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Fenit

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Datei:Fenite (Late Devonian; Selsurt Mountain, Kola Peninsula, Russia) 1.jpg
Fenit

Als Fenit wird ein metasomatisches Gestein bezeichnet, das mit der Intrusion von Alkaligesteinen und Karbonatiten assoziiert ist.

Etymologie[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Fenit leitet sich von der Typlokalität ab, dem Fensfeltet bei Nome in der Telemark (Südnorwegen).

Erstbeschreibung[Bearbeiten]

Fenit wurde erstmals im Jahr 1921 von Waldemar Christofer Brøgger wissenschaftlich beschrieben.

Ausbildung[Bearbeiten]

Typisch ist das Vorkommen von Feniten als konzentrische Aureolen um Intrusivkörper, die im Kontakt zu umgebenden sauren Magmenkomplexen stehen. Sie können ferner Reaktionssäume um intrusive Ganggesteine bilden. Als Intrusivkörper fungieren Karbonatite, Foyaite, Urtite, Ijolithe und Melteigite sowie Magmatite nephelinitischer und phonolithischer Zusammensetzung.

Mineralogie[Bearbeiten]

Charakteristisch für Fenite ist das Vorkommen von Alkali-Feldspat (Mikroklin), Natrium-Amphibolen (Ferro-Eckermannit) und Natrium-Pyroxenen (Aegirin und Aegirin-Augit). Typische Begleitmineralien sind zudem Titanit und Apatit.

Chemische Zusammensetzung[Bearbeiten]

Aufgrund der Wechselwirkung zwischen unterschiedlich gearteten Intrusiva und den verschiedensten Umgebungsgesteinen zeigen Fenite in ihrer chemischen Zusammensetzung eine sehr große Streubreite.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Entstehungsprozess von Feniten wird als Fenitisierung bezeichnet.<ref>W. J. Verwoerd: Fenitization of basic igneous rocks. In: O. F. Tuttle, J. Giffins (Hrsg.): Carbonatites. Interscience, New York 1966, S. 295–306.</ref> Fenite sind alkalibetonte metasomatische Alterationsprodukte – die Umwandlung der Ausgangsgesteine erfolgt im festen Zustand anfangs mittels heißer pneumatolytischer Gase oder im Spätstadium mittels hydrothermaler Flüssigkeiten und werden in Natrium- und in Kalium-betonte Gesteine unterteilt. Sie können sich auf mannigfaltige Weise herausbilden:

Die Fenitisierungshöfe, die oft zoniert angeordnet sind, können im Nebengestein Breiten im Meter- bis Kilometerbereich einnehmen. Der Fenitisierung besonders zugängliche Umgebungsgesteine sind Gesteine des Grundgebirges wie Granitoide, Gneise, Schiefer und Migmatite; entsprechende Umwandlungen finden sich aber auch in Sedimenten und in Vulkaniten.

Vorkommen[Bearbeiten]

Für Fenite sind folgende Vorkommen bekannt:

  • Großbritannien – Schottland:
  • Finnland:
    • Sokli – um Karbonatitintrusion<ref>H. Vartiainen, A. R. Woolley: The petrography, mineralogy and chemistry of the fenites of the Sokli carbonatite intrusion, Finland. In: Geological Survey of Finland Bulletin. Band 280, 1976, S. 1–87.</ref>
  • Indien:
    • Amba Dongar, Baroda-Distrikt, Gujarat – um Karbonatitintrusion.<ref>R. N. Sukheswala, S. G. Viladkar: Fenitized sandstones in Amba Dongar carbonatites, Gujarat, India. In: Journal of Geological Society of India. Band 22, 1981, S. 368–374.</ref> Fenitisiert wurden Sandsteine, Kalke und Alkaligesteine. Tiefere Natrium-Fenitisierung und seichtere Kalium-Fenitisierung.
    • Mundwara, Sirohi-Distrikt, Rajasthan – Natrium-Fenitisierung
    • Sarnu-Dandali, Barmer-Distrikt, Rajasthan – Natrium-Fenitisierung
  • Kanada:
    • Callander Bay in Ontario – um Foyait/Karbonatitintrusion<ref>K. L. Currie: The alkaline rocks of Canada. In: Bulletin of the Geological Survey of Canada. Band 239, 1976, S. 1–228.</ref>
  • Kenia:
    • Intrusion von Jombo – Fenitisierung von Sandsteinen<ref>B. H. Baker: A Chapter on hte Alkaline Igneous Complex at Jombo. In: P. V. Caswell, B. H. Baker (Hrsg.): Geology of the Mombasa-Kwale area, degree sheet 69 (with coloured map), with a chapter on the alkaline igneous complex at Jombo. (= Kenya geological Survey Report). Nr. 24. Government Printer, Nairobi 1953, OCLC 5866464335, S. 32–48 (oceandocs.org [PDF]).</ref>
    • Sagurume – um Ijolith/Urtitintrusion<ref name="Le Bas">M. Le Bas: Carbonatite-Nephelinite Volcanism. Wiley, London 1977, S. 318.</ref>
    • Usaki – um Mikroijolith<ref name="Le Bas" />
  • Norwegen:
    • Fensfeltet bei Nome in der Telemark (Typlokalität) – um Melteigit- und Karbonatitintrusion<ref>T. Andersen: Carbonatite-related contact metasomatism in the Fen Complex, Norway. In: Mineralogical Magazine. Band 53, Nr. 372, 1989, S. 395–414.</ref>
  • Schweden:
    • Alnön – um Karbonatit<ref>H. von Eckermann: Progress in Research on the Alnö carbonatite. In: O. F. Tuttle, J. Giffins (Hrsg.): Carbonatites. Wiley, New York 1966, S. 3–32.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Douglas Fettes: Metamorphic Rocks: A Classification and Glossary of Terms. Cambridge University Press, 2007, ISBN 978-0-521-33618-5.
  • Wolfhard Wimmenauer: Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine. Enke, 1985, ISBN 3-432-94671-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Fenit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />