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Focus

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Focus

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Beschreibung Nachrichtenmagazin
Sprache Deutsch
Verlag Hubert Burda Media (Deutschland)
Hauptsitz Berlin<ref name="sp" />
Erstausgabe 18. Januar 1993
Gründer Helmut Markwort
Erscheinungsweise wöchentlich (samstags)
Verkaufte Auflage 209.937 Exemplare
(IVW 2/2026)
Verbreitete Auflage 212.495 Exemplare
(IVW 2/2026)
Reichweite 3,30 Mio. Leser
(MA 2020 I)
Chefredakteure Franziska Reich, Georg Meck
Geschäftsführer Burkhard Graßmann
Weblink focus-magazin.de
Artikelarchiv 1993 ff.
ISSN (Print)

Focus (Eigenschreibweise in Versalien) ist ein deutschsprachiges Nachrichtenmagazin und eine Illustrierte aus dem Verlag Hubert Burda Media.<ref>15 Jahre Fakten, Fakten, Fakten. In: Focus Online. 18. Januar 2008, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>„Focus“ feiert 20-jähriges Bestehen. In: Der Standard. 14. Januar 2013, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Im Januar 1993 wurde das Magazin als Konkurrenzangebot zum Spiegel gegründet.<ref>Ekkehard Kohrs: Burdas Kampfansage an Augstein. In: Bonner General-Anzeiger. 19. Januar 1993, S. 3.</ref><ref>Rainer Hoffmann: Bunter Spiegel. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. Januar 1993.</ref> Seit 2015 hat die Redaktion ihren Sitz in Berlin.<ref name="sp">Nachrichtenmagazin: „Focus“ zieht nach Berlin um. In: Spiegel Online. 10. September 2015, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Der Focus ist neben Spiegel und Stern eines der drei reichweitenstärksten deutschen Wochenmagazine.<ref>Ein starkes Führungs-Trio. In: Horizont. 20. November 2003, S. 66.</ref><ref>„Focus“, „Spiegel“, „Stern“. Die Großen im tiefen Wandel. In: Nordkurier. 27. August 2014, S. 25.</ref> Das Konzept stammt von Hubert Burda und Helmut Markwort,<ref>Heidrun Plewe: Wenige glaubten zunächst an den Erfolg. In: Horizont. 17. Dezember 1993, S. 20.</ref> der 2009 vom Chefredakteur in die Position des Herausgebers wechselte und seit 2017 im Impressum als Gründungschefredakteur geführt wird.<ref>„Focus“-Chefredakteur Markwort geht. In: Zeit Online. 29. Oktober 2009, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>Marvin Schade: Ende einer Ära: Magazin-Gründer Helmut Markwort gibt Focus-Herausgeberschaft ab. In: Meedia. 17. Januar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. August 2017; abgerufen am 18. Juli 2017.</ref> Amtierende Chefredakteure des Focus sind seit 1. April 2023 Franziska Reich und Georg Meck.<ref>Focus Redaktion: Neue Führungsspitze beim Nachrichtenmagazin Focus startet. In: Focus Online. 7. März 2023, abgerufen am 13. April 2023.</ref>

Die verkaufte Auflage beträgt 209.937 Exemplare, ein Minus von 73,2 Prozent seit 1998.<ref> laut IVW (Details auf ivw.de)</ref> Der Internetauftritt Focus Online ist Stand 2023 mit Abstand das reichweitenstärkste Nachrichtenportal in Deutschland, gefolgt von Spiegel Online.<ref>Reichweite von Nachrichtenwebsites in Deutschland 2023. Abgerufen am 20. Mai 2023.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Decknamen „Zugmieze“ begannen im Sommer 1991 die Arbeiten am Focus.<ref>Eine Zugmieze macht Karriere. In: Kress Report. 10. Januar 2013, S. 8.</ref> Im Oktober 1992 wurden die Pläne von Hubert Burda Media für ein neues wöchentliches Nachrichtenmagazin öffentlich bekannt.<ref>„Focus“: Burda will es wissen. In: Horizont. 9. Oktober 1992, S. 46.</ref> Beobachter räumten dem Projekt zunächst nur geringe Chancen ein. Mehrere Versuche anderer Verlage, eine Konkurrenz zu den Zeitschriften Spiegel und Stern zu etablieren, waren zuvor gescheitert.<ref>Harald Kurz: „Zugmieze“: Zugpferd oder Katzenjammer? In: Horizont. 18. September 1992, S. 56.</ref> Die erste Ausgabe kam am 18. Januar 1993 in den Handel und war bereits am folgenden Tag ausverkauft.<ref>Uli Baur: Das war unser Start. In: Focus Magazin. 19. März 2012 (focus.de [abgerufen am 30. Oktober 2016]).</ref> Der Untertitel des Focus lautete „das moderne Nachrichtenmagazin“.<ref>Heinz Pürer, Johannes Raabe: Presse in Deutschland. 3. Auflage. UVK, Konstanz 2007, ISBN 978-3-8252-8334-6, S. 263.</ref> Erster Chefredakteur des Magazins wurde Helmut Markwort.<ref>Ein Mann der Fakten. In: Frankfurter Neue Presse. 8. Dezember 2011, S. 1.</ref> Die Titelgeschichte über das angebliche Comeback von Hans-Dietrich Genscher als Nachfolger von Richard von Weizsäcker im Amt des Bundespräsidenten entpuppte sich später als Ente.<ref>Klaus Schmeh: David gegen Goliath: 33 überraschende Unternehmenserfolge. Redline, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-8323-1057-6, S. 34.</ref> Positive und negative Stimmen hielten sich die Waage: Journalisten beurteilten den Focus tendenziell kritisch, Werbetreibende äußerten sich durchweg wohlwollend.<ref>Brennpunkt „Focus“ am Montag. In: Horizont. 22. Januar 1993, S. 2.</ref> Beobachter sahen im Focus vor allem einen Angriff auf den Spiegel, während der Verlag sich US-amerikanische Zeitschriften wie Newsweek oder Time zum Vorbild nahm.<ref>„Focus“ kontra „Spiegel“. In: Saarbrücker Zeitung. 16. Januar 1993.</ref>

