Eva Herlitz
Eva Herlitz geb. Knufinke<ref>Traueranzeige. In: Solinger Tageblatt vom 3. April 2021.</ref> (* 28. Juli 1952 in Solingen; † 26. Februar 2021 in Innsbruck<ref>Traueranzeigen und Nachrufe. In: Tagesspiegel Berlin vom 14. März 2021.</ref><ref>Nachruf auf den Seiten von www.buddy-baer.com, abgerufen am 10. März 2021</ref><ref>Der Tagesspiegel, 12. März 2021: "Trauer um Eva Herlitz, die Schöpferin der Berliner Buddy Bären"</ref><ref>Berliner Morgenpost, 12. März 2021: "Trauer um 'Bärenmutter' Eva Herlitz"</ref>) war eine deutsche Pädagogin und Innenarchitektin. Sie war Initiatorin der Aktivitäten rund um die Buddy Bären, ein internationales Kunstprojekt, über das sie mehrere Bücher geschrieben hat. Sie lebte seit 1971 in Berlin.
Leben[Bearbeiten]
Nach dem Abitur 1971 am Gymnasium August-Dicke-Schule in Solingen studierte Eva Herlitz Pädagogik. Danach war sie berufstätig als Grundschullehrerin und Innenarchitektin, bevor sie sich ehrenamtlich Kinderhilfsorganisationen widmete.<ref>Plötz: TOP 500, Berlin/Brandenburg, 3. Ausgabe 2009, S. 117</ref><ref>Berliner des Jahres, 12. Eva Herlitz. In: Berliner Morgenpost, 1. Januar 2007</ref>
Zusammen mit ihrem Mann gründete Eva Herlitz 2001 die Buddy Bär Berlin GmbH. Auf Straßen und Plätzen Berlins wurden rund 250 Bärenskulpturen ausgestellt, eine „moderne Variante der Berliner Bären“.<ref>Susanne Twardana: Das Abenteuer liegt um die Ecke, S. 36, ISBN 3-935790-06-6</ref> Das oft mit farbenfrohen Motiven „bemalte Wappentier steht mit seinen ausgebreiteten Armen für Weltoffenheit, Völkerverständigung und eine friedlichere Welt“.<ref>Pressemitteilung vom 18. November 2021: "Über den Wolken: Buddy-Bär grüßt Partnerstadt Kiriat-Bialik"</ref>
Eva Herlitz war ebenso Ideengeberin und Initiatorin des ein Jahr später umgesetzten Projektes des Kreises der United Buddy Bears<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Berliner Kurier: Die Bären, die für Toleranz stehen!, 12. Juni 2002 ( vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Jadi Campbell, 1. Jan. 2014: "Tag Archives: Eva & Klaus Herlitz – The United Buddy Bears</ref>, oft auch bezeichnet als Kunst der Toleranz.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Luther 2017 – Die Kunst der Toleranz ( vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref> Die Ausstellungen dieser von Künstlern aus aller Welt gestalteten Bären rückten erstmals in das internationale Bewusstsein, als sie von Peter Ustinov 2003 in Berlin und ein Jahr später von Jackie Chan in Hongkong eröffnet wurden.<ref>Ausstellung der United Buddy Bears in Hongkong, Eröffnung durch Jackie Chan</ref> Es folgten Ausstellungen auf allen fünf Kontinenten,<ref>Bundespräsident Joachim Gauck überreicht Buddy Bear an die Brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, Brasilia Mai 2013</ref> die oft von Staats- bzw. Ministerpräsidenten oder Bürgermeistern eröffnet wurden, so unter anderem in Tokio,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Schwärmen für Japan. ( vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive) In: Handelsblatt, 5. April 2005.</ref> Sydney, Kairo,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ausstellung Kairo 2007 ( vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref> Jerusalem,<ref>Ausstellung Jerusalem 2007</ref> Buenos Aires,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ausstellung Buenos Aires 2009 ( vom 17. Juni 2013 im Internet Archive)</ref> Kuala Lumpur,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ausstellung Kuala Lumpur 2012 ( vom 14. März 2012 im Internet Archive)</ref> Neu-Delhi,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ausstellung Neu Delhi 2012 ( vom 4. Juli 2012 im Internet Archive)</ref> St. Petersburg, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.KULTURpur 2012/2013, S. 16: United Buddy Bears in Paris ( vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.ZDF heute vom 12. Oktober 2012 ( vom 1. März 2013 im Internet Archive)</ref> und Havanna.<ref>rbb-online: „Berliner Buddy Bären stehen jetzt in Havanna“</ref>
