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FID Media

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FID Media ist der Fachinformationsdienst für Medien- und Kommunikationswissenschaft, unter dem die Universitätsbibliothek Leipzig gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Marburg sowie dem Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg ein zentrales Suchportal sowie Open-Access-Publikationsdienste für fachangehörige Forschende betreibt. Bis September 2024 hieß der Dienst adlr.link (Advanced Delivery of Library Resources).<ref name=":0">FID Media | Fachinformationsdienst Kommunikations- und Medienwissenschaft. Abgerufen am 2. September 2025.</ref> Der Fachinformationsdienst wird seit 2014 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.<ref>Förderprogramm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“. Abgerufen am 2. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1998 war die Universitätsbibliothek Leipzig Sitz des Sondersammelgebiets (SSG) 3.5: Kommunikations- und Medienwissenschaften, Publizistik. Der Altbestand an Monografien im SSG umfasst etwa 30.000 Bände und 400 Fachzeitschriften. Im Rahmen des Sondersammelgebiets wurde zusätzlich von 2007 bis 2012 die Virtuelle Fachbibliothek medien buehne film zusammen mit der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main entwickelt und betrieben. Seit Ende 2013 werden Sondersammelgebiete von der Deutschen Forschungsgemeinschaft nicht weiter gefördert. Stattdessen wurde das Förderprogramm der Fachinformationsdienste neu aufgenommen. Im September 2024 wurde adlr.link in FID Media umbenannt und wird seitdem gemeinsam mit den Open-Access-Publikationsdiensten des ehemaligen medienwissenschaftlichen Fachrepositoriums media/rep/ entwickelt. Der FID Media wird seitdem gemeinschaftlich von der Universitätsbibliothek Leipzig, der Universitätsbibliothek Marburg und dem Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg getragen.<ref name=":0" /> Die strategische und technische Ausrichtung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM).

Zielsetzung[Bearbeiten]

Ziel der Fachinformationsdienste ist es, Forschenden einen schnellen und direkten Zugriff auf Spezialliteratur und forschungsrelevante Informationen zu ermöglichen. Als bundesweites System ergänzen sie die lokalen Informationsinfrastrukturen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Fachinformationsdienste entwickeln dazu je nach Fach unterschiedliche Angebote – z. B. können Tools für den Zugriff auf digitale Ressourcen bereitgestellt werden, es kann aber auch der Bestandsaufbau konventioneller Veröffentlichungen vertieft werden. Fachinformationsdienste bieten eine Informationsversorgung der Wissenschaft als Ergänzung zur Grundversorgung durch wissenschaftliche Bibliotheken. Im Gegensatz zu den Sondersammelgebieten haben Fachinformationsdienste nicht mehr das Ziel eines möglichst umfassenden Sammelns und Archivierens von Veröffentlichungen.