Nach fünf Ausgaben hatte der Focus rund 15.000 Abonnenten, mit einer Auflage von über 300.000 verkauften Exemplaren war er von Anfang an wirtschaftlich erfolgreich.<ref>Heidrun Plewe: „Focus“ liegt zur Zeit gut im Plan. In: Horizont. 19. Februar 1993, S. 25.</ref> Das Magazin trug maßgeblich zum Ausbau der Marktposition von Hubert Burda Media bei.<ref>Burda kostet Focus-Erfolg aus. In: Horizont. 1. April 1994, S. 6.</ref><ref>Investitionen kräftig ausgeweitet. Verlag auf der „Focus“-Welle. In: Handelsblatt. 22. Juli 1994, S. 16.</ref><ref>Burda-Konzern wächst im letzten Jahr dank „Focus“. In: Der Tagesspiegel. 12. Mai 1995.</ref> Mitte 1994 entschied ein niederländisches Gericht, dass der Focus aufgrund von Markenstreitigkeiten nicht mehr in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg verkauft werden durfte.<ref>„Focus“ nicht mehr in den Benelux-Laender. In: Deutscher Drucker. 25. August 1994, S. 4.</ref> Ungeachtet dessen setzte der Focus seinen Kurs fort,<ref>Nachrichtenmagazine: Burda bleibt mit „Focus“ auf Erfolgskurs. In: Deutscher Drucker. 4. August 1994, S. 4.</ref><ref>Peter Turi: Mit Fakten, Fakten auf dem Weg zur Spitze. In: Horizont. 17. März 1995, S. 70.</ref> das Magazin vermarktete zeitweise sogar mehr Anzeigen als der Spiegel.<ref>Fakten zu Focus. In: Die Tageszeitung. 1. Dezember 1995, S. 14.</ref> Die Internationalisierung trieb Burda beispielsweise durch eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Medienunternehmen Ziff Davis voran.<ref>Burdas Focus-Verlag kooperiert mit Ziff-Davis. In: Deutscher Drucker. 7. Juli 1994, S. 6.</ref> 1996 startete das Internetportal Focus Online, unter dem Namen Focus TV stieg man in die Produktion von TV-Inhalten ein.<ref>Thomas Voigt: Markwort gebiert weitere Focus-Kinder. In: Horizont. 19. Januar 1996, S. 36.</ref><ref>Focus-Online-Währung. In: Horizont. 12. Januar 1996, S. 12.</ref><ref>Isabella Hofmann: Focus bald auch im TV. Neues Fernsehmagazin startet im März auf Pro7. In: Wirtschaftsblatt. 6. Februar 1996, S. 7.</ref><ref>„Focus TV“ liefert Beiträge für Frauensender tm3. In: Der Tagesspiegel. 8. August 1996.</ref> Der Focus entwickelte sich zu einem der wichtigsten deutschen Nachrichtenmagazine.<ref>Barbara Held: Ende des Amüsements. In: Der Tagesspiegel. 30. November 1997, S. 31.</ref> 1997 wurde sein Verleger Hubert Burda unter anderem für die „kreativen und bahnbrechenden Innovationen“ des Blattes ausgezeichnet.<ref>Hubert Burda erhält den Medienpreis für Focus. In: Horizont. 30. Oktober 1997, S. 108.</ref><ref>„Focus“ ist Hubert Burdas Erfolgsstory. In: Darmstädter Echo. 9. Februar 2000.</ref>

In den ersten fünf Jahren seines Bestehens erregte der Focus immer wieder Aufsehen durch Interviews mit bedeutenden Persönlichkeiten, beispielsweise 1996 mit dem Bauunternehmer Jürgen Schneider nach seiner Festnahme oder 1997 mit Leo Kirch nach dem Zusammenbruch seines Medienkonzerns.<ref>5 Jahre Focus. In: Focus. 12. Januar 1998, S. 160–161.</ref> Das Konzept des Focus wurde auch außerhalb Europas umgesetzt,<ref>„Focus“ auf Weltkurs. In: Wirtschaftswoche. 18. Juni 1998, S. 66.</ref> beispielsweise in Gestalt der Zeitschrift Época des brasilianischen Medienhauses Grupo Globo.<ref>Erfolgsrezept verkauft: Focus do Brasil. In: Welt am Sonntag. 26. April 1998, S. 54.</ref><ref>Burda vergibt Lizenz für Focus nach Brasilien. In: Horizont. 30. April 1998, S. 6.</ref> Anfang 1999 erreichte der Focus erstmals mehr Leser als der Spiegel,<ref>Platztausch. „Focus“ erreicht mittlerweile mehr Leser als der „Spiegel“. In: Der Tagesspiegel. 28. Januar 1999, S. 39.</ref><ref>Media-Analyse: „Focus“ überholt den „Spiegel“. In: Frankfurter Rundschau. 28. Januar 1999, S. 8.</ref> in den folgenden Jahren konnte er seinen Vorsprung weiter ausbauen.<ref>Media-Analyse: „Focus“ vergrößert Vorsprung. In: Sächsische Zeitung. 25. Januar 2001, S. 17.</ref><ref>Klaus Koch: Totgesagt und sehr lebendig. In: Südkurier. 13. Januar 2003.</ref> Im Jahr 2000 startete unter dem Namen Focus Money ein Ableger des Nachrichtenmagazins für Wirtschafts- und Finanzthemen.<ref>Focus Verlag plant ein zweites Magazin. In: Deutscher Drucker. 14. Oktober 1999, S. 2.</ref><ref>Ulrike Simon: Geld, Geld, Geld. „Focus“ legt sich heute mit „Focus Money“ einen Ableger zu. 30. März 2000, S. 43.</ref><ref>Das Magazin für den Positiv-Denker. In: Horizont. 10. Mai 2001, S. 50.</ref> 2001 wurde ein Ressort für Internetthemen im Focus geschaffen,<ref>Euphorie bei „Focus“: Mehr Leser, neues Ressort. In: Die Welt. 1. Februar 2001, S. 33.</ref> außerdem brachte man die Internetaktivitäten von Focus Digital in das Gemeinschaftsunternehmen Tomorrow Focus ein.<ref>Tomorrow und Focus Digital fusionieren. In: Handelsblatt. 9. August 2001, S. 11.</ref> Der Focus Magazin Verlag war damit wieder primär für gedruckte Publikationen zuständig, aber an Tomorrow Focus beteiligt.<ref>Die Firma. In: Financial Times Deutschland. 10. Januar 2001, S. 36.</ref>

