Zum Inhalt springen

Finanzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein

Finanzen (Plural vom Wort Finanz, das nur als Konfix verwendet wird; englisch wie Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) ist allgemein der Sammelbegriff für das Finanzwesen und die Finanzwirtschaft, speziell sind damit öffentliche Finanzen (Staatsfinanzen, Kommunalfinanzen) gemeint. Umgangssprachlich sind hierunter die Geldmittel und die Bonität von Wirtschaftssubjekten (Privathaushalte, Unternehmen, Staat, Ausland) zu verstehen.

Etymologie[Bearbeiten]

„Finantien“ erschien in einem deutschen Text erstmals 1341 in Köln bei dem altdeutschen Misstrauen gegen jede Art moderner Kapitalnutzung als „Geldgeschäft im üblen Sinn oder Wucher“.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Das Kölner Stadtbuch schrieb im Originaltext „Döt ist die morgensprache von woichger und finantien“.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Um 1549 galt der „Finanzer“ als Wucher oder listiger Betrüger. Der Lexikograf Georg Henisch beschrieb im Jahre 1616 „Finantz“ als Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.,<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> also „öffentliche Gelder, die Hauptsache der Quästoren“.<ref>Quästoren waren im römischen Reich mit der Verwaltung der Staatskasse und der Eintreibung von Steuern und Pachten betraut</ref> In der Bedeutung als Wucher blieb es als „Finanz“ bis ins 18. Jahrhundert erhalten. Erfolgten Zahlungen an die Staatskasse, war von „finantia“ die Rede und nahm die Bedeutung als „Staatseinkünfte, Geldwesen des Staats“ an. Im Jahre 1695 definierte Kaspar von Stieler sie als „Steuern, Einkommen einer königlichen und fürstlichen Kammer“.<ref>Kaspar von Stieler, Zeitungs Lust und Nutz, 1695</ref> Die frühen Begriffe lassen sich auf Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. („eine festgesetzte Abgabe bezahlen“) und Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. („Ende“) zurückführen.<ref>Gerhard Köbler: Etymologisches Rechtswörterbuch. 1995, S. 129.</ref>

Der Historiker Dietrich Hermann Hegewisch definierte Finanzen 1804 wie folgt: „Im engeren Sinn versteht man darunter … die Mittel, die ein Staat verwendet, sich Einkünfte zu verschaffen, die Verwendung, die er von diesen Einkünften macht und die Methode und Ordnung, die er im Hinblick auf beide betrachtet“ (in die heutige deutsche Sprache übersetzt).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Im weiteren Sinne fasste er auch das Geld- und Münzwesen unter die Finanzen. In seiner Untersuchung über die römischen Finanzen gelangte er zu der Erkenntnis, dass die Finanzen auf Roms Verfassung und Gemeinwohl großen Einfluss hatten. Er hielt Finanzen dann für ordnungsgemäß, wenn Einkünfte einer Zweckbindung unterliegen. Für Joseph Schumpeter waren 1918 die historisch sich abwechselnden Krisen der Finanzen „einer der besten Angriffspunkte der Untersuchung des sozialen Getriebes, besonders, aber nicht ausschließlich, des politischen“.<ref>Joseph Schumpeter: Die Krise des Steuerstaates. 1918/1976, S. 332.</ref> In der sozialistischen DDR-Propaganda gab es bei kapitalistischen Finanzen eine „Verknüpfung von Überproduktion (besonders Überakkumulation), Massenarbeitslosigkeit und Inflation, verbunden mit akuten Defiziten der Staatsfinanzen, starken Zahlungsbilanzungleichgewichten und schwerwiegenden Erschütterungen des nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen internationalen kapitalistischen Währungssystems“.<ref>Staatsdruckerei der Deutschen Demokratischen Republik: Institut für Internationale Politik und Wirtschaft der DDR. IPW-Berichte, Band 8, 1979, S. 16.</ref> Dabei wurde von den systemischen Problemen des Sozialismus abgelenkt, die ein Jahrzehnt später zu seinem Niedergang geführt haben. In den heutigen Massenmedien gibt es häufig die Rubrik „Finanzen“, worin Wirtschaftsnachrichten präsentiert werden.