Nach Herlitz' Vorstellungen sollen die United Buddy Bears den Menschen aus aller Welt Denkanstöße zu einem besseren Verständnis untereinander geben. „So vielfältig und bunt und friedlich, wie diese Bären zusammenstehen, so vielfältig und bunt und friedlich könnte auch das Zusammenleben der Menschen auf der Erde sein.“<ref name="Roman_Engel">Roman Anlanger, Wolfgang A. Engel: "Trojanisches Marketing", S. 142–143, Rudolf Haufe Verlag, 2009, Planegg/München, ISBN 978-3-448-08720-8</ref> „Mit der beeindruckenden Größe der Ausstellung und der individuellen Gestaltung jedes einzelnen Bären werden Aufmerksamkeit und Interesse geweckt. Da jeder Bär ein von den Vereinten Nationen anerkanntes Land repräsentiert, und durch die Symbolik des friedlichen Hand-in-Hand-Stehens, wird die Botschaft eines friedlichen Miteinanders eindrucksvoll und verständlich visualisiert.“<ref name="Roman_Engel" /> Eva Herlitz war immer eine Botschaft, die Goldene Regel, wichtig: „Behandle jeden anderen Menschen, wie du selbst behandelt werden möchtest.“<ref>Bianka Specker: 93 „United Buddy Bears – "The Art of Tolerance“ im Zoo Osnabrück. In: OSKURIER. 23. Juni 2019, abgerufen am 2. März 2026.</ref>
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, im März 2021: „Mit Eva Herlitz hat Berlin eine Botschafterin verloren, die weltweit gewirkt und für unsere Stadt etwas Einzigartiges geschaffen hat. Mit den 'Buddy Bären' hat sie das Wappentier der Stadt neu interpretiert und es zu einem Zeichen der Toleranz und Weltoffenheit gemacht.“ Sie kreierte „eine Marke, die rund um den Globus auf sympathische Art und Weise für Berlin wirbt und einem guten Zweck dient.“ „Weltweit stehen die Buddy Bären für Weltoffenheit, Toleranz, Völkerverständigung und nicht zuletzt für die erhebliche Unterstützung von Kinderhilfsorganisationen.“<ref>Pressemitteilung vom 12. März 2021, Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin: "Müller zum Tode von Eva Herlitz: „Berlin verliert eine engagierte Botschafterin“"</ref>
Eva Herlitz gestaltete selbst zwei Bären, die als Gold Bears mit um die Welt reisen.<ref>United Buddy Bears, The Art of Tolerance, S. 358–361, ISBN 978-3-00-029417-4</ref>
Buddy Bär-Aktivitäten und Hilfe für notleidende Kinder waren für Herlitz eine unzertrennliche Einheit.<ref>Müller zum Tode von Eva Herlitz: "Berlin verliert eine engagierte Botschafterin"</ref> Durch Spenden und Versteigerungen konnten über 2,6 Millionen Euro (Stand: September 2024)<ref>Charity-Erlöse durch Buddy Bears</ref><ref>Buddy-Bear-Aktion knackt Zwei-Mio-Euro-Grenze. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 23. November 2013, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> an UNICEF und lokale Kinderorganisationen weitergegeben werden. Um in Einzelfällen Kindern schnell, gezielt und unbürokratisch helfen zu können, wurde 2004 von Eva Herlitz zusammen mit einer Künstlerin aus dem Irak, einer US-Diplomatin, einer Ärztin aus Bolivien sowie mehreren Freundinnen der Verein Buddy Bear Help e. V. gegründet. Der Verein unterstützt Kinderprojekte in Malawi, Sierra Leone und Bolivien. Seit 2009 ist der Verein auch verstärkt in Berlin tätig.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website des Buddy Bear Help e. V. ( vom 11. August 2009 im Internet Archive)</ref> Eva Herlitz war ebenso in der Flüchtlingshilfe involviert, u. a. reiste sie 2016 nach Idomeni (Griechenland), an der Grenze nach Mazedonien, um vor Ort direkte und unmittelbare Hilfe zu leisten.<ref>BZ, 21. Mai 2016, Seite 14: "Berliner Helden / Einsatz in Indomeni"</ref>