2004 gab es erste personelle Veränderungen beim Focus:<ref>Martin-Werner Buchenau: Burda regelt Markwort-Nachfolge. In: Handelsblatt. 10. November 2004, S. 18.</ref><ref>Cathrin Hegner, Volker Schütz: „Ich wollte die Nachfolge präjudizieren“. In: Horizont. 18. November 2004, S. 38.</ref> Helmut Markwort übernahm neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur zusätzlich die Position des Herausgebers.<ref>Pierre Schrader: Mehr Markwort für Focus. In: Horizont. 11. November 2004, S. 14.</ref> Uli Baur wurde vom stellvertretenden Chefredakteur zum Chefredakteur befördert.<ref>Focus mit erweiterter Führung. In: Focus. 15. November 2004, S. 161–161.</ref><ref>„Focus“-Tandem. In: Der Tagesspiegel. 10. November 2004, S. 31.</ref> Unter der neuen Leitung rief der Focus 2005 zusammen mit dem Hörverlag das Download-Portal Claudio für Hörbücher ins Leben.<ref>Miriam Hebben: Printmarken hören auf Claudio.de. In: Horizont. 8. Dezember 2005, S. 42.</ref> 2006 geriet der Focus in den Journalisten-Skandal des Bundesnachrichtendienstes.<ref>Hausfriedensbruch und Kollegenverrat. In: Thüringer Allgemeine. 13. Mai 2006.</ref> Mehrere Journalisten hatten damals dem Geheimdienst angeboten, gegen Geld- und Sachleistungen Informationen über investigative Journalisten und deren Quellen zu sammeln und weiterzugeben.<ref>Eric Gujer: Deutsche Journalisten als willige Helfer. Kritik im Geheimbericht zur BND-Affäre an den Medien. In: Neue Zürcher Zeitung. 24. Mai 2006, S. 3.</ref> Der Geheimdienst ließ wiederum Focus-Journalisten als Informanten überwachen.<ref>Frank Jansen: Die Spitzel vom Dienst. In: Der Tagesspiegel. 13. Mai 2006, S. 2.</ref><ref>Christian Rath: Geheimdienst sucht Leck. In: Badische Zeitung. 19. Mai 2006.</ref> Ungeachtet der öffentlichen Debatte um die Affäre setzte der Focus seine Entwicklung fort, hatte aber wie alle Nachrichtenmagazine mit einer sinkenden Auflage zu kämpfen.<ref>Marie Waldburg: 15 Jahre „Focus“. In: Bunte. 24. Januar 2008, S. 104.</ref> Ende 2009 wurde der Rückzug von Helmut Markwort als Chefredakteur angekündigt.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Weimer löst Markwort bei „Focus“ ab. In: Handelsblatt. 30. Oktober 2009, S. 15.</ref> Zu seinem Nachfolger ernannte man Wolfram Weimer, Gründer des politischen Magazins Cicero.<ref>Neues Führungs-Duo für Focus. In: Focus. 2. November 2009, S. 156–156.</ref><ref>Silja Elfers: Konservativ, klug und umsichtig. In: Horizont. 5. November 2009, S. 10.</ref> Beobachter stuften die Ablösung Markworts als fundamentalen „Richtungswechsel“ ein.<ref>Joachim Huber: Richtungswechsel: Helmut Markwort gibt „Focus“-Chefredaktion ab, Wolfram Weimer kommt. In: Der Tagesspiegel. 30. Oktober 2009, S. 31.</ref> Der Verlag führte noch vor Amtsantritt Weimers einen Relaunch des Focus durch.<ref>Andrea Rungg: Burda wechselt Markwort bei „Focus“ aus. In: Financial Times Deutschland. 30. Oktober 2009, S. 2.</ref><ref>Schneller Umbau beim „Focus“. In: Der Spiegel. 2. November 2009, S. 103.</ref>

