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Europeana

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Datei:Europeana logo black.svg
Logo der Europeana

Europeana.eu ist eine virtuelle Bibliothek, die einer breiten Öffentlichkeit das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Europas von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart in Form von Bild-, Text-, Ton- und Video-Dateien zugänglich machen soll. Als nationalen Aggregator, der Beiträge aus Deutschland liefert, beschloss die Bundesregierung am 2. Dezember 2009 die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) zu schaffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläuferprojekte von Europeana waren das 1997 begründete Webportal GABRIEL (GAteway and BRIdge to Europe’s National Libraries) und dessen Weiterentwicklung, das im März 2005 von der Konferenz der Europäischen Nationalbibliothekare gegründete und betriebene European digital library network (EDLnet) als Prototyp eines grenz- und fachgebietsüberschreitenden, nutzerzentrierten europäischen Internet-Dienstes.<ref>Klaus-Dieter Lehmann: Die unendliche Bibliothek – ein Zuruf. S. 103–116 in Jean-Noël Jeanneney: Googles Herausforderung. Für eine europäische Bibliothek. Wagenbach, Berlin 2006</ref> Ausgangspunkt für Europeana war dann ein vom 28. April 2005 datierter gemeinsamer Brief des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac, des polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwaśniewski, des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero und des ungarischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány an den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso. In diesem Brief wurde der Aufbau einer virtuellen europäischen Bibliothek vorgeschlagen, die das kulturelle Erbe Europas in digitaler Form für jedermann zugänglich macht. Damit sollten zugleich in Europa bereits vorhandene entsprechende Initiativen zusammengeführt, Redundanz vermieden sowie das Wachstum der Informationsgesellschaft und der europäischen Medienindustrie gefördert werden.<ref>Brief vom 28. April 2005 (in französischer Sprache; zuletzt aufgerufen am 16. September 2011)</ref>

Seit 2007 wurde Europeana durch das EContentplus Programm der Europäischen Kommission gefördert.<ref>EContentplus: Liste der seit 2006 geförderten Projekte (zuletzt aufgerufen am 18. September 2011)</ref> Eine Beta-Version des Portals mit nach eigenen Angaben mehr als 4,5 Millionen digitaler Objekte aus über 1.000 teilnehmenden Institutionen ging am 20. November 2008 online.<ref>Britta Woldering: Start der Europeana: Rückblick und Ausblick. In: Deutsche Nationalbibliothek (Hrsg.): Dialog mit Bibliotheken. Band 21, Nr. 1, 2009, ISSN 2567-7225, S. 21–23, urn:nbn:de:101-2010032354.</ref> Wegen der unerwartet hohen Nachfrage mit mehr als 10 Millionen Seitenaufrufen pro Stunde kam es zu Problemen bei der Erreichbarkeit, so dass es eine Zeitlang gar nicht mehr möglich war, auf das Portal zuzugreifen.<ref>Oliver Jungen: Digitale Bibliothek Europeana. Erfolg ist, wenn man zusammenbricht. FAZnet vom 21. November 2008; Digitale Bibliothek Europeana kurz nach dem Start nicht mehr erreichbar. Heise online am 21. November 2008 (beide zuletzt aufgerufen am 18. September 2011).</ref> Erst nach einer Reihe technischer Upgrades ging die Seite mit einer vervielfachten Serverkapazität im Dezember 2008 wieder online.<ref>Online-Bibliothek Europeana wieder in Betrieb. Verivox am 24. Dezember 2008 (zuletzt aufgerufen am 18. September 2011)</ref> Zu diesem Zeitpunkt stellte Frankreich noch die Hälfte des Contents von Europeana.<ref>Stephen Castle: France Dominates Europe’s Digital Library. New York Times am 19. November 2008 (zuletzt aufgerufen am 18. September 2008)</ref>

Im Februar 2009 wurde Europeana Version 1.0 als Nachfolger von EDLnet gestartet. 2010 war das Zwischenziel der Erschließung von 10 Millionen digitaler Objekte bereits übertroffen. Der größte Beitrag zu Europeana kam zu diesem Zeitpunkt mit 18 % aller Objekte nach wie vor aus Frankreich, Deutschland hatte jedoch seinen Anteil zwischenzeitlich auf 17 % gesteigert. Der Rest verteilte sich auf die übrigen Mitglieder der Europäischen Union.<ref>Generaldirektion für Kommunikation der Europäischen Kommission: Digitale Agenda: Europeana ermöglicht Online-Zugriff auf über 14 Millionen Beispiele des europäischen Kulturerbes. Veröffentlicht auf Europa.eu am 18. November 2010 (zuletzt aufgerufen am 18. September 2011)</ref> Anfang 2011 wurden neue Funktionen in die Seite eingegliedert. Diese umfassen ein Übersetzungstool und die Möglichkeit, durch die automatische Weiterleitung zu Wikipedia oder anderen Services weitere Informationen zu erhalten.

Das Folgeprojekt Europeana Version 2.0 fand vom 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2014 statt.<ref>Europeana V2.0 | Europeana. Abgerufen am 16. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Funktion[Bearbeiten]

Europeana ermöglicht den Zugang zu verschiedenen Inhaltstypen, die von den angeschlossenen europäischen Institutionen zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidung darüber, welche Objekte digitalisiert werden, liegt bei der Organisation, die das Material besitzt. Die Digitalisate sind auch nicht auf einem zentralen Computer gespeichert, sondern verbleiben bei der jeweiligen kulturellen Institution und deren Netzwerk. Europeana sammelt lediglich die Kontextinformationen (Metadaten) der verfügbaren Objekte, einschließlich kleiner Bilder. Nutzer können auf Europeana diese kontextuellen Informationen durchsuchen. Haben sie gefunden, wonach sie gesucht haben, ist über einen Link die Weiterleitung auf die Seite möglich, die das originale Objekt hält. Das erschlossene Material unterliegt keinem Urheberrecht, so dass es für wissenschaftliche oder Bildungszwecke frei genutzt werden kann. Da sich die Digitalisierungs- und Katalogisierungsprinzipien der europäischen Staaten und innerhalb eines Landes dann möglicherweise auch noch die der angeschlossenen kulturellen Institutionen (Bibliotheken, Museen, Archive und audiovisuelle Kollektionen) unterscheiden, werden die Inhalte einheitlich nach dem Europeana Semantic Elements Standard erfasst, um sie durchsuchbar zu machen. Dieser Metadaten-Standard stellt einen kleinsten gemeinsamen Nenner für die Integration der verschiedenen Typen digitalen Inhalts dar. Durch die geplante Einführung eines reichhaltigeren Metadaten-Standards – des Europeana Data Model – sollen den Nutzern bessere Suchmöglichkeiten bereitgestellt werden.

Strategie[Bearbeiten]

Im Strategischen Plan 2011–2015 vom Januar 2011 wurden vier Entwicklungsziele formuliert<ref>europeana.eu: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Europeana – Strategic Plan 2011–2015 (Memento vom 10. Februar 2013 im Internet Archive; PDF; 1,93 MB, englisch)</ref><ref>Weichen für Europeana-Zukunft gestellt. Heise online am 5. Mai 2010 (zuletzt aufgerufen am 18. September 2011)</ref>:

  • Sammeln (aggregate) – einen vertrauenswürdigen und öffentlichen Zugang zur Vielfalt des europäischen wissenschaftlichen und kulturellen Erbes aufbauen
  • Unterstützen (facilitate) – die Erschließung und den Erhalt des europäischen wissenschaftlichen und kulturellen Erbes durch Wissenstransfer, Innovation und Interessenvertretung unterstützen
  • Verbreiten (distribute) – das europäische Kulturerbe für die Nutzer jederzeit und unabhängig vom Standort verfügbar machen
  • Beteiligen (engage) – neue Wege entwickeln, um den Nutzern einen besseren Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Europas zu ermöglichen

Organisation[Bearbeiten]

Datei:Bruno Racine 20100329 Salon du livre de Paris 1.jpg
Bruno Racine auf dem Salon du livre de Paris März 2010

Die Europeana Foundation<ref>europeana.eu: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.The Europeana Foundation (Memento vom 20. Juli 2011 im Internet Archive) (englisch)</ref> ist das Verwaltungsorgan des Europeana Services. Mitglieder sind die Präsidenten und Vorsitzenden europäischer Vereine für Information und Kulturerbe. Vorstandsvorsitzende war von 2007 bis 2011 Elisabeth Niggemann. Im November 2011 wurde Bruno Racine, der Direktor der Französischen Nationalbibliothek zu ihrem Nachfolger gewählt.<ref>e2ma.net: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.French National Librarian to chair the Europeana Foundation (Memento vom 21. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) (englisch)</ref>

Die Stiftung ist unter niederländischem Gesetz als Stichting Europeana eingetragen und befindet sich in der Koninklijke Bibliotheek, der Nationalbibliothek der Niederlande. Sie bietet den rechtlichen Rahmen für die Führung von Europeana, die Beschäftigung des Personals, die Anfrage nach Finanzierungsmitteln und die Zukunftsfähigkeit des Services. Die geschäftsführende Direktorin war von der Gründung bis 2018 Jill Cousins.<ref>Jill Cousins. In: Europeana Pro. Abgerufen am 19. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit 2018 hat Harry Verwayen diese Rolle inne.<ref>Harry Verwayen. In: Europeana Pro. Abgerufen am 19. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Projekte[Bearbeiten]

Eine Anzahl von Projekten – die Europeana Group – tragen dazu bei, technische Lösungen zu finden und Europeana um weitere Inhalte zu erweitern.<ref>Über uns – Europeana. Abgerufen am 1. September 2025.</ref> Diese Projekte werden von verschiedenen kulturellen Institutionen durchgeführt und sind teilfinanziert durch das eContentplus-Programm der Europäischen Kommission und das Communications Technologies Policy Support Programme (ICT PSP).

Europeana Gruppenprojekte (Auswahl):

Finanzierung[Bearbeiten]

Europeana und die Projekte fügen Europeana.eu Inhalte bei, die durch das eContentplus Programm der Europäischen Kommission, das Information and Communications Technologies Policy Support Programme (ICT PSP) und ähnliche Programme finanziert werden. Um an vielen und unterschiedlichen Projekten teilnehmen zu können, ist Europeana jedoch auch auf weitere Finanzierungsmöglichkeiten seitens der Kulturministerien der Mitgliedsstaaten angewiesen, da durch die Europäische Kommission 50–100 % der Kosten gedeckt werden.<ref>Konrad Lischka: Digitale Bibliotheken. Der Staat spart, Google digitalisiert. SPIEGEL online am 26. März 2011 (zuletzt aufgerufen am 18. September 2011)</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Noël Jeanneney: Googles Herausforderung. Für eine europäische Bibliothek. Wagenbach, Berlin 2006. ISBN 978-3-8031-2534-7

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Europeana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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