Federal-Mogul
| Federal-Mogul Holdings LLC
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Federal-Mogul.svg | |
| Rechtsform | LLC |
| Gründung | 1924 |
| Auflösung | 1. Oktober 2018 (Verschmelzung auf Tenneco)<ref name="ten-close" /> |
| Sitz | Southfield, |
| Leitung | Rainer Jückstock Daniel A. Ninivaggi (CEOs)<ref>Corporate Leaders</ref> |
| Mitarbeiterzahl | 53.000<ref name=ar2016>Federal-Mogul Holdings LLC: Annual Report on Form 10-K for the Fiscal Year Ended December 31, 2016. United States Securities and Exchange Commission, 22. Februar 2017, abgerufen am 6. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| Umsatz | 7,434 Mrd. USD<ref name=ar2016 /> |
| Branche | Automobilzulieferer |
| Website | www.federalmogul.com |
| Stand: 31. Dezember 2016 | |
Federal-Mogul (F-M) war ein global tätiger Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Southfield, Michigan (bei Detroit). Das Unternehmen firmierte zuletzt als Federal-Mogul Holdings LLC und war eine Tochtergesellschaft von Icahn Enterprises; zum 1. Oktober 2018 wurde es von Tenneco übernommen und auf dieses verschmolzen.<ref name="ten-close" /> Federal-Mogul bestand zuletzt aus zwei unabhängig geführten Geschäftsbereichen mit je einem Chief Executive Officer und beschäftigte weltweit rund 53.000 Mitarbeiter.<ref name=ar2016 />
Federal-Mogul Powertrain stellte Erstausrüster-Komponenten für den Antriebsstrang sowie Systemsicherheitsprodukte für Automobil-, Nutzfahrzeug-, Industrie- und Transportanwendungen her.<ref name=ar2016 />
Federal-Mogul Motorparts lieferte ein breites Produktportfolio mit mehr als 20 weltweit bekannten Marken (u. a. Jurid, Ferodo, Champion, Nüral, Glyco und MOOG) an den globalen Fahrzeug-Aftermarket und versorgte außerdem Hersteller aus dem OEM-Bereich mit Produkten wie Bremsbelägen, Fahrwerksteilen und Scheibenwischern.<ref name=ar2016 />
Geschichte[Bearbeiten]
Das Unternehmen entstand 1923 aus dem Zusammenschluss von Muzzy-Lyon, Federal Bearing and Bushing und Douglas-Dahlin.
- 1955 fusionierte Federal-Mogul mit Bower Roller Bearing.
- 1985 kaufte das Unternehmen den Automobilzulieferer Mather.<ref>Toledo Blade vom 16. Mai 1985: Federal-Mogul To Buy Mather Co.</ref>
- 1990 wurde die Glyco Metall, der größte Gleitlagerhersteller Deutschlands aufgekauft.
- 1998 erwarb man von Cooper Industries deren Automotive-Bereich.<ref>Reading Eagle vom 27. August 1998: Boyertownn plant to be sold</ref> Im selben Jahr übernahm Federal-Mogul außerdem den britischen Zulieferer T&N plc (vormals Turner & Newall), aus dessen früherer Asbestproduktion dem Konzern später erhebliche Haftungsrisiken erwuchsen.<ref name="sec-confirm">In re Federal-Mogul Global Inc., et al.: Findings of Fact and Conclusions of Law Regarding Confirmation of Plan of Reorganization (Form 8-K, Exhibit 99.2). United States Securities and Exchange Commission, 2007, abgerufen am 6. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ebenfalls 1998 verkaufte man das Tochterunternehmen Glacier Vandervell Bearings an die Dana Corporation.
