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Ferdinand Kittel

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Datei:Kittel, Ferdinand (1832-1903).jpg
Ferdinand Kittel (1854)
Datei:Ferdinand Kittel Denkmal in Bangalore.jpg
Denkmal in Bangalore

Ferdinand Kittel (* 7. April 1832 in Resterhafe, Ostfriesland, Königreich Hannover; † 18. Dezember 1903 in Tübingen) war ein Missionar der Basler Mission, welcher sich durch sprachwissenschaftliche Arbeiten zur südindischen Sprache Kannada große Verdienste erworben hat. Als sichtbares Zeichen der Wertschätzung steht auf der „Mahatma Gandhi Road“ im Zentrum von Bangalore sein großes Denkmal.<ref>Ferdinand Kittel, in: Württembergische Kirchengeschichte Online, 2025, Website wkgo.de (abgerufen am 7. August 2026)</ref>

Leben[Bearbeiten]

Kittel war ein Sohn eines lutherischen Pfarrers in Resterhafe, er wuchs in einem gebildeten Haus auf und hatte eine außergewöhnliche Sprachbegabung. Als Jugendlicher erlernte er die Sprachen Lateinisch, Griechisch, Hebräisch, Englisch und Französisch.<ref>Vish Krishna: The German Who Came to Preach but Karnataka Gave Him a Different Purpose: The Remarkable Story of Ferdinand Kittel, Website medium.com (26. Juli 2026., englisch, abgerufen am 7. August 2026)</ref> Zwischen seinem 17. und 21. Lebensjahr besuchte Kittel das Seminar der Basler Mission.

Im Jahr 1853 wurde er nach Südindien geschickt, und er wirkte in Mangalore, Madikeri und Dharwad in Karnataka. Er beschäftigte sich intensiver als andere Missionare mit Sprache und Kultur der lokalen einheimischen Bevölkerung. Erst Publikationen darüber erschienen ab 1862. In zwanzigjähriger Arbeit erstellte er ein umfassendes Kannada-Englisch-Wörterbuch. Es erschien im Jahr 1894 mit etwa 70.000 Wörter und 30.000 Einträgen auf 1758 Seiten. Im Jahr 1903 wurde die Grammatik der Kannada-Sprache veröffentlicht. Darüber hinaus widmete sich Kittel besonders dem schulischen Unterricht.

Von 1860 bis 1864 war Kittel mit der aus Tübingen stammenden Pauline Eyth verheiratet, die ihm von der Basler Mission nach Indien zugeführt worden war; das Paar hatte zwei Söhne. Pauline starb 1864, nachdem sie sich jahrelang im Dienst und für die Familie verausgabt hatte. 1866 lernte Kittel bei einem Heimaturlaub Paulines elf Jahre jüngere Schwester Wilhelmine Julie kennen, die er ein Jahr später heiratete, 1868 nach Indien mitnahm und mit der er nochmals zwei Söhne und zwei Töchter hatte. Ein Sohn setzte sein missionarisches Wirken in Indien fort.

Kittel kehrte 1892, mit sechzig Jahren, nach Deutschland zurück und wohnte in Tübingen. Mit gut 71 Jahren starb er in dieser Stadt und wurde auf dem dortigen Stadtfriedhof bestattet.<ref>Ferdinand Kittel, in: Württembergische Kirchengeschichte Online, 2025, Website wkgo.de (abgerufen am 7. August 2026)</ref> Das Grab befindet sich in P I 17.<ref>Ferdinand Kittel in der Datenbank Find a GraveVorlage:AbrufdatumVorlage:Findagrave/Wartung/Verschiedene Kenner im Quelltext und in WikidataVorlage:Findagrave/Wartung/Name ungleich Wikidata-Bezeichnung (21. Januar 2013, englisch, abgerufen am 7. August 2026)</ref>

Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Kannada Paatagala Moorane Pustakavu, 1862.
  • ಪರಮಾತ್ಮಜ್ಞಾನ, 1863.
  • ಕನ್ನಡ ಪಂಚತಂತ್ರವುಸಣ್ಣ ಕರ್ನಾಟಕ ಕಾವ್ಯಮಾಲೆ Minor Canarese Poetical Anthology, 1865.
  • Vedic Polytheism and Pantheism, 1865.
  • ಕನ್ನಡ ಬಾಲವ್ಯಾಕರಣ Kannada Canarese Grammer, 1867.
  • ಕನ್ನಡ ಪಂಚತಂತ್ರವು Canarese Panchatantra, 1867.
  • ಬಾಲಶಿಕ್ಷೆಯು Canarese Instructor, 1868.
  • ಬಾಲಕರ ಗೀತೆಗಳು Canarese Ryms, 1869.
  • ಕ್ರೈಸ್ತಸಭಾ ಚರಿತ್ರೆ The Church of Christ, 1870.
  • ಕೇಶೀರಾಜ ಕವಿಯ ಶಬ್ದಮಣಿದರ್ಪಣ Kesiraja’s Jewel Mirror Of Grammar, 1872.
  • Sacrifice, 1872; A Tract on Sacrifice, BiblioBazaar, 2009, ISBN 978-1-11016-650-3.
  • The Parable of the Sower (Kodava), 1873.
  • (Hrsg.): ಕರ್ನಾಟಕ ಕಾವ್ಯಮಾಲೆ Canarese Poetical Anthology, 3. Auflage, Basel Mission Press, Mangalore 1874.
  • ನಾಗವರ್ಮನ ಕನ್ನಡ ಛಂದಸ್ಸು Nagavarmas Canarese Prosody, 1875; Ulan Press, 2012.
  • Ueber den Ursprung des Lingakultus in Indien, Trübner & Co. Missions-Buchhandlung, Mangalore, London & Basel 1876; hansebooks, 2016, ISBN 978-3-74341-227-9.
  • A Kannada-English dictionary, 1894; 6. Auflage, Asian-Educational Services, New Delhi 1993, ISBN 81-206-0049-5.
  • ಶಾಲಾ ನಿಘಂಟು Kannada English School Dictionary, 1899; Wentworth, 2016, ISBN 978-1-37251-997-0.
  • A Grammar of the Kannada Language in English comprising the three dialects of the language; (ancient, mediaeval, and modern), Basel Mission Press, Mangalore 1903; HardPress Ltd, 2012, ISBN 978-1-29085-983-7
  • ಕೇಶೀರಾಜ ಕವಿಯ ಶಬ್ದಮಣಿದರ್ಪಣ Kesiraja’s Jewel Mirror Of Grammar, 1920.
  • ಕಿಟ್ಟಲರ ಕನ್ನಡ ಇಂಗ್ಲಿಷ ನಿಘಂಟು, ಸಂಪುಟ ೧ Kittel’s Kannada – English Dictionary Volume 1, 1969; Volume 2: 1969; Volume 3: 1970; Volume 4, 1971.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Fleischmann: Den Indern ein Inder sein, der Missionar Ferdinand Kittel, 2003.
  • Tanja Hammer: Normierung und Standardisierung der Sprache Kannada. Die philologische Arbeit Ferdinand Kittels und ihre Rezeption, Studienarbeit, GRIN, 2014.
  • Shrinivas Havanur: Dr. Ferdinand Kittel. Eine Einführung in sein Leben und seine Werke. Übersetzer: N. T. Bhat, Deutsch-Indische Gesellschaft, Udupi 2003.<ref>https://archive.org/details/drferdinandkitte0000drsh_i4a4</ref>
  • Jan Peter Schouten: The Basel Mission in India, in: The European Encounter with Hinduism in India, Brill, 2020, S. 147–165 (DOI:10.1163/9789004420076_011).
  • Reinhard Wendt (Hrsg.): An Indian to the Indians: on the initial failure and the posthumous success of the missionary Ferdinand Kittel (1832–1903). 2006, ISBN 978-3-447-05161-3.
  • Reinhard Wendt: Visionärer Missionsstratege oder praxisferner Schreibstubengelehrer? Ferdinand Kittel und seine Studien zum südindischen Kannada. In: Michael Mann (Hrsg.): Aufgeklärter Geist und evangelische Missionen in Indien. Draupadi Verlag, Heidelberg 2008, S. 119–142, ISBN 978-3-937603-29-2.

Film[Bearbeiten]

  • Prashant Pandit: The Word and the Teacher / ಅರಿವು ಮತ್ತು ಗುರುವು / Das Wort und Der Lehrer, 80 Minuten; Englisch, Kannada, & Deutsch mit englischen Untertiteln; Indien & Deutschland 2023.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ferdinand Kittel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

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