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Euparagiinae

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Euparagiinae
Datei:Euparagia desertorum CCDB-32138-D02.jpg

Euparagia desertorum

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Teilordnung: Stechimmen (Aculeata)
Überfamilie: Vespoidea
Familie: Faltenwespen (Vespidae)
Unterfamilie: Euparagiinae
Wissenschaftlicher Name
Euparagiinae
Ashmead, 1902

Die Euparagiinae sind eine kleine Unterfamilie der Faltenwespen (Vespidae). Sie umfassen eine rezente und zwei fossile Gattungen. Die rezente (lebende) Gattung Euparagia lebt im ariden Südwesten von Nordamerika (USA und Mexiko).

Merkmale[Bearbeiten]

Euparagiinae sind kleine Wespen mit einer Körperlänge von etwa 4 bis 9 Millimetern. Ihre Körperfärbung ist überwiegend gelblich-strohfarben mit schwarzen, braunen und roten Zeichnungselementen. Der Körperbau ist kompakt mit einem ungestielten, sitzenden freien Hinterleib (Metasoma). Die Familie ist erkennbar vor allem am Bau der Flügel. Die Vorderflügel werden in Ruhe nicht längsgefaltet (Unterschied zu den „höheren“ Faltenwespen). Charakteristisch ist die Form einer Zelle im Vorderflügel, der ersten Subdiskalzelle: diese ist am Ende (distal) verlängert und zugespitzt<ref name="Goulet" />.

Lebensweise[Bearbeiten]

Alle Arten der Gattung Euparagia sind solitär und nicht staatenbildend. Die Weibchen bauen Erdnester. Die Imagines sind Blütenbesucher und ernähren sich von Pollen und Nektar<ref name="Mauss" />. Das Nestbauverhalten wurde bei Euparagia scutellaris als einziger Art näher untersucht<ref name="Trostle" />. Die Weibchen graben in hartem, sandigem Lehm, den sie durch hervorgewürgtes (regurgitiertes) Wasser anfeuchten. Der Aushub wird zu kleinen pillenartigen Päckchen verbacken. Diese werden zunächst um den entstehenden Eingang abgelagert, so dass sich eine schornsteinförmige, horizontal hervorstehende Röhre bildet, die am Ende gewinkelt ist (ähnlich der Gattung Odynerus, vgl. Gemeine Schornsteinwespe)<ref name="Mauss" />. Der einige Zentimeter lange Gang endet in einer oder mehreren hintereinander liegenden Zellen, zusätzlich zweigen auch seitlich Brutkammern ab (Durchmesser 3 Millimeter, Länge 7 Millimeter). Jede Brutkammer wird verproviantiert, nachdem ein einzelnes Ei abgelegt worden ist<ref name="Mauss" />. Als Proviant dienten bei Euparagia scutellaris 10 bis 16 durch einen Giftstich paralysierte, lebende Rüsselkäfer-Larven der Gattung Smicronyx, in anderen Untersuchungen auch Ceutorrhynchus und Anthonomus<ref name="Trostle" />. Es wurden fünf Larvenstadien beobachtet, die in fünf aufeinanderfolgenden Tagen durchlaufen wurden. Nach einer anschließenden Ruhephase baut sich die Larve einen selbst gesponnenen Kokon, in dem sie als Präpuppe überwintert. Die Verpuppung findet dann im folgenden Frühjahr statt.<ref name="Trostle" />

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Euparagia-Arten leben in trockenen, oft wüstenartigen Lebensräumen im Südwesten der USA (Kalifornien, Arizona, Nevada, Idaho, Utah), östlich mit einer Art bis Texas, und im Nordwesten von Mexiko, auf der Baja California, in Guerrero, Michoacan, Chihuahua, Sonora<ref name="Museum" />. Eine neue Art wurde kürzlich in Sanddünen Kaliforniens entdeckt<ref name="Kimsey" />.

Fossile Arten[Bearbeiten]

Fossile Euparagiinae sind aus kreidezeitlichen Sedimenten aus Kasachstan<ref name="Carpenter" /> und Botswana, Südafrika<ref name="Brothers" /> beschrieben worden, sie waren also ursprünglich weiter verbreitet als heute. Die fossilen Arten aus Kasachstan werden in die Gattung Curiosivespa gestellt, der bisher einzige Fund aus Afrika wurde in der neuen Gattung Priorparagia beschrieben. Beide Gattungen weisen gegenüber den lebenden Arten ursprüngliche Merkmale (Plesiomorphien) auf, können aber aufgrund des charakteristischen Flügelgeäders der Unterfamilie zugeordnet werden. Gemeinsam mit einer weiteren, morphologisch noch ursprünglicheren Art aus denselben Lagerstätten in Kasachstan (Priorvespa directa) handelt es sich um die ältesten bekannten Funde von Faltenwespen.

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Die Unterfamilie Euparagiinae umfasst eine rezente und zwei fossile Gattungen. In der rezenten Gattung Euparagia sind zehn Arten bekannt, die in zwei Artengruppen eingeordnet werden<ref name="Museum" />. Sie gilt als ursprünglichste noch lebende Unterfamilie der Vespidae und Schwestergruppe aller anderen Faltenwespen zusammengenommen<ref name="Pickett" />.

In der ursprünglichen Beschreibung wurde die Unterfamilie als Tribus der Honigwespen (Masarinae) eingeordnet. Diese Gruppierung beruht wohl auf plesiomorphen Merkmalen und gilt heute nicht mehr als gerechtfertigt. Sie wurden von J.Bequaert 1918 in den Rang einer Unterfamilie erhoben.

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Brothers">Denis J. Brothers & Alexander P. Rasnitsyn (2008): A new genus and species of Euparagiinae from the Late Cretaceous of southern Africa (Hymenoptera: Vespidae). Alavesia 2: 73-76.</ref> <ref name="Carpenter">James M. Carpenter & Alexander P. Rasnitsyn (1990): Mesozoic Vespidae. Psyche 97: 1-20 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.download (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/psyche.entclub.org).</ref> <ref name="Goulet">Henri Goulet & John T. Huber: Hymenoptera of the world, an identification guide to families. Centre for Land and Biological Resources Research, Ottawa, Ontario; Research Branch Agriculture Canada Publication l894/E ISBN 0-660-14933-8</ref> <ref name="Kimsey">Lynn S. Kimsey (2007): Report on Selected Algodones Dunes Insects. Bureau of Land Management; Survey of the endemic insect species of the Algodones Dunes, Imperial Co., CA</ref> <ref name="Mauss">Volker Mauss (2007): Evolution verschiedener Lebensformtypen innerhalb basaler Teilgruppen der Faltenwespen (Hymenoptera, Vespidae). In: Denisia. Band 20: 701-722 (Vorlage:ZOBODAT).</ref> <ref name="Museum">James M. Carpenter & Lynn S. Kimsey (2009): The Genus Euparagia Cresson (Hymenoptera: Vespidae; Euparagiinae). American Museum Novitates Number 3643: 1-11 (download).</ref> <ref name="Pickett">Kurt M.Pickett & James M. Carpenter (2010): Simultaneous Analysis and the Origin of Eusociality in the Vespidae (Insecta: Hymenoptera). Arthropod Systematics & Phylogeny 68 (1): 3–33.</ref> <ref name="Trostle">G. E. Trostle & P. F. Torchio (1986): Notes on the Nesting Biology and Immature Development of Euparagia scutellaris Cresson (Hymenoptera: Masaridae). Journal of the Kansas Entomological Society Vol. 59, No. 4: 641-647.</ref> </references>