Ferdinand Wedenig
Ferdinand Wedenig (* 10. Mai 1896 in Gurnitz; † 11. November 1975 in Klagenfurt) war ein österreichischer Politiker der SPÖ. Von 1947 bis 1965 war er Landeshauptmann von Kärnten.
Ferdinand Wedenig erlernte nach der Volksschule in der Handelsschule den Beruf des Kaufmanns. Er schloss sich den Sozialdemokraten an und wurde dadurch nach dem Februaraufstand im Jahr 1934 inhaftiert. Als Mitglied der "Revolutionären Sozialisten", der Nachfolgeorganisation der Sozialdemokratie in der Illegalität, war er im Widerstand gegen den Austrofaschismus aktiv. 1935 war er einer der Angeklagten im Kärntner Hochverratsprozess gegen führende Mitglieder der "Revolutionären Sozialisten" Kärntens.<ref>Gerlinde Buchhäusl: Die illegale sozialdemokratisch/sozialistische Arbeiterbewegung in Kärnten zwischen 1934 und 1938. Eine Darstellung der Geschichte dieser Bewegung sowie die Erarbeitung der Hauptverhaltensschemata Kärntner Sozialdemokraten in dieser Periode. Klagenfurt 1997, S. 162 ff.</ref>
Am 22. August 1944 wurde er zusammen mit 159 weiteren ehemaligen sozialdemokratischen Funktionären infolge des misslungenen Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 verhaftet und in das KZ Dachau verbracht. Nach dem Krieg wurde er Mitglied der provisorischen Kärntner Landesregierung für die SPÖ, für die er auch als Parteisekretär sowie Abgeordneter zum Nationalrat tätig war.
Als Hans Piesch (SPÖ) wegen Vorwürfen seiner NS-Vergangenheit im April 1947 zurücktrat, folgte ihm Ferdinand Wedenig als Landeshauptmann. Diese Funktion konnte er über insgesamt vier Legislaturperioden bis zum Jahr 1965 halten. Auf seinen Erlass hin wurde Slowenisch als Pflichtfach in den Volksschulen im zweisprachigen Gebiet von Kärnten abgeschafft, wofür er von den Verbänden der Kärntner Slowenen stark kritisiert wurde.
Weitere Funktionen, die er innehatte, waren u. a. Verlagsdirektor, Obmann des Militärverbandes Kärnten und Mitglied des Gemeinderates von Klagenfurt und Völkermarkt. Ferdinand Wedenig wurde im Jahr 1965 wegen seiner Verdienste um die Stadt Klagenfurt zu deren Ehrenbürger ernannt.
Literatur[Bearbeiten]
- Ferdinand Wedenig in: Internationales Biographisches Archiv 03/1957 vom 7. Januar 1957, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Wilhelm Wadl: Das Jahr 1945 in Kärnten. Ein Überblick. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 1985, ISBN 3-900531-15-3, S. 84 ff.
Weblinks[Bearbeiten]
- Ferdinand Wedenig auf der Website des österreichischen Parlaments
- Interview mit Landeshauptmann Wedenig im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek (1956)
- Eintrag zu Ferdinand Wedenig im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
- Rede von Ferdinand Wedenig zum 8. Mai 1947 auf der Webseite des IGKA (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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Monarchie: Johann Anton von Goëss | Johann Stieger | Joseph Erwein | Zeno Vinzenz von Goëss | Leopold Freiherr von Aichelburg-Labia
Erste Republik: Arthur Lemisch | Florian Gröger | Vinzenz Schumy | Arthur Lemisch | Ferdinand Kernmaier | Ludwig Hülgerth | Arnold Sucher
Deutsches Reich: Wladimir von Pawlowski | Hubert Klausner | Wladimir von Pawlowski | Friedrich Rainer (Reichsstatthalter)
Zweite Republik: Hans Piesch | Ferdinand Wedenig | Hans Sima | Leopold Wagner | Peter Ambrozy | Jörg Haider | Christof Zernatto | Jörg Haider | Gerhard Dörfler | Peter Kaiser | Daniel Fellner
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wedenig, Ferdinand |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Politiker (SPÖ), Abgeordneter zum Nationalrat |
| GEBURTSDATUM | 10. Mai 1896 |
| GEBURTSORT | Gurnitz |
| STERBEDATUM | 11. November 1975 |
| STERBEORT | Klagenfurt |
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- Landeshauptmann (Kärnten)
- Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich)
- SPÖ-Mitglied
- Britische Besatzungszone in Österreich
- Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich
- Ehrenbürger von Klagenfurt am Wörthersee
- Häftling im KZ Dachau
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- Gestorben 1975
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