Eva Herlitz wurde von den Lesern der Berliner Morgenpost und den Hörern von rs2 bei der Wahl „Berliner des Jahres“ im Jahr 2005 auf Platz 16<ref>Berliner Morgenpost, 31. Dezember 2005/1. Januar 2006, Seite 12</ref> und 2006 auf Platz 12<ref>Berliner Morgenpost, 31. Dezember 2006, Seite 12</ref> gewählt. Auch 2019 gehörte sie (zusammen mit ihrem Mann Klaus Herlitz) zu den engeren Kandidaten bei der Wahl für den "Berliner des Jahres".<ref>Berliner Morgenpost: Die Kandidaten für den "Berliner des Jahres". 27. Dezember 2019, abgerufen am 2. März 2026.</ref>
Privates[Bearbeiten]
Eva Herlitz war seit 1972 bis zu ihrem Tode mit Klaus Herlitz verheiratet, mit dem sie drei Söhne hat. Sie ruht auf dem Waldfriedhof Dahlem.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2011: Blue Hearts Award<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Brücke der Herzen ( vom 6. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Preisträger: Brücke der Herzen ( vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Berliner Morgenpost, 2. März 2011, Seite 28: "Blaues Herz für bunte Herzen"</ref>
- 2013: Verdienstorden des Landes Berlin<ref>STADTMENSCHEN: Ehrung für die Bären-Eltern. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 2. März 2026]).</ref>
- 2019: Bundesverdienstkreuz am Bande<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Müller übergibt Eva und Klaus Herlitz Bundesverdienstkreuz. ( vom 2. Dezember 2020 im Internet Archive) Pressemitteilung vom 16. Januar 2019</ref>
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- mit Klaus Herlitz: Buddy Bär Berlin Show. Neptun, Kreuzlingen 2001, ISBN 3-85820-152-9.
- mit Klaus Herlitz (Hrsg.): United Buddy Bears – Die Kunst der Toleranz. 2. Auflage. Bostelmann & Siebenhaar, Berlin 2003, ISBN 3-936962-00-6.
- mit Klaus Herlitz: United Buddy Bears – World Tour. Neptun, Kreuzlingen 2006, ISBN 3-85820-189-8.
- mit Klaus Herlitz: United Buddy Bears – The Art of Tolerance. Deutsch/Englisch. 2009, ISBN 978-3-00-029417-4.
- mit Klaus Herlitz: Buddy Bear Berlin. 2012, ISBN 978-3-00-038736-4.
- mit Klaus Herlitz: United Buddy Bears – The Art of Tolerance on World Tour. Englisch/Deutsch. 2017, ISBN 978-3-00-057649-2.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Eva Herlitz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Webseite der United Buddy Bears
- Webseite des Buddy Bear Help e.V.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Herlitz, Eva |
| ALTERNATIVNAMEN | Knufinke, Eva (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Autorin, Initiatorin der Aktivitäten rund um die Buddy Bären |
| GEBURTSDATUM | 28. Juli 1952 |
| GEBURTSORT | Solingen |
| STERBEDATUM | 26. Februar 2021 |
| STERBEORT | Innsbruck |
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- Autor
- Träger des Verdienstordens des Landes Berlin
- Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
- Pädagoge (20. Jahrhundert)
- Pädagoge (21. Jahrhundert)
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- Person (Solingen)
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