Nach nur einem Jahr verließ Weimer den Focus wieder.<ref>Abgang nach nur einem Jahr. In: Welt kompakt. 27. Juli 2011, S. 31.</ref><ref>Jürgen Scharrer: Rückschlag für Focus. In: Horizont. 28. Juli 2011, S. 2.</ref><ref>Hans-Peter Kastenhuber: Debatten-Focus ist gescheitert. In: Nürnberger Nachrichten. 30. Juli 2011, S. 24.</ref> Seine Stelle wurde nicht erneut besetzt, Baur wurde alleiniger Chefredakteur.<ref>Wolfram Weimer verlässt Chefredaktion. In: Spiegel Online. 26. Juli 2011, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Nach Medienberichten hatten Herausgeber Markwort und Baur den neuen Kurs des Focus „abgelehnt und zuletzt immer stärker behindert“. Weimer habe das Magazin „anspruchsvoller und politischer“ positionieren wollen.<ref>„Focus“: Chefredakteur Weimer gibt auf. In: Süddeutsche Zeitung. 26. Juli 2011, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>Erfolg des Alten. In: Berliner Zeitung. 27. Juli 2011, S. 30.</ref> Die verkaufte Auflage einzelner Hefte sank unter Führung Weimers und Baurs „immer öfter“ unter die Marke von 100.000.<ref>Joachim Frank: Baur gegen Weimer. In: Frankfurter Rundschau. 21. Juli 2011, S. 36.</ref> 2013 übernahm Jörg Quoos die Chefredaktion des Magazins,<ref>Jörg Quoos: Eine Reform für den „Focus“. In: Hamburger Abendblatt. 7. Juli 2013, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Baur wurde Herausgeber.<ref>Michael Hanfeld: Uli Baur: „Es geht um klaren Journalismus“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Mai 2012, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Quoos richtete den Focus politischer aus und reduzierte insbesondere den Anteil von Ratgeber-Themen.<ref>Birte Bühnen: Focus: Jörg Quoos setzt politische Akzente. In: Kress Report. 25. Januar 2013, S. 11.</ref> Beispielsweise machte das Magazin die Selbstanzeige von Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung publik und deckte den sogenannten „Nazi-Schatz“ des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt auf.<ref>Fußball: Steuerermittlungen gegen Hoeneß nach Selbstanzeige. In: Focus Online. 20. April 2013, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>Britta Schultejans: Wertvoller Kunstschatz mit dunkler Vergangenheit. In: Aachener Nachrichten. 3. November 2014.</ref> 2014 folgte Ulrich Reitz als neuer Chefredakteur, da sich der Verlag und Quoos uneins über die künftige Ausrichtung des Magazins waren.<ref>Chefredakteurs-Karussell: Jörg Quoos muss beim Focus gehen, Ulrich Reitz kommt. In: Meedia. 26. August 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 30. Oktober 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/meedia.de</ref><ref>„Focus“ wechselt Chefredakteur aus. In: Zeit Online. 26. August 2014, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Er vollendete unter anderem den schon von Quoos initiierten Umzug des Focus von München nach Berlin im Jahr 2015.<ref>Michael Hanfeld: Warum der „Focus“ nach Berlin umzieht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. September 2015, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> In der bayerischen Landeshauptstadt blieb lediglich ein kleiner Teil der Redaktion.<ref>Uwe Mantel: Der „Focus“ zieht zu großen Teilen nach Berlin. In: DWDL. 10. September 2015, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> 2016 gab es erneut einen Wechsel an der Redaktionsspitze:<ref>Wieder ein Wechsel beim „Focus“. In: Welt kompakt. 22. Januar 2016, S. 10.</ref> Robert Schneider, zuvor Chefredakteur der Superillu,<ref>„Super Illu“-Chefredakteur leitet bald den „Focus“. In: Hamburger Abendblatt. 22. Januar 2016, S. 22.</ref> ersetzte Reitz, welcher noch bis Ende des Jahres die Themengebiete Politik und Debatte verantwortete.<ref>Imre Grimm: Aus für Reitz: Chefwechsel beim „Focus“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 22. Januar 2016, S. 19.</ref><ref>Ulrike Simon: Der Nächste, bitte! In: Horizont. 28. Januar 2016, S. 4.</ref>

2017 kündigte der Focus die Schließung seiner Büros in München und Düsseldorf an,<ref>David Hein: „Focus“ verlässt München und baut Stellen ab. In: Horizont. 30. März 2017, abgerufen am 22. Mai 2017.</ref> außerdem wurde die Struktur der Redaktion modernisiert.<ref>Nachrichtenmagazin: „Focus“ schließt Büros in München und Düsseldorf. In: Handelsblatt. 30. März 2017, abgerufen am 22. Mai 2017.</ref> Das Magazin entsteht seitdem komplett in Berlin.<ref>Alexander Krei: „Focus“ schließt Büros in München und Düsseldorf. In: DWDL. 30. März 2017, abgerufen am 22. Mai 2017.</ref> Im weiteren Verlauf des Jahres startete Hubert Burda Media unter dem Titel „Menschen im Focus“ eine breit angelegte Leserkampagne.<ref>Gregory Lipinski: Leserkampagne „Menschen im Focus“: Wie Burda dem Wochenmagazin ein neues Image verpasst. In: Meedia. 11. Mai 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Mai 2017; abgerufen am 22. Mai 2017.</ref> Am 13. Januar 2018 erschien die Jubiläumsausgabe „25 Jahre Focus“ mit einem Cover von Ai Weiwei.

Auflage[Bearbeiten]

Der Focus gehört zu den auflagenstärksten deutschen Nachrichtenmagazinen und besitzt einen proportional großen Anteil am Anzeigenmarkt (Stand 2005).<ref name="Kaltenhäuser">Bettina Kaltenhäuser: Abstimmung am Kiosk. Springer, 2005, ISBN 3-8244-4617-0, S. 93–96.</ref> In den vergangenen Jahren hat das Magazin jedoch wie seine Hauptkonkurrenten Spiegel und Stern erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 73,2 Prozent gesunken.<ref>laut IVW, (Details auf ivw.de)</ref> Sie beträgt gegenwärtig (Sommer 2025) 209.937 Exemplare.<ref>laut IVW, zweites Quartal 2026 </ref> Das entspricht einem Rückgang von 572.748 Stück.

Der Einzelhandelsverkaufspreis wurde am 15. August 2025 von 5,20 Euro auf 5,50 Euro erhöht. Je nach Titelthema schwankt der Einzelverkauf relativ stark.<ref>„Wir haben die Medienlandschaft in Deutschland verändert“. In: New Business. 14. Januar 2013, S. 32–35 (medialine.de [PDF; abgerufen am 30. Oktober 2016]).</ref> Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 78,6 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage<ref>laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)</ref>
Vorlage:ChartDirekt
Entwicklung der Abonnentenzahlen<ref>laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)</ref>
Vorlage:ChartDirekt

Profil[Bearbeiten]

Der Focus positionierte sich als Nachrichtenmagazin neben dem Spiegel. Dieser wiederum grenzte sich damals dezidiert vom Focus ab und bezeichnete ihn mitunter abschätzig als „Münchner Illustrierte“.<ref name="Kaltenhäuser" /> Beide Publikationen unterscheiden sich in ihren redaktionellen Konzepten:<ref>Rudolf Walter Leonhardt: „Focus“ und „Spiegel“ im Vergleich. In: Die Zeit. Nr. 20, 1997 (zeit.de).</ref> Der Spiegel legt einen Schwerpunkt auf komplexe politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Analysen, während der Focus neben seiner politischen Berichterstattung auch alltagsrelevante Themen aus den Bereichen Familie, Gesundheit, Finanzen und Karriere bedient.<ref>Die aktuelle Woche im Focus. In: Horizont. 21. Januar 1994, S. 38.</ref> Allerdings veröffentlichte der Spiegel zuletzt mehr Nutzwerttitel nach dem Vorbild des Focus.<ref>Spiegel. In: turi2. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. August 2017; abgerufen am 3. August 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.turi2.de</ref> Lesern werden mit vergleichsweise kürzeren Texten, vielen Grafiken, einer starken Bildsprache und Ranglisten Informationen geboten, die schneller zu rezipieren sind.<ref name="Kaltenhäuser" /> Ratgeberjournalismus ist seit jeher ein wesentliches Element des Focus.<ref>Jürgen Scharrer: Focus traut sich mehr als gedacht. In: Horizont. 28. Januar 2010, S. 10.</ref> Zielgruppe des Nachrichtenmagazins sind nach eigener Aussage Menschen, die sich durch ein „aktives Informationsverhalten und insbesondere durch ihre Informationsintensität in der Gesellschaft, in der Politik und im Beruf auszeichnen“.<ref>Neues Nachrichtenmagazin heißt „Focus“. In: Handelsblatt. 6. Oktober 1992, S. 26.</ref> Markwort und Burda definierten diese Zielgruppe zum Start des Magazins als „Info-Elite“.<ref>https://www.sueddeutsche.de/medien/nachruf-mitbegruender-des-focus-gestorben-1.4125279</ref> Der Focus ist generell dem bürgerlichen politischen Spektrum zuzuordnen.<ref>Katja Hertin, Joachim Huber: Was ist ein nichtlinkes Magazin, Herr Markwort? In: Der Tagesspiegel. 14. Januar 1998, S. 26.</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Größere Aufmerksamkeit erregte ein Bericht des Focus über den GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen, der im Januar 1994 zu einer Durchsuchung der Büros führte.<ref>Justiz ermittelt gegen den „Focus“. In: Nürnberger Nachrichten. 13. Januar 1994.</ref> Die Justiz ermittelte gegen das Magazin, weil aus vertraulichen Quellen zitiert worden war, etwa einem Auswertungsbericht des Bundeskriminalamts und dem Taschenkalender des durch Suizid umgekommenen RAF-Terroristen Wolfgang Grams. Nach Angaben des Spiegel lieferten die beim Focus gefundenen Dokumente den entscheidenden Hinweis zur Identifikation des Informanten.<ref>taz.de: Verraten und verkauft</ref>

1995 berichtete der Focus über wirtschaftliche Schwierigkeiten der Hamburger Privatbank Mody.<ref>Patricia Werner: „Da können viele ihr Geld verlieren“. In: Stern. 28. März 1996.</ref> Daraufhin zogen viele Kunden ihre Einlagen ab, einen Tag nach Erscheinen des Magazins musste die Bank vorläufig schließen.<ref>Grob fahrlässig. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1995, S. 128 (online).</ref> Die Aktionäre machten den Focus in der Folge direkt für die Zahlungsunfähigkeit verantwortlich.<ref>„Focus“ soll für Mody-Aktionäre zahlen. In: Der Tagesspiegel. 22. Februar 1996.</ref> Ihrer Argumentation folgte die Pressekammer des Hamburger Landgerichts, sie verurteilte den Focus zu Schadenersatz.<ref>Mody Bank: Schwierige Liquidation. In: Börsen-Zeitung. 23. Juli 1997, S. 11.</ref> Diese Entscheidung wurde vom Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg im Berufungsverfahren aufgehoben,<ref>Kein Schadenersatz für Mody-Bank. In: Die Welt. 31. März 1999, S. 38.</ref><ref>„Focus“ muß nicht für Pleite zahlen. In: Handelsblatt. 31. März 1999, S. 4.</ref> der Bundesgerichtshof wies die Revision der Kläger zurück.<ref>„Focus“ gewinnt Prozess gegen Mody Privatbank. In: New Business. 15. Oktober 2002, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>Focus gewinnt Prozess gegen Mody Privatbank. In: Horizont. 15. Oktober 2002, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Der Focus begrüßte den Abschluss der juristischen Auseinandersetzungen als „Sieg für die Pressefreiheit“.<ref>Prozess: Sieg für die Pressefreiheit. In: Focus. 21. Oktober 2002 (focus.de [abgerufen am 30. Oktober 2016]).</ref>

Im Februar 2010 veröffentlichte das Magazin ein Titelblatt mit der Statue der Aphrodite von Melos mit gestrecktem Mittelfinger. Dies sorgte europaweit für negative Schlagzeilen und Unmut und wurde in Griechenland als Geschmacklosigkeit angesehen.<ref>"Focus": Prozess um Stinkefinger-Aphrodite beginnt am Freitag – Medien. Abgerufen am 25. Februar 2021.</ref>

2016 erregte die Berichterstattung des Focus über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 Aufsehen.<ref>Schwarze Hände auf nackter, blonder Frau: Focus wegen Köln-Cover im Sexismus-Shitstorm. In: Meedia. 8. Januar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. März 2017; abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Das Titelblatt zeigte Handabdrücke in schwarzer Farbe auf einer nackten weißen Frau, es wurde teilweise als „nackte Beleidigung“ kritisiert und als „rassistisch“ eingestuft.<ref>Sonja Álvarez: Nackte Beleidigung. In: Der Tagesspiegel. 11. Januar 2016, S. 21.</ref><ref>Lalon Sander, Anna Böcker: Titel der Schande. In: Die Tageszeitung. 9. Januar 2016, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Im Gegensatz zur Süddeutschen Zeitung, die mit einer Darstellung ebenfalls polarisiert hatte, lehnte der Focus eine Entschuldigung ab und rechtfertigte das Cover als symbolische Darstellung dessen, „was in Köln geschah“.<ref>Rassistische Titelbilder: „Süddeutsche“ entschuldigt sich, „Focus“ nicht. In: Spiegel Online. 10. Januar 2016, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>Medien-Diskussion geht weiter: „Wir bilden ab, was leider passiert ist“. In: Der Tagesspiegel. 11. Januar 2016, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Der Deutsche Presserat erhielt zahlreiche Beschwerden über den Focus,<ref>Renate Bölingen: Beschwerden gegen „Focus“-Titelbild beim Deutschen Presserat. In: Deutschlandfunk. 11. Januar 2016, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> wies jedoch alle ab.<ref>Keine Rüge für den Focus: Presserat weist alle Beschwerden zur Berichterstattung in Köln ab. In: Meedia. 11. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Dezember 2016; abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Anders entschied der Presserat bei dem Ableger Focus Money.

Kontakte zu Nachrichtendiensten[Bearbeiten]

Die Focus-Redaktion rückte bei den Ermittlungen zum Journalisten-Skandal des Bundesnachrichtendienstes in den Blickpunkt (ab 2006). Bei dem Skandal hatten mehrere Journalisten dem Geheimdienst angeboten (unter anderem gegen Geld- und Sachleistungen), Informationen über investigative Journalisten und deren Quellen zu sammeln und weiterzugeben.<ref name="zapp">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Peinliche Details – Journalisten liefern Informationen an BND. (Memento vom 26. März 2009 im Internet Archive) in: NDR, 25. Februar 2009.</ref> Dies ergab sich aus den Erkenntnissen des Bundestagskontrollausschusses, der Aussage vom BND-Direktor Volker Foertsch am 12. Februar 2009<ref name="bund">Foertsch – Journalistenkontakte sollten BND-Lecks aufdecken. In: Bundestag.de. 12. Februar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juli 2009; abgerufen am 6. September 2009.</ref><ref name="hofe">Dem BND zu Diensten. In: sueddeutsche.de. 12. Februar 2009, abgerufen am 6. September 2009.</ref> und dem Schäfer-Bericht zur BND-Affäre.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gutachten von Dr. Gerhard Schäfer vom 26. Mai 2006 (Memento vom 31. Mai 2006 im Internet Archive) (PDF; 8,72 MB)</ref> Eine zentrale Spitzelrolle hatten demnach die Focus-Journalisten mit den BND-Decknamen Jerez, Bosch und Dali. Die Notizen von BND-Direktor Foertsch über weitergegebene Informationen durch Focus-Redakteur Josef Hufelschulte umfassten gar 219 Seiten.<ref name="hofe" /> Die Focus-Journalisten wurden als Informationsquellen vom BND teils selbst überwacht.

Einseitige Einflussnahme auf Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Focus Money betreibt in Zusammenarbeit mit der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft das Schulprojekt „Wir erklären die Wirtschaft“. Im Rahmen des Projektes werden Lehrern und Schulen monatlich Lehrmaterialien für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Das Medienmagazin Zapp nutzte das Projekt im Oktober 2011 als Beispiel für die einseitige und intransparente Beeinflussung von Schulen und Lehrinhalten durch Unternehmen und Lobbyinggruppen.<ref>„Lehrmittel – PR in der Schule“, Zapp, 2. November 2011.</ref> Eine weitere Kooperation mit der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH („FOCUS macht Schule“) wurde im gleichen Zusammenhang ebenfalls kritisiert.

Verletzung journalistischer Spielregeln[Bearbeiten]

Anlässlich eines Tarifkonflikts zwischen der Deutschen Bahn AG und den Bahn-Gewerkschaften im November 2014 bezeichnete Focus Online den Gewerkschaftsvorsitzenden Claus Weselsky (GDL) in einem Artikel als den aktuell wohl meistgehassten Deutschen. Der Artikel machte so genaue Angaben zu Weselskys Privatwohnung, dass eine Identifizierung der Adresse durch Ortskundige möglich war.<ref>Weselskys Altbau-Fassade: So versteckt lebt Deutschlands oberster Streikführer. In: Focus Online. 15. April 2015.</ref> Dieses Ausforschen und Zugänglichmachen der Privatadresse des Gewerkschaftsvorsitzenden wurde als Verletzung journalistischer Spielregeln kritisiert.<ref name="zeit-2014-11-07">René Martens: Claus Weselsky: Wir wissen, wo du wohnst. In: Zeit Online. 7. November 2014, abgerufen am 29. November 2014.</ref>

Im Herbst 2014 wurde bestätigt, dass Helmut Markwort unter dem Pseudonym Moritz Rodach mehrere Artikel auf Focus Online über den FC Bayern geschrieben hatte, obwohl er Mitglied des Verwaltungsbeirates des Vereins ist.<ref>Helmut Markwort und der FC Bayern, Zeit.de vom 1. Oktober 2014.</ref><ref name="SPON-996107">Helmut Markwort schrieb über seinen FC Bayern. In: Spiegel Online. 8. Oktober 2014, abgerufen am 29. November 2014.</ref>

