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Ferdinand Stucker

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Datei:Ferdinand Stucker.jpg
Porträt von Ferdinand Stucker 1870<ref name="Montanus">Montanus: Die Helden der Republik und Bürger und Bauern am Niederrhein in dn letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts. Verlag Wilhelm Hassel, Elberfeld 1851 (Digitalisat)</ref>

Ferdinand Stucker (* 24. September 1772 in Weyerhof<ref name="Montanus" />; † 23. Dezember 1824 in Mähren<ref name="Zörner">Richard Zörner: Das Kreisheimathaus in Bensberg, in Jahrbuch des Rheinisch-Bergischen Kreises 1938, S. 100</ref>) war ein deutscher Advokat und Freiheitskämpfer zur Zeit der Koalitionskriege zuletzt als Oberstleutnant in der Kaiserlichen Armee.<ref name="Montanus" />

Leben[Bearbeiten]

Sein vollständiger Name war Ferdinand Maria Stucker (auch Stücker<ref name="Montanus" /><ref>Quellen zu Ferdinand Stücker (1772-1824). In: Deutsche Digitale Bibliothek. Stiftung Preußischer Kulturbesitz, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref>). Er war Sohn des auf dem Weyerhof wohnenden Advokaten Mathias Liborius Stucker aus Paderborn (nach einer Quelle aus dem Jahr 1929<ref>Von den Bürgermeistern der Gemeinde Bensberg. In: Rechtsrheinischer Anzeiger (Beilage zum Kölner Lokal-Anzeiger). 9. Februar 1929, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juli 2026; abgerufen am 10. Januar 2026.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/zeitpunkt.nrw</ref> identisch mit dem Bensberger Bürgermeister Mathias Josef Hubert Stucker) und der Juliane Mambau, einer Tochter des Gutbesitzers auf dem Weyerhof in Bensberg. Nach Abschluss seiner Studien trat er 1795 in den Justizdienst ein.<ref name="Montanus" /> Im Jahre 1808 erwarb er die mährischen Güter Všechovice und Provodovice. Stucker war seit 1803 mit Euphemia Želecký von Počenice verheiratet und hatte drei Kinder. Sein Sohn Franz Hubert Stücker von Weyershof erbte die väterlichen Güter.<ref>Geschichte des Schlosses Všechovice</ref>

Die Franzosenzeit[Bearbeiten]

Für Bensberg begann die Franzosenzeit im September 1795, als französische Truppen einrückten. Damit kam es in der ganzen Umgegend zu zahlreichen Plünderungen. Hinter dem neuen Schloss war 1795 ein Lager mit 800 Mann Fußvolk und 400 Reitern eingerichtet, die alle zu versorgen waren. In dieser Situation schloss sich Stucker mit anderen freiheitlich gesinnten Freunden zusammen, zu denen auch der sogenannte Heldenpastor Johann Peter Ommerborn gehörte, um mit ihnen zusammen gegen die Plünderer anzutreten. Insgesamt konnte Stucker schon nach kurzer Zeit auf etwa 200 Helfer bei seinen Aktionen zurückgreifen. Dadurch war er in der Lage, den Franzosen entgegenzutreten, viele von ihnen zu töten und ihnen manche Beute wieder zu entreißen. Auch konnten etliche Gehöfte rechtzeitig vor den Plünderungen geschützt werden.<ref name="Montanus" />

Der Kampf am Hohnsberg[Bearbeiten]

Für den 18. November 1795 hatte man geplant, sich mit einer großen Anzahl von Bewaffneten auf dem Hohnsberg zwischen Much und Marialinden zu treffen und dann zusammen mit den kaiserlichen Vorpostenhusaren unter Rittmeister Grisar über Overath nach Bensberg vorzubrechen, um dort den General Lefèbvre zum Rückzug zu zwingen. Von Lindlar und Wipperfürth bis zur unteren Agger wurde auch von kirchlicher Seite aufgerufen, die Räuberbanden zu vertreiben. Am Abend des 17. November brannten Lärmfeuer auf den Höhen zu beiden Seiten der Agger, in der Nacht klangen die Sturmglocken. Dieser Plan war den Franzosen aber verraten worden. Am Morgen des 18. November eilten von allen Seiten bewaffnete Landleute Richtung Much zum Hohnsberg, wo der Sammelplatz war. Einige trugen Flinten und Säbel, andere hatten Äxte und Sensen oder sogar mittelalterliche Hellebarden. Beim Eintreffen der ersten Landleute stellte sich heraus, dass sie von französischen Truppen umzingelt waren. Den meisten gelang die Flucht. Es kam dabei aber auch zu Kämpfen. Dabei wurde Stucker schwer verwundet.<ref name="Montanus" />

Der bergische Held[Bearbeiten]

Nach seiner Genesung ging er als Offizier zu den Kaiserlichen Truppen. Seine Kameraden nannten ihn der bergische Held. In der Völkerschlacht von Leipzig erlebte er, wie Napoleons Truppen vertrieben wurden.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Helden und Helden-Macher, Bergisch Landeszeitung vom 7. August 2009 (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) abgerufen am 5. März 2015</ref>

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1802 wurde er unter dem Beinamen seines Geburtshauses als Ferdinand Stucker von Weyerhof in den Reichsfreiherrenstand erhoben.<ref name="Montanus" /> Im Jahre 1810 erfolgte die Erhebung in dem österreichischen Adelsstand mit dem Prädikat von Wayerhof.<ref>Adelsstandserhebung</ref> 1812 wurde er mit böhmischen Inkolat<ref>Inkolat</ref> in den Ritterstand<ref>Ritterstandserhebung</ref> erhoben.
Datei:Ferdinand Stucker Denkmal Bensberg 2025.jpg
Ferdinand-Stucker-Denkmal, Deutscher Platz Bensberg 1930
  • Die ehemals selbständige Stadt Bensberg hat zwischen 1920 und 1930 die Ferdinand-Stucker-Straße nach ihm benannt.<ref>Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen 2. Auflage, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 2015, S. 375, ISBN 978-3-9813488-4-2</ref>
  • 1931 wurde ihm ein Denkmal auf dem Deutschen Platz in Bensberg errichtet.<ref>Willi Fritzen: Bensberg, dort wo wir leben, S. 61, ISBN 978-90-288-5439-0</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ferdinand Stucker – Sammlung von Bildern

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