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Falkmanit

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Falkmanit
Datei:Falkmanite-177507.jpg
Falkmanit aus der Grube Bayerland, Pfaffenreuth (Gemeinde Leonberg), Oberpfälzer Wald, Bayern (Größe: 8,5 cm × 3,4 cm × 2,5 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Fmn<ref name="Warr" />

Andere Namen

Bleispießglanzerz

Chemische Formel Pb3Sb2S6<ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/E.19-010<ref name="Lapis" />

2.HC.15
03.05.02.02
Ähnliche Minerale Boulangerit
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe P21/a (Nr. 14, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/14.3
Gitterparameter a = 21,55 Å; b = 23,48 Å; c = 8,09 Å
β = 100,7°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5<ref name="RamdohrÖdmann" />
Dichte (g/cm3) 6,24
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe bleigrau bis grauschwarz<ref name="AM25-4-1940" />
Strichfarbe schwarz<ref name="AM25-4-1940" />
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Falkmanit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung Pb3Sb2S6<ref name="IMA-Liste" />, besteht also aus Blei, Antimon und Schwefel im Stoffmengenverhältnis 3 : 2 : 6. Strukturell gehört das Mineral zu den Sulfosalzen.

Falkmanit ist in jeder Form undurchsichtig (opak), kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und findet sich meist in Form von büscheligen bis strahligen Mineral-Aggregaten, entwickelt aber auch nadelige bis tafelige Kristalle von bleigrauer bis grauschwarzer Farbe. Seine Strichfarbe ist dagegen durchgehend schwarz.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Falkmanit in der Grube Bayerland bei Waldsassen im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und beschrieben 1940 durch Paul Ramdohr und Olof Ödmann. Sie benannten das Mineral nach Oscar Falkman (eigentlich Oscar Carl August Falkman, 1877–1961), dem schwedischen Industriellen und früheren Direktor des Bergbauunternehmens Boliden.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Falkmanit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/E.19-010. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze (S : As,Sb,Bi = x)“, wo Falkmanit zusammen mit Ardait, Boulangerit, Jaskólskiit, Moëloit und Pillait eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/E.19 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Falkmanit in die neu definierte Abteilung „Sulfosalze mit SnS als Vorbild“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier in der Unterabteilung „Nur mit Blei (Pb)“ zu finden, wo es zusammen mit Boulangerit und Plumosit die „Boulangeritgruppe“ mit der Systemnummer 2.HC.15 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Falkmanit die System- und Mineralnummer 03.05.02.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,5 < z/y < 3 und der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j[ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 03.05.02, in der auch Boulangerit eingeordnet ist.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Falkmanit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/a (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/14.3 mit den Gitterparametern a = 21,55 Å; b = 23,48 Å; c = 8,09 Å und β = 100,7° sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Falkmanit ist reflexionspleochroitisch, das heißt seine Farbe ist an der Luft reinweiß, in Öl dagegen bläulich- bis grünlichweiß.<ref name="RamdohrÖdmann" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Falkmanit bildet sich hydrothermal in Quarz-Gängen, wo er überwiegend in inniger Paragenese mit Geokronit auftritt. Weitere Begleitminerale können je nach Fundort unter anderem Arsenopyrit, Bournonit, Chalkopyrit, Danait, Galenit, Gudmundit, Jamesonit, Pyrit, Pyrrhotin, Tetraedrit und Valleriit sowie gediegen Bismut.<ref name="AM25-4-1940" />

Als seltene Mineralbildung konnte Falkmanit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 20 Fundorte dokumentiert sind (Stand 2026).<ref name="Mindat-Anzahl" /> Neben seiner Typlokalität Grube Bayerland in der Oberpfalz trat das Mineral in Deutschland nur noch bei Brandholz (Gemeinde Goldkronach) im Fichtelgebirge (Bayern) zutage.

Der bisher einzige Fundort in Schweden ist die bereits durch Ramdohr und Ödmann beschriebene Grube Boliden in der Verwaltungsprovinz Västerbottens län (früher Västerbotten).

Weitere bisher bekannte Fundorte sind unter anderem die<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Falkmanite – Sammlung von Bildern
  • Falkmanit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung;
  • IMA Database of Mineral Properties – Falkmanite. In: rruff.net. RRUFF Project; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • Falkmanite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • David Barthelmy: Falkmanite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="AM25-4-1940"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Falkmanit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 29. Januar 2026. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Falkmanite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="RamdohrÖdmann"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>