Synchronisation von Nachricht und Werbung[Bearbeiten]

In einer Studie der TU Dresden von 2014 wurde die Synchronisation von Nachricht und Werbung untersucht. Ergebnis war, „dass über Unternehmen sowohl im Spiegel als auch im Focus erstens häufiger, zweitens freundlicher, drittens mit mehr Produktnennungen berichtet wird, je mehr Anzeigen diese Unternehmen schalten“.<ref>Lutz M. Hagen, Anne Flämig & Anne-Marie In der Au: https://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/ikw/news/2014/12_Synchronisation_Nachricht_Werbung Synchronisation von Nachricht und Werbung. In: Publizistik, ISSN 0033-4006, Volume 59 Number 4 Springer-Verlag 2014.</ref>

Verletzung von Persönlichkeitsrechten[Bearbeiten]

Durch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin wurde Focus und seinem später für die Partei AfD tätigen Redakteur Michael Klonovsky 2008 untersagt, zu behaupten, der Journalist Anton Maegerle arbeite „gleich für fünf verfassungsschutzrelevante Periodika“, die als linksextremistisch eingestuft werden.<ref>Umstrittene Fakten – Der "Focus" und sein Jubiläum, NDR (ZAPP), 5. März 2008</ref> In einem Artikel 2007 im Focus unter der Überschrift „Ich sehe was, was du nicht siehst“<ref>Michael Klonovsky: Ich sehe was, was du nicht siehst, in: FOCUS 50/2007, S. 51</ref> hatte sich Klonovsky diese Falschbehauptung von Felix Krautkrämer, einem Autor der Jungen Freiheit, zu eigen gemacht.<ref>Volker Schmidt: Wein, Weib und Meinungsfreiheit – Die merkwürdige Allianz eines Focus-Redakteurs mit der rechten Postille «Junge Freiheit» gegen SPD-Politiker. Frankfurter Rundschau, 31. Dezember 2007/1. Januar 2008, 63. Jahrgang Nr. 303, S. 31</ref><ref>Helmut Lölhöffel: Unheilvolle Allianz. Vorwärts, 12. Dezember 2007</ref>

Rügen durch den Deutschen Presserat[Bearbeiten]

FOCUS online sowie FOCUS money wurden von 2014 bis 2024 insgesamt 15 Mal vom Deutschen Presserat öffentlich gerügt. Dazu zählen bspw. Rügen wegen Verstoß gegen die Menschenwürde, gegen den Schutz der Persönlichkeit, gegen den Grundsatz Trennung von Werbung und Redaktion sowie Rügen wegen Sensationsberichterstattung und mangelnder Sorgfalt.<ref>Rügen des Presserats seit 1986</ref>

„Ärzteliste“[Bearbeiten]

Die Focus-Ärzteliste wurde erstmals in Ausgabe 6/1993 im damals neu gegründeten Magazin Focus publiziert.<ref name=":0">5 Fragen zu 30 Jahren Focus Gesundheit Ärzteliste. 22. Mai 2023, abgerufen am 14. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Focus-Angaben werden die Daten, auf denen die Liste basiert, mittels journalistischer Recherche und wissenschaftlicher Ansätze aus unterschiedlichen Disziplinen erhoben.<ref>Methodik TOP-Mediziner | FOCUS-Gesundheit. Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref> In die Auswertung werden Ärzte aufgenommen, die eines oder mehrere dieser Kriterien erfüllen: Vorliegen einer Weiterbildungsbefugnis oder Habilitation (Lehrbefugnis), Innehaben einer leitenden Funktion in einem Krankenhaus, Spezialist einer Fachgesellschaft, mehrere Facharztqualifikationen, absolvierte Weiterbildungen, wissenschaftliche Publikationen oder früher bereits auf die Liste aufgenommen.<ref name=":0" /> Die ZDF-Sendung Frontal21 berichtete am 10. November 2020 in einem Beitrag mit dem Titel Fragwürdige Empfehlungen für Ärzte – Intransparente Siegelgeschäfte, dass die Focus-Siegel („TOP Mediziner – Deutschlands renommierte Ärzteliste“, „Empfehlung – Die empfohlenen Ärzte in der Region“, „TOP Nationales Krankenhaus – Deutschlands grösster Krankenhausvergleich“, „TOP Regionales Krankenhaus – Deutschlands grösster Krankenhausvergleich“, „TOP Privatklinik – Deutschlands grösster Privatklinik-Vergleich“, „TOP Rehaklinik – Deutschlands grösster Rehaklinik-Vergleich“<ref>Focus-Siegel. Abgerufen am 13. November 2020.</ref>) anscheinend wahllos an Ärzte und Kliniken vergeben würden und nur der Erzielung von Einnahmen durch Lizenzgebühren dienten.

Eine Ärztin hat eine Focus-Empfehlung für ein Fachgebiet erhalten, auf dem sie seit über 20 Jahren nicht mehr tätig ist. Insbesondere wurde eine Praxisausstattung belobigt, die tatsächlich aber nur aus einer Couch, einem Schreibtisch, einem Sessel und einer Akupunktur-Liege besteht. Ein Kinder- und Jugendarzt in Marburg erhielt die Empfehlungsurkunde als Psychotherapeut, ein Jahr später als Tropenmediziner, obwohl er kein Tropenmediziner ist, und später dann als Palliativmediziner, obwohl dies nicht sein Schwerpunkt ist und er – nach seinen eigenen Angaben – auf diesem Fachgebiet deutlich weniger praktische Erfahrung hat als Hospiz-Ärzte. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg wurde 2019 als „TOP Regionales“, „TOP Nationales Krankenhaus“, „TOP Alzheimer“, „TOP Parkinson“ und „TOP Nationales Krankenhaus Unfallchirurgie“ ausgezeichnet und wirbt mit diesen Siegeln, obwohl aus Sicht der Betriebsräte die Klinik unter Personalmangel und Mitarbeiter unter Überlastung leiden und es insbesondere auch aus Abteilungen, die ausgezeichnet wurden, Überlastungsanzeigen gibt.

Focus bzw. der dahinter stehende Verlag Hubert Burda Media verlangt für die öffentliche Werbung mit dieser – offenbar nicht auf Fakten basierenden und damit wertlosen – Urkunde mit Siegel 1.900 € pro Siegel. Der Frontal21-Beitrag erklärt das dahinter stehende Geschäftsmodell: „Verantwortlich für das FOCUS-Siegel-Geschäft ist Burkhard Graßmann, Geschäftsführer beim Burda-Verlag. 2017 sprach er im Medienfachblatt kressNEWS von einem ‚zweistelligen Millionenumsatz mit wunderbaren Renditen‘. Und Grassmann weiter: ‚Wir bieten allen 280.000 Ärzten in Deutschland die Möglichkeit, sich darzustellen.‘“

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs kritisiert dieses Siegel-Geschäft als „grob irreführende“ Werbung.

Focus weist die Kritik zurück: „Wir sind mit unseren auf Qualitätsdaten aus verlässlichen und auch amtlichen Quellen (...) basierenden Erhebungen einzigartig in Deutschland. (...) weshalb man nicht von Irreführung sprechen kann.“<ref>Intransparente Siegel-Geschäfte – Fragwürdige Empfehlungen für Ärzte (Nachrichtenmeldung). 10. November 2020, abgerufen am 13. November 2020.</ref><ref>Frontal 21 vom 10. November 2020: Intransparente Siegelgeschäfte – Fragwürdige Empfehlungen für Ärzte (Video). 10. November 2020, abgerufen am 13. November 2020.</ref><ref>Frontal 21 vom 10. November 2020: Fragwürdige Empfehlungen für Ärzte – Intransparente Siegelgeschäfte (Manuskript zum Video). 10. November 2020, abgerufen am 13. November 2020.</ref>

Das Landgericht München I gab der Wettbewerbszentrale recht und beurteilte die gegen Geld vergebenen Siegel als Verstoß gegen das „lauterkeitsrechtliche Irreführungsgebot“ (sic, gemeint ist offensichtlich das Irreführungsverbot).<ref>May/dpa: Gericht sieht in Focus-Ärzteliste eine Irreführung. In: aerzteblatt.de. 13. Februar 2023, abgerufen am 20. Februar 2023.</ref> Im Urteil heißt es ferner:

„Die Wettbewerbswidrigkeit der Prüfsiegel ergibt sich im vorliegenden Fall daraus, dass in irreführender Weise der Bereich des redaktionellen, wertenden Beitrags verlassen und der Eindruck erweckt wird, es finde eine Bewertung nach objektiven Kriterien statt“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Landgericht München I, Az.: 4 HKO 14545/21: https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/landgericht/muenchen-1/presse/2023/6.php

Ähnliche Kritik an der Vergabe zahlreicher vermeintlicher Qualitätssiegel gibt es auch an der Schwester-Zeitschrift aus demselben Verlag Focus Money.

2017 entfernten Mitarbeiter des Burda Verlages kritische Einträge in diesem Wikipedia-Eintrag.<ref>Marvin Oppong: Wikipedia als Eldorado für PR-Abteilungen. In: M – Menschen Machen Medien (ver.di). Abgerufen am 22. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 22. Mai 2025 entschied das Oberlandesgericht München (OLG München) in der Revisionsverhandlung (Az. 29 U 867/23) zur Zulässigkeit der Focus-Siegel, dass diese nicht irreführend sind und hob damit das frühere Urteil des Landgericht München von 2023 auf. Die Klage der Wettbewerbszentrale gegen Burda auf Unterlassung wurde damit abgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.<ref>OLG München entscheidet zu Ärzte-Siegeln. In: Wettbewerbszentrale | Partner der Wirtschaft – Gemeinsam für fairen Wettbewerb. 23. Mai 2025, abgerufen am 29. Mai 2025.</ref><ref>OLG: Focus-Siegel für Ärzte doch zulässig. In: zm-online.de. 22. Mai 2025, abgerufen am 29. Mai 2025.</ref><ref>Gericht erklärt „Focus“-Ärztesiegel für zulässig. In: Deutsches Ärzteblatt. Deutscher Ärzteverlag GmbH, 22. Mai 2025, abgerufen am 29. Mai 2025.</ref> Das OLG argumentierte in seinem Urteil (Auszug): Die Methodik, die Burda im Verfahren dargelegt hatte, erfolge „nach sachgerechten Kriterien“ und werde von durchschnittlichen Verbrauchern nicht mit einem Prüfsiegel etwa aus dem sicherheitstechnischen Bereich verwechselt.<ref>Norbert Plützer: SSB Söder Berlinger dreht vor dem OLG Urteil zu Focus-Ärztesiegeln. In: juve.de. 28. Mai 2025, abgerufen am 29. Mai 2025.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Böhme-Dürr, Gerhard Graf (Hrsg.): Auf der Suche nach dem Publikum. Medienforschung für die Praxis. UVK, Konstanz 1995, ISBN 3-87940-552-2, S. 21–44.
  • Ralf Stockmann: Spiegel und Focus. Eine vergleichende Inhaltsanalyse 1993–1996. Schmerse, Göttingen 1999, ISBN 3-926920-26-2, S. 1–21.
  • Bettina Kaltenhäuser: Abstimmung am Kiosk. Springer, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8244-4617-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Focus – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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