- 1999 lieferte man sich mit TRW Inc. einen Bieterkampf um den Automobilzulieferer LucasVarity, in dem man von TRW überboten wurde.<ref>New York Times vom 29. Januar 1999: TRW, Outbidding Federal-Mogul, to Buy Lucas Varity of Britain</ref>
- 2001 musste das Unternehmen Gläubigerschutz gemäß Chapter 11 beantragen.<ref>Ludington Daily News vom 1. Oktober 2001: Federal-Mogul to seek bankruptcy protection</ref> Hintergrund waren vor allem mehr als 500.000 anhängige Asbest-Personenschadensklagen gegen Federal-Mogul und übernommene Tochtergesellschaften, insbesondere T&N.<ref name="sec-confirm" />
- 2007 schloss Federal-Mogul das Chapter-11-Verfahren ab: Der vom Insolvenzgericht im November 2007 bestätigte Reorganisationsplan trat am 27. Dezember 2007 in Kraft; die Asbestforderungen wurden auf einen Treuhandfonds nach Section 524(g) des US-Insolvenzrechts übertragen.<ref name="sec-confirm" /><ref name="sec-emerge">Federal-Mogul Corporation Announces Date of Emergence from Chapter 11 (Form 8-K, Exhibit 99.1). United States Securities and Exchange Commission, 18. Dezember 2007, abgerufen am 6. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2008 übernahm die Beteiligungsgesellschaft Icahn Enterprises des Investors Carl Icahn die Mehrheit an Federal-Mogul; Icahn wurde Chairman des Unternehmens.<ref name="ten-announce">Tenneco to Acquire Federal-Mogul (Pressemitteilung, Form DEFA14A, Exhibit 99.1). United States Securities and Exchange Commission, 10. April 2018, abgerufen am 6. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2012 wurde der Konzern in zwei getrennt geführte Organisationen aufgeteilt: das Erstausrüstergeschäft Powertrain und das Aftermarket-Geschäft (zunächst Vehicle Components, ab 2014 Motorparts), jeweils mit eigenem CEO.<ref name="amachinist">Federal-Mogul Splitting Into Two Auto Parts Groups. In: American Machinist. 3. September 2014, abgerufen am 6. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2014/2015 baute das Unternehmen das Aftermarket- und Ventilgeschäft durch Zukäufe aus: das Fahrwerksgeschäft von Affinia (2014), das Bremsbelaggeschäft von Honeywell (2014) sowie das Motorventil-Geschäft (Valvetrain) von TRW (2015).<ref name=ar2016 />
- Im September 2014 kündigte Federal-Mogul an, die Sparte Motorparts als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen abzuspalten;<ref name="amachinist" /> im Januar 2016 wurde dieser Plan aufgegeben, beide Bereiche wurden aber weiterhin getrennt mit eigenen CEOs geführt.<ref name=ar2016 />
- Im Januar 2017 übernahm Icahn Enterprises nach einem Übernahmeangebot von 10 USD je Aktie auch die restlichen Anteile; die Aktie wurde von der NASDAQ genommen.<ref name="iep2017">Icahn Enterprises Completes Acquisition of Federal-Mogul. Icahn Enterprises L.P., 23. Januar 2017, abgerufen am 6. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Februar 2017 wurde die Gesellschaft in eine Limited Liability Company (Federal-Mogul Holdings LLC) umgewandelt.<ref name=ar2016 />
- Im April 2018 vereinbarte Tenneco die Übernahme von Federal-Mogul von Icahn Enterprises für insgesamt rund 5,4 Mrd. USD (Barzahlung, Tenneco-Aktien und Schuldenübernahme).<ref name="ten-announce" /> Die Übernahme wurde zum 1. Oktober 2018 vollzogen; Federal-Mogul wurde auf Tenneco verschmolzen.<ref name="ten-close">Tenneco Announces Close of Federal-Mogul Acquisition (Form 8-K, Exhibit 99.1). United States Securities and Exchange Commission, 1. Oktober 2018, abgerufen am 6. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Tenneco kündigte an, das kombinierte Geschäft in zwei Unternehmen aufzuteilen: Die Sparte Motorparts sollte zusammen mit Tennecos Aftermarket- und Ride-Performance-Geschäft ein Aftermarket-Unternehmen bilden, Federal-Mogul Powertrain zusammen mit Tenneco Clean Air ein Powertrain-Technologie-Unternehmen.<ref name="ten-announce" />