Das Suchportal ist für Recherchen jedermann online zugänglich. Die Oberfläche des Katalogs in FID Media Search ermöglicht eine fachspezifische Suche in einem zentralen Suchindex, der aus mehreren Quellen gespeist wird. Der Index enthält u. a. den gesamten Altbestand des ehemaligen SSG, eine Liste von neu erschienenen Werken, die regelmäßig aktualisiert wird, zahlreiche frei zugängliche Onlineressourcen und Open-Access-Dokumente sowie einen umfangreichen Artikelindex, mit dem Recherchen in wissenschaftlichen Zeitschriften auf Artikelebene möglich ist. Der Index bestand im März 2018 aus über 1,3 Mio. Datensätzen.<ref>Welche Medien werden berücksichtigt? Bei: Kommunikations-, Medien- und Filmwissenschaft. In: wikis.sub.uni-hamburg.de. Abgerufen am 23. März 2018.</ref> Das Portal berücksichtigt bereits lokal vorhandene Zugangslizenzen und Buchbestände in den Heimatbibliotheken der Nutzenden und zeigt diese nutzerspezifisch an. Bei Nutzenden nicht zugängliche oder vorhandene Dokumente können per Lieferdienst bereitgestellt werden. Darüber hinaus sind einige Ressourcen in einer speziellen Fachinformationsdienst-Lizenz nur für angemeldete Nutzende bestimmter Nutzungsgruppen zugänglich. Gedruckte Publikationen werden entweder neu erworben und den Nutzenden direkt zugesendet oder können, wenn sie im Bestand vorhanden sind, per Fernleihe bestellt werden. In FID Media Search werden auch vermehrt audiovisuelle Medien nachgewiesen, häufig wird auch ein direkter Zugriff auf audiovisuelle Werke ermöglicht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Open Access und wissenschaftliches Publizieren. Hierfür betreibt der FID Media seit März 2025 in seinem Bereich FID Media Publish ein fachlich kuratiertes Publikations- und Datenrepositorium für qualitätsgeprüfte Publikationen (u. a. Text, Audio, Video) und Forschungsdaten (ehemals media/rep/). Über das Repositorium ist auch die Erstpublikation von Monografien und Sammelbänden möglich. Neben umfassenden Beratungsangeboten zu Open Science im Allgemeinen bietet der FID Media spezifische Beratungen zum Publizieren im Open Access und zum Zugänglichmachen von bereits publizierten, kostenpflichtigen Werken als Zweitveröffentlichung. 2025 wurde darüber hinaus die Servicestelle Urheberrecht des FID Media gegründet, welche Auskünfte zu Verlagsverträgen, Zweitveröffentlichungsrechten und Lizenzmodellen sowie zum rechtssicheren Umgang mit fremden Materialien – etwa Bildern, Videos oder Texten – in Publikationen und Vorträgen erteilt. Ebenso werden urheberrechtliche Fragen zur Nutzung und Bereitstellung von Forschungsdaten beantwortet.<ref>Portal des FID Media: Servicestelle Urheberrecht. Abgerufen am 27. Juli 2026.</ref>

Software[Bearbeiten]

Technisch basiert das Suchportal in FID Media Search auf der Open-Source-Software VuFind. Die Software ermöglicht eine facettenorientierte Suche über verschiedene Datenquellen hinweg. Dabei werden – im Gegensatz zur Metasuche – die Suchergebnisse in einer Ergebnisliste mittels eines textstatistischen Rankings dargestellt. Die Facettierung ermöglicht es dann, die Ergebnisse weiter einzuschränken, ohne auf eine hierarchische Struktur Rücksicht nehmen zu müssen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Bürger, Ulrich Johannes Schneider: Fachinformationsdienste für die Wissenschaften (FID). DFG fördert Bibliotheken in Sachsen. In: BIS – Magazin der Bibliotheken in Sachsen. Band 7, Heft 1, 2014, ISSN 1866-0665, S. 4. urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-136822.
  • Jens Lazarus, Leander Seige: FID für Medien- und Kommunikationswissenschaft. Universitätsbibliothek Leipzig entwickelt neuen Fachinformationsdienst. In: BIS – Magazin der Bibliotheken in Sachsen. Band 7, Heft 1, 2014, ISSN 1866-0665, S. 5–6. urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-136893.
  • Sebastian Stoppe: adlr.link startet an der UB Leipzig. Fachinformationsdienst für Medien- und Kommunikationswissenschaft eingerichtet. In: BIS – Magazin der Bibliotheken in Sachsen. Band 8, Heft 2, 2015, ISSN 1866-0665, S. 86–87. urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-173530.
  • Sebastian Stoppe: Neue Wege in der Informationsversorgung. Der Fachinformationsdienst Medien- und Kommunikationswissenschaft. In: Brintzinger, Klaus-Rainer et al. (Hrsg.): Bibliotheken: Von Anfang an Zukunft. 104. Deutscher Bibliothekartag Nürnberg. Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, Münster 2016, S. 108–118, ISBN 978-3-95925-015-3. doi:10.5282/o-bib/2015H4S108-118.
  • Sebastian Stoppe: Neue Wege in der Informationsversorgung. Der Fachinformationsdienst Medien- und Kommunikationswissenschaft. Vortrag auf dem 104. Deutscher Bibliothekartag, Nürnberg, 2015. urn:nbn:de:0290-opus4-16638.
  • Sebastian Stoppe: Was Kommunikations- und Medienwissenschaftler/innen von einem Fachinformationsdienst erwarten. Design und Ergebnisse einer Fachcommunity-Befragung. In: o-bib. Das offene Bibliotheksjournal. Band 2, Heft 3, 2015, ISSN 2363-9814, S. 37–62. doi:10.5282/o-bib/2015H3S37-62.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />