zunächst Ehrenritter, dann Rechtsritter. Taggleich<ref>Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1890. Julius Sittenfeld, Berlin 1890, S. 165.</ref> erfolgte der Ritterschlag in der Johanniterkirche zu Sonnenburg, heute Slonsk, weiterer bereits ernannter vormaliger Ehrenritter des Ordens, wie den Landrat und Schwager Bismarcks Oskar von Arnim-Kröchlendorff, den Standesherrn Emil von Gutzmerow, den Stiftshauptmann (Heiligengrabe) Friedrich Wilhelm von Kalckreuth (1816–1896), Gustav von Pfuel-Wilkendorf, Hans Wilhelm von Rochow-Plessow, der 1856 durch ein Duell berühmt wurde, oder den Ritterschaftsdirektor Otto August Alexander von Rohr, genannt von Wahlen-Jürgaß (1810–1892).<ref>C. Herrlich: Wochen-Blatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jg. 33, Nr. 20, Carl Heymanns Verlag, Druck Julius Sittenfeld, Berlin, den 18. Mai 1892, S. 117.</ref> Hinzu kamen der Großgrundbesitzer Friedrich 1. Fürst zu Solms-Baruth und Oberpräsident Arthur von Wolff. Diese Granden des märkisch-preußischen Adels wurden Mitglieder der Brandenburgischen Provinzial-Genossenschaft der Johanniter.<ref>Vgl. C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 34-Nr. 6, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin 8. Februar 1893, S. 31.</ref>

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcelli Janecki: Jahrbuch des Deutschen Adels. Erster Band. Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft (DAG), Vaterländische Verlagsanstalt-W. T. Bruer’s Verlag, Berlin 1896, S. 661.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1940. Jahrgang 90, Justus Perthes, Gotha 1939.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1963. Band V, Band 30 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen in Gemeinschaft mit dem Deutsches Adelsarchiv, Mit: Angaben zu bedien Familien: Gans zu Putlitz und Hofer v. Lobenstein. Verlag C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1963, S. 98–103.
  • Torsten Foelsch: Adel, Schlösser und Herrenhäuser in der Prignitz. Ein Beitrag zur Kunst- und Kulturgeschichte einer märkischen Landschaft, Leipzig 1997.
  • Torsten Foelsch: Laaske – ein Gutshaus in der Prignitz und das Schicksal seiner einstigen Bewohner. (Teil 1). In: Pritzwalker Heimatblätter, Heft 12, Pritzwalk 2008, S. 21–28.
  • Torsten Foelsch: Laaske – ein Gutshaus in der Prignitz und das Schicksal seiner einstigen Bewohner. (Teil 2). In: Pritzwalker Heimatblätter, Heft 13, Pritzwalk 2009, S. 6–18.
  • Torsten Foelsch: Die Archive der Gans Edlen Herren zu Putlitz. Eine Spurensuche. In: Berichte und Forschungen aus dem Domstift Brandenburg. Band 3, Brandenburg 2010, S. 125–173.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>