Produkte[Bearbeiten]
Federal-Mogul belieferte Hersteller und Servicebetriebe von Pkw, leichten, mittleren und schweren Nutzfahrzeugen sowie von Off-Highway-, Landtechnik-, Schiffs-, Schienen-, Luftfahrt-, Energie- und Industrieanwendungen ebenso wie den freien Ersatzteilmarkt.<ref name=ar2016 />
Der Bereich Powertrain erzielte 2016 rund 95 % seines Umsatzes mit Erstausrüstungskunden und fertigte unter anderem Kolben, Kolbenringe, Kolbenbolzen, Zylinderlaufbuchsen, Motorventile, Ventilsitze und -führungen, Motoren- und Industriegleitlager, Buchsen und Anlaufscheiben, Zündungsprodukte (Zündkerzen, Glühkerzen, Zündspulen), dynamische und statische Dichtungen, Zylinderkopf- und Abgasdichtungen, Hitzeschilde sowie Schutzschläuche („Systems Protection“) für Kabel und Leitungen.<ref name=ar2016 />
Der Bereich Motorparts erzielte 2016 rund 72 % seines Umsatzes im Aftermarket und vertrieb neben Powertrain-Produkten vor allem Bremsscheibenbeläge, Bremsbeläge und -komponenten, Fahrwerks- und Antriebsstrangteile, Motordichtungen, Filter, Scheibenwischer und Beleuchtungsprodukte unter Marken wie Wagner, Ferodo, Jurid, Abex, Champion, MOOG und ANCO.<ref name=ar2016 />
Internationales Geschäft[Bearbeiten]
Federal-Mogul unterhielt zuletzt Produktionsstätten, Technologiezentren, Distributionszentren und Lager in 24 Ländern. Der Bereich Powertrain betrieb 87 Werke in 19 Ländern, der Bereich Motorparts 33 Werke in 15 Ländern sowie 33 Distributionszentren und Lager in zwölf Ländern.<ref name=ar2016 />
2016 entfielen 45 % des Umsatzes auf Nordamerika, 41 % auf Europa, den Nahen Osten und Afrika (davon 19 Prozentpunkte auf Deutschland als zweitgrößten Einzelmarkt nach den USA) und 14 % auf die übrige Welt, darunter 7 % auf China.<ref name=ar2016 /> Daneben war das Unternehmen an 38 Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen in 13 Ländern beteiligt, unter anderem in China, Indien, Südkorea, Russland, der Türkei und Thailand.<ref name=ar2016 /> Forschung und Entwicklung (2016: 192 Mio. USD Aufwand) fanden in Technologiezentren in den USA sowie unter anderem in Brasilien, Belgien, Großbritannien, Deutschland (Burscheid, Nürnberg, Wiesbaden, Bad Camberg, Glinde), Tschechien, Polen und China statt.<ref name=ar2016 />
Tochterunternehmen in Deutschland[Bearbeiten]
In Deutschland gehören nach Übernahmen in den 1990er Jahren die auf Friedrich Wilhelm Goetze (1856–1924) zurückgehende Goetze-Gruppe in Burscheid, Dresden, Friedberg/Bayern (Kolbenringe, Laufwerkdichtungen, Zylinderlaufbuchsen) und Herdorf (Zylinderkopfdichtungen und Hitzeschutzschilde), die Glyco Metall-Werke in Wiesbaden-Schierstein (Gleitlager und Buchsen), Federal-Mogul Deva (wartungsfreie Hochleistungs-Gleitlager) in Stadtallendorf/Hessen und Alcan/Nüral (Kolben) in Nürnberg zu Federal-Mogul.
Seit 2012 sind ein Zündkerzen-Werk in Neuhaus-Schierschnitz, das ehemals zu Honeywell gehörende Bremsbelag-Werk in Glinde und die ehemals zu TRW gehörenden Motorenventil-Werke in Barsinghausen, Beckedorf und Blumberg dazugekommen.
Die heutige Federal-Mogul Nürnberg GmbH in Nürnberg (gegründet 1924 als Nüral, später Alcan) produziert mit ca. 1.000 Mitarbeitern Kolben für Fahrzeughersteller wie z. B. VW, MAN Nutzfahrzeuge, Daimler AG oder BMW. Vorrangig werden dabei Kolben für Dieselfahrzeuge entwickelt und produziert. Darüber hinaus ist Nürnberg Sitz des Technologiezentrums für die Kolbenproduktion.
Die Federal-Mogul Wiesbaden GmbH in Wiesbaden-Schierstein (gegründet 1897 von Max Wagner als Glyco-Metall-Gesellschaft m.b.H., später Glyco Metall-Werke Daelen & Loos GmbH bzw. Daelen & Hofmann KG, in den 1980er Jahren geleitet von Reiner F. M. Daelen<ref>Vgl. Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 201.</ref>) wurde 1990 durch Federal-Mogul erworben, als nacheinander die Anteilseigner-Familien Daelen und Hofmann ihre Anteile an Federal-Mogul verkauften. In Wiesbaden-Schierstein werden Gleitlager, Buchsen und Anlaufscheiben für Automobil-Motoren und industrielle Anwendungen hergestellt. Ebenso werden Halbzeuge hergestellt und vermarktet, wie z. B. Bronze-begossene Flachbandstähle für die Gleitlagerproduktion. Das Werk Wiesbaden-Schierstein beschäftigt ca. 1.600 Mitarbeiter und ist Sitz des globalen Technologiezentrums für Gleitlager.
Die Federal-Mogul Deva GmbH wurde 1936 in Staßfurt/Sachsen-Anhalt als Deventer-Werke gegründet. Die Idee des Gründers war es, den wachsenden Bedarf an ungeschmierten Dichtungen durch die Entwicklung eines „festen Materials mit Festschmierstoffen“ zu decken. Die ersten gefertigten Produkte waren graphitierte Dichtungen.
Die Federal-Mogul Burscheid GmbH in Burscheid (früher Goetze AG) produziert mit ca. 1.200 Mitarbeitern<ref>FEDERAL-MOGUL Burscheid GmbH, auf www.zukunftsindustrie.de, abgerufen am 17. April 2025</ref> Kolbenringe; ebenso ist in Burscheid das weltweite Technologiezentrum für Kolbenringe beheimatet. Weitere Standorte der Kolbenring-Gruppe in Deutschland sind Dresden und Friedberg (hier ebenso Produktion von Zylinderlaufbuchsen und Laufwerkdichtungen).
2012 wurde nach Übernahme der Beru AG durch BorgWarner von dieser das Zündkerzen-Werk in Neuhaus-Schierschnitz/Thüringen erworben und als Federal-Mogul Ignition GmbH in den Konzern integriert. Das Produktportfolio umfasst insgesamt 250 verschiedene Zündkerzen, Zündelektroden und Keramikteile. Als einer der wenigen Hersteller fertigt das Werk alle Einzelteile seiner Elektroden selbst. Daneben werden von den rund 200 Mitarbeitern außerdem Kappen und Läufer für das Ersatzteilgeschäft hergestellt.
Durch die Übernahme von Honeywell Friction im Jahr 2014 kam die Federal-Mogul Bremsbelag GmbH in Glinde zum Federal-Mogul-Konzern. Die rund 950 Mitarbeiter des Standorts stellen unter der Marke Jurid Bremsbeläge her.
Von TRW Automotive übernahm Federal-Mogul im Frühjahr 2015 die Sparte Engine Valve mit den deutschen Werken in Barsinghausen, Beckedorf und Blumberg (Federal-Mogul Valvetrain GmbH). Hier arbeiten rund 1.350 Mitarbeiter.
Innovationen[Bearbeiten]
Im Jahr 2016 stellte Federal-Mogul mehrere Neuerungen vor: Ein Kolben mit integrierter Kühlflüssigkeit aus Hochtemperaturöl und Edelgas, eine Beschichtung mit erhöhtem Diamantanteil für Kolbenringe und festere Zylinderlaufbuchsen aus Gusseisen.<ref>Nutzfahrzeug-Diesel: Optimieren im Detail. In: Automobil-Industrie. 2. August 2016, abgerufen am 3. August 2016.</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Automobilzulieferer
- Unternehmen (Oakland County)
- Organisation (Southfield, Michigan)
- Unternehmensgründung 1924
- Produzierendes Unternehmen (Michigan)
- Ehemals börsennotiertes Unternehmen (Vereinigte Staaten)
- Ehemaliges Unternehmen (Michigan)
- Aufgelöst 2018