Arten[Bearbeiten]

Private Finanzplanung[Bearbeiten]

Private Finanzplanung bezeichnet die Planung von Geldausgaben und Sparen von Privathaushalten unter Berücksichtigung der Möglichkeit zukünftiger Risiken.<ref name=":0">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/corporatefinanceinstitute.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Private Finanzplanung beinhaltet Ausgaben für Bildung, die Finanzierung von langlebigen Gütern wie Immobilien und Kraftfahrzeugen, den Abschluss von Versicherungen wie beispielsweise Kranken- und Sachversicherung, Investitionen und Sparen für den Ruhestand.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Persönliche Finanzen können auch den Schuldendienst für einen Kredit oder die Aufnahme von Schulden beinhalten.<ref>Will Kenton: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/www.investopedia.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Die wichtigsten ökonomischen Größen sind Einkommen, Ausgaben, Ersparnisbildung, Investieren.<ref name=":0" /> Das Financial Planning Standards Board hebt folgende Punkte für eine sichere private Finanzplanung hervor:<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

  • Abschluss von Versicherungsverträgen zum Schutz vor unvorhergesehenen Ereignissen,
  • Verständnis der Auswirkungen der Steuerpolitik auf die persönlichen Finanzen,
  • Verständnis der Auswirkungen der Verschuldung auf die individuelle Finanzlage,
  • Entwicklung eines Sparplans zur Finanzierung großer Investitionen (Auto, Bildung, Immobilien),
  • Planung einer sicheren finanziellen Zukunft in einem Umfeld wirtschaftlicher Instabilität,
  • Nachvollziehung eines Sparkontos,
  • Vorbereitung auf den Ruhestand / Planung langfristiger Ausgaben.

Für diese Kriterien ist eine fundierte finanzielle Allgemeinbildung erforderlich.

Unternehmensfinanzierung[Bearbeiten]

Die Unternehmensfinanzierung befasst sich mit den Finanzierungsquellen und der Kapitalstruktur von Unternehmen. Dazu gehören auch Maßnahmen, die Manager ergreifen, um den Wert des Unternehmens für die Eigentümer zu steigern sowie den Instrumenten und Analysen, die zur Allokation von Finanzmitteln verwendet werden. Das kurzfristige Finanzmanagement wird häufig als „Working Capital Management“ bezeichnet und bezieht sich auf das Cash-, Inventar- und Schuldenmanagement. Langfristig beinhaltet die Unternehmensfinanzierung im Allgemeinen das Abwägen von Risiko und Rentabilität. Dies geschieht mit dem Ziel, das Vermögen eines Unternehmens, den Netto-Cashflow und den Wert seiner Aktien zu maximieren. Man unterscheidet drei Hauptbereiche der Kapitalallokation:

Letzteres stellt die Verbindung zu Investmentbanken und zum Wertpapierhandel her, wobei man allgemein zwischen Unternehmensanleihen (Fremdkapital) und Aktien (Eigenkapital) unterscheidet.

Öffentliche Finanzen[Bearbeiten]

Mit Öffentlichen Finanzen werden sämtliche ökonomischen Aktivitäten eines Staates und seiner staatlichen Untergliederungen bezeichnet, die zu Einnahmen und Ausgaben führen.<ref>Wolfgang Eggert: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);</ref> Es umfasst normalerweise eine langfristige strategische Perspektive in Bezug auf Investitionsentscheidungen, die öffentliche Einrichtungen betreffen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);</ref> Diese langfristigen strategischen Perioden umfassen normalerweise fünf oder mehr Jahre.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die öffentlichen Finanzen befassen sich hauptsächlich mit:

Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank oder das Federal Reserve System in den USA sind wesentliche Akteure im Bereich der öffentlichen Finanzen, fungieren als Kreditgeber letzter Instanz und weisen einen großen Einfluss auf die Zins- und Kreditbedingungen in der Wirtschaft auf.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. European Central Bank, 19. Juni 2015; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ecb.europa.eu (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Wiktionary: Finanz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikisource: Geld – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />